20.02.08
07:12 Uhr

Pole, Bohlen, Quote – wie der KJM die Medien begreift

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Der Skandal ist mal wieder perfekt und die Bild- und Tonschlagzeilen gehören endlich wieder Bohlen und seiner Show. RTL und dessen Format DSDS soll nun angeblich 100.000,- € Bußgeld zahlen. Das ist gelinde gesagt einfach nur lächerlich. 100.000,- für einen ordentlichen PR-Wirbel und damit verbundener Zuwachs an Einschaltquote und damit Erhöhung der Werbepreise auf RTL? Geschenkt. So hat doch jeder etwas von dem Deal. Würde mich mal interessieren, auf welches Konto das Bußgeld am Ende dann fließt. Wenn ich übrigens diese Pressemitteilung der KJM (Kommission für Jugendmedienschutz) lese, könnte man sich schon fragen, wieso dort staatliches Glücksspiel so besonders „positiv“ bewertet und kommuniziert wird:

Zum zweiten Mal hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) ein Konzept zur Sicherstellung einer geschlossenen Benutzergruppe für Erwachsene im Bereich Online-Lotto positiv bewertet: das Konzept „SMS-PIN-Verfahren“ der Staatlichen Lotterieverwaltung München (Lotto Bayern).

Doch das nur am Rande. Ich lenke ab. Es ging ja eigentlich um den Dieter & seine Crew.

Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden genau wie in der letzten Staffel als Normalität dargestellt,

kritisiert der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring öffentlich.

Lieber Herr Ring, mal ganz ehrlich, diese beleidigenden Äußerungen und antisoziales Verhalten SIND leider die Realität und damit auch ein Stück „Normalität“ innerhalb unserer Gesellschaft. Ob sie das für moralisch verwerflich halten oder nicht.

Die Jugendlichen, die beim Casting mitmachen, wissen genau was DSDS ist. Es ist die 4. Staffel. Sie wissen genau, wie beleidigend Bohlens schlagfertige Verbalattacken sein können und wie die Bilder anschließend zusammengeschnitten werden. Sie wissen ziemlich genau, worauf sie sich einlassen. Oder? Sollten sie jedenfalls dank Medienkompetenz und -schutz.

Und diejenigen, die nicht wissen, was bei DSDS abgeht, wollen oder können es einfach nicht richtig wahrnehmen. Für sie ist Ablehnung und Beleidigungen in der Sendung allerdings bestimmt keine unbekannte Reaktion auf ihre eigene Person. Die Show hält letzendlich unserem gesamten Gesellschaftssystem gnadenlos den Spiegel vor die viereckigen Augen. Entweder wir lieben die Sendung und ergötzen uns an den Peinlichkeiten anderer (Mit Spiegelneuronen übrigens eine völlig neue Perspektive). Wir schlüpfen also bewusst oder unbewusst in die Rolle der Jury und sind dabei dominant-sadistische Rollenspieler.

Dann gibt es noch diejenigen, die zu einem Casting gehen und berühmt werden wollen. Sie schlüpfen in die Rolle der Castingteilnehmer und späteren „Superstars“, fiebern und leiden mit, sie würden am liebsten selbst am Ende auf der Bühne stehen. Und schließlich noch die Gegner, die natürlich auch keine Folge der Sendung verpassen dürfen, schließlich wollen sie sich darüber empören, Bußgelder aussprechen und „genießen“ erleiden die Sendung. Das sind die Pole, dazwischen wird sich ordentlich aufgeladen und-geheizt und das Energieendresultat ist gute Quote. Fans und Gegner vereint vor und hinter dem Bildschirm. Denn DSDS ist das größte User-Generated-Product, das es in der deutschen Medienlandschaft derzeit gibt.

Lieber Herr Ring, es ehrt sie ja, dass sie dem ganzen Einhalt gebieten wollen, ich kann das auch nachvollziehen, aber Druck erzeugt nunmal Gegendruck und Aufmerksamkeit wiederum erneut Aufmerksamkeit. Der Teufel scheisst morgens grundsätzlich auf den größten Haufen. Es ist einfach der falsche Weg und zeugt nicht gerade von strotzender Medienkompetenz im eigenen Hause.

Doch was wäre ein besserer Ansatz? Vielleicht Kindern und Jugendlichen die Medienkompetenz beizubringen, die der Kommssion anscheinend selbst ein wenig fehlt. Sich einsetzen für eine Hauptfach an allen Schulen mit dem Namen „Medienkompetenz“. Das könnte schon etwas bedeutender sein, als so ein Altersschutz für Online-Lotterien und Chatrooms. Medienkompetenz gehört für mich mittlerweile neben Englisch, Deutsch und Mathe wirklich zu den lebenswichtigsten Hauptfächern. So sollte es jedenfalls sein, denn mit diesem Thema werden die Schüler und Studenten seit ihrer Geburt tagtäglich konfrontiert. Eigentlich wirklich unverantwortlich, dass dies noch nicht intensiv an deutschen Schulen umgesetzt wird. (Man kläre mich auf, sollte ich falsches behaupten) Denn erst im richtigen und kritischen Umgang mit den Medien, haben Kinder und Jugendlichen eine Chance antisoziales Verhalten und Beleidigungen überhaupt als solche wahrzunehmen.

Herr Ring, Sie verkennen außerdem das latent vorhandene Bedürfnis unserer Bevölkerung, sich über andere Menschen lustig zu machen oder sie zu erniedrigen. Sie verkennen oder ignorieren die Tatsache, dass die eigentlich verantwortlichen Vorbilder (Eltern) ebenfalls Spaß an diesem Format haben. Und auch bei den zuschauenden Eltern gibt es wieder „Jury“ und „Teilnehmer“ Typen. Nicht umsonst müssen Jugendliche durch die DSDS-Hölle gehen, weil ihre Eltern einen lang vergangenen Traum auf ihre Kinder projezieren und meinen sie wären jetzt doch auch alle Superstars.

Für mich ein wirklich hochinteressantes System mit mindestens 4 Mio. (zuschauenden) Teilnehmern und so unglaublich komplex, dass ich die Haltung und Stellungnahme des KJM dagegen einfach nur als extrem peinlich und inkompetent empfinden. Wie man merkt, ich gehöre also eindeutig zu der Sado-Jury-Fraktion, bin dabei allerdings auch nur unqualifizierter Werber ohne Gold- und Platinplatten. Sorry, hatte nur mal laut gedacht.

22 Kommentare

  1. Le Roi

    Nur weil ich weiß, daß jemand ein Arschloch ist und sich so benimmt, macht es das ja nicht besser. Im Gegenteil: Dann ist also die Etablierung von Fehlverhalten der Weg, um Bestrafung zu entgehen?

    Früher sprach man auch noch von der erziehenden Wirkung von Gesetzen und Urteilen. Wenn das nur noch Posten im Budget sind, brauche ich auch keine Medienerziehung. Dann ist das nur noch Zynismus.

  2. Florian

    Meiner Ansicht nach gehört zu Medienkompetenz vor allem mal, dass Medien NICHT die Wirklichkeit zeigen. Der lustige Harald Schmidt denkt sich seine Witze nicht spontan aus, während er in die Kamera schaut. Der Tagesschausprecher hat sich nicht den ganzen Tag über Nachrichten informiert und erzählt mir jetzt schön davon. Da sitzen Redaktionen und Autoren, die das ganze Ding inszenieren.

    Das gilt auch für DSDS. Wer glaubt denn wirklich, dass die Jury die jungen Sänger da wirklich unvorbereitet und ungescriptet sieht.

    Dann wissen wir noch etwas, was die jungen Teilnehmer nicht wissen: Wenn man einen ganzen Tag lang gefilmt wird kann man aus diesem Rohmaterial so ziemlich alles zusammen schneiden: Aus den gleichen Aufnahmen kann ich einen verständnisvollen Freund oder einen schwulen Hampelmann basteln. So, wie ich es für mein redaktionelles Konzept eben gerade brauche.

    Die Kritik ist: Welche Rolle den Jugendlichen von der Redaktion zugeschrieben wird, die Rolle, in der sie gesendet werden, die Rolle, mit der sie in Zukunft auch in ihrem privaten Umfeld leben müssen, auf diese Rolle haben die Jugendlichen keinen Einfluss. Es geht aber (besonders in den ersten Sendungen) immer negativ auf ihre Kosten.

    Das hat die gleiche Qualität wie „Maschendrahtzaun.“

    Kann einem egal sein. es sind doch so nette Sendungen, der Bohlen ist son lustiger Typ und Cameron Diaz ist gut im Bett.

    Mannmannmann.

  3. Patrick Breitenbach

    @LeRoi: Das macht es sicherlich nicht besser. Nur das Arschloch ist Arschloch, weil es ein Großteil der Leute in unserer Gesellschaft lieben und es quasi einfordern. Wenn es einen gesellschaftlichen konsens darüber gebe, sowas nicht zu unterstützen, nun Das Ding würde in einer Sekunde abgesetzt werden.

    @Florian: Du hast absolut recht, aber nach der 4.Staffel sollten das die ein oder anderen medienkompetenten Menschen merken. und klar, genau das gehört zur Medienkompetenz dazu. Wissen, wie, warum und mit welcher Intention man Fernsehen (z.B.) macht.

    Ich bin generell für ein Teilnahmeverbot bei DSDS für Minderjährige. Aber genau da kommen die Eltern ins Spiel. Minderjährige dürfen ohne Einverständnis der Eltern nicht teilnehmen. Das Eltern ihren pubertären Kindern erlauben sich von Bohlen und RTL runterputzen zu lassen, finde ich weitaus erschreckender als alles andere.

  4. Thies

    @Patrick: Ich habe jahrelang begeistert gegen Gutmenschen und Berufsbetroffene geätzt. Aber inzwischen gestatte ich mir die Frage, ob ich auf die auch mit dem Sarkasmushammer raufhauen soll, die einfach mal ganz behördenhaft und ironiefrei auf den DSDSDSCHUNGELDRECK gucken und dann mitteilen, dass das nicht in Ordnung ist und deshalb Geld kostet.
    Vor allem irritiert mich dann, wenn du in deinem Kommentar ergänzt, du wärst ja generell für eine TeilnahmeVERBOT für Minderjährige.
    Was denn nun? Locker zynisch oder doch leiber leies guängelnd? (Womit wir wieder bei meiner gern und oft praktizierten Gutmenschenbeschimpfung wären…)

  5. Florian

    @Patrick: Da wir in den Medien arbeiten, wissen wir, dass das alles nur erfundene, inszenierte Auftritte sind. Das wissen aber 70% der Zuschauer da draussen nicht. Die denken wirklich, der schlauste Mensch auf der Welt ist Günter Jauch…der kennt die Antworten auf alle Fragen – bis zur Millionenfrage.

    Es soll ja sogar Menschen in Zielgruppen geben, die glauben, was die Werbung sagt…;-))

    In meiner Mediaplanung finden solche Sendungen (DSDS etc.) nicht statt. Da kann die Reichweite in der Zielgruppe so gut sein, wie sie will. Anders lernen es die Programmmacher sowieso nicht!

  6. Patrick Breitenbach

    @Thies: Von allem etwas. Bei mir gibts keine Schubladen. Ich erweitere lieber den Horizont statt ihn zu verschließen. Ich habe geschrieben was in meinem Kopf herumgegeistert ist. Habe keinen Anspruch auf Richtigkeit, Wahrheit oder Weisheit.

    Was die Minderjährigen angeht: Ich bin wie alle einfach hin- und hergerissen. Wieso kann man das nicht mal akzeptieren. Es ist eben nicht alles klar schwarz & weiss, genau das beinhaltete ja meine Kritik an die KJM. Ich gucke den Rotz würde aber nie wollen, dass mein Sohn oder meine Tochter da mitmachen. keine Ahnung wieviele Leute es noch gibt, die diese Position vertreten. Anscheinend eine ganze Menge bei 4 Mio. Quote.

    @Florian: Genau deshalb bin ich doch für breite Aufklärung im Fach Medienkompetenz. Oder wollen wir den Status Quo so lange wie möglich beibehalten? Das ist kein Medienproblem sondern ein Mediennutzerproblem. Medien bedienen nur die Wünsche der Masse.

  7. M.

    Nur kurz zum eher Nebensächlichen im Artikel:

    „…man [könnte] sich schon fragen, wieso dort [KJM] staatliches Glücksspiel so besonders “positiv” bewertet und kommuniziert wird“

    Wird es doch gar nicht, jedenfalls nicht im aufgeführten Zitat. WAS dort positiv bewertet wird ist das Schaffen eines Rahmens der sicherstellt, dass an einem SMS-Gewinnspiel nur Erwachsene teilnehmen können (wenn man es mal grob zusammenfasst). – Und jeder, der sich mit genau dieser Thematik mal beschäftigt hat, weiss, wie kompliziert sowas technisch und juristisch ist.

    (Finde ich wesentlich interessanter als das Thema Bohlen/DSDS, das hängt mir nämlich schon seit gefühlten 100 Jahren zum Hals raus.)

  8. Florian

    Aufklärung im Fach Medienkompetenz finde ich klasse und wird auch von mir voll unterstützt.

    Kern der Frage ist aber doch: Soll man was gegen die Ausbeutung der (jungen) Teilnehmer tun oder nicht. Ich finde: ja, soll man nicht nur, man muss sogar. Weil sie es eben NICHT vorher wissen! Weil man die Schwachen eben manchmal auch vor sich selbst schützen muss. Solange, bis sie das selber können.

    Die Argumente „1000 Sendungen gabs schon, die sind selber schuld“ und „Mio. Menschen freuen sich über den Schaden anderer Leute und schauen den Kram halt an“ lasse ich eben nicht gelten!

  9. Patrick Breitenbach

    Wie mündig darfs denn am Ende sein?

    Verschuldung durch Handy und Markenträume, Schönheitsideale sorgen für Bulemie während Werbung für Süßigkeiten Fettsucht verursacht. Tabakwerbung schnappt sich die Jugenlichen und animiert sie zum qualmen. Die bösen Drogendealer stecken Kindergartenkinder Heroin zu, damit sie später bei ihnen kaufen.

    Wo ist die Selbstverantwortung, aber vor allem wo ist die Verantwortung der Erziehungsberechtigten und anderen Vorbilder?

  10. derherold

    Freunde der Nacht, seit 30 Jahren jammern uns supi-moralische und echt inteli..inttelli…äh…kluge Menschen über „Medienkompetenz“ die Ohren voll.

    Vllt. ist es dem einen oder anderen entgangen aber wir haben das, was man Schulpflicht nennt, wo idR ganz toll kritische LehrerInnen unterrichten: Irgendwann möchte ich da mal die positiven Ergebnisse sehen.

    Okay, es ist voll irgendwo nicht in Ordnung, daß die vielen Unterschichtler unseren kleinen Möchtegern-Intellektuellen den Bildungsauftrag kaputt machen. Aber diese bigotte und heuchlerische Art geht mir derart auf die Nerven, daß ich fordere

    FRAIHEIT FÜR BOHLEN

    P.S. Ach ja, Niehl Postmänn hat seine Arbeiten nicht erst 2003 veröffentlicht.

  11. Friday

    Das, was da weiter oben steht, kann ich nicht beurteilen. Ob die superpeinlichen Auftritte da wirklich alle gefaket sind, na ich weiss nicht. Leute gibts ja genug, die einen an der Platte haben.
    Das einzige, was ich bei dieser Sendung sehe, dass sie immer mehr weg von Musik geht und immer mehr in Richtung Nachmittagsverdummung und Prollbefriedigung. Wenn dies dann auch noch zur besten Sendezeit gebracht wird, muss man sich um die Volksbildung keine Sorgen machen. Die hat bereits die Unterkante Kellerdecke erreicht. Da helfen auch Bussgelder nichts. Egal in welcher Höhe.

    Ach ja: Hier noch ein Bild von einem echten Bohlen-Hardcorefan
    mediadonis.net/?p=25...
    Ich sag aber jetzt nicht, wie der Bursche drauf war. Das Tattoo ist echt.

  12. tim

    ich finde deinen offenen brief ehrlich gesagt genauso peinlich.

  13. Patrick Breitenbach

    @tim: Dein gutes Recht. Ehrlich.

  14. Andreas Achtziger

    1. Die Partei hat immer Recht
    2. staatliches Lotto, so könnte man annehmen, wird deshalb lobgepriesen, weil der Staat, je höher der Jackpot, da ziemlich viele Steuern draus erhält. Und das kann sich jeder nun selber zusammenbasteln.
    3. Die Partei hat immer Recht
    4. Reicht es, nur Medienkompetenz beizubringen? Wie wäre es, die Leute nicht zu funktionierenden Konsumenten zu erziehen, sondern zu denkenden Lebewesen? ( auch in einer weniger manipulativen Gesellschaft wird noch Werbung benötigt ;) )
    5. Die Partei hat immer Recht

  15. tim

    denn „[…] Verhalten SIND leider die Realität und damit auch ein Stück “Normalität” innerhalb unserer Gesellschaft.[..]“

    Das ist ja mal ne Argumentation: Ich bin mal so frei und übertrage dein Argumente auf ein anderes Topics – auch wenn ein bisl überspitzt: Rechtsradikales Verhalten ist demnach zwar auch leider Realität, aber ein Stück “Normalität” innerhalb unserer Gesellschaft. Na denn…. *kopfschüttel*

  16. Patrick Breitenbach

    @tim: Deine Übertragung ist leider wahr. Wo ist dein Problem? Nur weil es uns beiden nicht in den Kram passt, dass solche Verhaltens- und Denkweisen in einer Gesellschaft existieren? Sobald etwas vorhanden ist, sobald etwas tatgtäglich geschieht, sobald etwas auch nur unterschwellig da ist (Rechtsradikalismus bedeutet für mich nicht gleich Häuser anzuzünden oder Gewaltausbrüche zu haben) sobald dies teilweise von Ordnungsbehörden und VErfassungsschutz geduldet wird (NPD etc.) dann kann ich mit Fug und Recht behaupten, aus meiner ganz persönlich subjektiven Sicht (mehr kann ich mir nicht anmaßen): Das ist leider leider „Normalität“. Man kann doch nicht so tun, also ob so etwas gar nicht vorhanden wäre. Sorry. Das ist mir zu einfach. Im Umkehrschluss heisst das natürlich nicht fü rmich, dass ich das auch gut finde, ganz abgesehen davon dass ich den Normalitätsbegriff grundsätzlich in Frage stelle.

  17. Harald

    @ Patrick

    Stehe ich auf der langen Leitung? Oder habe ich das richtig verstanden: So, wie Bohlen dort sitzt und seine zum Teil Menschen verachtenden Sprüche ausspuckt, so dürften auch Rechtsradikale vor einer Fernsehkamera sitzen und ihre kackbraunen Parolen abfeuern, weil es „normal“ ist…?

  18. Patrick Breitenbach

    @Harald: Worte verdrehen und Äpfel mit Birnen vergleichen – da habe ich am Wochende wirklich keinen Bock drauf bzw. ich schiebe die Frage wieder dezent an dich zurück:

    Du stellst also Bohlen und DSDS auf eine Stufe mit Rechtsradikalismus?

  19. Patrick Breitenbach

    Und noch was Harald, mich würde interessieren wieviele Menschen in Deutschland bei kackbraunen Sprüchen im TV vor Freude ihre Trainingshose mit Urin benetzen würden.

    Nur weil man es nicht duldet, heisst es noch lange nicht, dass es nicht in einer Gesellschaft vorhanden ist. Das ist alles was ich mit meinem Beitrag sagen wollte. Weder ein Hoch auf Bohlen noch ganz bestimmt kein Hoch auf rechtsradikales Gedankengut.

    Eher eine kritische Anmerkuung auf die kontraproduktive Reaktion des KJM. Wenn die nicht checken dass RTL und DSDS daraus nur profitieren (weil wieder Schlagzeilen), dann weiss ich leider auch nicht weiter. Entweder ganz verbieten (wenn schon Reglementierung) oder die Klappe halten. Aber ein Bußgeld? 10% vom Betrag hat ja allein schon Bohlens Mutter beim Telefonspiel gewonnen.

  20. Patrick Breitenbach

    Rechtsradikalismus ist im TV nicht salonfähig. Bohlen & Co (gibt ja noch mehr denkwürdige Formate die mit der Würde des Menschen spielen) offensichtlich schon. Allein deshalb finde ich die Frage nach der „Normalität“ für legitim.

    Normalität bedeutet für mich übrigens nicht ein Konsens der gesamten Gesellschaft (wenn es den überhaupt gibt). Und wenn in Deutschland von Politikern sogenannte No-Go-Areas für Ausländer öffentlich kommuniziert werden, so ist das leider offensichtlich auch ein Stück Normalität in einem Stück Deutschlands. LEIDER. Aber davor nicht die Augen zu verschließen ist doch eigentlich das wichtigste. Sich erstmal bewusst zu machen, dass dieses Verhalten in Teilen der Gesellschaft als „normal“ angesehen wird. Das macht mir gerade Angst!

  21. Harald

    Okay, diese Angst teile ich. Was mich beruhigt: Bei Wahlen stellt sich zum Glück heraus, dass es keinen deutlichen Rechtsruck in Deutschland gibt, eher einen Ruck nach links, der mir allerdings genauso wenig behagt.

    Und gestern habe ich DSDS gesehen. OHNE die „hammerharten“ (BILD) Sprüche des heimlichen RTL-Programmdirektors Dieter B. Und ich finde, dass diese Sendung durchaus sehenswert ist, ist es doch Realität, sprich ein Dokument aus unserer Zeit. Und hat – für mich jedenfalls – sogar mehr Spannung, Witz und Unterhaltungswert als manche Soap.

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