07:00 Uhr
Die Re-Formation einer Agentur: White Label
Viele von euch wissen, dass ich seit Ende Juli als Berater für die Agentur Buena La Vista tätig bin. Damals kündigte ich an, dass der Internetauftritt dringend zu überarbeiten ist. Das Problem an der Sache: Es soll generell ein neues Corporate Design im Zuge einer Umstrukturierung entwickelt und eingeführt werden, doch dieser Prozess wird erst im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Daher haben wir nach einer geeigneten und sinnvollen Interimslösung gesucht. Doch bevor wir nun einen Kommunikations-Mischmasch aus alten und neuen Gestaltungselementen erstellen, geht die Agentur den mutigen, einmaligen und eigentlich konsequenten Weg einer Re-Form: Buena la Vista – White Label
Für den Rest des Jahres verzichten wir auf alle Gestaltungselemente des bestehenden Corporate Designs, um mit dem gleichen Mut wie unsere Auftraggeber offen für neue Ideen zu sein. Wir geben unserer eigenen Weiterentwicklung den nötigen Raum sich neu auszurichten. Um diese ungewohnte Kommunikationsmaßnahme auf breiter Ebene offen und konstruktiv zu diskutieren, haben wir ein Dialoginstrument in Form eines Blogs eingerichtet: Buenalog.
Das eingerichtete Weblog dient dazu unser Agenturprofil in Zukunft noch breiter, intensiver und authentischer zu kommunizieren. Für mich das geeigneteste Instrument im Internet ein Unternehmen sehr ausführlich und authentisch darzustellen. Durch den Mehrwert an Information, Kompetenz und persönlichen Eindrücken schärft sich die Kontur unserer Agentur. Potenzielle Auftraggeber können somit sehr schnell sondieren, ob wir als Ideengeber und Dienstleister in Frage kommen. Gleichzeitig dient die Plattform auch als internes Kommunikationsinstrument, als Wissenserweiterung und breites Diskussionsforum.
Denn wie ich schon in meinem Einleitungsbeitrag schrieb:
Ich will mit dieser Agentur ins Gespräch kommen. Nicht nur, dass man im Internet oder in der Presse über uns als Agentur spricht, sondern viel mehr, dass wir mit anderen Menschen hier ins Gespräch kommen. Egal ob das nun Marketinginteressierte, potenzielle Kunden, Lieferanten, mögliche Bewerber oder einfach Menschen sind, die mit Werbung eigentlich auf Kriegsfuß stehen. Wir wollen uns der Öffentlichkeit hiermit ganz bewusst stellen. Wir wollen nicht nur den Dialog – wir wollen den Buenalog!
Wir würden mit euch sehr gerne die Idee “White Label” im Buenalog diskutieren. Was haltet ihr davon?
Im Buenalog werde ich übrigens über meine Kernkompetenzen als Berater schreiben, damit wird auch die Blogdiplomatie wieder inhaltlich einen adäquaten Ersatz finden.
28 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 25. September 2006 um 08:14 Uhr
Woher kenne ich das bloß? Ach ja: metadesign.com – sieht bis auf die Typo praktisch identisch aus. Nur dass deren Website bereits Anfang des Monats im PAGE-Blog aufgetaucht ist (page-online.de/page/...). Aber vielleicht wird das jetzt ja ein neuer Trend?
Am 25. September 2006 um 08:30 Uhr
Ich finde die getroffene Entscheidung mutig und richtig zugleich.
Viel zu oft wird sinnlos Zeit und Geld in ein temporäres Mischmasch geworfen, um dann ebenfalls oft festzustellen, dass die temporäre Lösung irgendwie über ein gewisses Verharrungsvermögen verfügt :-)
Außerdem ist White Label doch schon ein fast ein CD – einfach, schlicht, prägnant, deutlich, reduziert auf das Wesentliche: Den Inhalt.
Einzig ein Logo wäre schön. Wie wäre es mit einer Anlehnung an die Schweizer Kriegsflagge: Weißes Kreuz auf weißem ….
Am 25. September 2006 um 09:02 Uhr
> Außerdem ist White Label doch schon ein fast ein CD
@Frank: Stimmt! brandeins bzw. brandeins.de ist beispielsweise ist ähnlich reduziert – lediglich mit ein ganz klein wenig mehr Gestaltung – und seit Jahren erfolgreich damit. Alles andere würde auch gar nicht zum Magazin passen.
Am 25. September 2006 um 09:36 Uhr
Die “Ähnlichkeit“ (wenn man das noch so nennen kann) zu MetaDesign ist schon sehr frappierend. Als Agenur mit eurem Anspruch sollte sowas nicht passsieren, sorry. Das ist schon mehr als inspiriert.
Weiterhin finde ich den Gedanken gut. Hier stellt sich allerdings wirklich die Frage was neutral ist. You Cannot Not Communicate finde ich als sehr treffendes Zitat.
Am 25. September 2006 um 10:26 Uhr
Richtig. Die Ähnlichkeit ist frappierend. Darf nicht passieren, ist aber wohl leider passiert. Ich kannte die Seite von metadesign.com vorher selbstredend nicht. Mir fehlen also momentan eher die Worte. Später mehr dazu.
Am 25. September 2006 um 10:39 Uhr
Mal davon abgesehen. Ich bin der festen Überzeugung das eine „Nicht-Gestaltung“ nicht geben kann. Es gibt viele sehr reduzierte Gestaltungsansätze, die aber dennoch gestaltet sind. (z. B. adehauserlacour.de oder sofies.ch/) Allein das weglassen von Farbe reicht nicht aus. Konsequenterweise hätte man auf jegliche CSS Formatierung verzichten müssen.
Als Verfechter von reduzierter Gestaltung finde ich es interessant, dass MetaDesign einerseits diese Gestaltung bewußt benutzt – Buena La Vista anderereseits sie als „Nicht-Gestaltung“ ansieht.
In diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant: letterlabor.de/typef...
Am 25. September 2006 um 11:28 Uhr
Man kann nicht nicht gestalten :)
Puristen oder Unixer versuchen dauernd diese Quadratur des Kreises, letztendes ist aber auch das… Gestaltung. Da können sie sich winden, wie sie wollen. Eine sehr lesefeindliche und unsinnliche, Textwüste ohne jedes Bild und wenn die Spalte von links 0-Punkt bis rechts flüssig geht (das Auge kann so lange die Linie nicht halten).
Da der Auftritt einer namhaften Agentur kein Selbstzweck ist, sondern eine Kommunikation aufbauen will, muss man sich fragen, ob da dann doch zu viel mönchischer Reduzier-Hirnfick :) dabei ist, zumal der Name – olé – südliche Sinnenfreude verspricht.
Lob am Schluss: Die Typografie ist rund. Eine Wohltat, wenn man gerade auf pearl.com war.
Am 25. September 2006 um 12:16 Uhr
Ou jessas, ich meinte natürlich http://www.pearl.de, nicht pearl.com.
Am 25. September 2006 um 13:37 Uhr
“Bitte nehmen Sie doch auf diesem kunstvoll reduzierten Designer-Klappstuhl platz. Wenn Ihnen der Hintern nach fünf Minuten weh tut, gehen Sie bitte nach Hause, denn wir sind uns selbst genug. Danke.”
Ich schließe mich den Vor-Kommentatoren an: Man kann nicht nicht gestalten.
Also: worum geht’s bei buena la vista? Micky Maus? Salsa?
Entschuldigt meinen Zynismus, aber blogs sind meist sowiesoschon amöbenhafte Blasen aus Nichts. Und mit buena-la-vista.de wird gar-Nichts präsentiert. Konsequent! Wie wär’s mit h1:auf Hallo Welt! h1:zu?!
Am 25. September 2006 um 15:22 Uhr
Dieser Auftritt beweist schon fast so viel Mut zu neuen Ideen wir euer Prospekt für Weinsberg.
Mein unqualifizierter Tipp darum: Statt Gestaltungselemente einfach mal das Marketing-Blabla (…Wir entwickeln Markenkraft … Langfristig erfolgreiche Marken zeichnen sich stets durch den Dreiklang von Science, Art und Craft aus … gehen wir weit über den klassischen Ansatz einer Werbeagentur hinaus…) auf der Einstiegsseite zusammenstreichen. Dann noch ein bisschen gute Werbung machen, und vielleicht werden schon unsere Enkel sagen: «Würzburg ist das neue Hamburg!»
Am 25. September 2006 um 16:03 Uhr
nun ja. so sehr ich als texter karges, auf text sich beschränkendes schätzen sollte, manche texte werden esrt durchs bild erträglich. Beispiel?
Bitteschön: „Langfristig erfolgreiche Marken zeichnen sich stets durch den Dreiklang von Science, Art und Craft aus: also von der Wissenschaft, die Leistungsparameter einer Marke zu messen und zu verstehen, der Kunst, das Leistungsversprechen einer Marke kreativ auf den Punkt zu bringen und schließlich dem Handwerk, die Marke in allen Einzelaspekten konsequent zu managen!“
Wenns’ auch von werweißwoher (indiesem Fall der weißen Seite) zitiert wird, wenns’ auch furchtabr respekteinflößend formuliert wured: Blase bleibt es doch.
(Was dagegen, wenn ich’s auch auf die Weiße Siete selbst schreibe?)
Am 25. September 2006 um 16:12 Uhr
irgendwie sind auch die referenzen der agentur recht bieder. alles hat zwar eine klare gestaltung ist aber brav und es folgt kein aha erlebnis. hmm.. naja und metadesign ist ja die größere agentur.. (mit den namhafteren kunden.. adobe z.b.) da hat man wohl abkopiert und wollte das hier als eigene großartige idee präsentieren. so ähneln sich die agenturen halt..
Am 25. September 2006 um 16:35 Uhr
Irgendwie hatte ich mir die Themengestaltung beim Werbeblogger anders erhofft. Aber wenn ich schonmal dabei bin, noch ein Kommentar, den vielleicht jemand vor mir schon zu ‘Papier’ brachte:
metadesign.com – ’nuff said.
Am 25. September 2006 um 17:13 Uhr
Hmmm. Gilt nicht auch “man kann nicht nicht designen”?
Am 25. September 2006 um 17:57 Uhr
Super und nun gibt’s im Buenalog Drumherumgeschwafel statt Eingeständnisse. Witzig ist das ja nicht wirklich.
Am 25. September 2006 um 19:28 Uhr
Drumherumgeschwafel. Ja. Empfinde ich auch so. Zumal es doch unerheblich ist wie oder warum und ob überhaupt ein Plagiat entstanden ist. Fakt bleibt doch, dass es nunmal einfach unprofessionell wirkt genauso “auszusehen” wie jemand (vllt.) namhafteres. Vor allem wenn man Wert auf Individualität legt. Das Design zu ändern ist m.E. nach der nächste Schritt… Herumzudiskutieren wirkt auf mich wie ein pholosophisches recht-fertigen.
Am 25. September 2006 um 19:43 Uhr
Muss noch Mal mit positivem Beipiel nachaken: Nicht dieses biedere Designer-pseudo-Zen: background-color:#fff und background-image:none. Das heißt doch bloß: Wir entledigen uns allem eitlen Tand und wollen am liebsten ganz weit weg, wo keine Menschen sind. Nicht sehr einladend, das.
Reduktion auf Kommunikation sieht man hingegen hier: hillmancurtis.com/
Am 25. September 2006 um 19:45 Uhr
@Jonny: Natürlich verteidigen wir unser Konzeot und damit auch unser Design. Jürgen Siebert hat dazu im Fontblog übrigens etwas interessantes geschrieben. Einfach mal drüber nachdenken. Unglaubwürdig machen wir uns, wenn wir das Ganze jetzt plötzlich umändern, denn es war für uns die gestalterisch optimalste Lösung. Aber klar machen wir uns auch Gedanken darüber, ob wir das so lassen können oder nicht. Es wird eifrig diskutiert. Wir sind auch nur mehrere Menschen, das dauert.
Seht das mal so: Wir haben extrem viel Energie in das Konzept gesteckt und dann baff kriegst du so ne Latte vor den Kopf geknallt. Lass uns erstmal Eis drauflegen. Danke!
Am 25. September 2006 um 19:50 Uhr
@Martin: Bitte als blanke Phase betrachten – nicht als neue Gestaltungslinie. Es ist eine Interimslösung, kein neues Corporate Design.
Am 25. September 2006 um 20:54 Uhr
Seltsame Diskussion. Seit wieviel Jahrzehnten gibt es Gestaltung mit viel Weißraum und reduzierter Typo?
Am 25. September 2006 um 21:27 Uhr
Wenn die Verantwortlichen bei Buena la Vista mal ein paar Gehirnzellen mehr in die Seitengestaltung gesteckt hätten, blieben uns nun die jämmerlichen Erklärungsversuche erspart.
Obwohl, ich könnt mich noch immer kringelig lachen.
Am 26. September 2006 um 08:48 Uhr
Hervorragend “um”gesetzt! Gut gemacht & weiter so!
Am 26. September 2006 um 14:02 Uhr
Ich bezweifle dass ihr euch Unglaubwürdig macht wenn ihr das Design jetzt ändert. Es ist ja kein Schuldeingeständnis (jedenfalls nicht wenn ihr keine empfindet ;) ). Und WENN es überhaupt unglaubwürdig kommt, dann nur für jene, die die ganze “Aktion” mitverfolgt haben – nämlich uns. Der Rest der potentiellen Kundschaft sieht nur eine Website, die einer womöglich bekannten anderen absolut ähnlich sieht, und DAS ist meiner Meinung nach dann problematisch, vllt. sogar unglaubwürdig. Sprich: ich habe das Gefühl euer Focus liegt jetzt primär auf den Leuten, die euch gegen’s Bein pissen wollen und denen, die euch wacker verteidigen. Aber das sind nicht die, die der Agentur am Ende die Knete bringen ;)
Wie dem auch sei, angesichts der Tatsache dass Google bald “aufmerksam” wird und die evtl. relevanten Keywords mit unschönen Debatten verknüpft und der anderen Sache – nämlich dass da einfach 2 Seiten gleich aussehen und es egal ist wie oder was oder warum da was getan wurde – empfehle ich (aber wer bin ich schon? :D ) dringend das Design zu ändern. Außerdem lenkt das ab von dem ganzen Heißgerede der “Situation”. Gruß,
Jonny
Am 26. September 2006 um 14:04 Uhr
mit “ablenken” mein ich, dass euch ablenkt von dem Streß, nicht die Masse von dem Plagiatsvorwurf :P
ach ja, und die Message ist @Patrick
Am 26. September 2006 um 14:09 Uhr
Bitte lasst uns etwas Zeit, wir sind tatsächlich – auch wenn es manche bezweifeln – von der Sache überrollt worden. Danke.
Am 26. September 2006 um 17:42 Uhr
Mehr Zeit? Neulich klang das noch anders: “Communities schlafen nicht – gewöhn dir das also auch ab”
Am 26. September 2006 um 17:48 Uhr
Wer hat denn was von schlafen erzählt? :-)
Am 6. Oktober 2006 um 10:07 Uhr
was soll die Diskusion des Plagiatverdachts? Bei konsequenter Reduzierung auf Nutzung und Inhalt + Verzicht auf gestalterische Elemente ist es doch logisch das ein fast gleiches Ergebniss rauskommen muß ! Wieder wird erst verurteilt bevor gedacht wird. Die Diskussion müßte doch eher beinhalten warum an mehreren Stellen reduziert wird. Und das an verschiedenen Orten zur gleichen Zeit ähnliche Gedankengänge stattfinden können, sollte nicht so überrraschen -kam schon öfter vor. Hier wird sehr schön reflektiert warum genau diese Reduktion als Schritt nötig ist, zurück zu Inhalten (-diese wurden bei dieser ganzen Anklage völlig ignoriert ) und Befreiung von Altlasten sind ehrliche Notwendigkeit um eine Gestaltung wirklich neu zu definieren. Jedes Bild beginnt mit der weißen Leinwand und jedes Buch mit der leeren Papierseite, schon vergessen !?