01:13 Uhr
Wieso heißt der Golf Golf?
Als Patrick und ich kürzlich in Skype redaktionelle Themen besprachen, kamen wir auch auf eine Pressemeldung von Renault, die offensichtlich die Zielgruppe der Golfer im Visier haben. Ich dachte zwar immer, BMW hätte diese Gruppe mit dem Dreier Touring fest im Griff, aber schaun mer mal, was Renault den Golfern so an Savoir Vivre auf 4 Rädern zu bieten hat. Egal, darum ging es auch nur am Rande…
Ich stellte mir in diesem Zusammenhang nämlich die Frage, warum VW eigentlich den Nachfolger des Käfers “Golf” genannt hatte. Volkswagen entschließt sich 1974! zu einem Produktnamen, der mit Luxus, Exklusivität und britischem Country-Flair assoziiert wird? Kann das sein? Oder gab es vielleicht einen ganz anderen Grund, diesen Namen zu wählen?! Andererseits: VW hat die noch kleineren Geschwister des Golf ja auch “Polo” und “Derby” genannt – mitnichten verbunden mit Breitensportarten. Also nachgedacht: Was assoziieren wir Menschen möglicherweise noch mit “Golf”? Golf von Mexico? Golf von Bengalen? Klingt auch reichlich abwegig. Was hatten sich die Markenführer in Wolfsburg bloß damals gedacht?
Es ist offenbar der Golfstrom, der dem Golf den Namen gegeben hat, der widerum eine ganze Namensserie rund um verschiedene “Winde” wie “Passat”, “Scirocco”, “Jetta” etc. zur etwas holprigen Deklinationsfolge hatte. Mir ist es aber immer noch schleierhaft, warum man “Golf” so passend für ein Auto hielt, welches sich als Angebot der “unteren Mittelklasse” versteht. Und die reine Internationalität des Begriffs erklärt es auch nicht richtig, denn in den USA heißt der Golf “Kaninchen“. Wer kann zur Aufklärung beitragen?
16:52 Uhr
Kann nicht schlafen – Mabber fressen mich
Ich kenn Mabber noch nicht, lasse mich daher auch nicht über den Dienst aus. Worüber ich jedoch schreiben kann ist die, sagen wir mal, eher unglückliche Einführungskampagne. Boah ist das schwerfällig.
Der Anlauf zur interaktiven Blogger-Viral-Gewinnspiel-Kampagne mit mittelmässigen Preisen kann man vielleicht noch nachvollziehen und dank des profilierten Blog-Netzwerkes von Nico wird das Ding auch die eine oder andere Runde machen, aber die weitere Umsetzung ist wirklich nicht gerade kommunikativ berauschend. Vor allem nicht das Maskottchen und sein Werbefilmchen:
Link: de.sevenload.com
Liebe Leute, wer in Zeiten von Virenwahn – nun ja auch im Mobilbereich – kleine Viecher kreiert, die sich in Tastaturen und im Handy verstecken – ja überhaupt irgendwo verstecken, dem ist leider einfach nicht mehr zu helfen. Da kann man ja gleich mit den deutschen Rasterfahndungsmodels werben. Mag sein, dass die mächtig angstmachenden, “mabbermabber” plappernden Viecher noch beim einen oder anderen Crazyfrogdegeneriertem Techie ankommen, aber dank des fehlenden Kindchenschemas werden die lieblosen, orangenen Smileys mit Fühlern, wohl nicht gerade ein Merchandise Verkaufsschlager werden. Ich glaube schlimmer war nur noch Twipsy, das Maskottchen der Expo.
Also das nächste Mal vielleicht wirklich überlegen, ob man den einen oder anderen Euro nicht auch in professionelle, strategische Kommunikation stecken möchte oder einfach mal für ein paar Scheine einen fitten Illustrator (gibt ja bekannte und sehr gute in der Blogszene) beauftragt – wenn das Produkt scheinbar schon nicht für sich selbst sprechen kann.
UPDATE: Ahh! Ich sehe grad noch mit erschrecken, dass die Kreaturen im Video auch noch unser Geld fressen. Unglaublich.
16:07 Uhr
TAZ + WAZ = Wanne trifft Wannsee
Ich musste schon irgendwie bei dieser Anzeige schmunzeln (obwohl ich die Wanne des Herrn vermisse):
Wesentlich interessanter ist allerdings eine erneute Rettungsaktion der TAZ durch die Unterstützung eines konkurrierenden Verlages, nämlich der WAZ. Somit schließen sich hier eigentlich zwei Wettbewerber zusammen, die mit Hilfe des Doppelabos voneinander profitieren möchten. Eigentlich keine schlechte Idee. Djure hat jedenfalls schon bestellt. Mehr Infos dazu auch im Pottblog.
15:45 Uhr
Bundestag live.
Die Debatte über die geplante Vorratsdatenspeicherung (Vorstoß Schäuble) gibt es gerade live als Web-Stream.
11:17 Uhr
Zeitungskolumne sponsored by …
… heißt es bald in der Tageszeitung aus Philadelphia, um genauer zu sein im Philadelphia Inquirer. Denn die in einer Auflage von ca. 350.000 gedruckte Printausgabe wird ab nächster Woche eine Kolumne im Wirtschaftsteil anbieten, die zwar von Inquirer Journalisten geschrieben wurde, aber eben von einer örtlich ansässigen Bank (Citizens Bank) gesponsort wird. Klar wird diese Aktion grafisch kenntlich gemacht, trotzdem wagt sich die Tageszeitung hiermit einen Schritt über den sonst so gesicherten Grenzzaun, der eigentlich redaktionellen Inhalt und Werbung schützend trennen sollte. Die Nachricht veranlasste natürlich auch die großen Publikationen hellhörig zu werden und so schreibt die NY Times ausführlich über diese ungewöhnliche Werbeaktion, beäugt kritisch und bewundernd zugleich die strategischen Maßnahmen des neuen Besitzers der Zeitung, ein ehemaliger Werber, Brian P. Tierney. Der Inquirer scheint auf dem Erfolgsweg zu sein und auch auf die journalistische Qualität scheint Tierney Wert zu legen, der den zweifachen Pulitzer-Preisträger William K. Marimow als Redakteur gewinnen konnte. Die Auflage wächst, dank angekurbelter Promotion und selbst die vormals kritischen Stimmen sind nun begeistert vom Inquirer.
Doch es ist eben nicht alles Gold was glänzt, denn der Preis scheint hoch zu sein. Etliche Entlassungen und eben nun dieser merkwürdige Werbedeal liegen als leichter Schatten über der Publikation. Doch Tierney wäre in der Vergangenheit kein erfolgreicher Kommunikator, wenn er nicht auch das erfolgreich verkaufen könnte:
(…) Mr. Tierney said that the column was just the kind of high-visibility, creative “brand-buildingâ€? opportunity that advertisers crave.
Schwammig, fröhlich und dadurch beruhigend. Etwas deutlicher – aber trotzdem unter des Cheffes (natürlich partnerschaftliche) Pantoffel stehend – wird der Vollblutjournalist Marimow:
Instinctively, as a reporter, I would have recoiled at the idea (…) Moreover, he said, if Citizens Bank was involved in anything untoward, the paper would aggressively report such news prominently.
Gleichzeitig muss er jedoch auch an das Wohl der schwindenden Kollegen denken, schließlich sichern solche besonderen Werbedeals eben auch jede Menge Arbeitsplätze im Haus. Jedenfalls merkt man gleich die nahe Verwandschaft von Journalismus und Werbung. Die Kunst des geschickten Kommunzierens ist dabei einfach viel wert. Spannend dürfte der Verlauf dieses Tests sein, denn es werden sicherlich etliche Verlage aufmerksam auf die Glaubwürdigkeit und den Erfolg dieser neuartigen Werbeform. In Deutschland ist diese Art der Vermarktung im seriösen Verlagsgeschäft wohl noch in weiter Ferne?
Was haltet ihr davon? Besteht die Trennung von Inhalt und Werbung noch durch diese Art der Kennzeichnung oder wird hier schon viel zu viel vermischt?
01:36 Uhr
Weblocks
Ping für Ping, Kommentar für Kommentar, Trackback für Trackback…
Gelegentlich -und aktuell auch anlässlich der “öffentlichen Sache”, der re(s) publica,- wird darüber berichtet, dass Blogs zu sehr in ihrer eigenen Welt lebten, bzw. gar ihre Räucherstäbchen zündeten, um den Duft allzu schnell selbst einzuatmen. Weblogs sind doch eigentlich eine vielseitige und öffentliche Stimme; sie sind -häufig genug- viel lebendiger, als der Textstaub der Visitenkarten-Websites. Sie sind das, was Menschen und ihre Gedanken in einem vitalen Dialog ausmachen. Sie sind persönlich, emotional, hier und da unreflektiert und -bitte erzählt mir keine Geschichten- dankbar für eine kleine (oder auch große) Öffentlichkeit. Warum sollte ich über etwas in einem Weblog schreiben und zugleich postulieren, dass ich nur für mich selbst schreibe?! So ein Unsinn. Diesen Zweck erfüllt ein Tagebuch der verschlossenen Art viel glaubwürdiger – no need to publish it.
Meine These: – und damit schließe ich mich ausdrücklich mit ein – die meisten Blogger wünschen sich eine Öffentlichkeit, die mitliest. Das hat übrigens nichts mit Kommerzialität und Verwertung zu tun. Es ist nur schön, wenn der/die eine oder andere teilnimmt an den Gedanken, die einen beschäftigen. Machmal ist es ein Stein des Anstoßes, machmal nur ein Kopfschütteln oder Abnicken, machmal aber auch im Dialog kontrovers und ggf. weiterführend. Egal wohin!
Bloggen ist eben keine Strategie, keine Taktik und kein Marketing. Es ist der geschriebene Gedanke, der gelegentlich seine Anhänger und Gegner findet. Es ist Kommentar und Meinung ohne Ankündigung. Das ist ein Markt und dieser ist öffentlich.
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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