04.09.09
08:14 Uhr
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JAKO nimmt vorweg, wie ihre Pressemitteilung wirken soll
Peinlicher geht es nicht mehr: Jako, Sportartikelhersteller und freiwilliger Demontagekönig seiner eigenen Marke, hat einen Blogger abgemahnt, worauf in Folge ganz Blogistan auf die Barrikaden ging. Nun folgt nach gefühlten Web-Jahrhunderten eine Pressemitteilung.
Um gleich allen möglicherweise unangenehmen Reaktionen auf die Formulierung dieser Pressemitteilung vorzubeugen, hat man sich bei JAKO dann konsequenterweise entschlossen, die öffentliche Wirkung dieser Pressemitteilung sowie das Ergebnis des eigenen Verhaltens in der Erklärung vorweg zu nehmen.
Darauf einen “kein Jägermeister” für die Tanja-Anjas aus der Vorstadt…
Schlagworte (Tags): jako
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- Martina: ich sage auch wer viel arbeitet sollte viel verdienen aber ist auch wieder abhängig von dem wert der erarbeiteten sache
- Martina: Vielen dank! :D
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Am 4. September 2009 um 09:18 Uhr
Ich habe mich mal über den miesen Server bei einem Online Shop in meinem Blog beschwert. Einige Monate später bekam ich ein Schreiben von dessen Anwalt ich möchte diesen Beitrag doch bitte abändern oder entfernen (mittlerweile war ich wohl bei Google recht gut für dessen Firmennamen gerankt). Dabei habe ich nicht mal “Fäkalsprache” benutzt. Zum Glück war der Anwalt aber recht kooperativ und mir wurde auch nicht gleich mit Mahngebühren gedroht. Trotzdem hatte ich ein flaues Gefühl im Magen … muss ich jetzt bei jedem Wort zwei Mal überlegen ob ich es so veröffentlichen darf?
Am 4. September 2009 um 09:28 Uhr
@Sven: Ich kann dir natürlich keinen juristischen Rat geben, aber die Tatsache, dass der Anwalt so etwas wie Dialog pflegt, ist schon einmal ein gutes Zeichen. Was dann deinen eigentlichen Beitrag betrifft, liegt es an dir und deiner Formulierung, ob du etwas formal Abmahnfähiges erzeugst. Im Zweifel halte dich ganz an deine subjektive Meinung, die du so auch deutlich machst. “Ich finde”, “mein persönlicher Eindruck” etc. Und Abledern muss man auch nicht zwingend, wenn man die Chance haben will, dass die andere Seite sich konstruktiv äußerst ;-)
Am 4. September 2009 um 09:28 Uhr
JAKO: “Wir wollen in Social Media nicht nur spielen!”…
Der mediaclinique liegt ein Dokument vor, das Licht in die Affäre um JAKO bringt: ein ausgedruckter, mit Anmerkungen übersäter Post des PR Bloggers Klaus Eck: “Unternehmen wollen in Social Media nicht nur spielen”. Die Überschrift schon war so richti…
Am 4. September 2009 um 09:32 Uhr
@Ralf: Ich weiset doch. Alles schon gelesen, du Tier :-)
Am 4. September 2009 um 12:34 Uhr
Naja, sie schreiben ja nur dass sie die “Vorraussetzungen” schaffen um das schnell zu erledigen. sie schreiben ja nicht, dass das tatsächlich passiert.
Nichtsdestotrotz eine halbgare Pressemitteilung. Die Aussagen des Vorstandvorsitzenden hören sich sehr richtig und nach “mea culpa” an, aber der Rest versucht doch auch viel Schuld auf den Blogger abzuwälzen. Und die Infos wie erfolgreich das Unternehmen doch ist, haben da echt mal gar nix drin zu suchen. Das können sie in ne Pressemitteilung über ein neues Produkt reinpacken, aber nicht hier.
Ein kluger PR-Mensch hätte da eher auf die ‘Graswurzel’-Image verwiesen, das JAKO durch das Ausstatten kleiner Vereine zumindest bei Kennern der Marke hat. Daraus eine “Eigentlich sind wir ja nah am Fan, hier einem auf die Füße getreten zu haben war ein Fehler”-Story zu machen, wöre sicher klüger gewesen.
Am 4. September 2009 um 13:18 Uhr
Zitat:
“Jako, Sportartikelhersteller und freiwilliger Demontagekönig seiner eigenen Marke, hat einen Blogger abgemahnt, worauf in Folge ganz Blogistan auf die Barrikaden ging.”
So weit ich das mitbekommen habe ging der Aufstand nicht nach der Abmahnung los sondern nach dem die Anwaltskanzlei den Blogger noch einmal zu Kasse bitten wollte, weil sein gelöschter Artikel bei einem tschechischen RSS-Aggregator aufgetaucht ist.
Ich konnte noch den originalen Text des Bloggers lesen und dort wurde 2-3 mal das Wort “Scheiße” in Verbindung mit der Firma JAKO gebracht … ich glaube hier hätten so einige andere Firmen auch mit Abmahnungen reagiert.
IMHO: über die erste Abmahnung kann man diskutieren, aber was gar nicht geht ist das man abgemahnt wird wenn ohne eigenes Verschulden die Texte anderswo auftauchen.
Grüße
Am 4. September 2009 um 13:25 Uhr
Ok, ein “möchte damit dazu beitragen” wäre sicher geschickter gewesen als “schafft damit alle Vorraussetzungen”. Aber ganz ehrlich: Das ist kleinkarriert.
Die Pressemitteilung ist eine Mitteilung an die Presse, die das Thema – zurecht – nicht so einseitig sehen wird wie die Blogosphäre. Lasst uns uns doch alle nicht so wichtig nehmen.
Am 4. September 2009 um 13:34 Uhr
Jako contra Baade – Ein bisschen Reue…
Wenn Sie kleine Kinder haben, dann kennen Sie das womöglich. Ein Streit um die Förmchen eskaliert, es wird geschubst und an Ende eskaliert der Zoff und eines der Kinder, nennen wir ihn Peter, drückt dann das andere Kind, nennen wir es Pa…
Am 4. September 2009 um 13:34 Uhr
Ein Unternehmen, welches die Kommunikation eines Bloggers beanstandet, auf den sie einprügeln wollten, veröffentlicht eine einseitige Presseerklärung und zeigt damit seine Kommunikationsfähigkeiten. Großes Kino! :-(
Am 4. September 2009 um 13:11 Uhr
Herrlich. Ich weiß nicht mehr genau, von welchem Uhrenhersteller es damals hieß, daß er mehr Anwälte beschäftige als Uhrmacher, aber es sieht ganz so aus, als ließe sich hier eine Parallele ziehen. „Pressemeldung?“ ROFL! Mad Magazine oder The Onion kommen in den Sinn. „Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen. Hochachtungsvoll, Die Axt im Walde.“
Am 4. September 2009 um 16:11 Uhr
@Roland
Hoffe ich doch ;-)
Aber war ja auch nicht nur für Dich (sondern auch für J.)
(Das mit dem Tier könnte ich später nochmal irgendwo zitieren wollen.)
Am 4. September 2009 um 16:56 Uhr
Unabhängig vom schwachen Inhalt ist die Pressemitteilung auch noch texlich grottenschlecht geschrieben. Solche Texte, meine lieben PR-Spezialisten von jako, habe ich als Redakteur täglich im Dutzend auf meinem Schreibtisch – und alle scheitern sie an meinem inneren “Schweinehund”. Selbiger hat nämlich keine Lust, daraus auch noch einen lesbaren Text zu machen.
Am 4. September 2009 um 16:13 Uhr
:-)
Am 4. September 2009 um 18:12 Uhr
Die “Entschuldigung” in Pressemitteilungsform, die ja eigentlich eher eine ungeeignete Rechtfertigung ist, zeugt in der Tat nicht davon, dass die Verantwortlichen wirkliche Lehren aus diesem Vorfall gezogen haben. Ein derart unentspannter Umgang mit Bloggern gepaart mit scheinbarem Großmut zeugt nicht davon, dass JAKO bereit ist, mit Kritikern (und damit letztlich mit potentiellen Kunden) auf Augenhöhe zu kommunizieren. Siehe auch http://trg.li/fc
Gleichzeitig belegt die Pressemitteilung das mangelnde Verständnis für die Funktionsweise der neuen Medienwirklichkeit noch einmal eindrucksvoll. Denn hier ist kein Anwalt in vorauseilendem Gehorsam vorausgeprescht, sondern wurde expressis verbis beauftragt, ohne dass den beteiligten klar war, was sie damit auslösen. Überdies hat sich nicht erst später herausgestellt, dass das nochmalige Auffinden des Blogposts nicht das Verschulden des Herrn Baade gewesen ist (Zitat der PM: “Erst hinterher stellte sich heraus, dass der tschechische Nachrichtenaggregator„Newstin“ den inzwischen von Baade gelöschten Text kopiert hatte und weiterhin verbreitete.”). Das muss mir mal jemand erklären, wie sich das “erst hinterher” herausgestellt haben soll. Ehrliche Einsichten werden anders formuliert.
Am 4. September 2009 um 22:42 Uhr
Hätten Sie einfach mal etwas menschlich und weniger arschloch -rtig geantwortet in der Art
“Ja wir haben Scheisse gebaut, waren nicht nett und nehmen unsere Geldkeule zurück” … hätten Sie vielleicht noch eine Chance gehabt Ihr Image im Netz zu revidieren.
…Die ganze Abmahnindustrie ist in Deutschland schon sehr einmalig und abartig – vorallem, weil i.d.R. das ganze nur von oben (viel Geld) nach unten (kleine Firmen, privatleute) Funktioniert.
Das ganze muss ganz schnell vom Gesetzgeber geändert werden.
Alleine was ich persönlich aus meinem Umfeld an Abmahngeschichten mitbekommen habe ist sehr abenteuerlich. Leider kenne die meisten “normalen” Menschen das deutsche Recht zu wenig und glauben alles was nur eine Kanzlei im Briefkopf enthält.
Am 5. September 2009 um 11:40 Uhr
Ich finde der Text ist viel zu lang geraten und man schweift sehr schnell wieder vom Thema ab. Die Absätze und Satzstruktur ist viel zu unübersichtlich, um es in aller Ruhe durchzulesen.
Dies ist das, was mir als erstes aufgefallen ist, beim ersten Überblick über den Text.
Dabei beginnt der Text ganz gut. “Wir haben überreagiert” ist doch schon mal ein guter, einfacher und direkter Titel.
Dann kommt aber schon “wir haben ganz offensichtlich überreagiert” und dann wird es immer verwässerter.
Ich persönlich finde es immer besser, wenn man seine Fehler eindeutig zu gibt und erkennt, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat. Dies wünschen wir uns ja auch von unseren Mitmenschen, statt dass man versucht mit anderen Argumenten die Angelegenheit zu verwässern.
Am 5. September 2009 um 13:29 Uhr
hätte hätte fahrradkette
Was mich in diesem Zusammenhang erstaunt, ist die ersten zaghaften Schritte eines Kleinkindes mit einer weiteren Tracht Prügel zu bestrafen, statt es ein wenig weiter an der Hand zu führen, es für den ersten Schritt zu loben und dann es einfach weiter laufen zu lassen.
Fehler unumwunden zugeben gut und schön, wer von uns persönlich macht denn das schon im Alltag so ganz selbstverständlich, wie es von vielen gefordert wird?
Es ist ein Prozess, es sind zwei völlig verschiedene Denkweisen, die ein langsames Annähern benötigen. Keulen auf beiden Seiten ist daher unangebracht.
justmy2cents
Am 5. September 2009 um 17:07 Uhr
Man sollte jetzt nicht weiter auf Jako einprügeln. Keiner sollte erwarten das dort innerhalb weniger Tage/Wochen plötzlich neue Mitarbeiter mit ausgeprägten Kenntnissen des Social Web gefunden und eingestellt werden. Offensichtlich wurde immerhin der Fehler erkannt (auch wenn das jetzt nicht so schwer war) und ich denke in Zukunft wird man versuchen solche Probleme anders zu lösen.
Am 6. September 2009 um 02:46 Uhr
Es ist leider sehr witzig zu sehen, wie sie sich “entschuldigen” und das ganze doch nur als “bad-publicity” nutzen. (jaja, es gibt keine, aber was hier gerade daraus gemacht wird, ist genau der Fall…) Der Artikel unter Jako->Presse zeigt deutlich, dass solche Firmen noch nicht im Web angekommen sind. Es ist kein Aussendienst – noch nicht, denn im Web sind
“Der Sportartikelhersteller aus dem Norden Baden-Württembergs, der vor allem Sportmannschaften in 40 Ländern der Welt sehr erfolgreich mit Trikots, Hosen, Stutzen, Bällen, Trainingsanzügen und Schuhen ausstattet,”
solche Aussagen, in einem Entschuldigungsschreiben! und solche
“Diese Unternehmensphilosophie, die von rund 160 Mitarbeitern mit einem Altersdurchschnitt von 34 Jahren gelebt werde, bringe auch das neue Logo mit der Aussage „JAKO Living Sports“ zum Ausdruck. JAKO konnte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2008 erneut um zehn Prozent auf 63,8 Millionen Euro steigern. 2008 verkaufte JAKO unter anderem 1,5 Millionen Trikots, 1 Million Trainingsanzüge und eine halbe Million Bälle. Auch 2009 liegt JAKO trotz Wirtschaftskrise auf Wachstumskurs.
JAKO ist Ausstatter von Bundesliga-Mannschaften wie Eintracht Frankfurt, Greuther Fürth, Rot-Weiss-Ahlen, FC Rot-Weiss Erfurt, SSV Jahn Regensburg, Dynamo Dresden […}”
vollkommen deplatziert. Hallo? Ich entschuldige mich als Unternehmen bei einem Blogger. Das mache ich offen und ehrlich, ohne Seomist, ohne Details zur eigenen Firma. Es ist eine Entschuldigung. Ich sage meinem Partner auch nicht, “sorry, was ich gestern getan habe, aber ich wiege nur noch xx Kilo, verdiene xxxxx Euro und ich stelle das her und ich verkaufe das hier, ach … die Entschuldigung…ist doch egal. Internet?”, wenn es persönlich wird. Das ist tatsächlich der blanke Hohn.
Sowas kann ich nicht ab, deswegen pumpen diese Firmen Geld in die Internetbranche ohne zu wissen was sie machen. Mahnen Leute ab, stecken xxxxxxx € in “Internetwerbung”, aber es kommt nichts dabei raus.
Kein Wunder. Der Mensch verkauft das Produkt und selten das Produkt sich selbst. Im Internet möchte ich einen Ansprechpartner haben und nicht durchformulierte Texte. Ich möchte, dass ein normaler Mensch mir einen Text schreibt. Das verkauft sich.
Deswegen gehört auch sowas menschlich gelöst und nicht mit Anwälten und dann noch Umsatzstatistiken in so einen Text, wenn ich einem Menschen durch Unwissenheit der Branche Geld aus den Taschen ziehen möchte.
Unglaublich … aber wahr.
Am 6. September 2009 um 11:34 Uhr
@Patrick:
“Was mich in diesem Zusammenhang erstaunt, ist die ersten zaghaften Schritte eines Kleinkindes mit einer weiteren Tracht Prügel zu bestrafen, statt es ein wenig weiter an der Hand zu führen, es für den ersten Schritt zu loben und dann es einfach weiter laufen zu lassen.”
Das kann man tun, wenn das Kind auch ein solches wäre. Insbesondere bei Startups, jungen Unternehmern und ganz neuen Geschäftsideen denke ich auch, dass mehr experimenteller Raum und auch Fehler einmal erlaubt sein sollten ohne frühzeitige öffentliche Schelte. Jako ist allerdings kein Kind mehr, auch wenn die erste Gehversuche in der Web-Öffentlichekit alles andere als gelungen waren. Es braucht für eine “passende” Reaktion auf diesen Vorfall auch kein tiefes Verständnis von Social Media und eine sich selbst empfehlende Truppe von Beratern, die Jako die Texte schreiben will. Es braucht einfach ein wenig gesunden Menschenverstand, egal ob on- oder offline. Diesen “Touch” darf man bei einem “erwachsenen” Unternehmer wie Rudi Spügel schon erwarten.
Am 6. September 2009 um 22:46 Uhr
@Roland: Das “Kind” bezog sich auch nicht auf das Alter des Unternehmens, sondern auf das junge Zeitalter, indem sich das alteingesessenes Unternehmen nun befindet. Ich sag nur:
werbeblogger.de/wp-c...
Wir setzen immer “gesunden Menschenverstand” voraus, vor allem in der Theorie. Wenn man jedoch mal tief in die Praxis eintaucht, in die ganzen komplexen Systeme und Subysteme, die so ein Unternehmen hervorbringt. (Welcher Werber macht das schon?) Wenn man sich wirklich mal mit Kommunikation und hierarchischen Strukturen, sprich der Unternehmenskultur, innerhalb von Unternehmen auseinandersetzt – so wird man sehr schnell feststellen, dass es DEN gesunden Menschenverstand nicht gibt.
Unbedingt Dueck lesen und sich von der hochbeschworenen Ratio im Mangagement verabschieden. Unternehmen werden aus dem Bauch heraus geführt. Wenn nun aber die Realität um einen herum komplett neu entworfen wird (mediale Revolution) und die Informationshoheit flöten geht, dann kann man sich ja nur blöd anstellen, weil der Kontext rund um das eigene Handeln sich komplett verändert hat. Wenn wir also urplötzlich in einer Kultur stecken, in der Rülpsen nicht mehr als Zeichen für “Es hat geschmeckt” gilt, dann haben wir ein Problem.
Also statt weiter draufzudreschen sollte man die Ängste der Unternehmensverantwortlichen erkennen und vor allem ernstnehmen. Weiteres Draufdreschen erzeugt nur noch mehr Angst und als allerletzter Effekt dann potenzielle Arbeitsplätze für sogenannten “Social Media Experts”.
Der Ansatzpunkt steckt sowieso immer “innen”. Denn wenns “innen” nicht stimmt, kann auch nicht mal so ganz lässig “social” nach draußen kommuniziert werden. Aber das habe ich hier ja schon viele Jahre gepredigt und das wird auch kein Social Media Expert der Welt mit einem Fingerschnippen so mal eben im Beratungsauftrag von draußen lösen. (auch wenn ich sicherlich zeitweise selbst mal an diese Mär geglaubt habe)
Social Media wird noch zu sehr aus den Augen von Werbern betrachtet und genau das macht es am Ende wieder so erfolglos. Denn statt dass Werber wirklich gute Werbung machen, “machen” Werber in Zukunft richtig schlechtes Social Media Zeugs.
… and round and round it goes
Am 6. September 2009 um 23:35 Uhr
@Patrick: Weiß genau, was du meinst, vor allem der letzte Satz gehört eingerahmt. Und ich teile vieles. Aber so exotisch und revolutionär ist das, was uns da im “so called Social Web” ereilt, für einen Mittelständler oft nicht. Ich kenne den einen oder anderen Unternehmer!, der völlig losgelöst von medialer Entwicklung eben doch spürt, was richtig ist. Völlig egal ob off- oder online. Das Gespür ist nicht erst erforderlich, seitdem Social Media den einen oder anderen Buzz blogbeschleunigt.
Im Übrigen: Einem Offline-Berserker werden wir das “Online-Ding” sowieso nie erklären können ;-)
Am 7. September 2009 um 09:10 Uhr
@Roland: Da habe ich wohl ein etwas anderes Wirklichkeitskonstrukt als du. :-)
Vielleicht tun viele so, als ob sie es verstehen – wobei generell die Frage ist, WAS genau sie denn verstehen müssen.
Ich glaube immer noch, dass viel zu viele beim Thema “Online” in Bannerwerbung und Google Adsense denken, also das alte Schema: Informationen SENDEN SENDEN SENDEN SENDEN und dann kommen die Leute und KAUFEN KAUFEN KAUFEN. (Aber Leute tauschen sich vermehrt über Foren etc. über Produkte aus, sie wägen ab, nicht nur bei High-Involvement-Geschichten und nicht nur in Sachen Preis)
Und die Service-E-Mail wird dann alle paar Wochen mal vom Unternehmen beantwortet.
Sicherlich nicht bei allen, aber wirklich noch bei viel zu vielen, so dass man Jako auch nicht als einer der wenigen Offline-Dinos bezeichnen könnte.
Und klar hat die mediale Entwicklung allein keinen Einfluss auf die Unternehmenskultur. Der Effekt ist, dass viele die den Cluetrain-Ansatz begriffen haben in Zukunft damit besser fahren und die anderen eben nicht mehr. Aber auch hier stecken wir noch völlig im Anfang der gesamten Entwicklung, aber von DSL-Anschluss zu DSL-Anschluss, von Blogeintrag zu Blogeintrag, von Tweet zu Tweet wird es sich ganz einfach verändern. Ob wir wollen oder nicht.
Und dann wird es entscheidend sein, ob wir weiterhin Grabenkriege führen oder uns ebenfalls vernetzen.
Am 7. September 2009 um 09:27 Uhr
[...] Oßwald zusammengetragen, das Handelsblatt nennt den größten Fehler JAKOs und der Werbeblogger kritisiert die Pressemitteilung, die JAKO als Reaktion auf die digitale Welle der Entrüstung herausgegeben [...]
Am 7. September 2009 um 10:09 Uhr
@Patrick: Meine Anmerkung schließt ja nicht aus, was du sagst. Mir ist nur wichtig herauszustellen, dass die unternehmerische Fähigkeit, mit Kunden (und auch mit Lieferanten) “gut umzugehen”, nicht erst seit Social Web & Co. entwickelt wird. Und es gibt eben doch durchaus viele UnternehmER! unterhalb der medialen Aufmerksamkeitsschwelle, die in diesem Umfeld bereits das richtige Gespür bewiesen haben und es dann auch im Web tun können.
Für diejenigen Unternehmen und Unternehmer, die eher schon immer wie der Elefant im Porzellanladen agierten, wird die Luft allerdings heute viel dünner, denn es wird durch das Web jeder Service-Trampelpfad sichtbarer.
Die aktuelle PM von Jako dient also hier nur oberflächlich als eine Dokumentation fehlender Social Media Kompetenz sondern lässt deutlich tiefer blicken.
Aber wie ich schon in einem Tweet letzte Woche schrieb: mehr Aufregung braucht es dann auch wieder nicht ;-)
twitter.com/Werberol...
Am 7. September 2009 um 16:49 Uhr
Hmm. Ich weiss nicht. Bisher machen das viele Unternehmen noch sehr sehr geschickt. Schau dir Vodafone an. Social Media predigen und dann hab mal ein Problem und ruf im Call-Center an.
Jako hat halt keine windigen PRler bzw. ganz einfach Pech gehabt an den falschen Blogger zu geraten.
Aber klar, das wird zunehmen. Die Frage ist nur wie die jeweiligen Unternehmen umdenken? Aufrüsten oder doch mitreden? Die Angst entscheidet. Wie immer.