Performance Max im B2B: Warum die B2C-Strategien und Setups oft nicht funktionieren

Performance Max

Google stellt Performance Max gerne als universelle Kampagnenlösung dar. Doch in der Praxis wird schnell deutlich, dass die Mechanik im B2B nicht immer gute Ergebnisse liefert. Zahlreiche Accounts erzielen Reichweite, Klicks und Conversions, allerdings nimmt die Qualität häufig ab, je tiefer man im Funnel ist. Der Grund ist das Thema der weichen und harten Conversions.

Im B2C-Bereich ist das weniger problematisch, da ein Kauf eine klare und direkte Zielhandlung darstellt. Die Customer Journeys und Signale sind meist kurz und klar. Im B2C haben die oft auch eine klarere Vorstellung davon, was sie wollen, ohne größere Absprachen oder Abstimmung. Entsprechend ist das Conversion-Tracking etwas einfacher und dadurch können Pmax-Kampagnen leichter skalieren. Ein weiterer Faktor ist häufig auch die Datenmenge.

Im B2B ist die Situation ganz anders. Oft sind Angebote sehr nischenhaft und der Sales-Prozess ist langwierig. Dadurch, dass Entscheidungen erheblich länger dauern und mehr Stakeholder involviert sind, fällt es Google und pmax schwerer, diese richtig zu interpretieren. Ebenso sind Conversions oft nur Leads, nicht der tatsächliche Umsatz dahinter. An dieser Stelle offenbart sich die Schwäche von Performance Max im B2B, da dort auf leicht messbare Single-KPIs optimiert wird. Da wird es oft schwer mit Conversions, die erst Wochen oder Monate später erfolgen. Eine smarte Strategie einer erfahrenen Google-Ads-Agentur kann jedoch Abhilfe schaffen.

B2B vs. B2C: Die wesentlichen Unterschiede bei Performance Max

Aufgrund dieser strukturellen Unterschiede verändert sich auch grundlegend, welche Rolle Performance Max spielt. Obwohl PMax im B2C als Haupttreiber des Umsatzes fungieren kann, ist es im B2B selten klug, sich nur darauf zu verlassen.

Suchkampagnen sind im B2B-Bereich nach wie vor die Grundlage, da sie die bestehende Nachfrage mit klaren Kaufabsichten abfangen. Keywords und Search Intent lassen sich klar einstellen. Hier kann man häufig die besten Leads gewinnen. PMax sollte man eher als ergänzenden Kanal betrachten, der zusätzliche Reichweite schafft, neue Zielgruppen erreicht und frühere Touchpoints im Funnel bedient.

Das heißt, die Bewertung ändert sich. Im B2C geht es häufig um den direkten Return, während im B2B die Entwicklung der Pipeline und der Leadqualität im Vordergrund stehen. Performance Max trägt hier oft indirekt dazu bei und ist selten der einzige Conversion-Treiber.

Der entscheidende Hebel: saubere Conversion-Daten vor allem im Top-of-Funnel-Bereich anstelle von Lead-Volumen

Darüber hinaus sollte man im B2B-Bereich dem System bessere Signale geben. Das erfolgt normalerweise über CRM-Integrationen, Lead-Scoring oder das Zurückspielen von Offline-Conversions. Sobald Performance Max erkennt, welche Leads sich tatsächlich zu Opportunities oder Abschlüssen entwickeln, kann man die Kampagne gezielt auf Lead-Gewinnung ausrichten und optimieren.

Zielgruppensteuerung: PMax im B2B braucht mehr Kontrolle

Im B2C-Bereich sind oft breite Zielgruppen ausreichend, im B2B-Bereich jedoch deutlich weniger effektiv. Die Zielgruppen sind kleiner, sehr spezifisch und oft schwer zu finden. Performance Max streut breit und mindert dadurch seine Effizienz, wenn keine klaren Signale vorliegen.

Aus diesem Grund ist es entscheidend, das System aktiv zu steuern. Customer Lists, Website-Audiences oder Custom Segments, die auf relevanten Suchbegriffen basieren, geben dem Algorithmus eine klare Richtung. Im B2B-Bereich ist diese Vorstrukturierung oft der entscheidende Faktor dafür, ob Kampagnen skalierbar sind oder nicht.

B2B-Kreatives: Weniger Produkt, mehr Kontext

Ein markanter Unterschied ist auch auf kreativer Ebene erkennbar. Im B2B-Bereich funktioniert die klassische Angebotskommunikation oft nicht, weil sich Nutzer noch nicht in einer konkreten Kaufentscheidung befinden. Vielmehr geht es darum, Probleme zu kategorisieren, Lösungen klar zu erklären und Vertrauen zu schaffen.

Performance Max kombiniert verschiedene Assets automatisch. Alles, was nicht zur realen Buying Journey passt, führt zu einem beliebigen Ergebnis. Inhalte, die einen klaren Mehrwert bieten, konkrete Anwendungsfälle oder echte Einblicke enthalten, sind hier deutlich stabiler als generische Werbebotschaften.

Setup und Struktur: Die richtige Performance-Max-Strategie für B2B

Wenn man es praktisch umsetzt, wird schnell klar, dass Struktur einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist. Asset Groups sollten nicht generisch sein; stattdessen ist eine klare Strukturierung nach Zielgruppen oder Anwendungsfällen wichtig. Um konsistentes Lernen zu ermöglichen, benötigt jede Gruppe eine klare Botschaft und eine passende Landingpage.

Gleichzeitig ist es wichtig, die Kontrolle über Suchanfragen bewusst zu behalten. Im B2B-Bereich ist es besonders wichtig, dass man wichtige Keywords nicht vollständig der Performance Max überlässt. Um Qualität und Transparenz zu gewährleisten, sollten Brand-Begriffe und zentrale Non-Brand-Keywords weiterhin über klassische Suchkampagnen gesteuert werden.

Auch die Qualität der Leads sollte aktiv gesteuert werden. Leads, die regelmäßig nicht konvertieren, sollten im Tracking erfasst werden.  Anders ist es nicht möglich, dass Performance Max dauerhaft auf Volumen statt auf Qualität optimiert ist.

Die Gründe, warum viele B2B-PMax-Setups nicht funktionieren

Oft scheitern Kampagnen nicht, weil sie Pmax sind, sondern weil sie aufgesetzt sind. Viele betrachten Performance Max als Plug-and-Play-System, bei dem man einfach Budget und Creatives einfügt und auf die Ergebnisse wartet. Im B2B-Bereich führt dieser Ansatz fast immer zu suboptimalen Ergebnissen.

Ohne sauberes Tracking, klare Zielgruppensignale und eine durchdachte Struktur hat das System keine Grundlage, um sinnvoll zu optimieren. Die strategische Steuerung im Hintergrund ist umso wichtiger, gerade weil Performance Max viele Prozesse automatisiert.

Die Bedeutung einer spezialisierten Agentur im B2B-Bereich

Genau hier wird deutlich, warum viele B2B-Unternehmen mit Performance Max scheitern oder zumindest nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen. Obwohl der Kampagnentyp auf den ersten Blick simpel erscheint, ist er im B2B-Bereich mit einem deutlich größeren Verständnis für Daten und Funnel-Logik verbunden.

Genau diese Sichtweise wird von einer erfahrenen SEA-Agentur mitgebracht. Dabei sollte eben zunächst eine klare Top-, Mid- und Bottom-of-Funnel-Strategie entworfen werden, in der PMax ein Teil ist.

Klassische Fragen über sie und Ihre Agentur nachdenken sollten sind: Welche Conversions und signal sind entscheidend? Wie gestaltet sich der Übergang vom Lead zum Deal? Welche Kennzahlen müssen in Google Ads zurückgespielt werden, damit das System sinnvoll lernen kann?

Sie müssen jenseits der Optimierung einzelner Kampagnen denken und das Zusammenspiel von Search, Performance Max und CRM in Einklang bringen.

Mit der richtigen Steuerung wird es zu einem wichtigen Bestandteil eines skalierbaren Google-Ads-Account-Setups oder zum ROAS-Killer.

Fazit: Performance Max im B2B richtig einsetzen

Im B2B-Bereich kann Performance Max sehr gut funktionieren, insbesondere im Top-of-Funnel-Bereich und als Ergänzung. Klassische Suchkampagnen bleiben in der Regel das Herzstück des Accounts.

Suche sofort nach den harten Conversions und dem Grundrauschen. Performance Max erweitert den Funnel und schafft zusätzliche Touchpoints. Hierbei sind die Daten von zentraler Bedeutung, die das System zurückverarbeitet.

Indem man diese Unterschiede beachtet, kann man PMax im B2B nicht nur als zusätzlichen Kampagnentyp betrachten, sondern als echten Wachstumstreiber für eine nachhaltige Pipeline und langfristigen Geschäftserfolg.

Flavio
Flavio Kleppner, geboren in Dresden, ist seit über einem Jahrzehnt in der Marketing- und Werbebranche tätig. Er hat an der Universität Leipzig Marketing und Kommunikation studiert und war bereits für mehrere renommierte Werbeagenturen in Berlin und München tätig. Auf Werbeblogger.de teilt Flavio seine Expertise zu aktuellen Trends und Entwicklungen in Marketing, Werbung und PR. In seiner Freizeit fotografiert er gern und erkundet die Welt.