12:26 Uhr
STA Travel Australia schickt 3 Freunde auf eine virale Imagefilm-Reise
Es klingt fast wie der ideale Job für Filmer, Producer und Werber: drei Freunde dürfen zusammen auf Kosten eines international tätigen Reiseanbieters und Touristik-Unternehmens 6 Wochen durch die Welt reisen und als Gegenleistung ihre Erlebnisse zu einem dreiteiligen Imagefilm verdichten. Die jeweiligen Themenschwerpunkte wurden kurz und bündig mit “move. eat. learn” betitelt und entsprechen damit den besonderen Markenwerten, die STA Travel vermitteln will.
Neben der Idee an sich gefällt mir besonders der “eat”-Spot, aber das liegt wohl auch an meiner persönlichen Leidenschaft für experimentelle Gerichte und Speisen.
Natürlich merkt man, dass diese Produktionen jetzt nicht reine Amateuerprojekte sind, aber das Ergebnis finden offenbar große Resonanz. Bemerkenswert ist dabei eine Seeding-Stragegie der Videos sowohl auf Youtube (mit Logo-Abinder) und via Vimeo (ohne Branding).
Bekanntlich erlaubt Vimeo ja (bisher) keine kommerzielle Nutzung und war daher gerade für ambitionierte künstlerische Videowerke ein gern genutzter Dienst. Im Ergebnis wurden die nicht gebrandeten Varianten bei Vimeo bisher je über 800.000 mal geschaut, bei Youtube sind es erst einmal 10% und weniger. So hat sich also ein gut gemachter Imagefilm eines Unternehmens ganz sanft bei Vimeo eingeschleust und befeuert darüber auch die Markenwirkung. Natürlich wird dort auf die Beteiligung eines Unternehmens hingewiesen “These films were commissioned by STA Travel Australia.” inkl. Link auf die Youtube-Versionen.
Eine Anregung für uns alle ist dieses Projekt allemal. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, dass der Producer Rick Mereki diese Idee mit seinen Freunden beim Bier geboren hat, um sie anschließend an STA zu verkaufen…
14:54 Uhr
Ist die Werbung schuld an allem?
Am Wochenende diskutierte ich mit 2 Psychologen/Psychotherapeuten – ja, ich hatte es nötig.
Thema: Der negative Einfluß der Werbung auf alles. Puh, das war starker Tobak:
Die Werbung ist an allem schuld, denn
- sie verzerrt die Wirklichkeit, photoshopped und leugnet sie gar.
- Sie beschleunigt die Wirklichkeit, so daß wir älteren – also diese Psychologen in ihren späten Zwanzigern – ihr nicht mehr folgen können.
- Sie überflutet uns mit Reizen, denen wir weder gewachsen sind, noch so recht ausweichen können.
- Facebook tötet die zwischenmenschliche Kommunikation. Genauso wie im Grund Telephon, Fax, Handy, eMail, SMS zuvor die zwischenmenschliche Kommunikation töteten.
- Wir alle sind längst autistisch dahinvegetierende, in die Bildschirme starrende Kommunikationsmutanten, die jede menschliche Regung verloren haben.
- Wenn wir auf Menschen treffen, töten wir sie.
- Die, die überleben, werden immer dümmer, weil Werbung, Wirtschaft und Politik uns so – und nicht anders – haben wollen.
Na, so ist das Gespräch natürlich nicht gelaufen, aber es dauerte 2 Stunden, und manchmal kam es mir genauso vor.
14:04 Uhr
Richtungsweisende BGH-Entscheidung: Werbung mit fremden Markennamen bei Google Adwords zulässig.
Seit einiger Zeit schon gibt es erhebliche Rechtsunsicherheit, ob Adwords-Werbetreibende mit anderen Markennamen und Begriffen als Keyword für ihr eigenes Angebot werben dürfen. Als Ergebnis entstanden immer wieder Abmahnungen, vor allem wenn mit Keywords der unmittelbaren Wettbewerber geworben wurde.
Mit einem Urteil des BGH im Jahr 2011 ist in diesem Zusammenhang ein Urteil gefällt worden, das weitreichende Konsequenzen für alle Adwords-Werbetreibenden haben dürfte. Danach ist es nämlich zulässig, auch mit Keywords (also ggf. auch geschützten Markenbegriffen) des Wettbewerbs sein Google-Adwordskonto zu befeuern. So könnte also z.B. der “kleine Turnschuh-Shop” Suchbegriffe wie “Adidas”, “Puma”,”Nike” und andere für seine Werbung nutzen, auch wenn er selbst gar keine Schuhe dieser Marke vertreibt. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass durch die Domainbeschreibung keine Verwechslungsgefahr besteht.
Dies gilt insbesondere dann, wenn in der Anzeige selbst durch den angegebenen Domain-Namen auf eine andere betriebliche Herkunft als den Markeninhaber hingewiesen wird.
Auf eigene Subdomains mit fremden Markennamen (oder auch z.B. kleinerturnschuhshop.de/nike) bzw. Metatags mit geschützten Begriffen auf den eigenen Webseiten sollte man also trotzdem besser verzichten.
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11:16 Uhr
Alles Werbung für Jung und Matt
Da galoppiert es wieder, das Hamburger Holzpferd, gebastelt aus den Planken, die die Jungs dort vor dem Kopfe haben:
“JvM sucht Kreative. Also, so richtig, richtig Kreative. (Oder rothaarige, bisexuelle Praktikantinnen.) bit.ly/q7fyzU #JvM“

Daß sie selbst keine haben (Kreative), sondern nur noch ‘jung und matt’ sind, belegen sie dann auch direkt eindrucksvoll hinter obigem Link.
Reason why. Reason for being. Reason for crying.
Dafür kennt man Jung und Matt: immer wieder auf den eigenen, feuchten Träumen ausrutschen.
Schade, Intelligenz könnte soviel Sinnvolles bewegen. Wenn man sie denn hätte. Warum muß man stattdessen die wenigen Frauen in der Branche auch noch verschrecken? Oder ist das besonders cool in diesen Kreisen 33-jähriger Agentur-GFs, sich zu gerieren wie 16-Jährige, die weder fühlen können noch bisher durften, was eine wahre Frau ausmacht, was Respekt bedeutet, und Stil?
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14:52 Uhr
Axe stoppt frühzeitigen Erguss
Ja, ja, wir Männer kennen das natürlich alles noch aus unseren spätpubertären Anfangszeiten… Kaum sieht man eine Frau, geht der Gaul durch und Körperflüssigkeiten finden unkontrolliert und frühzeitig ihren Weg nach draußen. Zumindest war es damals in der Bravo ein Dauerthema, dieser “ejaculatio praecox”. Angeblich leiden 10-20% der Männer daran und mit ihnen ihre Geschlechtspartner – logischerweise. Frei nach dem Motto: Sie konnten nicht zueinander kommen, denn er kam immer zu früh…”
Könnte also ein wirksames Mem sein, dieser “frühzeitige Samenerguss”, gegen den Axe nun in einer große angelegten Kampagne ein “Kraut wachsen” lässt.
Besonders schön finde ich in dem Spot den Jüngling, der sich im Umfeld eines Pissoir-Spaliers so richtig eindampft. Sieht realistisch aus :-).
15:25 Uhr
Steve Jobs muss als Fake für Teewerbung herhalten
Steve Jobs (Apple CEO) hat eine große Bühnenpräsenz und lässt seine Fans jubeln, schon wenn er die ersten Schritte auf die Bühne tritt, um neue Features und Gadgets aus seinem Hause zu präsentieren. Ob er das allerdings so toll findet, dass nun ein taiwanesischer Tee-Hersteller im Werbesog von Apple mit einem Steve-Jobs-Lookalike wirbt, ist mindestens fraglich. Apple versteht da oft genug eher keinen Spaß.
Also, abwarten und Tee trinken :-). Schönes Wochenende euch.
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