26.08.11
13:15 Uhr

Im Visier: Amir Kassaei kritisiert die Konsumgläubigkeit der eigenen Branche

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Das quantitative System hat abgedankt


Was hat die Marketing- und Werbebranche zu verantworten, wenn wir nicht nur beim staatlichen Sektor, sondern auch in Privathaushalten zunehmend mit ernsthaften Schuldenproblemen zu kämpfen haben?! Beim gestrigen ZDF-Talk mit Markus Lanz wurden zu den Live-Äußerungen von Talk-Gast Amir Kassaei, Kreativ-Chef von DDB, folgende Zitate eingeblendet:

“Unser Job ist es, Leuten Sachen zu verkaufen, die sie nicht brauchen.”
“Die Werber sind Schuld an der Krise, weil sie jahrelang Scheiße für Gold verkauft haben.”

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25.08.11
10:12 Uhr

Social Media bei Facebook oder Google ist ein Muss – ob Du willst oder nicht!

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Eine kleine Streitschrift ;-)

Der Beitragstitel diese Blogposts klingt zunächst nach dem kategorischen Credo der Web-Apologeten. Vielmehr will ich aber auf den zweiten Teil des Titels hinaus: “…ob Du willst oder nicht”. Denn genau so ist es.

Wir sind auf eine Art gefangen im Netzwerk-Daten-Business von Facebook oder Google Plus. Kaum eine Website, die ohne die famosen Buttons auskommt, kaum ein Blogger, der die Follower und Co. als reizvolle Selbstbestätigungsstimulanz im Auge hat. Wir hier im Werbeblogger auch nicht, Facebook noch ausgenommen. Wir wären ja auch mit Reißzwecken gepudert, wenn wir die Wanderbewegungen in diese Parallelwelt des Web nicht sehen würden. Als kleiner Blogger gegen alle Traffic-Trend-Windmühlen anzureiten käme ja auch einer geplanten medialen Vereinsamung gleich. Gefällt mir das nun aber? Ehrlich gesagt: Nö!!
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24.08.11
12:13 Uhr

Warum ein neuer Spot, wenn ich nur das alte Produkt rausschneiden muß!?

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Glückwunsch an die Kunden und Agentur(en) – das kann ein neues Geschäftsmodell werden.
Zumal es das Ende globaler Kampagnen bedeutet!

Am besten beide Clips gleichzeitig starten und genießen:

Via. Auch sonst mal in dieses Blog schauen, lohnt sich!
Found via @Mirko_Kaminski.

22.08.11
15:03 Uhr

Montagspredigt: Social Media und deutsche Markenarbeit – Zwei Welten prallen aufeinander

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Deutsche Markenarbeit – das ist traditionelle Kommunikation. Monolog. Monolog von der Kanzel herab. Von der Kanzel herab mit erhobenem Zeigefinger. Witzlos.

Woher soll der deutsche Markenarbeiter es auch besser wissen? Entweder er steckt noch in den Kinderschuhen – obwohl er so schnell gewachsen ist, daß seine Hosen nicht mehr den Boden, auf dem er eigentlich stehen sollte, erreichen können. Oder er verantwortet solch ein Konzerngebilde – egal ob Produktion oder Kommunikation -, daß die letzten Social Media Jahre noch nicht in seinen Gesichtskreis vorgedrungen sind – vor lauter “s(h)itting inside the cubicle instead of thinking outside the box”. Social Media ist hier nur pars pro toto für das Neue, den Wandel und Fortschritt.

Deutsche Markenarbeit ist Spiegelbild deutscher Konzerne, deutscher Manager, deutscher Arroganz und Ignoranz.

Bei der deutschen Markenarbeit geht es nicht um Kreativität, Innovation und Wandel. Geht es nicht darum, der neugewonnenen Individualität, Unabhängigkeit und Ungeduld der Menschen dort draussen vorbildlich voranzugehen, sie zu inspirieren. Geht es nicht um Kommunikation, um ihrer selbst willen, nicht um das Austesten von Grenzen, nicht um das Entdecken neuer Horizonte. Es geht ganz klar um, wie Bernd M. Michael es einst so schön formulierte, Profit – das erste Ziel einer Agentur.

Nicht mehr und nicht weniger. Mitnichten geht es um die Marke. Deutsche Markenarbeit ist ein Scherz, denn als allererstes leidet unter ihr, was sie eigentlich retten soll: die Marke selbst. Denn Profit als Priorität sorgt für Stagnation, braucht das Festhalten an gelernten, etablierten und abgeschriebenen (Denk- und Organisations-)Strukturen, erfordert Kostenminimierung und nicht Qualitätsmaximierung.

Die Marke braucht Wandel, sie braucht Vielfalt, sie braucht Kommunikation, Kooperation und Kollaboration. Die Marke braucht Kreativität und Innovation. Die Marke braucht den Dialog. Ebenso wie die deutsche Markenarbeit.

Vor allem aber braucht sie Mut. Den Mut zur Wahrheit, zur Ehrlichkeit. Den Mut, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Den Mut, sich Fehler einzugestehen. Den Mut, auch einfach mal die Klappe zu halten. Den Mut, eben nicht für jedes Problem nur eine Lösung zu kennen. Den Mut zur eigenen Individualität, den Mut zur individuellen Lösung.

Deutsche Markenarbeit braucht den Mut zum Risiko. Den Mut zu Qualität und Kompetenz. Den Mut zu Relevanz. Den Mut zu Diskurs und Authentizität.

Den Mut, die richtigen Dinge zu tun – und diese Dinge dann auch richtig zu tun. Den Mut zur Selbsterkenntnis. Den Mut, andere um Hilfe zu bitten, die sich damit auskennen. Den Mut, anzuerkennen, daß komplette Geschäftsmodelle am Ende sind, daß sie auch nicht mit neuem Logo und Social Media zu retten sind.

Die deutsche Markenarbeit muß erkennen, daß sie längst nicht mehr existent ist, in Agenturen, in Unternehmen, in Medien, in ihren eigenen Verbänden. Sie ist nur noch Phantom. Symptom einer Krankheit. Legende.

Die deutsche Markenarbeit muß erkennen, daß Social Media nicht die Lösung für jedes Problem da draussen ist. Vor allem nicht, wenn die deutsche Markenarbeit Social Media noch nicht verstanden hat.

10.08.11
23:56 Uhr

Monstermittwoch XX — Kugelköpfe

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Sehr nett, von Jung von Matt für 13th Street.

Obwohl ich zugeben muß, daß ich diese Werbung noch mehr zum Fürchten finde.

Mehr Bilder, und alle hochauflösend, bei Design Made in Germany.

Enjoy!

09.08.11
10:05 Uhr

Montagspredigt: Weltbankrott, Hungersnot, Fruchtfleisch oder nicht

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Natürlich muß weiter geworben werden, natürlich muß weiter konsumiert werden. Natürlich müssen damit die deutschen Arbeitsplätze gesichert werden. Natürlich brauchen wir deutsche Panzer und Patrouillenbote in Ostafrika. Aus Deutschland, diesem Land, von dem nie wieder ein Krieg ausgehen sollte.

Marken und Produkte, die Persönlichkeiten, nachhaltig und ökologisch sein und Charakter haben wollen, sollten sich vielleicht dennoch einmal Gedanken über ihren Platz in der Welt machen.

Kann man eigentlich noch “Freunde oder Feinde des Fruchtfleisches” suchen – ohne sich nah am Rande der Ironie zu fühlen? Ohne sich selbst als sarkastisch oder zynisch beschimpfen lassen zu müssen?

Wie kann man sich da noch nach einem harten Agentur- oder Marketing-Tag gemütlich in den Lazyboy vor dem B&O-Fernseher fallen lassen?
Einem Agentur- oder Marketing-Tag, an dem man von @off_the_record darauf (“Sorge in Ostafrika: Hoffentlich schafft’s der DAX!”) hingewiesen wird:

Nur damit mal die Relationen am heutigen Montag klar werden, siehe Titanic. und btw, eine Welt in der der Nachbar…http://goo.gl/bBh9z

Natürlich läuft die Kampagne schon länger, die Afrikaner hungern erst seit gestern, unser aller Schulden haben wir nicht in den letzten 20 Jahren angehäuft, und wenn die Marke sich nicht für sich selbst engagiert, wer sollte es dann tun!?

Auch Marken, Agenturen und Manager könnten sich den großen Fragen des Lebens stellen. Könnten einen relevanten Platz im Leben der Menschen einnehmen. Könnten ihren Intellekt, ihre Intuition und Imagination zur Lösung der größeren Probleme einsetzen. Könnten Relevanz, statt Redundanz, beweisen. Könnten ihren Teil dazu beitragen, sich selbst unersetzlich zu machen, in einer Welt, die nicht die beste aller Welten ist.

Marken könnten Menschen helfen, die auf dem Zahnfleisch gehen. Marken könnten Freunde und Supporter der Menschen sein. Sie könnten Menschen und ihre Schicksale ernstnehmen. Statt sich – manchmal habe ich wirklich den Eindruck – über ihre wahren Probleme lustig zu machen, indem sie sich Gedanken über Fruchtfleisch machen.

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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  • Gatzetec flashlights for friends: Wir denken der Auftrag wurde erfüllt. Gute Werbung für das Produkt und man schaut zweimal hin :-) Gibt es...
  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
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