13.09.11
12:02 Uhr

Achtung Werbeagenturkunden: Würgt eure Dienstleister nicht zu Tode!

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Ja, es ist Aufmerksamkeit in eigener Sache, wenn Mirko Kaminski, Chef von achtung! GmbH in Hamburg, seine Branchengedanken in Videoclips über die digitale Landschaft gießt. Macht aber auch nichts, wenn er dann Themen anspricht, die die Probleme eines ganzen Wirtschaftzweiges spiegeln und zum Nachdenken anregen.

Agenturen haben es zunehmend schwer, zu überleben, denn oft genug, so Kaminski, sorgen die Kunden der Werbeagenturen selbst dafür, dass ihre Dienstleister wegsterben. Das ist natürlich aus Sicht der betroffenen Agenturen tragisch, andererseits finden sich eben im Meer der Anbieter ständig neue Marktteilnehmer, die Aufträge einsammeln, die andere nicht mehr leisten wollen oder können.

Im Fall der im Video angesprochenen Reverse-Auctions gibt es also immer (mindestens) zwei Seiten, die so ein “Unterbieter”-System überhaupt vital halten können. Nicht nur die ausschreibenden Unternehmen sondern auch die sich gegenseitig unterbietenden Agenturen tragen zum Erhalt bei, von ggf. exisitierenden Auftragsmittlern oder Portalbetreibern einmal abgesehen.
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12.09.11
17:41 Uhr

Montagspredigt: “Gib uns ein BWRBNG – UND GIB DIR SELBST DIE SPANNENDSTE BRANCHE DER WELT!”

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“Die Resonanz war groß: 39 kreative Einzelkämpfer und Teams, Freelancer wie Agenturmitarbeiter, haben bei der Aktion „Komm in die Werbung“ mitgemacht. W&V hatte Leser aufgefordert, Ideen und Kampagnen zu entwickeln, mit denen junge Leute für einen Beruf in der Werbung gewonnen werden können”, schreibt die W&V.

39 Teilnehmer? “Die Resonanz war groß”??? Bei knapp 12.000 Agenturen in Deutschland? Bei fast 30.000 Likes auf der W&V-Facebook-Seite? Bei der Förderung dieses Wettbewerbs durch ZAW, VDZ und GWA? 39 Teilnehmer?
Und die Initiatoren sind verzweifelt genug, diese Blamage auch noch zu feiern? In einen Erfolg umzudeuten? Ohne Worte!

Vor allem aber ohne Worte ist die Ignoranz und Arroganz der W&V, ZAW, GWA gegenüber der Situation der eigenen Branche.
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07.09.11
15:33 Uhr

Nachrufe auf Steve Jobs?

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“We´ll see what happens, when I no longer exist.” Mit diesen Worten schließt ein “Steve  Jobs Tribute”, welches die besonderen Fähigkeiten und visionären Eigenschaften von Steve Jobs musikalisch beschreibt, der sich krankheitsbedingt mehr und mehr aus dem operativen Geschäft von Apple zurückziehen muss. Diese Schlussworte machen aus dem Fan-Video mehr als eine Hommage. Es wirkt auf mich wie ein Nachruf zu Lebzeiten. Und auch Amir Kassaei glaubt, dass Steve Jobs nicht mehr lange zu leben hat. Ich hoffe (und ich weiß auch, dass Amir selbst hofft), dass er mit seinen Einschätzungen falsch liegt.

Steve Jobs ist immer einer gewesen, der nichts dem Zufall überlassen hat, der auch seinen Abgang genau geplant hat, und zwar seit dem Moment seit dem er wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Das ist zumindest mein Gefühl[..]

06.09.11
11:50 Uhr

Die FDP versteht von Politik ebensowenig wie von Markentechnik

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“… als Marke habe die FDP momentan “generell verschissen”, das sei die Meinung der Bürger”, meint Wolfgang Kubicki laut Spiegel.

Das sieht Herr Kubicki wohl zu positiv. Nicht als Marke hat die FDP “generell verschissen”, sondern generell hat sie “generell verschissen”! Niemand in der Bevölkerung wird über das Problem der ‘Marke’ FDP nachdenken.

Vielleicht hat er grundsätzlich das falsche Buch von Domizlaff, dem Erfinder der Markentechnik, gelesen, nämlich “Propagandamittel der Staatsidee, … Mit diesem Buch wollte er sich bei Reichskanzler Heinrich Brüning als Werbeleiter des Deutschen Reichs für die Weimarer Republik empfehlen” (ebd).

Vielleicht hat er auch den Titel des richtigen Buches fälschlicherweise überinterpretiert: Die Gewinnung des öffentlichen Vertrauens. Vertrauen beruht auf Handlung, beruht auf Erfahrung, auf Zuverlässigkeit. Die Gewinnung des öffentlichen Vertrauens ist keine Lotterie mit Alternativlosen, sondern harte Arbeit!

Vielleicht müßte man Herrn Kubicki und der FDP einfach mal erklären, daß Marke nicht alles ist, daß die Marke ohne Inhalt(e) auch nicht mehr als ein Stück lila Papier ist – alles und nichts.

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02.09.11
14:07 Uhr

Das hat Hamburg gerade noch gefehlt. Social Media Kampagne “HH-WG” abgebrochen.

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Die Stadt Hamburg hat als eine der bedeutenden Medienstädte Europas leider diverse Social-Media-Federn lassen müssen inkl. einigen Hundertausend Euro an wirkungslos verpufften Sponsoren- und Steuergeldern.

Kurz umrissen, ging es bei der Social Media Kampagne “hh-wg” um ein Stadtmarketing-Projekt, bei dem vier Nicht-Hamburger über ein Jahr lang in einer 200 Quadratmeter Edel-WG direkt an der Reeperbahn gratis wohnen und als Gegenleistung kräftig via Twitter, Facebook & Co. ihre Erlebnisse publizieren und “kreative Menschen für die Stadt begeistern” sollten. Kosten der Kampagne: gut 530.000 Euro, wovon die Hamburg Marketing GmbH einen Anteil von rund 279.000 Euro übernehmen sollte.
Aus der Privatwirtschaft beteiligten sich OTTO, die Sparda-Bank und Radio HH an diesem Projekt, Agentur ist Revolutions Advertising GmbH.

Zur Präsentation des Projektes im Mai 2011 wurden auch diverse Blogger informiert und Social-Media-Aktivisten eingeladen, am 01. September sollten die Gewinner von eingereichten Bewerbervideos einziehen. 3 von den 4 zukünftigen Bewohnern sollten zusätzlich einen Jahresvertrag/Job bei den drei Partnerunternehmen erhalten.
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01.09.11
11:03 Uhr

Montagspredigt: Schimpfwort Instabilität oder das schleichende Ende einer Branche

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Soweit sind wir also: Das Gegenteil von Stabilität ist nicht mehr Aufbruch, Innovation, Breaking-the-Rules, sondern Instabilität.

Das Gegenteil von Stabilität ist nichts Gutes mehr, sondern wird negativ besetzt – denn nun ist wohl Stabilität positiv besetzt. Das eindrucksvollste Zeichen, daß wir ein systemisches Problem haben:

Stabilität ist eines der größten Probleme überhaupt (auch der Kommunikationsbranche!): der Etablierte wird faul, nachlässig, träge. Er versucht nur noch zu bewahren, zu verwalten, jeden Wandel, jede Entwicklung zu bremsen, gar zu verhindern. Er wirkt dem Wandel entgegen, da er durch ihn nur verlieren kann – schließlich hat er selbst die Entwicklung ja verschlafen. Sie jetzt aufzuholen ist ungleich schwieriger als sie mit allen Mitteln zu verhindern.

Leidtragende sind die anderen, die Innovativen, die Jungen, die Flexiblen, die Bessergebildeten, die mit den Fähigkeiten, etwas zu ändern. Die, die anders denken. Die, die nach vorne wollen. Die, die gestalten, statt verwalten wollen.

Klarer – und negativer – als new business kann man zB den Freiheitskampf der Mittelmeerländer+ nicht beschreiben: “die Naturkatastrophen und die politische Instabilität in vielen Ländern”. Politische Instabilität? Oder Freiheitskampf von Millionen Menschen, der Kampf gegen Diktatoren, gegen Willkür, gegen Unterdrückung? Seltsame Konzepte, in denen wir gefangen scheinen – symptomatisch für eine Branche, die am Boden liegt, sich ihre Wunden leckt und auf Erlösung von außen wartet.

Wo sind die Marken, die den Freiheitskampf (vorsicht, Transferleistung notwendig) unterstützen, statt ihn als politische Instabilität (vorsicht, Transferleistung notwendig) zu sehen? Wo die Agenturen, die Instabilität als Potential nutzen?

Wo sind die CEOs, Marken- und Agentur-Manager, die durch Innovation und Kreativität selbst zur Instabilität beitragen, zum Wandel, zum Fortschritt?

Wo sind die mutigen Macher, die keine ‘Olympischen Spiele, Europa-Meisterschaft oder Präsidentschaftswahl’ brauchen, um mehr als durchschnittlich zu werben?

Wo sind die mutigen Macher, die einfach ein wahrhaft innovatives Produkt, eine wahrhaft kreative Kampagne nutzen, um wieder überdurchschnittlich zu werben? Ein Feuerwerk abbrennen, um die Menschen wieder zu begeistern und zu inspirieren? Horizonte erweitern, Regeln brechen, Märkte transzendieren. Etwas wagen, und dafür belohnt werden!

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
  • WERBOU: Ich denke es ist in der Werbebranche sehr unterschiedlich. Gerade was in Sachen Grafik geht, wird meistens der Preis ziemlich gedrückt, was...
  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: Nein, tot nicht, wir leben und arbeiten ja alle und auch der Werbeblogger ist online ;-). Für die nähere Zukunft der...
  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
  • Gatzetec flashlights for friends: Wir denken der Auftrag wurde erfüllt. Gute Werbung für das Produkt und man schaut zweimal hin :-) Gibt es...
  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
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