24.04.07
10:09 Uhr

schülerVZ wirbt selten dämlich

Die Guerilla Aktion von schülerVZ ging gehörig nach hinten los.

1. Werbung an und in Schulen ist verboten.
2. 3 000 000 Post-Its verursachen ungeheuer viel Müll.
3. Viele Schüler finden das gar nicht so lustig wie die Initiatoren meinen.
4. Selten so eine dämliche PR-Meldung gelesen, in der
5. Interesse an den Belangen der Schüler geheuchelt wird und man dabei
6. nur an die Daten der 12-18 Jährigen gelangen möchte
7. Ahhh – sshhh – Push it!
8. Ziemlich doof die potenziellen Gegner der bereits angeschlagenen Plattform noch weiter aufzustacheln, anstatt
9. alle mit in ein Boot zu holen, wenn man denn wirklich etwas im Interesse der Schüler ändern möchte.
10. Holtzbrinck ist eine tolle und seriöse Marke – noch

Wenigstens unterstützt RTL die Werbung mit einem Dokudrama
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

und wir damit irgendwie leider auch, denn oberste Prämisse war es, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ich hoffe diesmal schreibt jemand dem Werberat, wobei es ja für solche Aktionen leider zu spät ist. Aber vielleicht klopfen die den Verantwortlichen von Holtzbrinck mal auf die Finger.

via Robert

24.04.07
09:01 Uhr

Was ist der USP von Klopapier?

Das soll mal jemand behaupten, dass ein Fast Moving Consumer Good wie Klopapier keine Geschichten erzählen kann. Immerhin reichte es zu einem ganzseitigen Spiegelartikel in der aktuellen Printausgabe. In der Rubrik Wissenschaft wird von einer neuen Generation des Klopapiers geschwärmt, welches von einem Physiker im Hause Procter & Gamble entwickelt wurde. Das neue Klopapier sei nicht nur weicher, angenehmer und damit auch rosettenschonender, zusätzlich man spare dadurch auch jede Menge Material:

Es ist weich, schafft ordentlich was weg und verspricht einen sparsamen Verbrauch.

Damit hätte man doch schon einen schönen Slogan gefunden. Press generated Advertising.

Der P&G Wissenschaftler Herr Hustedt indes tüftelt weiter an der Reduzierung des Notdurft-Papiers. Weg von den 5 Lagen, reduziert auf eine einzige. Er strebt im wissenschaftlichen Rausch gar eine Welt völlig ohne Klopapier an. Schließlich kommen Araber und Japaner auch ohne das mitunter klumpende Papier aus. Hustedt will somit dem stillen Örtchen ein völlig neues Image verpassen, denn er ist der Meinung:

“Der Toilettengang ist nichts, worauf man sich freut.”

Nun, das würde Al Bundy wiederum völlig anders sehen. Ob indes sein Arbeitgeber auf den völligen Verzicht von Klopapier erfreut sein wird, mag dahingestellt sein. Riesige PR war das allemal.

23.04.07
22:20 Uhr

Viele, viele bunte Bilder: Werbung zur Kinderstunde

Die Kunden von morgen? Stündlich 30 Werbespots, zugeschnitten auf Kinder sollen die Markenbeziehung von Grund auf prägen. Der NDR Beitrag von ZAPP beschäftigt sich mit diesem Thema.


Werbung Kinder

Zu Wort meldet sich übrigens auch unser letzter Podcastgast, der Sprecher des deutschen Werberates Volker Nickel, der sich natürlich vehement gegen ein Werbeverbot für Kinderprogramme ausspricht. Man würde dadurch das Kinderprogramm letztendlich kaputtmachen, denn schließlich finanziere sich dies durch Werbung. Natürlich ein Argument, was nicht wirklich auf Anhieb greift. Ich persönlich finde Werbeblöcke in der (früher nannte man das noch) “Kinderstunde” ebenfalls unpassend, dennoch ist natürlich ein Verbot ebenso völlig fehl am Platze. Hier sollte eigentlich als erstes die Verantwortung der Eltern greifen. Unbeaufsichtiges Glotzen ist eben wesentlich stressfreier als ausgewählte Sendungen per DVD oder Video (dann auch werbefrei) zu zeigen.

Völlig übertrieben wirkt das Engagement der Reportage sicherlich beim großen Anprangern der Brauerei von “Cab”, die wöchentlich die Samstagabendshow “Deutschland sucht den Superstar” sponsert. Dabei von “verführerischer Werbung für Kinder” zu sprechen ist ein wenig zu weit hergeholt. Ab 16 darf hierzulande dieses Mixgetränk getrunken werden und wenn sich im Herbst rotzbesoffene Politiker und Fernsehpromis in den Münchener Festzelten lallend begrabschen, so wird das im Fernsehen dann als wertvolles Kulturgut verkauft – zur Vorabendzeit versteht sich.

Es ist diese Doppelmoral, die mich fuchsig macht, dieses einfach “die sind an allem Schuld”. Sicherlich, die Werbebranche ist nicht gutmenschelnd, sie hat auch oft ordentlich Dreck am Stecken, doch die gesamte Verantwortung für den Nachwuchs auf die Werbeblöcke zu schieben ist wirklich ein bißchen kurz gedacht – gerade für das öffentlich-rechtliche Fernsehen, dass doch gerade aufgrund der GEZ-Gebühren als erster auf die böse Werbung ganz und gar verzichten könnte.
Danke an Daniel für den Tipp per Mail!

23.04.07
10:33 Uhr

Blogger machen Print

blogpodcast.jpg

In den USA ist eben alles ein wenig schneller und der Markt ist natürlich auch deutlich größer, was den medialen Einfluß von Weblogs und Podcasts betrifft. Dennoch sind die Entwicklungen in der neuen Welt nicht selten auch ein Trend-Indikator für Entwicklungen, die in Europa einige Monate bis Jahre später Fuß fassen.
Blogger & Podcaster” ist nun mit seiner ersten Ausgabe auf dem US-Markt erschienen. Das Magazin wirkt angenehm aufgeräumt und professionell gelayoutet. Kein Wunder, denn selbstverständlich sind die Sponsoren und beteiligten Mediaunternehmen nicht reine Gutmenschen, sondern die Publikation ist auch Vermarktungsplattform und in ihrer ersten Ausgabe schon mit einem Anteil an Werbung versehen, der sicher noch weiter ausgebaut werden wird. Da die US-Amerikaner und auch Blogger aber ein vergleichsweise natürliches Verhältnis zu Marktmechanismen und Werbung haben, ist das auch gar kein Problem.
Der Publisher “LARSTAN” ist übrigens spezialisiert auf “Leadership”-Marketing, welches über qualifizierte Fachthemen, -Inhalte und Persönlichkeiten in Gang gesetzt wird und auf den fortgesetzten Dialog der Personen und Märkte setzt.

larstan.jpg

Nachtrag: Der Gründer und Publisher des Magazins, Larry Genkin, erklärt in diesem Blog-Kommentar kurz seine Strategie:

Thanks for checking out Blogger & Podcaster David. As the publisher I can tell you a lot of hard work went into pulling this off so it’s gratifying to hear your initial review. I totally understand about the subscription price too. I made the decision to charge for the print subscription to allow as many people as possible to have access to the magazine. If we would have given the print edition away for free like many trade publishers do, we would have had to cap circulation at around 10,000 before our printing and mailing costs would force us to have to charge advertising rates that would be to steep for what the industry can afford at this time. By offering the digital and podcast editions for free we can literally allow millions to have access to the content without having to significantly raise our advertising rates. Hope you understand.


22.04.07
22:48 Uhr

barcamp Frankfurt

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Am Wochenende fand nach Berlin, Köln und Nürnberg das mittlerweile vierte und mit ca. 180 Teilnehmern größte deutsche barcamp in Frankfurt am Main statt. Trotz der vielen Besucher lief (abgesehen von ein paar räuberischen Zwischenfällen) meines Erachtens alles sehr gut, einen großen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren Robert Basic, Franz Patzig und Sascha Aßbach sowie an die zahlreichen Sponsoren, insbesondere Cisco. Wir wurden verwöhnt, das könnt ihr euch nicht vorstellen!

Zum Auftakt traf man sich Freitag Abend bei Bier und Äppler in der Gaststätte “Lorsbacher Thal” in Alt-Sachsenhausen. Ein sympathischer Kontrast zwischen Web2.0-Junkies und uriger Tradition prägte die Atmosphäre. Ich muss gestehen, ich war lange Zeit sicher, gemeinsam mit dem 65-jährigen Wirt der einzige im Raum zu sein, der sich nicht zu den Gründern eines neuen Social Network zählen konnte. Den ganzen Beitrag lesen »

22.04.07
12:57 Uhr

Festival der Schubladenideen

slashnburn.jpg

Nicht selten landen kreative Kampagnenideen, Logoentwürfe, mutige Outdoor-Aktionen oder Direct-Marketing Ansätze  in der Ablage. Dort holen die Holländer sie nun wieder hervor und geben den besten Kellerkindern ihren verdienten Platz in einer Bel-Etage.
Schöne Idee, die doch sicher übertragbar wäre, oder?

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Eure Kommentare

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  • Vroni: Ralph :-)
  • ralf schwartz: @Vroni Das war ein zustimmendes Lächeln, wie Du es auch sehen würdest in meinem Gesicht würden wir uns gegenübersitzen. Nicht immer...
  • Vroni: Was issn jetz schon wieder. Klar macht es einen Unterschied, wie man optisch und von der textlichen Ansprache an die Leut angeht. So gehts...
  • ralf schwartz: @Vroni :)
  • Vroni: Kann ja alles sein, geschenkt. Ich meinte, dass das grottenschlecht und wenig ansprechend UMGESETZT war. Wie wenn ein BWL-er unter...
  • ralf schwartz: @Vroni Und eine Website dahinterzulegen, auf der die User hätten voten können … Aber die Kosten, Print geht es gar nicht gut,...
  • Vroni: Hrhr, die W&V mal wieder. Leeres Schulheft-Papierkaro und eine Flipchart-Schrift. Kriegt man sofort die beiden Krankheiten Horror Karo-i...
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