17.01.12
11:14 Uhr

Baku-Blitztabellen-Beschwerde bei Medienanstalt! – War es gar Wulff?

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Jedem Gesunden Menschenverstand war klar, dass “Unser Stern für Baku” untergehen musste, fiele Stefan Raab nicht noch etwas Geniales ein. Zum Glück können wir uns auf ihn verlassen. Nicht umsonst ist er einer der erfolgreichsten Entertainer und Show-Macher in Deutschland.

Stefan kreierte für die Echtzeit-Baku-Voting-Aktualisierung die Blitztabelle, die er schlicht irgendwo im Sport abguckte.

Eine der einfachsten, aber auch genialsten Ideen der letzten Zeit. ‘Unser Star für Baku’ wurde damit zu der spannendsten, schnellsten, interaktivsten Casting-Show der letzten 9 Jahre. Eine phantastische Demonstration, wie einfach Innovation sein kann, ein Beweis, dass Innovation auch manchmal bedeutet nur, etwas einfach zum ersten Male richtig zu machen.

Aber er hat nicht mit Deutschlands Beton- und Beamtenköpfen gerechnet. Nun also liegt der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) eine Beschwerde vor. Mit der Begründung – und man lasse sich diese auf der Zunge zergehen: “dass die eingeblendete Blitztabelle einen enormen Zeitdruck aufbaue”.

Das muss die mabb natürlich prüfen, statt zurückzuschreiben:
“Seid Ihr eigentlich irre? Baut Zeitdruck auf? Und was ist mit einem 100m-Lauf? Einem Formel1-Rennen? Jeder Auktion bei diesen seltsamen Shopping-Sendern? Mit dem Ladenschluss? Dem TÜV? Der Rente mit 67? Den Rücktrittsforderungen an BP Wulff? Mailboxen? Wird da kein Zeitdruck aufgebaut?”

Ohne Worte! Ich bin gespannt, welcher Casting-Privatsender, der nicht zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehört, die Beschwerde einreichte – und welche Entscheidung die mabb trifft.

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18 Kommentare

  1. Rüdiger

    Was bitteschön ist denn an dieser Bereicherungsaktion für die Telekom und den beteiligten Sendern innovativ? Eine einzige Abzocke ist das!

  2. ralf schwartz

    @Rüdiger SIehe oben: “‘Unser Star für Baku’ wurde damit zu der spannendsten, schnellsten, interaktivsten Casting-Show der letzten 9 Jahre.”

    Ansonsten hast Du natürlich recht. Eine geniale Abzocke. Aber das muss man wohl vom Benefit trennen. Denn ARD und Kollegen könnten die Anrufe auch kostenlos schalten… was nichts an der guten Mechanik und dem Benefit ändern würde.

  3. Tobias Mandelartz

    also, ich finde den neuen Voting-Modus eher transparent, denn er bewahrt einen davor, für einen Kandidaten anzurufen, der sowieso schon haushoch überlegen ist – man spart also Geld. Wenn man sich die Votingergebnisse anderer Castingshows im Nachhinein ansieht, dann wurden Unmengen von Telefonkosten den Sendern in den Rachen geworfen, einfach aus dem Grund, weil man keinerlei Ahung hatte, dass die Stimmen eigentlich gar nicht notwendig gewesen wären, weil die Abstände der Ergebnisse eh nicht mehr zu beeinflussen waren. Und noch ein Aspekt: Was macht denn DSDS? Blenden vor Beendigung des Votings Tabellen ein, auf denen es super-knapp aussieht, OHNE die dazugehörigen Namen zu zeigen, und starten dann einen Couzntdown. DASS nenn ich mal “Druck erzeugen”…

  4. ralf schwartz

    @Danke Tobias.

  5. MöBo

    Jetzt geht es in Deutschland schon so wie in Amerika…
    Unternehmen reichen gegen alles und jeden Klage ein nur weil sie selber nicht auf die Idee kommen was neues zu machen!
    Und das funktioniert im bürokratenstaat Deutschland natürlich noch am allerbesten.

  6. Die Sense

    Das ist fast das Lustigste an der ganzen Casting-Show. Ich bin gespannt, was als Ergebnis bei dieser Prüfung herauskommt. Vielleicht haben die Beamtenköpfe ja eine Stresskala, die hierfür noch beim Amt für Bürokratie angemeldet werden muss.

  7. Jürgen H.

    Also wenn es darum geht ein neues Format einzuführen ist der Herr Raab sicher am besten geeignet. Der Sendung tut es gut,die wäre sonst ohne medialen Hinkucker wie vorletztes Jahr sicher nur so dahingeplätschert, oder?

  8. Prozentewunder

    Und die nächste Bundestagswahl machen wir dann auch mit der Blitztabelle? Das Prinzip der geheimen Wahl ist ja nicht ohne Grund in den demokratischen Ländern eine beispiellose Erfolgsgeschichte, weil es der Sache dienlich ist. Wenn man aber eigentlich eher andere Interessen verfolgt, “sich dumm und dämlich verdienen” zum Beispiel oder das Hochtreiben der Einschaltquote (und damit die Preise für die Werbung, um sich – nun ja – dumm und dämlich zu verdienen) dann kann man dieses Prinzip wohl schon mal außer Kraft setzen. Hm. Am Ende jeder Show sieht man dann, dass es wieder mal nicht funktioniert hat, weil sich die Tabelle ständig selbst reguliert und der Sieger mit einem prozentualen Mindestvorsprung aufs Treppchen stolpert. Kultur ist halt kein Sport, wer hier die gleichen Maßstäbe anlegt hat davon nichts kapiert. Und das wird jetzt deutlich wie nie, gilt auch für Herrn Raab.

  9. Simon

    Wo soll denn bitte das Gefühl von Zeitdruck aufkommen? Wenn bei einer anderen Castingshow die (berühmte) letzte Minute runterläuft wird doch auch ein Druck erzeugt: Schließlich wird man animiert, nochmals anzurufen, obwohl man vielleicht nicht ein mal weiß, ob der Kandidat nicht vielleicht auf Platz 1 liegt!

  10. ralf schwartz

    Genau.

  11. yammi

    Wahnsinns und Dummheit! Worüber schreiben Sie überhaupt? Man soll zu hahaped gehen.

  12. tyler

    Geh zum Teufel mit seinem hahaped!

  13. Gerry K.

    Der hat sich das nicht beim Sport sondern bei den Call-In Sendungen abgeschaut.
    Nichts anderes ist das. Schon das Anheizen der “Promis” wirkte als müsste gleich der Hotbutton kommen.
    Ich finde es lächerlich das Ausnutzen der naiven Zuschauer zu bejubeln.
    Aber was soll man den auch von einer Branche erwarten die von der Unmündigkeit der Kunden lebt…

    Was mich noch interessieren würde wie ihr den die anfallenden Kosten mit eurem Gewissen vereinbart?

  14. PlaceY

    @Tobias Mandelartz : “..denn er bewahrt einen davor, für einen Kandidaten anzurufen , der sowieso schon haushoch überlegen ist.”

    Genau dass ist doch das Problem an der Blitztabelle, denn diese spricht – erfolgreich – die Psyche des Menschen an um Geld zu machen. Früher sah man nur seinen Favouriten und rief für Ihn an…fertig. Nun sieht man aber seinen Favouriten auf der untersten Stelle und ruft permanent an, um seinen Kandidaten in die Höhe zu treiben. ( Unterstützt von den Juroren: “…den xx möchte ich aber nicht an letzter Stelle stehen …”.

    Auf der anderen Seite stellt gleichzeitig Deine Aussage ein immenses Problem dar: Denn für den obersten ruft niemand an. ( Wozu auch, ist er doch schon oben. ) Während also für die “schlechten” die Telefone heisslaufen ( und Geld in die Kassen spülen )…rutschen die guten in den Keller. ( Prozentuale Umverteilung ). Dadurch kann ein guter Sänger schon mal rausfliegen…ist glaube ich auch schon passiert. Einfach mal das Köpfchen einschalten.

    Die Sender bauen – erfolgreich – auf die naivität der Menschen.

  15. Brian

    Der Titel ist genial. Danke :).

  16. ralf schwartz

    @Gerry K. Ich selbst rege mich immer am meisten über irgendwelche Tricks der Agenturen und Werbungtreibenden auf, aber die Angabe der KOsten direkt unter der anzurufenden Tel.nummer halte ich für transparent genug, um jeden aufzuklären, dass sein Handeln Konsequenzen hat und welche.

  17. Prozentewunder

    @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht, weil´s nicht ihr Anschluss ist, sondern der der Eltern. Und die, die´s lesen können, von ihrem eigenen Anschluss aus anrufen, und sich´s leisten können, freuen sich über die Rückkehr des Zensuswahlrechts. Ich warte jetzt auf eine App, wo man (wie an der Tankstelle) nur noch den Betrag einstellt, den man in einen Kandidaten investieren möchte und die einem dann das lästige Wählen abnimmt.

  18. Baku-Blitztabellen-Beschwerde bei Medienanstalt! – War es gar Wulff? | Testblog

    [...] Baku-Blitztabellen-Beschwerde bei Medienanstalt! – War es gar Wulff? Jan 17, 2012 by roland    No Comments    Posted under: Allgemein Tweet [...]

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