10.11.11
14:33 Uhr

Der Apple Apfel, Objekt der Begierde und ein Markentraum(a)

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Ganz ursprünglich hat die zur Zeit weltweit wertvollste Marke „Apple“ einmal mit einem „Logo“ begonnen, was alle Beteiligten bei der Reproduktion wohl an den Rand der Verzweifelung geführt hätte. Unter anderem aus diesem Grund wurde dann auch das Apple-Logo deutlich simplifiziert. Trotzdem zeigt dieser Ursprungsentwurf schon den Apfel, der -nach diesem Motiv- dem weisen Isaac Newton durch seinen baldigen Fall auf den Kopf die Eingebung für die Beschreibung der Schwerkraft geben wird.

Im weiteren Verlauf der Logo-Entwicklung wurde der Apfel immer weiter stilisiert vor allem durch das Merkmal des „Anbisses“, womit eine wesentliche -etwas weniger naturwissenschaftliche- Deutung und Wirkung hinzukam (Zitat Wikipedia):

Als die Frucht schlechthin symbolisieren Apfel und Apfelbaum die Themenbereiche Sexualität, Fruchtbarkeit und Leben, Erkenntnis und Entscheidung sowie Reichtum.

Einen Großteil dieser Apfelsymbolik findet man auch im Leben und Wirken des leider viel zu früh vestorbenen Apple-(Mit-) Gründers Steve Jobs, vor allem rückblickend, was seine visionären Denkansätze nur noch mehr verdeutlicht.

Vielleicht ist dieser Apfel und seine Strahlkraft als Weltmarke und Symbol nach innen und außen auch mit der Grund, warum gerade Apple sich ständig offensiv und auch medienwirksam bei seiner Markenverteidigung und Designmustern verhält, zuletzt gegen Samsung im iPhone/iPad Umfeld, wobei die Beklagten nun ihrerseits auch nicht zimperlich sind.

Steve Jobs schien generell den Eindruck zu haben, dass die führenden Wettbewerber vor allem im Mobile-Umfeld eigentlich nur von Apple „abgucken“, was ihn auch zu martialischen Ansagen brachte.

Diese zwischen gesunder Wehrhaftigkeit und manischer Verteidigungswut pendelnde Haltung dürfte auch ein Erbe sein, welches das Unternehmen als festen DNA-Code weiter in sich tragen wird. So führt die Frage nach dem Apfelsymbol zwangsläufig auch zu der Frage, ob Apple als Marke den Anspruch erworben hat, im gewerblichen Umfeld jeden anderen Apfel abzumahnen, der dem appelschen Verständnis von Verwechslungsgefahr zu nahe kommt. In Abwandlung der Tellschen Sage habe ich dazu passend eher zufällig dieses Motiv gefunden, welches natürlich nicht ursprünglich in Richtung „Apple“ zielte ;-).

Ein gerade wieder kursierender, dazu passender Fall von Markenstreitigkeiten läuft gerade bei einem kleinen Café in Bonn, welches sich „Apfelkind“ nennt und konsequenterweise ein Logo trägt, welches einen Apfel und ein Kindergesicht erkennen lässt.

Dieses Logo wollte die Eigentümerin nun als Wort-/Bildmarke eintragen lassen, wobei Apple damit nicht einverstanden ist. Kleinkariert oder konsequent und berechtigt? Ich will es hier gar nicht bewerten, die Tatzengeschichte reicht mir für´s Erste. Aber es zeigt eben, dass auch andere Firmen mit Apfel im Logo damit rechnen müssen, auch einmal einen Brief von Apple zu bekommen. Und davon gibt es einige in diesem Kontext, wobei mir diese Marke bzw. der Claim besonders gefällt:“green apple ist ihr partner für Jobs und Qualität.

Gleich der „Jobs“ mit drin. Perfekt.

Und vor dem größten Apfel, namentlich New York, dem „Big Apple“, machte Apple auch nicht halt. Ts. Und ich dachte früher einmal: „An apple a day keeps the doctor away.“ Dann wünsche ich Apple eher einmal eine gute Portion blend-a-med. „Damit Sie morgen auch noch kraftvoll zubeißen können!“

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9 Kommentare

  1. ralf schwartz

    (Wobei dies blend-a-med-Bild so aussieht als hätte diese Eva ihre Beißerchen im Apfel gelassen.)

    Nur 3 Äpfel bewegten die Welt, hab ich vor kurzem irgendwo gelesen:
    – Adam und Eva
    – Isaac Newton
    – Steve Jobs.
    Hm.

  2. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Ja. Und schau sie dir mal auf der blend-a-med Startseite an. Da sieht sie aus wie eine tote Schaufensterpuppe. Leblos, aber strahlend.

  3. Matthias Maschmann

    „Ja. Und schau sie dir mal auf der blend-a-med Startseite an. Da sieht sie aus wie eine tote Schaufensterpuppe. Leblos, aber strahlend.“

    Tja, eben eine Zahn-Barbie. Hauptsache der Torso ist mit drauf und eher defensiv bekleidet. Hoffentlich kommt das Strahlen nicht aus Japan…

  4. JMK

    „Aber es zeigt eben, dass auch andere Firmen mit Apfel im Logo damit rechnen müssen, auch einmal einen Brief von Apple zu bekommen.“ Und spätestens hier pervertiert doch Apple, bzw. das Markenrecht. Apfelkind etc. sind eben Beispiele wie man sich eine Marke auch versauen kann.

  5. Dirk

    Die Apfelkind-Geschichte wurde neulich auf Bildblog mal genauer analysiert:
    lbr-law.de/lbr-blog/...
    Da sieht die Geschichte dann etwas anders aus, weil das ach so kleine Café große Franchising-Pläne hat, die auch Merchandising-Produkte aus allen möglichen Bereichen beinhalten.
    Immer noch fraglich, ob Apples Verhalten richtig ist, aber es steht doch zumindest in einem anderen Licht.
    Viele Grüße
    :-) Dirk

  6. andi

    „Nur 3 Äpfel bewegten die Welt, hab ich vor kurzem irgendwo gelesen:
    – Adam und Eva“

    Wie kommt man da drauf?

  7. Xeon

    @Andi: ich glaube damit ist gemeint, dass Adam (oder Eva? – Vergessen =/) den Apfel ja zuerst an sich nimmt und eben dabei ‚bewegt‘. Aber witzig ist es nicht… -.-

  8. Dirk

    Blöd nur, dass es gar kein Apfel war. Sondern in der Bibel steht nur ‚Frucht‘ (Ist eine mittelalterliche Voksetymologie, eine Verbindung malum (Apfel) und malum (Übel, Sünde)

    – bleiben also doch über Jahrhunderte nur die beiden berühmten Äpfel, die die Welt bewegen, erst Ende des 2. Jahrtausends kam der dritte dazu ;-)

    :-) Dirk

  9. Der Apple Apfel, Objekt der Begierde und ein Markentraum(a) | Testblog

    […] Der Apple Apfel, Objekt der Begierde und ein Markentraum(a) Nov 10, 2011 by roland    No Comments    Posted under: Allgemein Tweet […]

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