13.10.11
12:19 Uhr

Die neue Kampagne für Adler, Vittel, Deichmann, Ricola, Hörgeräte, Axe

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Wir erinnern uns noch: Warum ein neuer Spot, wenn ich nur das alte Produkt rausschneiden muß!?.

Hier ein weiterer Kandidat, ausgenutzt zu werden von immer unspezifischeren Produkten, Positionierungen und Marken. Ausgenutzt, von einer seltsamen Beliebigkeit der Marke, der Werbung und ihrer Agentur.

Vittel, Ricola, Hörgeräte, Shampoo, Rotkäppchen, Lebertran, Fruchtzwerge …

Auch wenn Otrivin in der YouTube-Headline steht, der Spot verrät es bis zum Ende nicht. Und während der obige Spot noch ganz nett gemacht ist, ist der folgende irgendwie am Rande …

Adler Modemärkte, Vittel, Deichmann, Ricola, Hörgeräte, Shampoo, Axe Deo & Duschgel …

Und welche phantastischen Produkte aus unseren Marketing-Etageren könnte man da hinten noch einfach dranklatschen? Ideen?

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31 Kommentare

  1. Nic Cutter

    So ganz erschließt sich mir der Sinn dieses Artikels nicht. Weil das Produkt erst ganz am Ende erwähnt wird, kann der Spot ausgenutzt werden „von einer seltsamen Beliebigkeit der Marke, der Werbung und ihrer Agentur.“? Abgesehen davon, dass es dafür tausende Beispiele gibt, wird in dem zuerst erwähnten Spot das Produkt auch nicht erst ganz am Ende gezeigt. Womit wird bei weiteren tausenden Beispielen wären.

  2. friedrich

    Das Gemecker versteh ich jetzt auch nicht. Beide Spots fokussieren doch auf den Produktvorteil von Otrivin.

    Blöd finde ich nur, daß die Darsteller so wirken, als wären sie auch ohne Erkältung weit unterdurchschnittlich intelligent.

  3. ramses101

    Kann den Vergleich mit dem anderen Fall auch nicht nachvollziehen. Hier geht es doch eindeutig um den Benefit des Nasensprays: Eine freie Nase zu kriegen. Dass das nicht gerade ein USP ist, dafür können ja nun die Spots nicht. Gut, Hustenbonbons würde ich jetzt noch mit viel Wohlwollen in die Reihe kriegen. Aber Shampoo? Hörgeräte? Was hat das mit verstopften Nasen zu tun?

  4. jochen

    Zu diesem Artikel fällt mir nur http://bit.ly/o8ojwK ein.

    Im Ernst: Die Spots gehen doch eindeutig auf „verstopfte Nase“! Wenn ich 5 Minuten Werbung gucke, finde ich 10 Spots, die generischer sind.

  5. ralf schwartz

    @Nic Cutter Genau! > „Abgesehen davon, dass es dafür tausende Beispiele gibt, wird in dem zuerst erwähnten Spot das Produkt auch nicht erst ganz am Ende gezeigt. Womit wird bei weiteren tausenden Beispielen wären.“

    Spots werden immer beliebiger, weil das Produkt nicht mehr Teil der Handlung ist – und deshalb werden sie auch immer austauschbarer.

  6. ralf schwartz

    @friedrich „Produktvorteil von Otrivin“? Deshalb bekommt das Kind keine Schere – und dem Herren werden die Schuhe zugebunden?

  7. ralf schwartz

    @ramses101 Was das mit verstopfter Nase zu tun hat? Nichts, denn den Protagonisten sieht man nicht an, daß sie eine verstopfte Nase haben, sie gucken einfach dumm aus der Wäsche. Und das tut man auch, wenn man nicht hören kann, allgemein krank ist, behindert ist, … erschöpft, geschlaucht abgespannt, genervt, etc. ist.

    Botschaft des Posts: „ein weiterer Kandidat, ausgenutzt zu werden von immer unspezifischeren Produkten, Positionierungen und Marken“. Nicht mehr und nicht weniger ;)

  8. friedrich

    @ralf: Ich finde ja auch, daß die Spots nicht besonders gut geschauspielert sind. Aber daß das Problem der Protagonisten die Abwesenheit des beworbenen Produkts ist, finde ich durchaus legitim. Und mit Otrivin hätt’s halt nicht nur ne Kinderschere gegeben… Und das Röcheln in der Soundspur hat mit Shampoo schon mal gar nix zu tun.

  9. Ninifaye

    „Rumreichen“ scheint auf jeden Fall gerade im Trend zu liegen:
    dailygeekshow.com/20...

  10. Nic Cutter

    Witzig, dass die Autogeschichte aktuell wieder hochkocht. Die Spots existieren schon seit Wochen oder sogar Monaten. Aber dahinter vermute ich bei der Ähnlichkeit (die man eigentlich schon Gleichheit nennen muss) eine Absprache o.ä. bei den Herstellern. Zumal es ja auch Verbindungen gibt.

  11. ramses101

    @Ralf: Wenn du das mit der verstopften Nase nicht mitbekommst, funktioniert es natürlich nicht. Ich hab das durch das „chhrchr“ allerdings durchaus gerafft. Ich finde die Spots ja auch nicht dolle, versteh nur die Kritik immer noch nicht. Wäre es dir denn lieber, ein Apotheker würde 30 Sekunden lang die Pulle in die Kamera halten? Pointen funktionieren nunmal nicht, wenn man den Witz vorher erklärt.

  12. ralf schwartz

    @ramses101 Es gibt keine Kritik am Spot selbst. Mir ging es nur darum zu sagen, daß man auch x andere Produkte damit hätte bewerben können. Sogar eine Pille gegen Liebeskummer.

  13. ramses101

    Das gilt aber für sehr, sehr viele Spots. Der „Surfer“ von Guinness könnte auch Nimm2 verkaufen. Tut er aber nicht. „Good Things come to those who wait“ – kann alles sein.

    Außerdem gehst du immer noch davon aus, dass jedem, der den Spot sieht, die verstoptfe Nase entgeht. Ging mir anders. Wenn du jetzt sagen würdest, das könnte auch ein Spot für Tempos sein – von mir aus. Aber wie du Shampoos und Pillen gegen Liebeskummer in die Reihe kriegst, erschließt sich mir nicht.

  14. Nic Cutter

    Stimmt! Das gilt für sehr, sehr viele Spots, für sehr, sehr viele Headlines und sehr, sehr viele Claims. Es ist fast alles (mit ein bisschen Einsatz) austauschbar. Wichtig ist, diese Austauschbare trotzdem mit der eigenen Marke zu verbinden. „Just do it“ als Claim-Beispiel könnte auch für Hornbach oder für Durex passen.

  15. ralf schwartz

    @ramses101 Shampoo wg der Frisur des Herrn im 2. Spot ;)
    Und beide sehen sehr traurig, seufzend, deprimiert aus. Kann auch Liebenskummer sein. Kann alles sein.

  16. ralf schwartz

    @Nic Cutter Ja, seltsam, nicht. Oder man zeigt halt das Produkt in der Anwendung, zeigt das Problem kurz, folussiert die Lösung. Idealerweise die einzigartige, distinktive Lösung.

    Werbung ist austauschbar, weil die Produkte austauschbar sind. Es gab mal andere Zeiten.

    Werbung ist austauschbar, weil alle auf Lifestyle gehen, statt nah am Produkt zu bleiben. Lifestyle? Ja, um immer größere Zilegruppen abschöpfen zu können …

    Oder?

  17. Nic Cutter

    Stimme teilweise zu: „Werbung ist austauschbar, weil die Produkte austauschbar sind.“ Sicher! „Werbung ist austauschbar, weil alle auf Lifestyle gehen, statt nah am Produkt zu bleiben.“ Unsicher. Gerade in Deutschland existieren doch Unmengen von Standard-Spots, die sich (meist langweilig) ausschließlich direkt um das Produkt drehen.

    Problem: Wenn man das Produkt sofort zeigt, nimmt man in 90% der Fälle auch die Spannung, den Humor etc. Da gibt es ganz wenige Ausnahmen, bei denen es trotzdem klappt. Vorteil: Das Produkt bleibt eher hängen.

    Der Otrivin-Spot ist (subjektiv gesehen) wesentlich besser als die meisten Nasenspray- oder Gesundheits-Spots. Aber wie viele kennen bei solchen Spots nach einmal sehen auch den Absender?

    Als Konsument (aber auch als Werber) ist mir die zweite Variante natürlich lieber. Was der Kunde will ist aber meist was anderes.

  18. ralf schwartz

    @Nic Cutter „Da gibt es ganz wenige Ausnahmen, bei denen es trotzdem klappt. Vorteil: Das Produkt bleibt eher hängen.“ Das ist im Grunde der Ruf nach besserer Werbung! Danke.

    Das ist einfach das Problem, zu lange haben wir uns mit dem Gesülze abgefunden, ganz langsam, fast unmerklich wurde alles immer stärker zu einer Sauce, die Niveaus sanken kontinuierlich und nun haben wir den Salat (da draussen).

  19. Nic Cutter

    Wollen wir nicht alle bessere Werbung? Das ist der vermutlich einzig gemeinsame Nenner im Teufelskreis Unternehmen-Agentur-Kunde: Werbung, die Spaß macht und trotzdem (oder auch deswegen) verkauft!

  20. ralf schwartz

    Ja, aber alle reden nur – und keiner macht was. Und nach so spannenden Diskussion ist man einig und geht nach Haus. Zufrieden. Morgen dann wieder die gleiche Sauce wie oben. ;)

  21. Nic Cutter

    Das glaube ich nicht. Auch aus eigener Erfahrung weiß ich, dass an den richtig schönen, kreativen und spannenden Kampagnen von Kundenseite immer so lange rumgeschraubt wird, bis sie bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sind und als Einheitsbrei (oder -sauce) verteilt an die Massen werden. Auch wenn der Kunde sich vorher für die schöne, kreative und spannende Kampagne entschieden hat. Kein richtiger Werber ist zufrieden mit soetwas.

  22. ralf schwartz

    Ne, die werden einfach frustriert.

  23. Nic Cutter

    Wieder auch aus eigener Erfahrung: Richtig!

  24. ramses101

    @Ralf: Gut, da wären wir wieder dabei, kriegt man die verstopfte Nase mit oder nicht? Klar ginge das besser. Und klar könnte das Produkt schneller eingebunden werden. Aber macht das einen Spot besser?

    Was ist mit Spots wie Apples 1984? Oder der Ohrfeige von Mercedes?

    Die Liste der Spots, in denen weniger Produktbezug ist als in dem geposteten, ist endlos. Und das finde ich ehrlich gesagt nicht besonders seltsam. Austauschbar war Werbung auch immer schon, denn in der Regel wird ein Produkt ja erst beworben, wenn es mit einem anderen konkuriert – und damit per se austauschbar ist, es sei denn, ich bewerbe das einzige Auto mit ABS oder so.

    Product in use ist übrigens ebenso austauschbar, wenn es mehr als ein Produkt gibt, das kann, was es kann.

  25. ralf schwartz

    @ramses Nun, der Apple-Spot läutete ein neues Zeitalter ein, die Ohrfeige ist witzig, aber auch nichtssagende Werbung, die sich verselbständigt hat.

    Beworben wird ein Produkt eigentlich, um seinen Nutzen einem größeren Publikum bekannt zu machen. Da muß es noch lange nicht austauschbar sein.

  26. ralf schwartz

    @ramese101 Sorry, sollte eben natürlich ramses101 heißen!

  27. ramses101

    @Ralf: Ich weiß ja, dass ich gemeint bin ;-)

    Dass die Ohrfeige witzig ist, ist ja richtig. Aber das ist ja noch keine Mechanik. Es wird ein „Insight“ umgesetzt, der im Spot an keiner Stelle kommuniziert wird – außer eben am Schluss. Genau wie bei Otriven, wie bei 1984, wie bei Guinness und einer Million anderer Spots, egal ob die Umsetzung eher hmhm (Otriven) oder weltklasse (Guinness) ist.

  28. ralf schwartz

    Ich meinte das ‚witzig‘ auch nicht unbedingt positiv.

  29. ramses101

    Das ändert aber nichts daran, dass der Spot etwas Austauschbares verkauft hat. Jeder Wagen mit guter Pannenstatistik hätte so werben können.

    Aber wie auch immer, wenn du sagst, die verstopfte Nase bemerkst du nicht, ist es in der Tat so, dass damit das Problem, für das eine Lösung verkauft wird, nicht bemerkt wird. Dann kann damit aber nicht ALLES verkauft werden, sondern GAR NICHTS ;-)

  30. Otrivin Nasenspray verhindert soziale Ächtung

    […] werbeblogger.de & klonblog.com […]

  31. Tommy

    Ich finde beide Werbespots zum totlachen. Ich habe mich gerade erst wieder beruhigt. Die Kritik daran verstehe ich nicht.

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