28.09.11
12:42 Uhr

Montagspredigt: Regierung trocknet Agentur-Nachwuchs aus. Wen juckt’s?

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Nein, die Überschrift ist nicht weit hergeholt. Thomas und ich diskutierten vor Monaten schon, daß uns nahezu Null Agenturgründungen der letzten 10 Jahre im Gedächtnis sind.
Immer wieder schafft es die ein oder andere Agentur, aber von einer fruchtbaren Zeit kann man in diesem Sinne nicht wirklich reden.

Nun also ändert die Regierung ihre Gründungszuschuß-Regelungen für den Übergang in die Selbstständigkeit – und zwar dramatisch:

„170.000 Gründer machten sich 2010 aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig und schufen rund 80.000 weitere Arbeitsplätze. Im vergangenen Jahr wurden Gründer mit rund 1,8 Milliarden Euro staatlich gefördert – wenn sie zuvor Arbeitslosengeld 1 bezogen haben oder ein Anrecht darauf hatten. 2012 sollen es rund eine Milliarde Euro weniger sein, in den Folgejahren sollen 1,3 Milliarden Euro eingespart werden.“

Dies ist ein Zeichen, was in unserer Ökonomie überhaupt keinen Sinn macht. Wir brauchen nichts dringender als Gründer, um neue Ideen auf die Straße zu bringen, um Menschen Arbeit zu geben, um die Vormachtstellung Asiens und Amerikas auf vielen Gebieten irgendwann einmal wieder brechen zu können.

Wir brauchen vor allem Perspektiven für junge Frauen und Männer, die noch kreativ, innovativ und wertschöpfend genug sind, sich als Selbstständige mit einer selbstständig realisierbaren Idee, einem eigenen Geschäftsmodell auf den Weg in die freie Wirtschaft machen wollen – ja, auch mit einer Agentur!

Und wo sind w&v, VDZ, GWA, ZAW bei diesem Thema? Unsichtbar! Lieber prokrastinieren sie mit hiermit: Montagspredigt: “Gib uns ein BWRBNG – UND GIB DIR SELBST DIE SPANNENDSTE BRANCHE DER WELT!”.

Nicht nur, daß sich hier zu Tode gespart wird (siehe oben), vor allem wird der Willkür Tür und Tor geöffnet: „Mit der Gesetzesänderung liegt es im Ermessen der Berater in den Arbeitsämtern, ob sie einen Zuschuss gewähren oder nicht.“

Wohin soll das führen? Die unmotivierte Dame im Arbeitsamt sagt Nein zu Deiner Idee, einen sms-ähnlichen Service namens Twitter zu realisieren, ein Social Network namens Facebook zu gründen, eine Suchmaschine namens Google zu entwickeln?

Prost Mahlzeit!

Hier dürfen wir nicht am falschen Ende und unser aller Zukunft sparen. Hier geht es um die Zukunft der Jugend selbst, die Zukunft ganzer Branchen und die Zukunft des Standortes Deutschland. Auch um die Zukunft der Agentur, der Kommunikation, der Kreativität und Innovation!

Ein Thema, das wahrlich eines „Wortes vorm Regal“ wert wäre! Oder?

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31 Kommentare

  1. Roland Kühl-v.Puttkamer

    Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber spontan fällt mir als Agenturgründung z.B. kempertrautmann ein, also es gibt sie schon noch.

    Ansonsten Zustimmung mit der Einschränkung, dass gerade Agenturen nun nicht gerade für eine kreative Steigerung von Innovation, Produkten und „Produktivität“ sorgen, eher für kreative Absatzförderung und Markenwertsteigerung – aber auch das leider immer weniger.

  2. ralf schwartz

    @Roland Natürlich gibt es sie. ;) Deshalb schrieb ich ja: „uns nahezu Null Agenturgründungen der letzten 10 Jahre im Gedächtnis“. Aber daß auch Dir auf Anhieb nur eine einfällt unterstreicht den Punkt ja nur. (Und bestimmt gibt es viele (leider immer noch mehr oder weniger unbekannte und unauffällige) Neugründungen, die unter dem Radar fliegen.
    Alles nicht erquicklich.

    Förderung tut Not, nicht noch mehr Steine im Weg!

  3. Sebastian Callies

    Danke, dass Du das Thema aufgreifst. Ein „Wort vor dem Regal“ reicht hier sicher nicht…

    Wir haben unsere Agentur (unter dem Radar:)) vor drei Jahren mit Gründungszuschuss auf die Straße gebracht – ich bin mir rückblickend sehr sicher, dass wir das ohne diese Unterstützung nicht getan hätten. Die „Reform“ dieses Instruments ist ein völlig falsches Signal für alle, die sich mit dem Gedanken an den Sprung in die Selbständigkeit tragen. Wütend macht mich, dass diese gravierende Veränderung öffentlich gar nicht diskutiert wird. Verbände gleich welcher Couleur fühlen sich für Gründer nicht zuständig, Journalisten in den Wirtschaftsmedien beschäftigen sich lieber mit Apple & Co. oder den 100 besten Franchise-Systemen. Verglichen damit, was wir anderweitig an Geld raushauen, sind die Einsparungen durch die Reform absolut mickrig.

  4. Vroni

    Lieber Sebastian Callies,
    klasse Menu auf euerer Site:
    WIR STÄRKEN KUNDEN.

    (Genial: Die bei Agenturen stark verbreitete WIR-itis geknackt.)

    In der allgemeinen Berichterstattung fällt auch sonst noch einiges unter den Radar.

    Der Grund, weshalb zusammengestrichen wird: dass es auf dem Papier deutlich weniger Arbeitslose als z. B. 2004 gibt.

    Die „paar“ jetzt muss man wohl nicht zwingend mehr ebenfalls mit Hauruck in die Notgründung bringen, damit noch mehr populistischerweise aus dem Statistik-Radar rausfliegen.

    Dieses Denken der Politik entlang schierer Zahlen alleine ist sehr kurzatmig. Als innovativ haben ich Politik jedoch noch nie erlebt.

    Disclosure:
    An anderer Stelle hier habe ich erwähnt, dass ich nicht zwingend heulen würde, wenn es bald weniger Agenturen geben sollte. Es gibt zu viele, sie mördern sich gegenseitig mit Kampfpreisen, sie stehen für mich auch schon lange nicht mehr für die Wirtschaft weiterbringenden Einfallsreichtum.

    Wenn junge Leute eine Zukunft haben wollen, sehe ich die in der Umwelttechnik. Nicht im Machen des zigsten Apps.

  5. ralf schwartz

    @Vroni @Sebastian Vielleicht sind Existenzgründer (in den Augen unserer Deutschlandverwaltung) auch jene biertrinkenden, Latte-schlürfenden Ex-Arbeitslosen, die in den Cafes und Strassen Berlins herumlungern und von der Regierung nebenan, den sogenannten Politikern, immer noch nicht ernstgenommen werden.

    Hätten sie einen eigenen Verband, würde Frau Merkel auch ihnen als Festrednerin das Blaue vom Himmel herunterlügen, solange es für Parteispenden und Wahlergebnisse opportun erscheint.

    Weiterhin viel Erfolg in Euren Selbstständigkeiten!

  6. Sebastian Callies

    @Ralf Stimmt. Deshalb erhalten Existenzgründer ihren Zuschuss auch nur über die Arbeitsagentur (!), wenn sie mindestens 1 Tag arbeitslos (!) waren – schon allein das ist völlig gaga.

    @Vroni: Danke für die Komplimente :)

  7. Rainer

    Warum schreit hierzulande jeder zuerst nach einem Fördertopf, bevor er/sie sich bewegt? Letztlich gipfelt das in der Anspruchshaltung: helft mir, was zu werden und wenn’s schief geht, helft mir wieder (siehe Bankenkrise).

    Alle wollen, dass sich Staat und Behörden aus möglichst vielem raushalten, aber wenn’s ums eigene Geld geht, dann bitte schnell her damit aus dem ganz großen Topf.

    Man könnte ja eine Unternehmenszusatzsteuer erfinden, aus der Unternehmensgründungen gefördert werden. Jedes Unternehmen, was 5 Jahre existiert, wird dazu herangezogen.

  8. Florian

    Skandal!
    Wenn mann sich mal ansieht, wie es in anderen Ländern aussieht, wird klar, warum wir hier kein neues twitter, facebook oder google gründen können. Gerade in den USA…was da von staatlicher Seite gefördert wird…da habe wir hier keine Chance, wenn man für Gründungszuschuss mit riesenaufwand zum örtlichen Arbeitsamt gehen muss und da einem Sachbearbeiter einen Businessplan zeigen muss.

  9. jess

    Aha. Facebook, Twitter und Google wurden also vom amerikanischen Staat bezuschusst… -.-

    Das Problem das wir haben ist eine Kapitalklemme der Banken und Privatinvestoren, die im Moment einfach kein Geld in neue Ideen stecken. Deswegen vom Staat zu fordern das Risiko zu übernehmen ist ziemlich schwach.

  10. jess

    autsch sorry für die miese Grammatik, das kommt davon wenn man ständig Tabs switcht.

  11. Vroni

    Deswegen vom Staat zu fordern das Risiko zu übernehmen ist ziemlich schwach.

    Sag das bitte auch den Banken, jess.

    @florian
    Einen Gründer ohne Businessplan nehme ich nicht einmal mehr als grafischer Dienstleister. Die „ohne“ sind mir in der Mehrzahl aus Erfahrung zu unsortiert, das ist leider kein gutes und erfolgreiches Arbeiten möglich. Und ich bin gar nicht das Arbeitsamt, sorry, die Agentur für Arbeit.

    @ Ralf
    Mich gibt es nun schon 10 Jahre. Bin aus dem Angestelltendasein ausgestiegen, weil ich endlich in Ruhe mit weniger Leuten und direkt für Auftraggeber ohne den Zwischenpelz Kontakter arbeiten (!) wollte. Und ohne das Bohai, ohne die übliche Gruppendynamikerei intern in Agenturen.

    Es waren also sehr individuelle und intrinsiche Motivationen.
    Da war nicht dabei: Ich will der Innovationsmotor Deutschlands sein.

    Weil ich wohl instinktiv wusste:
    1. Ohne mind. 20-30-Mann-Mannschaft wohl nicht zu packen. Und ich wollte aber klein bleiben, weil ich das Bohai hasste und auch dieses: Chef hier, Chef da, Chef, ich hab ein Problem. Gerade das bitte nicht mehr: die Gefahr als Chef von den Mitarbeitern gemanagt zu werden statt umgekehrt … . (Obwohl ein Berater damals sagte, du musst groß werden, sonst wird das mühsam: kriegst du keine interessanten Kunden, nur kleine Gründer ohne Businessplan, und kleine Gewerbetreibende ohne irgendeine Vorstellung)
    2. Die strategische Alleinstellung Innovation (als Methode, als Prozess) bei Kreation, wie soll das gehen. Kreation ist in sich bereits ein schöpferischer Prozess, jedesmal neu (indealerweise).

    @ Ralf
    Vielleicht git es bessere Möglichkeiten, junge Leute zu fördern, die etwas bewegen wollen, als ausgerechnet dieser antike Arbeitslosen-Fördertopf. Von dessen Fördergeld, das die Leute kriegen, ernähren sich eh am besten die Berater, zu denen man als Gründer hin muss oder hingeschickt wird. Dann ist das Geld meist auch schon wieder alle.

    Unterschied Arbeitslose – Innovative#

    Arbeitslose wollen meist einfach nur irgendeine neue Arbeit, sei es notfalls auch als kleiner Gewerbetreibender auf eigene Rechnung. Für Leute, die Innovationen auf die Beine stellen wollen, ist diese Arbeitsamtsumgebung doch tödlichst. Ganz falsche Prämissen.

    Die sollen besser gleich zur KfW, die ist eher in der Richtung zuhause. Und gleich richtig große Kredite beantragen, solange die Zinsen noch günstig sind. Dafür braucht’s allerdings keinen abgeschriebenen Allerweltsbusinessplan, sondern einen, der reinhaut. Als erste Innovationsprüfung hervorragend: Geldgeber 1A überzeugen.

    Und wissen muss man: Von 10 innovativen Geschäftsideen floppen mindestens 8. Ist halt so. Das bewahrt vor Verstiegenheiten, dass man „Master of the Universe“ ist.

  12. Sascha Stoltenow

    @florian: So, so, die USA also als Vorbild. Mag sein, dann aber – obwohl Angst die schlechteste Motivation ist – müsste man konsequent alle Hilfen streichen, denn das ist, was in den USA nach 5 Jahren Wellfare passiert.

  13. Vroni

    Gefördert in Bayern werden sehr wohl Ausgründungen aus dem Hochschulumfeld. Es betrifft vorwiegend High-tech, Bio-tech.
    Von Medien- oder Agenturausgründungen habe ich noch nichts gehört. Vielleicht erzählt ein Dozent oder Prof aus den Kommunikationswissenschaften oder den Kreationsfächern hier mal was.

    Beispiel Bio-tech (war vor ca. 3 Monaten in der Presse):
    In Bayreuth hat es ein Jung-Biologe geschafft mit der innovativen Geschäftsidee, Bakterien eine Basiscreme produzieren zu lassen, die von der Pharmaindustrie eingekauft wird. Er produziert schon. (Ist also aus der Laborzüchtungsphase und den ersten Skalierungsversuchen hinaus.) Für solche Gründungen braucht es das Hochschulumfeld, die Hochschulkontakte (weil die wiederum Kontakte zur Industrie haben (in Bayern kümmert sich die ein Drittel staatliche bayern-innovativ.de als Hub um solche Dinge) und ein wenig aus dem eigenen Portemonnaie. 6-stellig.

  14. Vroni

    Mir fällt ein nach Kempertrautmann:
    Agentur Nordpol, 1998 gegründet. Sehr kreativ, heimst Preise noch und nöcher ein.

    Handelsblattartikel 2007 „Die Agentur, die nicht wachsen will“
    handelsblatt.com/unt...

  15. Vroni

    Hier hilft der Staat:
    kfw.de/kfw/de/Inland...

    Hier gründen.
    Arbeitsamt ist doch Mist.

  16. ralf schwartz

    @Vroni Klar gibt es andere Möglichkeiten an Fördergelder zu kommen. Mir ging es in meinem Post nur um die Doppelmoral – einerseits D. zurück an die Spitze bringen zu wollen andererseits an wichtigen Stellen zu sparen.

    Hier eine Milliarde zu streichen wirkt sich halt im Zweifel strategisch aus. Den Banken eine Milliarde weniger zu geben, wäre nur ein Rundungsfehler!

    Und: Die Erziehung zur Selbständigkeit (also im gesamten Leben) müßte eigentlich in Elternhaus, Kindergarten, Schule beginnen.

  17. Florian

    Hmm…dieses Internet ist schon ein komisches Ding – eigentlich dachte ich, man können gar nicht deutlicher ironisch schreiben, als ich das in meinem Post getan habe. Aber gut, das nächste Mal also mit ironie-Tags.

    Fakt ist: Auch gekürzt ist der Gründerzuschuss, den das Arbeitsamt zahlt mehr, als es sonst auf der Welt irgendwo gibt. Das Problem einen geldgeber zu überzeugen ist überall sonst vermutlich schwieriger als in D beim Arbeitsamt. Den untergang des gründenden Abendslands also daran festzumachen, wie im Artikel geschehen, halte ich also für Unsinn.

    Das heisst nicht, dass ich (wie in den USA) alle Transferleistungen streichen will. Ich finde nur das Geweine nicht richtig, man könne ja international nicht mithalten, weil der Gründerzuschuss nicht gezahlt wird.

    Wenn die Idee stimmt, dann klappt das auch hier. Man muss es nur machen/wagen. Meistens sogar ohne Zuschuss vom Amt. btw. haben die Jungs von Daily Deal den zuschuss bekommen?

    Und nochmal zu den USA – da ist nicht nur der Weg an die Geldtöpfe schwieriger, wenns schiefgeht gibts nicht mal Stütze. Und trotzdem lassen sich da immer wieder leute drauf ein. teils sogar mit Ideen ohne geschäftsmodell (google, twitter, youtube, foursquare).

    Ich glaube ja auch, dass bei uns ein politisches Klima herrscht, das Gründungen (gerade im medienbereich) sehr erschwert. Die zuschüsse vom Arbeitsamt sind aber sicher der kleinste Teil.

  18. Florian

    Noch ein Nachtrag:

    Meiner Meinung nach ist die geringe Zahl der Agenturgründungen (wenigstens soweit es klassische 360 Grad Agenturen betrifft) eher Ausdruck der Tatsache, dass das originäre Geschäftsmodell der Agentur weg ist. Da gehts der kreativindustrie ähnlich wie der Musikindustrie.
    Die originäre Geschäftsidee der Werbeagentur ist die Aggregation von kreativem Talent. Wenn ich in den 80er eine Anzeige wollte, die von einem Texter und einem Gestalter professionell gemacht werden sollten, musste ich in eine Agentur. Wo hätte ich die denn sonst gefunden? In einer Bar? Und wo hätten die sich untereinander gefunden? der Texter den Grafiker und umgekehrt? Genau: In der Agentur.
    Und im new Business der Agentur wurden dann Booklets an pot. Kunden verteilt, in denen es hies: Wir kennen ihren Markt, vor 5 jahren haben wir mal folgendes für Ihre Konkurrenz gemacht. (Dass die betreffenden Mitarbeiter garnicht mehr an Bord waren, oder wenn sie noch da arbeiteten, dann eben nicht auf dem Kunden, wurde verschwiegen).

    Und heute? Da gibt es dieses internet. Da findet sich kreatives Talent zusammen. da finden Kunden kreatives talent. Und beauftragen direkt den, der die expertise wirklich hat (und nicht eine Agentur, die mit Profis pitcht und dann die Praktis das daily business machen lässt.).

    In dieser Situation würde ich als Kreativer auch eher auf meine kreative Expertise setzen und mich selbständig vernetzen, als eine „Agentur“ zu gründen. Egal ob mit oder ohne zuschuss.

  19. Sascha Stoltenow

    @Florian: Die Ironie habe ich in der Tat nicht klar gesehen. Sie war vermutlich zu sanft (oder zu nahe an der Realität).

  20. ralf schwartz

    @Florian Schöner ‚Nachtrag‘. Und:
    „Ich glaube ja auch, dass bei uns ein politisches Klima herrscht, das Gründungen (gerade im medienbereich) sehr erschwert. Die zuschüsse vom Arbeitsamt sind aber sicher der kleinste Teil.“

    Und durch eben dieses Streichen wird es dann auch immer schwieriger – gerade für die, die eh schon schlechtere Ausgangspositionen haben.

  21. Vroni

    … Doppelmoral – einerseits D. zurück an die Spitze bringen zu wollen andererseits an wichtigen Stellen zu sparen.

    Das habe ich schon verstanden, lieber Ralf. Schon beim ersten Mal.
    So sans die Bollidigger, wie man in Bayern gelassen sagen würde.

    Wissenschaftler hören diese Sonntagsreden von der Exzellenz und Spitze auch, in Wirklichkeit werden die Hochschulen ausgetrocknet. Viele Lehrstühle sind heute kein Hort der Qualitätsforschung mehr, sondern hektische Marketingabteilungen geworden, bei denen der Forscher mindestens 4 Hüte auf hat: Manager, Akquisiteur, Lehrender und Buchhalter. Die Forschung bleibt oft auf der Strecke und mit ihr die Exzellenz.

  22. Vroni

    Den Banken eine Milliarde weniger zu geben, wäre nur ein Rundungsfehler!

    Das Geld kriegen sie auch nicht.
    Das ist lediglich die Höhe der Bürgschaft. Ganz was anneres.

    Aber ich geb dir Recht: Das Volk denkt auch, die Banken kriegten das Geld. Ganz schlechte PR von der Regierung. Sascha Stoltenow übernehmen Sie.

  23. Vroni

    Lieber Florian,
    richtig, dass die vernetzten Selbständigen da zu- und übernehmen.

    Es gibt jedoch noch genug Auftraggeber, die lieber die Manpower wie in alten Zeiten vor sich versammelt sieht. Einkäufer achten strikt darauf, dass der Anbieter kein kleiner Wurschtel ist. Ist so bei IT und bei Design. Ein großer Autokonzern in Bayern hat seine Anbieterlisterigoros von einer dreistelligen Zahl auf eine zweistellige gestrichen und vermutlich die Kleinen aussortiert. Man traut ihnen nicht recht zu, größere Periodika zu wuppen.

  24. Sascha Stoltenow

    @Vroni: Für die Regierungs-PR bin ich nicht zuständig ;-)

  25. Florian

    Liebe Vroni,

    es gibt auch immer noch Pferdekutschen, Vinylplatten, Festnetztelefone und gedruckte Telefonbücher. Trotzdem würde ich die mangelnden Neugründungen in diesen Bereichen jetzt nicht unbedingt der sinkenden staatlichen Gründungsförderung in die Schuhe schieben…;))

    Und der Grund, warum einige Einkäufer große Läden/Namen bevorzugen, liegt evtl. auch eher daran, dass man das der internen Revision im Falle eines Problems besser verkaufen kann. „Wir haben die größte Agentur Deutschlands ausgewählt – da mussten wir davon ausgehen, dass die das können“ ist eben einfacher als „Ich hab die 5 Jungs im Internet gegoogelt – ich fand ganz nett, was die können, aber war nix…“

  26. Rainer

    Wir leben eben in Deutschland: Sicherheit geht vor! Bloß kein Risiko eingehen, „wir machen das mit den Fähnchen“.

  27. Vroni

    Lievber Florian,
    das tue ich auch nicht:

    Trotzdem würde ich die mangelnden Neugründungen in diesen Bereichen jetzt nicht unbedingt der sinkenden staatlichen Gründungsförderung in die Schuhe schieben…;))

    Das war dat Ralf.

  28. ralf schwartz

    @Vroni Petze!

  29. Vroni

    Ralf, du musst dir angewöhnen, deine Positionen besser durchzuhalten.
    :-)

  30. ralf schwartz

    @Vroni – oder ich muß sie besser formulieren ;)

    @Florian Auch ich schiebe fehlende Neugründungen nicht fehlender staatlicher Förderung in die Schuhe. Ich sage, das Letzte, was wir brauchen in D. sind Kürzungen in diesem Bereich.

  31. Mika

    Wie wahr wie wahr.

    Ich habe meine Agentur letztes Jahr im Juli gegründet ohne irgendeinen Zuschuss oder sonstiges vom Staat, denn sonnst wäre es nie etwas geworden. Man kann und darf sich nicht auf den Staat verlassen, dass er uns fördert, im Gegenteil er hebt nur die Hand auf und legt einem Steine in den Weg. Man muss sich nicht wundern, wenn viele Menschen lieber arbeitslos bleiben oder Hartz IV lieber beziehen. Welchen Anreiz hat man sich selbstständig zu machen? 70 bis 80 Stunden zu arbeiten in der Woche, keine Absicherung, hohes Risiko etc. und die Bürokratie des Staates. Ich persönlich hatte bisher erfolg mit meiner Agentur aber zu welchem Preis!

    Nur jammer bringt nichts und daran zu denken, wie es früher mal war, heute verdienen die meisten Angestellten gerade mal soviel um irgendwie über die Runden zukommen, die anderen sind arbeitslos und manche selbstständig und arbeiten rund um die Uhr damit sie vielleicht etwas besser haben. Es sind eben keine rosigen Aussichten und so muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er geht.

    Mein Fazit: Wir haben in Deutschland trotzdem mehr „Unterstützung“ als in anderen Länder, dass nimmt aber unserer Politiker nicht aus der Verantwortung es besser zumachen (wenn man Geld für die Griechen hat, dann muss man mehr Geld für die eigenen Bürger haben). Und zweitens jeder kann es in Deutschland schaffen auch ohne Unterstützung vom Staat.

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