10:12 Uhr
Social Media bei Facebook oder Google ist ein Muss – ob Du willst oder nicht!
Eine kleine Streitschrift ;-)
Der Beitragstitel diese Blogposts klingt zunächst nach dem kategorischen Credo der Web-Apologeten. Vielmehr will ich aber auf den zweiten Teil des Titels hinaus: “…ob Du willst oder nicht”. Denn genau so ist es.
Wir sind auf eine Art gefangen im Netzwerk-Daten-Business von Facebook oder Google Plus. Kaum eine Website, die ohne die famosen Buttons auskommt, kaum ein Blogger, der die Follower und Co. als reizvolle Selbstbestätigungsstimulanz im Auge hat. Wir hier im Werbeblogger auch nicht, Facebook noch ausgenommen. Wir wären ja auch mit Reißzwecken gepudert, wenn wir die Wanderbewegungen in diese Parallelwelt des Web nicht sehen würden. Als kleiner Blogger gegen alle Traffic-Trend-Windmühlen anzureiten käme ja auch einer geplanten medialen Vereinsamung gleich. Gefällt mir das nun aber? Ehrlich gesagt: Nö!!
Wir verlagern alle unsere nachbarschaftlich vernetzten, eigenen Heime im Web zurück in die Hochhäuser und Hasenställe des digitalen Massen-Downtowns, wir ziehen um zu vermeintlich dauerwarmen Fremdkaminen und gratis “DachüberdemKopf”, wir ziehen die Bequemlichkeit der sozialen Discokugel der individuellen Gestaltung und Entwicklung unseres eigenen Heimes vor, welches wir zum Teil mühsam zuvor über Jahre aufgebaut haben. Wir wohnten in der Freiheit der Suburbs aber bewegen uns nun wie die Motten zum Licht, welches andere von einem Moment zum anderen verwerten, verdunkeln, oder ganz ausschalten können. Und warum tun wir das?! Weil wir glauben und schreiben, dass zukünftig vor allem nur bei Facebook, Twitter oder Google Plus die Musik spielt.
Weil wir die Early Adopter sind und wie die Geier nach exklusiven Invitations in die Beta-Rooms der großen Player lugen. Weil wir vorne dran sein wollen. Weil wir die grünen Knöpfe sind, die wie blöd fremdgedrückt werden können, wenn die Granden der Web-Player ihre Marktschlachten austragen.
Manche sagen, wir seien die Opinion-Leader des Fortschritt-Webs, die digitale Boheme, die Avantgarde. Tatsächlich sind wir immer öfter zur fremdgesteuerten Echokammer und dressierten PR-Affen der kommerziellen WEB-Bluechips verkommen. Wir geben für ein Stück “Early-Beta” nicht selten unseren Vorgarten und manchmal bereits das ganze Eigenheim auf. Wir sind dämlich. Unsere Cliquen von gestern werden alle zu Google-Klicks. Oder doch nicht?
6 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 25. August 2011 um 15:10 Uhr
Gute Thesen.
Wo gibt es die Reiszwecken zu kaufen. Ich mag Reis.
Am 25. August 2011 um 15:29 Uhr
Wahr gesprochen.
Early adopter = geschmeichelt für early Depp.
Am 25. August 2011 um 16:31 Uhr
@Toast Jaja, die Oddograffie :-)
danke für den Hinweis, ich hab´s jetzt korrigiert.
Am 25. August 2011 um 21:10 Uhr
Es ist heutzutage eine Kunst, Informationen zu selektieren, unwichtige wegzuschmeissen und sich nicht die Zeit rauben zu lassen. Das beste wäre aber, um einen Echo zu erzeugen im Dschungel der Töne, mich wie ein Wahnsinniger vor dem Video Camcorder aufzuführen und das Video ins Netz zu stellen. Das Echo würde, sehr wahrscheinlich zuerst mal einen Ping verursachen, unberechenbar wie groß, dann untergeht das Video in der Tiefe des Ozeans, wird geshreddert im Speicher eines Servers ir-ge-nd-wo auf dem Planeten. Die Massenpychologie spielt eine große Rolle, so wie im realen Leben, nur halt hier viel schneller. Solange aber der Wirtschaft gut geht, ist Social Media ungefährlich. Sobald aber keiner mehr Essen kann, haben wir ein Problem.
Am 31. August 2011 um 10:56 Uhr
Widerstand ist zwecklos, weil Kapitalismus JEDEN kommunikativen Akt in eine Ware verwandelt…
Am 31. August 2011 um 13:26 Uhr
Eine neue Social Spielwiese ersetzt niemals das “Eigenheim”. Wer so spielt bewegt sich auf dünnem Eis. Denn was ist, wenn die Hochhausbesitzer auf einmal die Regeln ändern – oder Dich rauswerfen, weil Ihnen Deine Nase nicht passt?
Social Media als zusätzlichen (!) Verbreitungskanal sehr gerne, ansonsten macht es Sinn, die eigene Homebase weiter auszubauen.
Viele Grüße,
André