14:54 Uhr
Ist die Werbung schuld an allem?
Am Wochenende diskutierte ich mit 2 Psychologen/Psychotherapeuten – ja, ich hatte es nötig.
Thema: Der negative Einfluß der Werbung auf alles. Puh, das war starker Tobak:
Die Werbung ist an allem schuld, denn
- sie verzerrt die Wirklichkeit, photoshopped und leugnet sie gar.
- Sie beschleunigt die Wirklichkeit, so daß wir älteren – also diese Psychologen in ihren späten Zwanzigern – ihr nicht mehr folgen können.
- Sie überflutet uns mit Reizen, denen wir weder gewachsen sind, noch so recht ausweichen können.
- Facebook tötet die zwischenmenschliche Kommunikation. Genauso wie im Grund Telephon, Fax, Handy, eMail, SMS zuvor die zwischenmenschliche Kommunikation töteten.
- Wir alle sind längst autistisch dahinvegetierende, in die Bildschirme starrende Kommunikationsmutanten, die jede menschliche Regung verloren haben.
- Wenn wir auf Menschen treffen, töten wir sie.
- Die, die überleben, werden immer dümmer, weil Werbung, Wirtschaft und Politik uns so – und nicht anders – haben wollen.
Na, so ist das Gespräch natürlich nicht gelaufen, aber es dauerte 2 Stunden, und manchmal kam es mir genauso vor.
29 Kommentare
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- Riester-Rente: @Vermögensberater/Finanzberate r Vollkommen richtig! Es werden teilweise nur Hungerlöhne gezahlt und immenses geleistet!!!
- Vermögensberater/Finanzberater: Vor allem Designer verdienen aus meiner Sicht viel zu wenig für das was geleistet wird!!!
- Martina: ich sage auch wer viel arbeitet sollte viel verdienen aber ist auch wieder abhängig von dem wert der erarbeiteten sache
- Martina: Vielen dank! :D
- Mama2012: Meine Krabbelgruppe fällt schon längst nicht mehr auf Pampers herein, um ehrlich zu sein, wir benutzen die Windeln von Aldi, Rossmann...
- Dewey: Hi there! This is kind of off topic but I need some help from an established blog. Is it very difficult to set up your own blog? I’m...
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- Almanca Çeviri: Die Werbebranche ist für kreative Köpfe mit ausgeprägtem Freiheitsdrang ideal. Die Anfangsgehälter sind nicht schlecht, aber von...

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Am 2. August 2011 um 15:21 Uhr
Hm, diese Form der Dualität ist ja nicht neu – man kann dieses Phänomen auch “radikalen Konstruktivismus” nennen. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass wir uns der beschriebenen Mechanik durchaus bewußt sind. Und dieser Umstand lässt mich dieses Treiben mit einer großen Portion Entspanntheit betrachten.
Am 2. August 2011 um 15:40 Uhr
@ronny Das Treiben der Werbung oder das der Psychologen?
Am 2. August 2011 um 16:08 Uhr
Ja, genau, darauf lief es hinaus. Alles, was zwischen zwei Menschen an Technik steht, schien automatisch Teufelswerk.
Und dann noch dieser Typ, also ich, der mal in der Werbung war.
Am 3. August 2011 um 08:21 Uhr
Werbung schuld an allem? Natürlich ist sie wirklichkeitsverzerrend, trägt bei zur Reizüberflutung etc. Aber schuld an allem? Man sollte die Bedeutung der Werbung auch nicht überbewerten. Werbung ist nur Teil eines größeren Ganzen.
Ich möchte in diesem Zusammenhang aus „Kulturindustrie – Aufklärung als Massenbetrug“ zitieren, was ein Kapitel aus der „Dialektik der Aufklärung“ von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno ist. Vollständig kann man mit Horkheimer und Adorno nicht d’accord gehen und einiges an ihrer Analyse ist widerlegbar. Und die Erstausgabe erschien 1944… Damals sprach man im Deutschen noch nicht von Werbung, sondern von Reklame.
“Heute, da der freie Markt zu Ende geht, verschanzt sich in ihr (der Werbung) die Herrschaft des Systems. Sie verfestigt das Band, das die Konsumenten an die großen Konzerne schmiedet. Nur wer die exorbitanten Gebühren, welche die Reklameagenturen, allen voran das Radio selbst (zur Zeit der Publikation war TV noch im Geburtsstadium), erheben, laufend bezahlen kann, also wer schon dazu gehört oder auf Grund des Beschlusses von Bank- und Industriekapital kooptiert wird, darf überhaupt den Pseudomarkt als Verkäufer betreten. Die Reklamekosten, die schließlich in die Taschen der Konzerne zurückfließen, ersparen das umständliche Niederkonkurrieren unliebsamer Außenseiter; sie garantieren, dass die Maßgebenden unter sich bleiben; [...] Reklame ist heute ein negatives Prinzip, eine Sperrvorrichtung: alles was nicht ihren Stempel an sich trägt, ist wirtschaftlich anrüchig. Die allumfassende Reklame ist keineswegs notwendig, damit die Menschen die Sorten kennenlernen, auf die das Angebot sowieso beschränkt ist. Sie dient dem Absatz nur indirekt. Der Abbau einer gängigen Reklamepraxis durch eine einzelne Firma bedeutet einen Prestigeverlust, in Wahrheit einen Verstoß gegen die Disziplin, welche die maßgebende Clique den Ihren auferlegt. [...] Wichtiger als die Wiederholung des Namens ist dann die Subvention der ideologischen Medien. Indem unterm Zwang des Systems jedes Produkt Reklametechnik verwendet, ist diese ins Idiom, den Stil der Kulturindustrie einmarschiert.”
Technischer Fortschritt ist nicht negativ oder positiv per se. Das Internet gibt uns eine Chance, wir könnten sie nützen.
Klar ermöglicht das Internet auch zahlreiche Möglichkeiten für kleinere Produzenten und Geschäftstätige. Bei näherer Betrachtung zeichnet sich aber bereits ganz präzise ab, in welche Richtung es geht. Es wird zwischen ein paar Großkonzernen aufgeteilt sein bzw. ist es schon und funktioniert besonders aus ökonom. Perspektive nach den gleichen Mechanismen wie alle anderen Medien. Nur dass die Inhalte noch billiger zu produzieren sind, nämlich größtenteils gratis von den Konsumenten selbst erstellt werden.
Am 3. August 2011 um 11:25 Uhr
Den Eindruck hatte ich zwar neulich im Biergarten nicht, aber was weiß man schon.
(Finde witzig, dass sie Werbung und Facebook und Töten in eine Tonne kloppen. Wer war das noch mal? Psychologen? Und warum war das nötig?
Am 3. August 2011 um 11:47 Uhr
@ben Ein schönes Zitat. Danke.
Das Netz wird nur in die Hände des Establishments fallen, wenn wir es zulassen. Ich bin gespannt.
Am 3. August 2011 um 11:48 Uhr
@vroni Den Eindruck hatte ich auch nicht.
Nötig war es, da ich nichts trinken durfte und mich also auf diese Art berauschen mußte.
Am 3. August 2011 um 11:55 Uhr
Da fallen mir aber ganz andere Räusche ein als bei Psychologen nix zu trinken zu kriegen. Nochmal ein Lob auf den Biergarten, wenns nix ausmacht…
Aber nochmal:
Warum hauten die alles durcheinander? Werbung, Facebook, Töten, Autismus.
Was soll das? Sehr unsortiert und unfair.
Oder was das eher dein Trockenheitsrausch, der das generiert hat.
gnigger
Am 3. August 2011 um 12:00 Uhr
@vroni Das 1. Töten im Sinne von Absterben, eingehen lassen. Das 2.: im Kriege.
Am 3. August 2011 um 12:05 Uhr
Echt jetzt?
Am 3. August 2011 um 12:08 Uhr
Leute, ich bins ja gewohnt, kryptische Textvorlagen zu analysieren (Z.. Briefings …), weil ich muss.
Diese Textvorlage klingt mir jedoch arg nach einem etwas schlechteren magic-mushrooms-Trip. Was habt ihr geraucht?
Am 3. August 2011 um 12:12 Uhr
@vroni 1. Sag ich doch. 2. Nichts. Vielleicht war das das Problem!? Kann da nicht mitreden.
Am 3. August 2011 um 12:15 Uhr
Ich auch nicht.
Am 3. August 2011 um 13:01 Uhr
@Vroni
Wir alle sind längst autistisch dahinvegetierende, in die Bildschirme starrende Kommunikationsmutanten, die jede menschliche Regung verloren haben.
Den Eindruck hatte ich zwar neulich im Biergarten nicht, aber was weiß man schon.
Am 3. August 2011 um 13:04 Uhr
@Vroni Hoppla, zu früh abgeschickt….
wollte schreiben: aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich nach einigen Maß im Biergarten durchaus autistisch dahinvegetieren und zum Kommunikationsmutanten werden kann, was auch nicht notwendigerweise unangenehm sein muss….
Am 3. August 2011 um 14:50 Uhr
:-)
Dass ist eher ein klassisches Thekenwolf-Syndrom.
:-)
Halte ich bei Frauen in öffentlichen Biergärten für bis zu 95% ausgeschlossen. (Sie sind eher Spezialisten für Tablettenweit-, ähm -einwurf und heimliches Saufen).
Aber was weiß man schon.
Am 3. August 2011 um 15:22 Uhr
@Vroni von der “schlimmen” Werbung über die Biergärten bis hin zu den gender studies
Ok, ich gebe Dir Recht. Aber auf der Theresienwiese sollen auch schon Mädels gesehen worden sein, die mehr als eine Maß tranken…
Am 3. August 2011 um 15:46 Uhr
Ja, das sind die modernen Koma-Mädlz.
:-)
Am 3. August 2011 um 16:00 Uhr
@vroni womit wir wieder am Ausgangspunkt angelangt wären und sich nun die Frage stellt: Ist die Werbung (+Facebook) schuld am Koma-Mädlz-Phänomen?
Am 3. August 2011 um 16:49 Uhr
Ja freili.
Die Werbung ist schuld an ALLEM.
Sie ist sogar daran schuld, dass es Werbetreibende gibt, die privat und überhaupt, der Werbung die Schuld an allem geben und sie ganzganzpöse finden, jedoch beim Auftrag an die Agentur ein Lügenszenario entwickelt sehen wollen ohne jede Substanz, dass sogar der ausgschamteste Werber rot in der Birne wird.
Kein Witz und kein Einzelfall, so erlebt.
Wo und wer sog i net. Der ganz normale schizzo-shizzl-Wahnsinn.
Am 3. August 2011 um 17:36 Uhr
@vroni Do schaust her! Kimmt mia fei bekannt voa.
Wo und wer sog i ned.
Am 3. August 2011 um 18:35 Uhr
Und über de komischn Psycholong sog i jetzt a amol nix.
Am 4. August 2011 um 11:45 Uhr
Ähm mal im Ernst, wer solchen Thesen Gehör verschafft und mit Zustimmung verbreitet, … nein das sag ich jetzt besser nicht.
Am 5. August 2011 um 13:58 Uhr
“Vernunft, das ist wie ansteckende Gesundheit”
Am 7. August 2011 um 20:31 Uhr
Werbung und Tinnitus haben große Gemeinsamkeiten. Bei beiden ist ignorieren die vernünftige menschliche Reaktion.
Am 8. August 2011 um 03:52 Uhr
Sag nicht sowas. Ich habe Tinnitus seit ich 12 bin.
Nur wenn ich ihn ignoriere, geht es mir gut. Aber nach einem Konzert pfeift die Kiste, ähm das Innenohr, tagelang.
Ähnliches bei Werbung.
Am 8. August 2011 um 12:25 Uhr
Da hilft als Selbstschutz nur eine Vermeidungsstrategie. Die ist Regel Nummer 1 im gesamten Tierreich. So sollte es auch beim Menschen zur Abwehr bekannter, vermeidbarer Gefahren sein.
Am 1. Oktober 2011 um 11:53 Uhr
[...] diesen Ausszug zitierte ich bereits an anderer Stelle in einer Blogdiskussion. Da es eines meiner Lieblingszitate im Zusammenhang mit Werbung ist, zitiere und thematisiere ich [...]
Am 17. November 2012 um 14:15 Uhr
Werbung trägt mit Sicherheit dazu bei, dass die Wirklichkeit verzerrt wird und Menschen falschen Idealvorstellungen hinterherrennen. Doch das ist schon seit Anbeginn der Zeit so. Menschen haben immer dem nachgeeifert, was ständig präsent und begehrt war. Das ist normales menschliches Verhalten.