05.07.11
14:43 Uhr

McDonalds & ElitePartner: Eine Lüge sagt mehr als 1000 Worte?

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Michael kommentierte vorgestern: „… es ist eine Werbekampagne und da werden natürlich schöne (geschönte) Photos verwendet. Wie heisst es doch so schön: Das Auge isst mit“.

Die Selbstverständlichkeit mit der er das ’natürlich‘ setzte, machte mich schon ein wenig nachdenklich. Sind wir inzwischen allgemein soweit, daß man der Werbung nicht mehr glauben kann? Daß die Werbung es endgültig geschafft hat, das Vertrauen der Menschen zu verspielen?

„… erwarte ich an dieser Stelle keine realen Personen aus dem beworbenen Portal. … Man glaubt halt nichts mehr“.

Und was ist die Rolle der Agenturen bei dieser Rumlügerei? Sie finden es nichtmal mehr abstoßend? Für sie ist es tägliche Normalität? Tagesgeschäft sozusagen? Und bloß nicht mehr drüber reden? Totschweigen? Stattdessen lieber die ‚Nestbeschmutzer‘ beschimpfen?

„Puh… das Niveau sinkt… ein Hamburger von McD sieht nicht so aus wie in der Werbung: Zeit für einen Artikel bei Werbeblogger!!!!!!!!!! omg“.

„Da verschwendet aber einer unglaublich viel Zeit für totalen Schwachsinn!!!
Hast Du schon jemals in irgendeinem Restaurant oder Imbiss oder was auch immer ein Essen bekommen, das so aussah wie auf den Werbephotos?
Nein? Hmm, vielleicht liegt das ja daran, dass das eine Werbung ist und das andere die Realität?“

„Sorry aber ich finde ihr macht euch hier echt lächerlich…
Wem das Aussehen des Essens wichtig ist, der geht nicht zu McDonalds sondern ins 5-Sterne Restaurant.
Niemand wird gezwungen diesen Burger zu kaufen/essen“
.

In diesem Zusammenhang solltet Ihr auch nochmal in diese Diskussion unter Rolands „Suggestion, Illusion, Irreführung, Täuschung. Muss Werbung so sein?“ hineinschauen.

Ist also die Lüge Realität in deutschen Agenturen und Marketingabteilungen? Oder sind das hier die Ausreisser? Nicht repräsentativ für das wahre Geschehen dort draussen? Was denkt Ihr? Wo stehen wir? Ein wenig nervös macht mich das schon. Wird alles immer schlimmer – ohne daß die Agenturen gegensteuern?

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55 Kommentare

  1. Ben

    @teo es ist mir ein Rätsel, wo sich der direkte Dialog bei den meisten Display-Kampagnen versteckt. In der Klickrate? Ein paar Millionen PIs einkaufen, um dann Klickraten von 0,3% als Erfolg zu feiern, naja. Dialog kommt dann vielleicht bei 0,001% der Leute zu Stande. Zumindest Displaykampagnen sind reine Massenkommunikation. Auf der Seite der Agenturen gibt es da sicherlich keinen Dialog mit den Kunden. Und beim werbetreibenden Unternehmen? Klicken, dann ein bißchen auf der Seite surfen (durchschnittliche Verweildauer oft nur ein paar Sekunden), vielleicht etwas bestellen. Auch nicht so der riesige Dialog.
    Realitätsnähe? Da reicht es sich die Werbemittel zu betrachten. Das kann jeder für sich beantworten. Heute sehen wir ein Wallpaper von ERGO auf SPON. Versichern heißt verstehen. Ganz besonders realitätsnah. So sehr, dass sie gleich für den Effie nominiert werden. Wofür eigentlich? Als Kampagne mit der widersprüchlichsten Wirkung des Jahres?

  2. ralf schwartz

    @teo Ich wünschte, ich könnte Deinen Optimismus teilen. Aber eine Branche (Agenturen und Marketing-/Media-Verantwortliche in Unternehmen), die seit Jahrzehnten in Reichweiten, in Wahrscheinlichkeiten und Hoffnungen denken, die gehen nicht so schnell weg vom Liebgewonnenen. Die klammern sich an die Tradition, so unbewußt das auch sein mag.

    Sie werden sich weiterhin selbst etwas vormachen – wie auch ihren Kunden (als Agentur) und ihren Bossen (im Unternehmen), um mit den höheren Zahlen auch höhere Boni zu kassieren, Ruhm und Ehre zu ernten.

    Nur allzu selten geht es um das Produkt, die Marke oder gar den Konsumenten!

  3. teo

    @ralf von schnell war ja auch nicht die Rede. Leute, die an der Traditionen klammern, werden das auch weiterhin tun. Es gibt aber auch Kunden, die das auch so weiterhin akzeptieren werden. Ein großes Teil der jungen Erwachsenen (und nicht nur) wird das aber nicht akzeptieren und daher wird sich die Werbung auch anpassen müssen, einige machen das schon. Es ist unvermeidlich meiner Meinung nach, weil:

    @Ben heutzutage (fast) jeder die Möglichkeit hat, seine Eindrücke über ein Produkt anderen mitzuteilen hat. Viele machen das auch. In meinen Augen besteht der Dialog zwischen Unternehmen und Kunde darin, dass wenn etwas nicht der Versprechungen in der Werbung entspricht, kann ich da direkt anderen und oft auch dem Unternehmen selber mitteilen. Wenn die Unternehmer vernünftig sind, werden die auch zuhören und nicht nur Klickraten hinterherrennen.

  4. ralf schwartz

    @teo Yep – und: Sag das denen mal:
    werbeblogger.de/?s=e...
    werbeblogger.de/2011...
    Die könnten echte Fans haben, wollen aber anscheinend nicht.
    Ansonsten hoffe ich, geht es schneller als wir beide vermuten.

  5. Sinas Creativ

    Man gewöhnt sich wohl fast an alles, was man passiv konsumiert!? Wie in der Politik…und irgendwann schaltet man ab und „toleriert“ was da einem vorgesetzt wird mit dem Maximalgedanken: „Man kann ja sowieso nix ändern!“ Irgendwie eine gruselige Vorstellung…

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