05.05.11
10:23 Uhr

Montagspredigt: justunfollow.com – Sich selbst pulverisierender SPAM

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Gestern stolperte ich über justunfollow, die einen einfachen Service bieten: „Unfollow Twitter users who do not follow you!“. Eine interessante Logik:

Ich folge zB @weißnichtwem, weil mich interessiert, was die da so machen und ich von deren Wissen und Links und Kommentaren für die Weiterentwicklung meines Intellekts, meiner Intuition und Imagination profitieren möchte.

Und dann merke ich, daß @weißnichtwem mir nicht folgt – und entfollowe die wieder, weil sich das nicht gehört? Hä? Ich schade also mir selbst, um dem anderen zu zeigen, daß es so nicht geht? Daß man mir folgen muß, auch wenn ich nichts besseres zu bieten habe als meine SEO- oder SPAM-Tweets?

Das ist so als würde ich aufhören TV-Nachrichten zu gucken, weil ich merke, daß die nicht zurückgucken? Idiotisch!

Dann jedoch dachte ich: Eigentlich cool, wenn man mit dem Tool die Follower-Sammel-Idioten sich selbst entsorgen läßt: denn genau diese quere Logik könnte natürlich mein Problem lösen, daß man einen Rattenschwanz an klebrigem Menschen-SPAM mit sich rumschleppt, der nicht an Inhalten und Qualität, sondern nur an Followerzahlen interessiert ist. SPAM, der sich mit diesem Tool selbstständig in Wohlgefallen auflösen, selbst entsorgen könnte. Wow!

Ich kann also nur jedem Follower-Sammel-Idioten raten, dieses Tool zu nutzen und mich nicht 3mal immer wieder erneut zu adden, damit ich endlich auch followe. Es wird nicht passieren. Ich werde nicht folgen, solange ich nicht relevanten Content vorfinde. Adios Idiotos, die ihr nur auf Follower spekuliert! Dank justunfollow.com!

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13 Kommentare

  1. rosenkrieger

    Sehr gut geschrieben. Ich für meinen Teil habe die Funktion „eMail Benachrichtung bei neuen Followern“ seit langem abgestellt – wer mit mir kommuniziert merke ich ja und muss es nicht per eMail zusätzlich noch mitgeteilt bekommen.

    Ich hatte mal etwas zum Thema „Wir sind doch nicht verheiratet..“ zu Twitter geschrieben. Manche Leute nehmen es sehr persönlich wenn man ihnen entfolgt und „heulen“ rum.

  2. ralf schwartz

    @rosenkrieger Wohl wahr. Bei facebook auch. Dabei ist es wie Du sagt nunmal wirklich keine Heirat, sondern nur ein ‚Aneinandervorbeilaufen in der Fußgängerzone‘, man muß halt sehen, was draus wird.

  3. JanM

    Machst Du da einen Denkfehler oder ich? Der Einsatz von so einem Tool (bzw. der generellen Vorgehensweise) führt doch erst dazu, dass man von Spammern wieder und wieder neu ge- und entfollowed wird?

  4. Perry

    Facebook sehe ich eklatant anders als Twitter. Facebook soll nur meine Freunde bis Bekanntschaften (beruflich und privat) beherbergen. Hier muss auch ein Shake-Hands zwischen Personen sein (Gefällt mir! Produkte und Unternehmen sind außen vor)
    Twitter ist für mich ein erweiterter News- und FYI-Feed von interessanten (Content!) Firmen und Personen. Hier sehe ich ein Shake-Hands Bedarf nicht.
    Insofern: Twitter ist (für mich) beruflicher und Facebook privater.

    PS: Diese Sammelleidenschaft erschließt sich mir nicht. Erstens wird der eigene Feed unlesbar. Bei FB wie bei Twitter gilt: Qualität ist auf gar kein Fall Quantität. Außer man ist reiner Absender (obwohl das auch in diesem Fall gelten kann).

  5. ralf schwartz

    @JanM Dieses Tool unfollowed ja nur und nimmt mir (wenn andere es benutzen) die Arbeit ab, da sie aufgeben, die Konsequenz ziehen, statt mir mit wiederholtem Followen auf die Nerven zu gehen.

  6. ralf schwartz

    @Perry Ich denke, diese Sammelleidenschaft kommt aus einem überholten Reichweiten- und Quantitätsdenken, dem die meisten Agenturen und Marketer noch huldigen – in Ermangelung eines neueren Kommunikationsverständnisses.
    Sieht man ja an den Nicht-Inhalten der meisten Company- und Marken-Accounts bei Twitter, fb, oder gar in Blabla-Blogs.

  7. JanM

    @ralf: Woraus schließt Du denn, dass sie mit einem (zudem noch automatischen) Unfollow die Konsequenz ziehen und aufgeben? Ich würde davon ausgehen, dass zumindest die profesionellen Spammer auch zum Followen Tools benutzen, die sie einfach mit Nicklisten füttern, und die Dich dann beim nächsten Durchlauf wieder adden. Das hat ja aus Spammersicht sogar den Vorteil, dass man sich bei denjenigen, die Followermails aktiviert haben, mehrmals in der Inbox verewigen kann.

    Ich bezweifle, dass sich ein Spammer beim Unfollowen sowas denkt wie „hoppla, der scheint an meinem todsicheren 10-Punkte-Plan für ein erfolgreicheres Leben als NLP-Drohne kein Interesse gehabt zu haben. Naja, sein Pech“ ;)

  8. ralf schwartz

    @JanM Na klar, Du hast recht.
    Ist ja auch nur eine Predigt, kein Gesetz ;)
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  9. JanM

    @ralf: Ich hoffe mit :)

  10. Pixmac3Cmanager

    Also ich weiß nicht, es sind soviele Nachrichten auf Twitter, da fällt nichts mehr so richtig auf. Das Rauschen ist zu hoch. Schlimmer als so und soviele Follower, finde ich ist, wenn jemand alles aber wirklich alles postet, für die Followers. :-)

  11. ralf schwartz

    @pic… Die Intensität des Rauschens hat man doch selbst im Griff: nicht allem und jedem followen … man kann sowieso höchstens 200 richtig folgen, oder?

  12. frank

    Hmh. Vielleicht sollte ich dich einfach mal adden…
    Natürlich ist es völliger Blödsinn, wenn jemand behauptet, man können nur 200 Leuten richtig folgen. Man kann mit allergrößtem Respekt und totaler Konzentration mehr als 200.000 Leuten folgen.

  13. DeveloperTalk

    Guter Artikel, ich finde es auch nervig, wenn diese ganzen SpamFollower einen Adden, nur damit man sie zurück followed.
    Wer followed schon jemanden, den man nicht kennt und der auch sonst nur sinnlose Werbung postet?

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