11:29 Uhr
Breaking! TV-Wirkungstag-Studie: Der Küchentisch ist wahres Social Media
(Anmerkung: Der folgende Text ist von w&v (TV-Wirkungstag: “Fernsehen ist wahres Social Media”) übernommen. Ich habe nur die Durchstreichungen, ‘Küchentische’ und ‘Abendessen’, etc. eingefügt.
Diese Übung soll auf satirische Art und Weise die Studie und die Relevanz von TV, die vom TV-Wirkungstag wiedermal postuliert wird, hinterfragen. Mit Dank an w&v.)
“Am 8. TV-Wirkungstag kommenden Donnerstag in Düsseldorf (31.3.2011) legen die beteiligten TV-Vermarkter die Gemeinschaftsstudie “TV Der Küchentisch ist wahres Social Media” vor. Studienleiter Olaf Rüsing, Managing Director bei Rich Harvest, erläutert, was dahinter steckt.
Herr Rüsing, TV Der Küchentisch ist das wahre Social Media – zu diesem Schluss kommt ihre Studie. Das müssen Sie erklären …
Alle reden von Social Media und meinen soziale Netzwerke, Blogs und andere Webmedien. Doch im Verlauf unserer Studie fragten wir uns immer mehr: Ist das Fernsehen der Küchentisch nicht das wahre Social Media? Zum einen konnten wir feststellen, dass das Fernsehen der Küchentisch im Vergleich das Medium ist, welches am häufigsten gemeinsam genutzt wird. Egal, welche Altersgruppe wir uns anschauen. Zum anderen zeigten aber auch unsere Beobachtungen und Interviews in den Haushalten: Fernsehen der Küchentisch bringt nicht nur enge soziale Gruppen wie Familien zusammen, sondern im großen Maße auch Freunde und Bekannte. Und selbst in Singlehaushalten schauen sitzen noch knapp sechzig Prozent mindestens einmal die Woche mit anderen zusammen fern am Küchentisch.
Was bewegt die Menschen, sich gemeinsam um den Fernseher Küchentisch zu versammeln?
Mag auch die Vorstellung von der Welt moderner und die technischen Geräte Küchentische immer ausgereifter werden: Grundlegende emotionale und soziale Bedürfnisse wirken unvermindert fort. Zum Beispiel Bedürfnisse nach Gemeinschaft und Zusammenhalt. Diese Bedürfnisse können hervorragend und unaufwändig durch das Fernsehen den Küchentisch ausgelebt werden. In diesen gemeinsamen Fernseh- Küchentisch-Momenten werden die Bedürfnisse nach Gemeinschaft, Geborgenheit und Selbstvergewisserung gestärkt und aktualisiert. Und zwar durch tatsächliche Anwesenheit. Obwohl natürlich auch einige während und zum laufenden TV-Programm zur laufenden Nahrungsaufnahme chatten oder netzwerken – eine moderne Form des gemeinsamen Fernsehens Küchentisches. Dadurch findet eine Intensivierung des Gefühlserlebnisses statt. Dies ist auch der Hauptgrund, den die Befragten für das gemeinsame Fernsehen den gemeinsamen Küchentisch angeben. Zugleich schafft das gemeinsame Fernsehen der gemeinsame Küchentisch auch eine Art „Quasi-Live-Satt-Erlebnis“. Es kommt zu einer Aufwertung und Intensivierung der Fernseh-Küchentisch-situation. Man trifft sich, kocht vorher, tauscht sich über die Sendung anderen Gäste aus, lacht, weint oder lästert miteinander. An dieser Stelle auch die gute Nachricht an alle klassischen Fernsehgeräte Küchentische: Ihr werdet noch immer gebraucht! Mehr als 80 Prozent unserer Befragten sagten, dass sie das klassische Fernsehgerät den traditionellen Küchentisch genauso häufig oder häufiger zum Fernsehen Abendessen nutzen werden. Warum? Weil der soziale Aspekt des Fernsehens Küchentisches eben unvermindert wichtig bleibt.
…
Wie ändert sich die TV-Nutzung Küchentisch-Nutzung durch neue Geräte wie Smartphone und Tablet-PC?
Neue mobile Endgeräte Küchentische erzeugen auch neue Nutzungssituationen. Man wird mobiler und Fernsehen der Küchentisch wird noch stärker zu einem Alltagsbegleiter, den man immer dabei hat. Die Möglichkeit, auf der Zugfahrt die Lieblingsserie den Lieblingsküchentisch anzuschauen, finden viele schon sehr verlockend. Natürlich können sich durch neue Nutzungssituationen auch Räume für neue Formate Tische ergeben: zum Beispiel straffere Formate leichtere Tische für den kurzen Weg zur Arbeit. Die Befragten schätzen, dass alle Fernsehgeräte Küchentische – stationäre ebenso wie mobile – genauso wichtig bleiben oder sogar wichtiger werden. Fernsehen Der Küchentisch bleibt also generell wichtig, völlig unabhängig vom Gerät.
Wie stellt sich das TV-Erlebnis Küchentisch-Erlebnis auf diesen Geräten dar?
Auch die neuen mobilen Endgeräte Tische müssen sich mit den relativ stabilen Bedürfnissen der Nutzer auseinandersetzen: Fernsehen Der Küchentisch ist ein Lean-Back-Medium. Entspannung ist das Motiv, bei dem sich Fernsehen am stärksten von allen anderen Medien unterscheidet. Auch dieses Bedürfnis muss das mobile TV-Erlebnis zukünftig erfüllen können – nur eben in veränderten Nutzungssituationen. Also, egal ob stationär oder mobil: Die Zuschauer wollen vom Fernsehen Küchentisch auch verführt werden. Sie wollen sich zurücklehnen können. Sie wollen in einer hyperaktiven Welt auch passiv sein dürfen.
Die Studie “Alle lieben Fernsehen den Küchentisch” erscheint in “Werben & Verkaufen” (Ausgabe 13 /2011) und wird auf dem 8. TV-Wirkungstag am 31. März in Düsseldorf von den teilnehmenden TV-Vermarktern Seven One Media, IP Deutschland, El Cartel Media, Viacom Brand Solutions, Discovery Networks Deutschland und Constantin Sport Marketing vorgestellt.”
21 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 28. März 2011 um 11:53 Uhr
Du hast einen vergessen, ganz am Anfang (und wie ich gerade merke spaeter auch noch mal) sollte das meines Erachtens “Kuechentisch-Vermarkter” heissen. Auch Kuechentische muessen schliesslich vermarktet werden.
Ich geh’ jetzt mal nachsehen ob’s bei IKEA einen Kuechentisch “Postman” gibt…
Am 28. März 2011 um 11:59 Uhr
@Armin Streng genommen hast Du recht, danke für die Aufmerksamkeit. Tatsächlich aber wollte ich die so beibehalten.
Gute Idee mit dem Postman – der auch schon wieder doppeldeutig sein kann … sehr gut!
Am 28. März 2011 um 12:24 Uhr
Küchentisch hin und her. Ich bin für Küchentische solange an jedem Sitzplatz ein Touchscreen mit Internetanbindung in die Tischplatte integriert ist. Dann setzen sich die Küchentischuser gerne wieder zusammen an einen Tisch und kommunizieren frisch und frei über eine Community Plattform miteinander.
Am 28. März 2011 um 12:26 Uhr
Genial :-)! Wusste ich es doch!
Am 28. März 2011 um 12:29 Uhr
@Ralf, ah, OK, kein Problem.
Und die Anspielung/Doppeldeutigkeit gleich bemerkt, ich bin beeindruckt.
Am 28. März 2011 um 12:33 Uhr
@Tom Genau. Und im Hintergrund plätschert das (Hintergrundmedium) TV …
@Armin Danke. Weiß man doch, wenn man in einem Karton vor dem Fernseher groß geworden ist …
Am 28. März 2011 um 13:25 Uhr
Top Beitrag :-) Einfach nur gut!
Am 28. März 2011 um 13:27 Uhr
@Thomas Na, das hört man doch immer wieder gerne!
Am 28. März 2011 um 14:00 Uhr
Hervorragende Idee – ich liege unter dem “Küchentisch” vor lauter Lachen.
Der TV-Wirkungstag ist größtenteils Bullshit-Frisbee zwischen TV-Vermarktern, Kunden und Mediaagenturen… häufig geht auch mal ein Frisbee in die Fresse – ohne dass es die Beteiligten merken.
Am 28. März 2011 um 14:03 Uhr
@Ben Wohl wahr. Eine trotzige Veranstaltung, die sich nicht den Realitäten der Welt stellen will.
Statt verzweifelt zu versuchen, sich Gesundzubeten sollte die Branche über den notwendigen Wandel nachdenken und in die Tat umsetzen. Die akt. Geschäftsmodelle schimmeln schon …
Am 28. März 2011 um 15:19 Uhr
Solange die Software- und Automatisierungsindustrie eine bestimmte Masse von Menschen von der täglichen Arbeit fernhält, wird es immer genug Küchentisch-Zuschauer geben, die mit Wohlgefallen Schnitzel kaufen, die man im Toaster zubereitet und für besondere Tage auch mal einen Teller benutzt, um das Essen aus der Mikrowelle angemessen aus der Plastikschüssel umzuverpacken. Für diese Menschen ist Küchentisch das bestmögliche Medium. Deshalb gibt es dort auch so selten Werbung für Golfbälle, Ferrari und Urlaub auf den Malediven…
Am 28. März 2011 um 15:37 Uhr
@wittkewitz Unser individueller Küchentisch ist also gezimmert aus den Brettern, die wir jeweils vor dem Kopf haben!?
Am 28. März 2011 um 16:44 Uhr
Ich wollte nur eine alternative Definition von Social Media in sarkastischem Ton anstimmen…
Am 28. März 2011 um 17:06 Uhr
@wittkewitz I know. Find ich auch gut und richtig. War so’ne Art Verlängerung…
Am 28. März 2011 um 17:09 Uhr
Es ist ja noch immer so, dass man sich fürs Bellen oder das Blöken entscheiden muss. Wer dann den bellenden Hunden hinterher läuft kann folgerichtig nicht zur bellenden Meute gehören. Das mit dem “sapere aude” kommt sicher auch irgendwann im deutschen Volk an. Manch schützen sich ja erfolgreich mit einem Studium gegen den Einsatz des Verstandes. Sie verwechseln noch immer Gedächtnis mit Wissen und Zahlen mit Wahrheiten…
Am 28. März 2011 um 17:39 Uhr
@Wittkewitz: das halte ich für sehr optimistisch, schließlich ist Kants Leitspruch der Aufklärung schon fast 250 Jahre unterwegs. Eher wird Deutschland die Ur Ur Ur – Enkel unseres Ex-Doktors und -Verteidigungsministers zu Guttenberg im nationalen Parlament begrüssen dürfen…
Am 29. März 2011 um 10:41 Uhr
Eine Frage, Ralf: Darf ich das übermorgen auf dem TV-Wirkungstag “Panel: Warum das Feuer weiterbrennt” (Warum der Herd weiterbrennt?) zitieren?
Am 29. März 2011 um 12:07 Uhr
@Thomas Könnte mir nichts Schöneres vorstellen. Nur zu. Viele Grüße an alle, bitte.
Am 29. März 2011 um 14:35 Uhr
Auja, das ist doch eine gute Idee Tom. Endlich kann ich wieder in Ruhe Frühstücken ohne Ständig zum PC laufen zu müssen. Einfach ganz relaxed mit meiner Frau über den Küchentisch kommunizieren. :)
Am 30. März 2011 um 09:17 Uhr
So, noch ein paar Gedanken zum Medium: “TV: Leit-, Light-, B-Gleit-, Leid-Medium” > ralfschwartz.typepad...
Am 28. Oktober 2011 um 20:02 Uhr
sehr geehrte Damen und Herren,
ich würde gerne mit Ihnen in Verbindung treten und bitte Sie mich anzuschreiben.
Mit freundlichen Grüssen
Heinz Keller