01.03.11
09:47 Uhr

Die Bundeswehr braucht gute Leute, Werbung und die Medien

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Die Bundeswehr soll kleiner werden. Und die Wehrpflicht ist seit kurzem ausgesetzt, maßgeblich unterstützt durch Verteidigungsminister zu Guttenberg und seine geplante Bundeswehrreform. Das Problem ist nur: es finden sich kaum noch junge Leute, die den (zivilen oder militärischen) Berufsweg bei der Bundeswehr attraktiv finden. Vielleicht zeigt die Diskussion um die Bundeswehrreform im Kontext eines medial dauerbeschossenen zu Guttenberg aber auch eine kontraproduktive Außenwirkung für potenzielle Berufsstarter. Noch im Mai 2010 erklärte zu Guttenberg, dass er vor allem beim Personal sparen wolle. Eine solche Aussage passt im Kontext der in diesem Jahr startenden Image- und Recruitment-Kampagne für die Bundeswehr in den Köpfen der Zielgruppe vermutlich nur schwer zusammen.

Es verwundert natürlich wenig, dass die politische Opposition die von Zenithmedia gesteuerte Kampagnenplanung kritisiert, weil zum Startschuss der Kampagne vor allem Anzeigenplätze bei Publikumstiteln von Axel Springer bedacht werden. Unter reinen Mediaplanungsaspekten kommt man bei solchen Kampagnen natürlich nicht wirklich an Bild & Co. für eine reichweitenstarke und zielgruppengerechte Ansprache vorbei.

Viel entscheidender für die Wirksamkeit der Kampagne scheint mir aber das Kreativkonzept und das Timing zu sein. Zu Guttenberg als oberster Chef der Bundeswehr ist im Moment nicht wirklich das ideale mediale Zugpferd für einen Kampagnenstart. Dass die Irritationen um die Person zu Guttenberg und seine (Aus-)bildung auch das themenverwandte Kampagnenfeld berühren, dürfte sehr wahrscheinlich sein. Je nach kreativem Ansatz der Spots und Anzeigen ist wohl auch mit dem einen oder anderen Bonmot, Spott oder Spoof zu rechnen, vor allem, wenn auch die Uni der Bundeswehr bzw. akademische Laufbahnen inhaltlich aufgegriffen werden.

Als Kreativpartner steht der Bundeswehr übrigens die Agentur von Mannstein zur Verfügung, die bereits einige Imageprojekte für die Bundeswehr begleitet, sich aber im Moment mit diesem Referenzkunden vergleichsweise bedeckt hält…

Zur Einstimmung auf das, was noch kommen mag, hier ein Spot aus dem Jahr 2010, der in Anlehnung an Bild – und Soundmotive aus „der weiße Hai“ zur Eröffnung ein U-Boot in Szene setzt:

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5 Kommentare

  1. Thomas

    Ich habe heute morgen im Radio gehört das mehr Gelder in die Werbung der Bundeswehr gesteckt werden soll, anscheind gehen denen die Leute aus. Das wundert mich nicht, wer will schon gerne nach Afghanistan? Es sind bestimmt nicht viele.
    Ich habe übrigens verweigert :D

  2. Vroni

    Nu, der schöne schneidige Gutti ist krokodilstränentriefend zurückgetreten. Waren doch mehr als bloße „Irritationen.“

    Auf die
    noch zu drehenden,
    verlogenes,
    hehres Männlichkeits- und Technik-Ethos propagierenden
    Filmchen

    bin ich überhaupt nicht gespannt.
    Mir wird übel. Beileid für die Agenturen und ihre Mitarbeiter, die so etwas „Kreatives“ verstärkt zur Freiwilligen-Rekrutierung machen „dürfen“.

    Ich kannte mal jemanden, der zeichnete und flashte für Games, die dazu dienen sollten, das männliche Jungvolk im Vorfeld für die grüne Firma zu begeistern. Also hat man schon vor Jahren manipulativ Games und Spiele-Schnickschnack eingesetzt, interessant.

  3. Raoul

    Guttenberg ist heute zurückgetreten, das Problem bleibt aber. Ein guter Grundgedanke, der nicht zu Ende gedacht worden ist. Die Wehrpflicht von jetzt auf gleich auszusetzen ohne eine Strategie, wie denn die Lücken aufgefüllt werden sollen. Und für mich ist es auch rätselhaft, wie junge Menschen mit Spots an diese Thematik herangeführt werden sollen. Abenteuerspielplatz war gestern, die Realität mit Auslandseinsätzen und Toten ist heute. Da reichen keine schönen Bilder.

  4. newerapublications.de » Blog Archive » Guttenberg : Guttenberg hinterlässt in der Bundeswehr eine Großbaustelle – Derwesten.de

    […] BundeswehrFAZ – Frankfurter Allgemeine ZeitungFreie Presse -Nordkurier -werbeblogger.de (Blog)Alle 5 […]

  5. Thies

    Die aktuellen Funkspots treffen das Problem, wenn sie die internetSeite nennen: w w w Bundeswehr minus Karriere d e…

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