11.02.11
10:51 Uhr

Kleine Agentur – Kleines Social Media Hirn?

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Manchmal – aber nur manchmal – frage ich mich, was sich manche Agentur dabei denkt,

01 – sich einen Namen zu geben, der wild – und inhaltslos – absolut gar nichts zum Sinne und Zweck oder gar zur Differenzierung dieser Agentur sagt,

02 – sich dann bei Twitter eine null-distinktive Bio zu geben (Bloggen, Social Media, SEO, Online Marketing oder Reputation Management oder oder oder),

03 – sich am selben Ort eine Location auszuwählen, die nicht genau ‚irgendwo‘ ist, sondern nur ’near‘ irgendwo (gilt das dann nicht auch für die Angaben in der Bio?),

04 – sich ein Twitterpic zu Repräsentationszwecken genehmigen, daß ebensowenig aufmerksamkeitsstark, geschweige distinktiv ist wie der Rest – und nur nichts repräsentiert,

05 – um dies zu allem Überfluß mit der Nicht-Nennung der Agentur-Website-Adresse zu krönen, der einzigen Möglichkeit, vielleicht doch noch etwas über Mann und Maus zu lernen?

Was nur soll sich ein potentieller Kunde unter der Qualität solcher Agenturen, ihrer Führung und ihrer Teams vorstellen? Da bleibt im Grunde nicht viel Spielraum für Positives.

Wie wollen Consultants und Agenturen Kunden überzeugen, sie als potentielle Berater für Social Media in Betracht zu ziehen, wenn sie schon bei der eigenen Selbstdarstellung derart kläglich versagen? Oder wollen die, die Online Marketing oder Reputation Management ausweisen, genau das eigentlich gar nicht?

So manche Agentur muß sich wohl zuallererst einmal selbst über ihre Vision, ihre Ziele, ihre Strategie (also den Weg zur Erreichung dieser Ziele) klarwerden, ehe sie live und in Farbe sich an den Markt begibt und eindrucksvoll beweist, daß der Schuster selbst die schlechtesten Schuhe trägt.

(Ach so, damit man mich nicht falschversteht: Dinosaurier hatten im Vergleich zu ihrer Größe die kleinsten Hirne. Große Agenturen sollten sich (ob der Artikel-Überschrift) also nicht allzu sehr in Sicherheit wiegen.)

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27 Kommentare

  1. Thomas Matti

    Es soll ja Agenturen geben die mit Arbeit gut Ausgelastet sind und eigentlich gar keine neuen Kunden wollen. Da bleibt die Arbeit am „eigenen Auftritt“ schon mal länger liegen. Wie ich aus eigener Erfahrung weiss ;-)

  2. Frank

    Da können wir nur alle sehr sehr froh sein, dass du deine Agentur hier nicht als Alternative ins Spiel gebracht hast.
    Denn als Internet-Koryphäe gehst du ja, zumindest unter professioneller Betrachtung, auch nicht mehr durch… ;-)

    validator.w3.org/che...

  3. winzig

    ok, sowas is natürlich traurig. aber welche agentur hats denn wirklich richtig gemacht?
    das erinnert mich an einen älteren eintrag der genau das dilemma „agenturen und ihre websites“ thematisiert:

    werbeblogger.de/2009...

  4. ralf schwartz

    @frank Hehe, zumal ich ja keine Agentur habe! Also weder eine selbst bin, noch eine beschäftige.
    Oder wolltest Du mit dem Hinweis auf mein schlechtes htmlisch andeuten, ich solle mal bei Dir vorbeischauen?

  5. ralf schwartz

    @winzig
    Tja, das war schon immer so: die Agenturen hatten meist die schlechteste Kommunikation. Aber es geht mir hier eher um eine heute viel leichtere Möglichkeit sich stärker vom Wettbewerb abzusetzen. Nicht unbedingt allein durch die bessere Website. Vielleicht reicht es bei manchem schon, sein eigenes, professionelles Social-Media-etc.-Verhalten auf die Agentur zu übertragen. Privat sind die Leute meist besser als in der Agentur oder im Marketing des Unternehmens.
    Irgendwie geben viele diese Kenntnisse mit dem Mantel an der Garderobe ab.

  6. Raoul

    Die von dir beschriebenen Accounts sehe ich bei Twitter und Co. in zahlreicher Form. Entweder brauchen diese Agenturen und Berater keine Kunden, sind einfach nur mal da, weil es hip ist oder sind tatsächlich so unprofessionel. In Zeiten des Web 2.0 ist ja die Anzahl der Berater inflationär gestiegen und ich frage mich zuweilen, wer sie alle braucht und vor allem warum.

  7. Vroni

    social media:
    Habe gehört von Kreativen, die social media (in Facebook z. B.) zwecks Repräsentanz und Dialog mit Kunden betrieben, darunter ein hochkarätiger High End Illustrator, dass es sich nicht recht lohne. Es käme nix bei rum.

    Wenn man sich die socials anschaut, die sich auf diesen einschlägigen Medien rumtreiben: verstärkt junge konsumorientierte, angestellte Erwachsene, die überspitzt ausgedrückt, halt gern mit ihrem Skiurlaub in der Runde „protzen“ wollen, kann ich mir das sogar vorstellen. Es werden sich schon einige Marketingler auf potenzieller Kundenseite darunter befinden. Aber nicht die, die sich eine Agentur vorstellt, die in der Verantwortung sind und Entscheidungsbefungnis haben, sondern eher die Assistenz-Mäuse und Hauskreativen. Noch.

    Der „wahre Marketingleiter“ und “ wahre Entscheider“ (Hans, nicht Hänschen) treibt sich noch zu spärlich in diesen Gefilden herum. Und wenn er das täte, wird er kaum den „like it“ – Button bei einer Agentur drücken, die grade nicht für sein Haus arbeitet.
    Das nur als Beispiel. Natürlich ist social media mehr als nur Facebook. Aber daran kann man es schön griffig sehen.

    Mir erklärt das sehr gut, weshalb Agenturen noch nicht recht bei social media anbeißen: Zuwenig Zielgruppe für die nicht ganz unmühsame Arbeit.

  8. ralf schwartz

    @Raoul
    Das ist der Gold Rush gewesen. Alle wollten reich werden, die wenigsten hatten Schaufel und Sieb. Reich wurden nicht die Social Media Sucher sondern die Schaufel-Verkäufer.

  9. ralf schwartz

    @Vroni
    Richtig. Schlimm genug, denn mitreden wollen sie trotzdem alle. In diesem Sinne ist Social Media die neue Kreation, der TV-Spot, bei dem dann auch noch Marketingmanagers Mutter zu Hause hinterm Bügelbrett befragt wurde.

    Wenn die Agentur aber es macht, dann sollte sie es offensichtlich richtig machen. Sonst ist es ja wirklich nur art for art’s sake – und mehr als Zeitverschwendung, da mit negativem Ausgang.

    Oder meinst Du, wenn die Hansens schon keine Ahnung haben, spielt die Qualität des agentürlichen Engagements auch keine Rolle mehr?

  10. Vroni

    Welche Agenturen meinst du denn jetzt, die so wären?
    #Ross! #Reiter! #Namen!
    Sonst Geisterdiskussion. Und das mitten im Fasching.

  11. ralf schwartz

    Hier geht es nicht darum, Agenturen an den Pranger zu stellen, sondern sie zur Reflexion anzuregen.
    Das kann übrigens nie und niemandem schaden. Es macht also aus meiner Text-Intention heraus wenig Sinn, hier nun munter Agenturen zu nennen.

    Jeder kann sich zudem an obigem Beispiel abarbeiten.

  12. Frank

    @ralf: Um Gottes Willen, nein.
    Bitte nicht vorbeischauen.
    Da müßt ich ja vorher die Kinder in die Landverschickung geben.

  13. ralf schwartz

    Hab mir schon gedacht, daß Du mir nicht helfen kannst.

  14. Frank

    Theoretisch schon. Aber du weißt vielleicht: Mein Angebot richtet sich an Besserwerber – weil: Marketing für Besserwerber – somit nicht wirklich und direkt an dich.
    Aber du bist ja noch jung und entwicklungsfähig…

  15. Raoul

    @ralf

    Schöner Vergleich mit dem Gold Rush.Die Schaufel-Verkäufer versuchen es immer noch.

  16. Ralf

    … und mancher hat die Schaufel – als extended version des bekannten Brettes – direkt vor dem Kopf

  17. Vroni

    Ralf,
    es ist ja schön, dass man „nur“ zur Reflektion einladen will.

    Ein ganzer Artikel wird für mich dennoch nicht draus. Es fehlt das Fleisch. Warum so vorsichtig? Kann man doch deutlich sagen, wer nur Schaufelverkäufer ist.

    Ich würde es tun.

  18. Ralf

    Pranger hat nichts mit Qualität oder Fleisch zu tun. Die sind gestraft genug und sollen ihre Schlüsse ziehen. Mehr kann man nicht verlangen.

    Und: Du würdest? Dann mach!

  19. Vroni

    „Die sind gestraft genug“

    :-)
    Ah, ne, oder? Mit diesem Artikel ist keiner gestraft.
    Off-the-record beispielsweise nimmt weniger Blätter vor den Mund und nennt die liebe Agentur, die Blödsinn verzapft.
    Aber jeder wie er mog.

  20. ralf schwartz

    Doch nicht mit diesem Artikel! Mit ihrer Performance, ihrem durchschnittlichen (wenn überhaupt) Erfolg, mit ihrer eher negativen Reputation.

    Und 1 Agentur ist immer schnell genannt, das passiert hier und in der mediaclinique, bei leadmarke.com und distinctiveleadership.com auch regelmäßig. Im aktuellen Artikel soll sich im Zweifel jeder selbst an die Nase fassen – das tut er aber nicht, wenn ich ihm erlaube, sich selbst nicht angesprochen zu fühlen, da ich ja die andere Agentur nenne. ;)

  21. BobHope

    Achja… immer das ganze Gelaber…. mehr inhaltslosen Müll hört man wohl nur von Politikern :D

    „bringt nix“, „klappt nicht“ ….. meine Oma ist au nich die schnellste mit dem Handy ;)

  22. ralf schwartz

    Muß mal hier einen Tweet von J. (@gyokusai) drunterpacken: „Would crack me up if it wasn’t so true “15 Strat Tips For Crafting the Coolest & Most Impressive Twitter Bio” http://me.lt/1hd0
    Enjoy!

  23. Gabi Banfield

    Man muß sich eigentlich nicht wundern, wenn man dann Agenturen eine gewisse Arroganz nachsagt. Finde das Statement hier ziemlich vermessen und klingt auch leicht nach Eigenliebe.

    Social Media Marketing ist im übrigen natürlich eine junge Branche. Und jahrelang erfahrene Experten wird man somit nicht finden. Aber Experten im Bereich Kommunikation sicher. Und da sind wir auch schon beim Haupt-Thema: es gibt mal wieder technische Neuerungen und neue Medien der Kommunikation im Web2.0 – aber Kommunikation ist und bleibt ein Vermitteln zwischen Sender und Empfänger, egal über welche Medien. Wer das Grundprinzip nicht beherrscht, dem nützen auch die neuesten Medien nicht viel.

    Wenn nun ein Agenturmanager über die Unfähigkeit der anderen Agenturen herzieht, sollte er sich ernsthaft fragen, wie weit seine Kommunikationsskills jenseits aller Technik liegen.

    Und wie oben schon erwähnt wurde: Agenturen haben einen extrem stressigen Alltag und oft bleiben Eigenpräsentationen dann schon mal liegen.

    Etwas Respekt gegenüber den Kollegen aus der eigenen Branche wäre schonmal ein guter Ansatz, anstatt diese mieszureden. Bringt in der Regel keine großen Vorteile, über die Konkurrenz herzuziehen.

  24. ralf schwartz

    @Gabi Es gibt keinen Grund, obigen Post mit durchwachsener Laune so negativ zu überinterpretieren ;)

    Man könnte kurz reflektieren, und die Aufzählung, indem man sie um 180Grad dreht, zu einer Bedienungsanleitung werden lassen.
    Ich verstehe natürlich Deine Impulsivität, aber sie ist doch gar nicht angebracht. Finde Deinen Twitter-Auftritt ganz okay, oder?

  25. Gabi Banfield

    @Ralf: die Medien sind fast sozialer als die ganze egomane Gesellschaft hier. Statt wirklich das „social“ zu verstehen, hacken sich die Kreativen noch gegenseitig die Augen aus oder was… ?! Ich wundere mich eben nur sehr oft – und manchmal -da hast Du ganz recht- muss man es dann mal raus, wenn man geraden den richtigen Thread dazu auf’m Screen hat.
    Trotzallem ein schöenes WE und vielleicht entdeckst Du die anderen 10 Twitter-Accounts auch noch. Die sind ganz o.k. Cheers, gB

  26. ralf schwartz

    @gabi Die, die hacken sind meist die, die sich Sorgen um ihre Zukunft machen. Und Sorgen machen sie sich insbesondere, da sie kein Rezept haben – und wissen, daß ihnen Kompetenzen fehlen, diese Zukunft erfolgreich zu bestreiten.
    Gleichzeitig sind sie zu stolz, genau dies zuzugeben. Dabei wäre, wie so oft, Selbsterkenntnis der erste Schritt zur Genesung.
    Was könnte die Branche alles gewinnen, könnte sie über sich selbst hinauswachsen, jeder Einzelne, und an einem Strang ziehen!?

    Siehe auch: ralfschwartz.typepad...

    Dir auch ein Schönes Wochenende!

  27. ralf schwartz

    @gabi Ich lächle halt immer über solche Leute, die sich @Profi_Strategie nennen und mir dann bei @ragebuch folgen, das seit 29. Januar 2010(!) geschlossen ist und auf @mediaclinique verweist!

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