16.12.10
23:58 Uhr

Ab in die Wolken, in den Dunst. Und dann in die Traufe?

Bild:Ikiwaner (Creative Commons-some rights reserved)

Alle wollen in die Cloud. Vor allem die beiden Königskinder der IT, Microsoft und Google (Apple ist eigentlich auch schon dabei), die zwar gemeinsam gen Himmel schreien, aber wohl in alter Tradition nicht zueinander kommen werden, denn einer von beiden kam immer viel früher.

Der Buzz um die Cloud ist einfach albern. Es ist doch das ewige Prinzip des nach IT-Maßstäben uralten Client-Server-Computings, vielleicht sogar der noch deutlich älteren klassischen Host-Umgebungen, die wir (älteren Semester) seit Jahrzehnten kennen.

Alle Kraft ins Zentrum! Zurück zu den Rechnerwurzeln! Gebt den Clients nicht mehr, als sie wollen! Gebt dafür den Zentralrechnern und Datenhostern alles, was irgendwie möglich ist. Und dann verkauft das Ganze heute als Revolution des Net- und Web-Computings!

Und wir alle so: Yeah?!

Hey you Business-People! Ob im Consumer- oder Business-Bereich, lasst euch Methusalem nicht als Jungbrunnen verkaufen!

Man stelle sich gerade einmal vor, dass Daten aus den US-Ministerien in der “Cloud” wären?! Persönlich hätte ich eigentlich nichts dagegen, wenn der -nach seinem persönlichen Empfinden- ungerechtfertigt entlassene leitende Google-Mitarbeiter aus spontanem Impuls die Diplomaten-Leaks an Julian Assange oder Kollegen weitergibt; sie könnten ja gesellschaftlich relevant sein. Aber vielleicht doch nicht…

Naja. Staaten werden seit Wikileaks sowieso noch einmal genau überlegen, ob Cloud-Computing für ihre Zwecke wirklich je Sinn machen würde. Vielmehr zielen die Cloud-Kampagnen von Google und Microsoft auf das klassische Business-Klientel. Und die war immer schon heiß auf schlanke Prozesse.

Endlich keine Nerds mehr im eigenen Haus, die ihre Daseinsberechtigung dadurch argumentieren, dass die IT-Administration ohne sie nicht mehr funktionieren würde. Endlich keine endlosen Datenschutzbeauftragten, die in jedem Land beschäftigt werden müssen. Das übernimmt zukünftig doch der jeweils staatlich-lizensierte, gewerblich aktive Cloud-Dienstleister gerne…

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Eure Kommentare

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  • ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
  • Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
  • ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
  • ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
  • ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
  • Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
  • Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
  • Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!
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