15.11.10
08:38 Uhr

Datenschutz & Co. Wer A sagt, muss auch B sagen.

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10 Thesen im Spannungsfeld von Technologie-, Privatsphäre- und Datenschutzdebatten.
Die Thesen sind noch ungeordnet und dienen als erste Anregung. Sie können also gerne durch eure Vorschläge ergänzt oder ersetzt werden.

1. Wer (nicht nur) soziale Netzwerke kostenlos haben will, muss personalisierte Werbung und die Verwertung seines Datenprofils ertragen.

2. Wer ein flächendeckendes mobiles Datennetz will, muss Sendemasten auch vor seiner Haustür akzeptieren.

3. Wer Paid Content im Netz verurteilt, muss sich selbst auf die Suche nach gutem Unpaid Content begeben.

4. Wer aktiver Netzpublizist, Meinungsführer und Social-Media-Nutzer ist, muss Shitstorms aushalten können.

5. Wer sein Haus bei Google Street View aus Überzeugung verpixelt, muss seine Kundenkarten sofort zerschneiden und entsorgen.

6. Wer wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Produkte will, muss auch bereit sein, seine gewohnten „Komfort-Zonen“ zu verlassen.

7. Wer im Web als Unternehmer Geld verdienen will, muss Mehrwert schaffen können und dafür arbeiten wollen.

8. Wer Wachstum will, muss konsumieren.

9. Wer Zuckerberg (Facebook) nicht traut, soll ihm auch nicht seine Daten schenken und austreten.

10. Wer Demokratie will, muss mit Kompromissen leben.


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18 Kommentare

  1. paracuda

    Auch hier möchte ich mich selbst zitieren, auch, weil ich mich selber gerne reden höre. Aber auch, weil es passt:

    „Ich wünsche all denen, die auch nur überlegt haben, ihr Haus verpixeln zu lassen, dass Einbrecher über Facebook und Twitter erfahren, wann sie nicht zu Hause sind. Dass sie mit personalisierter Werbung zugeschissen werden, weil sie in jedem Scheißladen drölf Bonuskarten haben und diese auch benutzen. Dass die achsolustigen und öffentlichen Partyfotos dafür sorgen, dass sie nie wieder einen Job bekommen, weil Chefs nicht auf besoffene People stehen, die in ihrer eigenen Kotze liegen. Ich hoffe, dass der Geiz und die Umsonst-Mentalität der Menschen irgendwann dazu führt, dass endlich Kameras in unseren Wohnungen installiert werden (aber nur, wenn es dafür 100 Payback-Punkte gibt).“

    Allerdings finde ich Punkt 10 nicht klar genug formuliert. Kompromisse bedeuten in diesem Fall, dass andere entscheiden, was ein Kompromiss ist.

  2. Gerrit Donat

    Deine Thesen sind alle mehr oder minder zutreffend – und meines Erachtens mehr oder minder an der Realität an sich bzw. zumindest an der Wirklichkeit der Web 2.0-Nutzer vorbei.

    Wahlweise können wir uns jetzt als Verkaufsspezialisten verstehen und weiter derartige Thesen propagieren, als Kommunikationsspezialisten verstehen und dem Verbraucher mit adäquater Kommunikation begegnen (und ihn möglicherweise besser informieren/aufklären) oder als Geschäftsleute verstehen und die offensichtlichen Lücken mit neuen Geschäftsmodellen füllen.

    Wie auch immer: Solange vermeintliche „Kommunikationsberater“ (nicht nur) hinter verschlossenen Türen vor den Vorständen von Wirtschaftsunternehmen ein Loblied auf die Grauzonen und Hintertüren zahlreicher Web 2.0-Angebote singen, finde ich ein wenig Zurückhaltung allerdings durchaus für angebracht.

    Inzwischen werden Verbraucher mit Kleingedrucktem zugeschüttet, bis sie das Weiße vor lauter Schwarzem nicht mehr sehen – und das hat meines Erachtens längst strategische Ausmaße angenommen. Der Informationsüberfluss ist eines der liebsten Verkaufsargumente von Kommunikationsstrategen – aber wenn Verbraucher davon tatsächlich überfordert sind, werden sie dafür abgeurteilt(?).

    Lass mich zum Abschluss ebenfalls eine These formulieren:
    Wer soziale und informationsgesellschaftliche Realitäten übersieht, ignoriert oder sich nicht auf sie einstellen kann oder will, ist in der Kommunikationsbranche mittelfristig nicht überlebensfähig (Schlagwort „Dinosaurier“).

  3. J. Martin

    10. hätte ich anders formuliert, etwa „Wer Demokratie will, muß verhandlungsfähig sein“. Ansonsten … yo. :-)

  4. Kubus

    Warum MUSS ich den mein Datenprofil für Werbung her geben?
    Wie kann es den nach deiner These sein, daß die meisten Seiten im Netz ohne meine Anschrift, Telefonnummer Vor- und Nachname auskommen?

    Oder geht es hier doch nur wieder um GewinnMAXIMIERUNG?

  5. drikkes

    Was genau hat Punkt 6 mit „Technologie, Privatsphäre und Datenschutz“ zu tun? Der Grundrichtung aller zehn Thesen würde ich zustimmen, aber dieser Punkt ist mir doch ein wenig vom Thema entfernt. Okay, und 8) ist auch ein bißchen zu sehr Allgemeinplätzchen.

  6. Rainer

    Punkt 6 hat sehr wohl was mit Technologiedebatten zu tun. Einerseits die nachhaltige Produktion, andererseits die technikgetriebene Produktion zugunsten jeglicher Grenzausreizung.

    Ansonsten: „Bruce? … Sylvie? … 10 x ja.“ :)

  7. Anton

    Bei 1. würde ich kostenlos zu endgeldfrei ändern.
    Wir geben ja wie beschrieben unsere Daten/Gewohnheiten etc. preis: also nicht kostenlos

  8. Kubus

    War klar, daß ich hier keine Antwort bekomme…

  9. Rainer

    @Kubus: Du *musst* Dein Datenprofil nicht hergeben, es liegt in Deiner Entscheidung, dann musst Du aber dem jeweiligen „Hausrecht“ des Anbieters entsprechend akzeptieren, dass Du dort vielleicht nicht mitspielen darfst. Kannst Dir dann einen anderen öffentlichen Ort suchen, wo man Dich anonym reinlässt oder zu Hause bleiben.

    Sicher könnten viele Anbieter auf die externe Verwertung der Daten vollständig verzichten. Dann müssten die Kosten für die betreffenden Portale auf anderem Wege reinkommen. Was könnte das dann sein? Mitgliedsbeiträge, oder fällt Dir was anderes ein? Die Kostenloskultur funktioniert doch nur auf zwei Wegen. Entweder ist jemand Enthusiast, hat eine gute Einnahmequelle und macht Internet als Hobby (div. Blogs), oder er betreibt ein Portal kommerziell, dann muss er irgendwie damit zu Geld kommen.

    Wie würdest Du es gern haben?

  10. Peter Wohlgemuth

    Zu:
    1:Nutze ich nicht
    2:Sehe ich keine Bedrohung drin
    3:Ich verurteile nichts und kann mit kostenlosem Content sehr gut leben
    4.Verstehe ich nicht
    5:Ich habe keine Kundenkarten und unser Haus verpixeln lassen
    6:Ich denke, so zu leben
    7:Bin Angestellter, daher nicht betroffen
    8:Letztendlich konsumiere ich sicherlich über meine Verhältnisse hinaus
    9:Facebook ist ein NoGo für mich
    10:Mit Kompromissen muss ich auch ohne Politik leben

  11. Kubus

    @Rainer das hast du schön umschrieben ohne auf den Punkt meines Beitrags einzugehen der all deine Ausführungen überflüssig macht.

    Es ist eine Tatsache, daß es Portale (sogar RIESIGE) gibt die ohne einen Datenschutzfallout (bzw. „Verwertung des Datenprofils“) a la Facebook auskommen. Facebook kam auch wunderbar klar damit bisher und erzähl mir bitte nicht, daß sie gerade so ihre Server bezahlen konnten. Die immer tiefer gehende Vermarktung der Profile und Informationen für Werbezwecke dient dort nur zur Gewinnmaximierung.

  12. Rainer

    @Kubus: „Es ist eine Tatsache, daß es Portale (sogar RIESIGE) gibt …“

    Und die verdienen ihr Geld wie? Der Werbekuchen hat relativ gesehen eine „feste“ Größe. Wer den Werbetreibenden mehr bietet als nur eine gut besuchte Seite, bekommt auch größere Stücke des Kuchens. Klar ist das Gewinnmaximierung! Aber hey, wir leben im Kapitalismus! Ob Dir das gefällt oder nicht, es gibt immer welche, die mehr verdienen wollen als andere und denen dafür jedes Mittel recht ist.

    Wie schon gesagt, wenn Dir das Treiben der Portale, die ungehemmt Deine Daten verwursten, nicht gefällt: Du hast die Freiheit, sie nicht zu nutzen.

    Ich entscheide auch sehr selektiv, bei was ich mitmache und wo eben nicht. Daher bin ich bisher auch nicht bei FB. Ich verteufele diese Anbieter nicht, muss mich aber mit ihnen auch nicht abgeben, wenn ich nicht will.

    Also was willst Du eigentlich für eine Antwort haben?

  13. Kubus

    Gut. Es ist Gewinnmaximierung. Dann sind wir schon hier auf einer Ebene.
    Warum schreibt dann der Blogger:
    „1. Wer (nicht nur) soziale Netzwerke kostenlos haben will, MUSS personalisierte Werbung und die Verwertung seines Datenprofils ertragen.“

    Er MUSS eben nicht. Der Provider des Netzwerk MUSS auch nicht NOCH mehr Kohle scheffeln zum Nachteil seiner Nutzer.
    Es gibt hier kein MUSS.

    Es gibt nur Gier.

  14. Rainer

    Dann geh halt hin und sag dem Betreiber, er möge sein Geschäftsmodell ändern. Was willst Du mit Deinem Geheule eigentlich erreichen? Du änderst die Menschen nicht. Nimm’s hin oder lass es bleiben. Oder mach selbst ein Netzwerk auf und gestalte es nach Deinen eigenen Prinzipien ohne Gier. Sei Vorbild und zeige, dass es auch ohne geht. Tu was!

  15. Kubus

    Es geht mir um den Autor dieses Blogs und diesen Beitrag der so klingen soll als wären es die 10 Gesetze zum Daten“schutz“.
    Aber nach deiner Wortwahl sowie der Überheblichkeit des Autors hier kann ich mir schon denken, wo eure Moral hängen geblieben ist.

  16. Rainer

    Ich kann beim Autor keine Überheblichkeit erkennen. Zitat: „Die Thesen sind noch ungeordnet und dienen als erste Anregung.“

    Dazu Zitat Wikipedia: „Eine These ist ein Gedanke oder Satz, dessen Wahrheitsinhalt eines Beweises bedarf.“ Will heißen, Roland lädt zur Diskussion ein.

    Von Dir kamen bisher in meinen Augen keine konstruktiven und/oder kritischen Beiträge, nur provokantes Gemotze. Daher nochmal die Frage: was willst Du eigentlich erreichen? Du schreibst, es ginge Dir um den Autor und diesen Beitrag. Und um was genau geht’s Dir? Was willst Du erreichen? Was soll wer tun/ändern/sagen?

  17. Gerrit Donat

    Ich habe den Eindruck, dass Kubus ein Problem mit der undifferenzierten Haltung dieser 10 Thesen hat. Darin würde ich mit ihm übrigens vollkommen übereinstimmen.

    Ich habe auch den Eindruck, dass Rainer ein Problem mit der ebenfalls undifferenzierten Kritik von Kubus Seite hat. Darin würde ich mit ihm übrigens vollkommen übereinstimmen.

    Mit Diskussion hat das jetzt beiderseits nichts zu tun. Daher meine Fragen an beide: Und um was genau gehts euch? Was wollt ihr erreichen? Was soll wer tun/ändern/sagen?

  18. Facebook Infos sind auch für Einbrecher interessant » News und Tipps für Verbraucher

    […] dieser Ruheeindruck gestört wird. Deshalb muss der Ängstliche nicht gleich so weit gehen (wie vom werbeblogger angedeutet) und seine Internet-Aktivitäten auf Facebook und Co. […]

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