10.11.10
13:45 Uhr

Hyperlocal als Hebel von Marken wie vodafone, H&M, McDonald’s, Edeka

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Hyperlocal Journalism – schonmal gehört? Das ist im Grunde und grob gesagt das, was Robert mit buzzriders machen möchte.

Hyperlocal, muß man für den Deutschen noch übersetzen, ist nicht überlokal, also das ‚überregional‘ zum ‚regional‘, sondern eher sublokal, lokaler als lokal: Dorf, Stadtteil, Viertel, Straßenzug, etc.

Das Hyperlokale bietet immense Chancen der Differenzierung. Ich verstehe die Agenturen und Marketing-Leute nicht, die immer noch nicht die Kraft dieser Philosophie des hyperlokalen Journalismus für sich und ihre Produkte und Marken entdeckt haben.

Denn wie einfach wäre es, jeder einzelnen Filiale der obigen Marken einen eigenen, eindeutigen twitter- oder Blog-Account zu geben? Wie einfach wäre es, hier die Mitarbeiter der Filialen das Wichtigste aus der direkten Umgebung dieser Filiale twittern, bloggen oder auf fb posten zu lassen? Veranstaltungstipps? Relevante Nachbarschafts-Aktivitäten? Oder gar hyperlokale Engagements der Marke für die Menschen der jeweiligen Umgebung zu initiieren? Diese mit News und Aktionen der Marke auf nationaler und/oder internationaler Ebene zu verknüpfen?

Man stelle sich den PR-Effekt vor. Man stelle sich die Möglichkeiten vor, selbst Medium zu sein. Man stelle sich einen Mantel- und einen Hyperlocal-Teil vor. Man stelle sich Regionales und Überregionales vor. Man stelle sich Wettbewerbe, Battles auf der individuellen Ebene vor – und Aufstiegs-Battles von Ebene zu Ebene. Eine eigene Liga, in der man um die Meisterschaft kämpft.

Man stelle sich vor, die Mitarbeiter der Filialen machten das in der Zeit, in der sie sonst sowieso mit Freunden chatten, etc. Man stelle sich vor, die social-mediale Kompetenz der Mitarbeiter zu nutzen. Jedes Einzelnen, der Lust darauf hat.

Man stelle sich die immense Kundenbindung vor Ort und die qualitative Selbstführung jedes einzelnen Mitarbeiters vor, dem nun plötzlich seine eigene Performance garnicht mehr so egal ist, wie man heute oft den Eindruck hat.

Man stelle sich Kunden und Fans vor, die nun endlich wirklich in die Markenbildung einbezogen würden, statt nur auf irgendein Like zu klicken. Man stelle sich vor, rund um die Uhr (oder auch in knapp zwei Stunden) ein national,etc.-differenziertes Bild zu einem neuen Produkt, Tarif, Burger zu bekommen.

Man stelle sich eine Marke zum Anfassen vor, auf Augenhöhe mit der Nachbarschaft, der Umgebung, den Menschen. Man stelle sich die Bindung der Menschen an solch eine Marke vor, ihre Präferenz und Loyalität … den diese Marke würde wahrhaftig Nutzen und Werte kreieren für diese Menschen …

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19 Kommentare

  1. ralf schwartz

    Wer sich für das Thema hyperlocal interessiert, kann auch twitter.com/hyperloc... folgen, die diesen Post gerade geretweetet haben, weil sie alles retweeten, was hyperlocal beinhaltet!

  2. Links des Tages vom 10.11.2010 » blogger, chrome, film, Firefox, hacker, hyperlocal, vorschau, wordpress backup » Digital Life

    […] Hyperlocal als Hebel von Marken… Ich finde es ja cool, wenn Menschen noch Träume und viel Fantasie […]

  3. Enrico

    „Man stelle sich vor, die social-mediale Kompetenz der Mitarbeiter zu nutzen. Jedes Einzelnen, der Lust darauf hat.“

    Diesen Absatz sollte man besonders hervorheben. Denn man stelle sich auch einmal die Risiken und Gefahren vor, die durch den unmotivierten Mitarbeiter entstehen. Oder den Mitarbeiter der das Unternehmen eigentlich verteufelt, denn davon gibt es gerade im Einzelhandel genug.

    Allerdings sind die Chancen die sich ergeben tatsächlich sehr verlockend, ticken die Menschen je nach Region doch sehr unterschiedlich…

  4. ralf schwartz

    Gerade bei vodafone und Telekom fiel mir früher oft die absolute Lustlosigkeit des Einzelnen auf. Bei vodafone war der Porsche vor der Tür wichtiger als alles andere, bei der Telekom wollte man nur seine (endgültige?) Ruhe haben.

    Wenn man sich bei McD den „frischesten, leckersten Cheeseburger“ wünscht bekommt man erst recht den ältesten, den sie in der Reihe finden können.

    Ein wenig (intrinsische) Motivation kann an der Kundenfront kein bißchen schaden.

  5. mediaclinique | ralf schwartz

    Neulich im werbeblogger: Hyperlocal…

    Keine Angst, kein neues Zauberwort, habe mir nur mal Gedanken gemacht, warum Agenturen, Medien und Marken nicht ihre lokalen Standortvorteile nutzen, und sozusagen mayor ihrer hyperlokalen Umgebung werden. Gerade Agenturen könnten da eine Menge an Vorb…

  6. Malik

    Dann müssen die Mitarbeiter aber auch soziale Kompetenzen haben, damit diese Aktion nicht nach hinten losgeht.
    Gerade bei den oben erwähnten Unternehmen, ist doch höChstens der Filialleiter und vielleicht noch 2 oder 3 andere verantwortliche Personen fähig solche Aktionen zu gestalten und durchzuführen.
    Die Mitarbeiter sind die meistens kaum fähig geradeaus zu gehen.
    Ich denke nicht dass diese Leute kommunikationsfähig sind, wenn ich sehe, wie viele sinnlose Twitter und Facebook Nachrichten versendet werden.

    Da ist schon schwierig eine so offene Kommunikation durchzuführen, weil die wenigen Personen, die dies tun könnten auch besser zu tun haben.

  7. ralf schwartz

    Tja, so ist das Markenleben. Prioritäten setzen, wachsen, sich und die Botschaft(er) wandeln und weiterentwickeln …

  8. Elena

    Ich bin einverstanden, dass Internet einzigartige Möglichkeiten gewährt. So viele Weise gibt es seine Waren, Unternehmen zu werben, die Menschen damit zu interessieren. Aber hier gibt es eigene Klippen. Man muss solche Angestellten finden, die erfolgreiche Kommunikation führen können; man muss alle diese bloggen, twittern, fb-Seiten auch richtig führen. nicht vergessen über solchen Begriff wie Virales Marketing. Sie kann gewinnbringend sein, aber Moral leidet dabei.

  9. ralf schwartz

    Wieso leidet die Moral? Wessen Moral? Moral in welchem Sinne?

  10. Elena

    Na, zuerst findet man „Freunde“, schmeichelt man sich bei ihnen ein und dann werbt man irgendwelche Waren. Nicht immer naturlich, aber kann man so sein.

  11. ralf schwartz

    @elena
    Verstehe. Da hast Du recht, so arbeiten Marken. Heute schon – und in Zukunft immer stärker – werden sie jedoch identifiziert, so wie die Menschen auch, als diejenigen, die sozusagen in Vorleistung treten und Win-Win-Situationen schaffen oder als diejenigen, die nur nehmen, nicht aber geben. Von letzteren gibt es heute noch viel zu viele. Nach dem Kauf ist bei denen ständig besetzt, man hängt in Warteschleifen, Wartezimmern …

    Und auf die Mitarbeiter bezogen, so wie Du es meinst: genauso soll es ja nicht sein. Es sollen Netzwerke entstehen, vertrauens-basierte Bindungen … dadurch wächst, denke ich, die Qualität des Gesamtproduktes – sogar zum Vorteile der Moral, weil man sich ja kennt (ein wenig zumindest).

  12. christian

    @ralf
    McD tritt in Vorleistung und schafftt eine Win-Win-Situation? – McD wird immer als das identifiziert, als das es its: eine Abfütterei.
    Für mehr interessiert sich der „gemeine Kunde“ auch gar nicht. Er weiss das. Und es stört ihn nicht.
    Neue Potentiale erschließen, geht da auch mit Einschleimen nicht. Niemand aus der Nachbarschaft wird sich durch Nachbarschaftsblogs umstimmen lassen. Weil jeder weiß, dass dadurch die Qualität des Produkts nicht besser wird. Ist ja auch bei der bewußt gegenüber individuellen Schwankungen Produktion gar nicht möglich. Der Bureger soll ja hier wie dort gleich schmecken. Der Konsument fühlt sich eins mit allen … Die Konzerne heben darauf ab. Und deshalb gibt’s auch kein Hyperlocal bei denen.

  13. ralf schwartz

    Die Qualität des Produktes Hamburger mag sich objektiv nicht ändern, die Qualität des ‚Erlebnisses‘ McD-Restaurant-Besuch aber im Zweifel, weil man näher an den Mitarbeitern ist, weil weitere Bindungen geschaffen werden können …

  14. Liebe Unternehmen, warum liked Ihr Eure Mitarbeiter nicht ein wenig mehr? | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv

    […] Woche schrieb ich “Hyperlocal als Hebel von Marken wie vodafone, H&M, McDonald’s, Edeka”. Interessanterweise drehte sich die anschließende kleine Diskussion neben dem […]

  15. Petra Osterhofen

    Das wird alles kommen. Einige Firmen sind doch schon lange Vorreiter. In fünf Jahren sieht das alles anders aus. Vor zwei Jahren wusste doch auch noch niemand was ein SM Experte ist. Naja, einige dachten sie wüssten es ;-)

  16. Schild

    Hyperlocal am Beispiel von McDonalds klingt sehr interessant und dürfte die Bindung von Mitarbeitern und Kunden zum Unternehmen (zumindest theoretisch) deutlich festigen. Berechtigt wäre die Angst vor negativen Nachrichten (24/7 Moderation).

  17. christian

    @Schild: Die Qualität der Mitarbeiterbindung wird in erster Linie von den Arbeitsbedingungen abhängen. Ich weiß nicht, ob Ihr Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten persönlich kennt. Ich weiß, unter welchem Druck bei miesester Bezahlung diese Leute stehen. Über Blogging hier das Klima verändern zu wollen, halte ich für zynisch. Dass Du selbst daran nicht glaubst, zeigt Deine Angst vor negativen Nachrichten. Wenn aber Mitarbeiterblogging zum Zwangsinstrument wird, bei dem Wohlverhalten den Arbeitsplatz sichert, dann wird das sehr schnell eine peinliche Lachnummer werden.
    Sofern es keine gemeinsamen Interessen gibt, die alle Mitarbeiter eines Konzernes teilen (und davon gehe ich bei z.B. McD mal aus), wirkt Mitarbeiterblogging genauso glaubwürdig wie das gestellte Hausfraueninterview vor dem Kühlregal in der Fernsehwerbung, die Schauspieler im Hornbach-Spot oder die Zomtec-Episoden von Bifi (deren marketingtechnischer Sinn sich mir nie erschließen wollte).

  18. Ralph

    Man stelle sich vor, der/die 4,50 €/h Fachangestellte zeigt beim Bloggen, Twittern, und sonstigem Social Media Gedöns, genau die Antikompetenz die ihn schon im Beruflsben auszeichnet.
    ICH möchte das nicht lesen müssen/dürfen.

  19. ralf schwartz

    @ralph Da hast Du wohl recht. Ich auch nicht.
    Wenn es aber auch soo einfach wäre, hätte ich den Post nicht schreiben müssen und als das wäre bereits gelebte Realität …

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