01.11.10
15:01 Uhr

15 Euro für einen Werbe-Trackback. Who cares „mycare“?

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Wie schafft man es, aktive Netzteilnehmer für das eigene Marketing zu mobilisieren? Ganz einfach. Bei der Bloggeraktion von „mycare“ mit Durex als Co-Brander ist es ein 15Euro-Warengutschein, verbunden mit der Hoffnung auf den Verlosungsgewinn eines Apple-Gadgets. Dafür fanden sich bisher in Klein Bloggersdorf knapp 80 Blogger und Bloggerinnen, die auf den Zug aufspringen, indem sie weitgehend mehrwertfreie Werbebeiträge in ihren Publikationen veröffentlichen. Für eine Online-Apotheke, die jetzt auch ganz frisch mit ihrem Testimonial Andrea Sawatzki wirbt, ist sicher jeder Link hilfreich, vor allem, wenn das Geschäft auch maßgeblich von der Suchmaschinen-Sichtbarkeit im Web abhängt.

http://www.youtube.com/watch?v=f829IxYEBFo

Aber nicht nur Blogger dürfen gewinnen, sondern auch der aufmerksame Endkonsument und Spotbetrachter, wenn er denn die „äußerst kniffelige“ Gewinnspielfrage beantworten kann. Natürlich erklärt der Teilnehmer sich mit Angabe seiner Email damit einverstanden, weitere „Informationen“ von mycare zu erhalten.

Sicher hat man sich zuvor bei mycare gefragt, wie man die Kampagne und den Spot mit Andrea Sawatzki sinnvoll online verzahnen kann. Herausgekommen ist dann eine reichlich uninspirierte Gewinnspiel-Variante für Prosumenten bzw. Konsumenten, die aber durchaus oft so oder ähnlich im Web (und im TV, am POS etc.) anzutreffen ist.  Diese Art von Kampagne ist eben echter Marketing-Alltag, unkreatives Tagesgeschäft und  somit eine „integrierte Kampagne“ der simplen Machart mit kleinerem (Online-) Budget.

Meine Erfahrung im Konsumgüterbereich hat mir andererseits oft gezeigt, dass es durchaus nicht immer „Marketingkaviar“ sein muss. Im Gegenteil. Wird der Kopf zu sehr eingeschaltet oder ist gar eine intellektuelle Kampagnenherausforderung für den Menschen und Verbraucher vorhanden, bekommen viele Kampagnen kein Bein an Deck. Diese Erkenntnis hat in der Werbebranche schon einige Zyniker hervorgebracht. Andere haben sich darauf eingestellt und bedienen den Markt, sachlich, unemotional und rein ergebnisorientiert. So betrachtet kann es durchaus sein, dass „mycare“ vieles richtig macht.

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4 Kommentare

  1. Johnny

    Nicht zu vergessen das obligatorische Testsiegel von Stiftung Warentest, was bei „Durchschnittskost“ natürlich nicht fehlen darf…

    Aber ergebnisorientiert? Da bin ich anderer Meinung als Du, denn letztendlich darf eine Werbung auch nicht die Grenze zur Langweiligkeit bzw. des „Einmal gesehen und weg“ überschreiten. Gerade bei Sawatzki geht es mir persönlich so.

    Das man mit Gewinnspielen noch jemand ködern kann, tja. Leider dominiert bei vielen halt immernoch Geiz ist geil das Denken – und kostenlos erst recht!

  2. Dennis

    Uh-Oh! Wenn das aber Jack Wolfskin sieht, gibts was auf die Tatzen:

  3. Dennis

    Hmpf, Grafik wurde ignoriert ;-) Hier nochmal die URL:

    mycare.de/medias/sys...

  4. Peter

    Ach, irgendwie schrecklich, diese Überflutung von Blogs mit Reklame, die sich dann am besten noch als vermeintlicher „echter Content“ tarnt…

Eure Kommentare

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  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
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  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
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