15:01 Uhr
15 Euro für einen Werbe-Trackback. Who cares “mycare”?
Wie schafft man es, aktive Netzteilnehmer für das eigene Marketing zu mobilisieren? Ganz einfach. Bei der Bloggeraktion von “mycare” mit Durex als Co-Brander ist es ein 15Euro-Warengutschein, verbunden mit der Hoffnung auf den Verlosungsgewinn eines Apple-Gadgets. Dafür fanden sich bisher in Klein Bloggersdorf knapp 80 Blogger und Bloggerinnen, die auf den Zug aufspringen, indem sie weitgehend mehrwertfreie Werbebeiträge in ihren Publikationen veröffentlichen. Für eine Online-Apotheke, die jetzt auch ganz frisch mit ihrem Testimonial Andrea Sawatzki wirbt, ist sicher jeder Link hilfreich, vor allem, wenn das Geschäft auch maßgeblich von der Suchmaschinen-Sichtbarkeit im Web abhängt.
Aber nicht nur Blogger dürfen gewinnen, sondern auch der aufmerksame Endkonsument und Spotbetrachter, wenn er denn die “äußerst kniffelige” Gewinnspielfrage beantworten kann. Natürlich erklärt der Teilnehmer sich mit Angabe seiner Email damit einverstanden, weitere “Informationen” von mycare zu erhalten.
Sicher hat man sich zuvor bei mycare gefragt, wie man die Kampagne und den Spot mit Andrea Sawatzki sinnvoll online verzahnen kann. Herausgekommen ist dann eine reichlich uninspirierte Gewinnspiel-Variante für Prosumenten bzw. Konsumenten, die aber durchaus oft so oder ähnlich im Web (und im TV, am POS etc.) anzutreffen ist. Diese Art von Kampagne ist eben echter Marketing-Alltag, unkreatives Tagesgeschäft und somit eine “integrierte Kampagne” der simplen Machart mit kleinerem (Online-) Budget.
Meine Erfahrung im Konsumgüterbereich hat mir andererseits oft gezeigt, dass es durchaus nicht immer “Marketingkaviar” sein muss. Im Gegenteil. Wird der Kopf zu sehr eingeschaltet oder ist gar eine intellektuelle Kampagnenherausforderung für den Menschen und Verbraucher vorhanden, bekommen viele Kampagnen kein Bein an Deck. Diese Erkenntnis hat in der Werbebranche schon einige Zyniker hervorgebracht. Andere haben sich darauf eingestellt und bedienen den Markt, sachlich, unemotional und rein ergebnisorientiert. So betrachtet kann es durchaus sein, dass “mycare” vieles richtig macht.
4 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 2. November 2010 um 18:25 Uhr
Nicht zu vergessen das obligatorische Testsiegel von Stiftung Warentest, was bei “Durchschnittskost” natürlich nicht fehlen darf…
Aber ergebnisorientiert? Da bin ich anderer Meinung als Du, denn letztendlich darf eine Werbung auch nicht die Grenze zur Langweiligkeit bzw. des “Einmal gesehen und weg” überschreiten. Gerade bei Sawatzki geht es mir persönlich so.
Das man mit Gewinnspielen noch jemand ködern kann, tja. Leider dominiert bei vielen halt immernoch Geiz ist geil das Denken – und kostenlos erst recht!
Am 5. November 2010 um 08:07 Uhr
Uh-Oh! Wenn das aber Jack Wolfskin sieht, gibts was auf die Tatzen:
Am 5. November 2010 um 08:08 Uhr
Hmpf, Grafik wurde ignoriert ;-) Hier nochmal die URL:
mycare.de/medias/sys...
Am 7. November 2010 um 13:21 Uhr
Ach, irgendwie schrecklich, diese Überflutung von Blogs mit Reklame, die sich dann am besten noch als vermeintlicher “echter Content” tarnt…