05.10.10
11:34 Uhr

Dominos Pizza. Keine Werberetusche mehr.

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Nicht selten sehen Burger, Pizzas oder sonstige Fertiggerichte auf dem eigenen Teller ganz anders aus, als die schönen appetitlichen Bilder, die die Verpackungen zieren. Da erscheint dann nach dem Auspacken eine wabbelige, fetttriefende und blasse Fastfood-Masse vor unseren Augen, obwohl die Bilder vorher etwas ganz anderes vermittelten.

Michael Douglas machte in seiner irren Rolle in „Falling Down“ keinen Hehl daraus, was er von solchen werblichen Täuschungen hält. Aber auch weniger durchgeknallte Mitbürger und Verbraucher glauben den Bildern der Werbung nicht mehr. Sie wissen: es ist Werbung. Und die hat oft nur wenig mit der Realität zu tun.

Dominos Pizza dreht den Spieß jetzt um. Erst erklärten sie in einer früheren Kampagne ihr altes Pizzarezept für erledigt (und mancher Kunde fragt sich, was er wohl vorher alles zu sich genommen hat); jetzt erklären sie geschönten, gepimpten und „gefotoshoppten“ Verpackungsbildern den Kampf an nach dem Motto: Gute Lebensmittel brauchen keine gefakten Verpackungsbilder sondern nur noch „echte“ Abbildungen.

http://www.youtube.com/watch?v=stzmHm6eF-0

Interessant. Ein Produkt versucht sich via Werbung zu differenzieren, indem es „die Wahrheit“ abbildet und seine werbliche Vergangenheit damit selbst anklagt. Die Menschen finden es offensichtlich gut. So jedenfalls ermittelte es „ace metrix“bei ihrer kreativen Effektivitätsmessung  der 10 besten TV-Spots im drittel Quartal 2010 in den U.S..

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Ein Kommentar

  1. Marian Prill

    Na endlich. Diese Einsicht kommt spät. Aber immerhin – sie kommt.
    Gepimpt und Retuschiert können nach Hause gehen. Sie werden heute kaum noch wahrgenommen und deswegen auch nicht mehr gebraucht. Was zählt, sind Inhalte. Diese Erkenntnis gilt aber nicht nur für die Fastfoodketten. Sie gilt von A bis Z. Von der Automobilbranche bis zum Zahnarzt. Dentisten und deren (gekaufte) Models wurden bislang fast ausschließlich strahlend dargestellt. Keiner von denen kann sich wirklich vom Wettbewerb abgrenzen, weil alle die gleiche Bildsprache sprechen. Ein Zahnarzt aus Düsseldorf, bekennt sich seit neustem zum Slogan „Die Künstler unter den Zahnästheten“ und veröffentlicht einen streibaren Film, in der er sein Hobby in die Unternehmenskommunikation mit aufnimmt. Im Film spielt eine echte Patientin der Zahnarztpraxis mit: youtube.com/watch?v=...

    In zahlreichen Foren, zerreißen sich die Experten nun die Münder darüber, ob ein Zahnarzt sich so darstellen darf oder nicht. Einige bezweifeln sogar, ob der Film und auch die web-2.0-getrimmte Webseite nicht möglicherweise gegen die Werberestriktionen verstößt. Und dennoch eines scheinen Zahnarzt und Pizzabude gemeinsam zu haben: Umso authentischer, desto auffälliger. Oder?

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