01.10.10
12:59 Uhr

Red Bull stutzt Kreativen die rechtlichen Flügel

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Kreative Wettbeweberbe, die eine Marke ausruft, sind eigentlich eine schöne Sache. Man kann sich messen, darf auf schöne Preise hoffen und erhält für seine Arbeit eine bestimmte Form der Anerkennung. Als Marke kann man sich über eine mehr oder weniger große Zahl an kreativen Impulsen freuen. Man erhält Insights, wie die Fans einer Marke das eigene Markenbild interpretieren und nicht zuletzt ist ein Wettbewerb immer für ein bisschen Eigen-PR und Buzz gut.
Allerdings vergisst Red Bull vollkommen die guten Regeln des fairen Miteinanders bei dem jetzt kürzlich aufgerufenen Kreativ-Wettbewerb in Österreich. Die Kreativen und ihre Werke werden komplett urheberrechtlich vereinnahmt und auch der Preis für den Gewinner steht in den Sternen. (FAQ:Was gibt es zu gewinnen?) So nicht, Red Bull, so nicht.

[…]An sämtlichen vom Teilnehmer übermittelten Entwürfen erwirbt Red Bull alle Rechte, welcher Rechtsnatur nach derzeitiger oder künftiger Rechtslage (nach österreichischer, ausländischer und/oder internationaler Rechtsordnung) auch immer, insbesondere alle Eigentums- und Immaterialgüterrechte. Diese Rechtseinräumung ist ausschließlich. Sie schließt daher alle anderen, auch den Teilnehmer selbst und den Urheber aus.[…]

[…]Aus der besten Idee entsteht ein echter Red Bull Werbespot und dem Gewinner winken Ruhm und Ehre, sowie eine kleine Überraschung.[…]

Schön auch die Rolle der Werbeagentur Kastner & Partner bei diesem Wettbewerb, die vielleicht bald am eigenen Leib spürt, was es heißt, wenn kreative Arbeit derart verramscht wird.

Jeder Einsendung wird die volle und ungeteilte Aufmerksamkeit der Jury zuteil, die aus den kreativsten Köpfen von Red Bull und der Werbeagentur Kastner & Partner besteht.

9 Kommentare

  1. Vroni

    Tja, das Zeug verleiht dermaßen Flügel…

  2. Der Alex

    Ich glaube, dass da trotzdem wieder jede Menge Vollzeit- & Hobby-Kreative ihre Ideen verschenken.

    Kann ich nicht verstehen. Es ist doch mittlerweilen so, dass alle Szene-Blogs solche Machenschaften / Teilnahmebedingungen wie ein Lauffeuer verbreiten. Und die Firmen, die so eine dreiste Art der Teilnahmebedingungen an den Tag legen, zeigen damit wie sehr sie die geistige Arbeit der Teilnehmer schätzen. Nämlich gar nicht, sonst würden Sie fair bleiben und dem Urheber seine Rechte lassen und ihn / sie auch ordentlich entlohnen (Nutzungsgebühr). Das zahlen die nämlich aus der Portokasse.

    Außerdem dachte ich, dass man seine Urheberrechte eh nicht abtreten kann…? Korrigiert mich, wenn ich mich irre aber ich dachte man kann nur uneingeschränkte Nutzungsrechte vergeben…

  3. Mario H.

    Ist ja sowas ähnliches – wobei, zuzugeben, die Arbeit dahinter in keinem Verhältnis stehen dürfte – wie die vielen Fotowettbewerbe, die immer wieder gemacht werden. Da loben dann die Medien (SZ und Co.) tolle Wettbewerbe aus und die Teilnehmer verlieren alle Rechte an den eigenen Leistungen verlieren. Und das Schlimme ist, wie sicherlich auch bei diesem Wettbewerb machen viele mit…
    Wobei in diesem Falle die Gewinne für die ganze Arbeit, nämlich Ruhm und Ehre, sowie eine kleine Überaschung schon ganz schön peinlich sind…

  4. freeweb

    ich find das ehrlich gesagt nicht verwerflich. wird ja keiner gezwungen mitzumachen und dass die firma sich rechtlich absichern muss wenn werke anderer auf ihrer webpage und im tv veröffentlicht werden sollen ist auch logisch. ansich ist das doch eine tolle plattform für hobby kreative.
    wer nur wegen der bezahlung/des preises kreativ wird´, soll einfach bei auftragsarbeiten bleiben.
    würd mich übrigens auch nicht wundern wenn bei red bull eine kleine überraschung für jeden normal sterblichen eine große überraschung ist…

  5. Manolo

    In diesem Fall verleiht Red Bull Hörner

  6. inventopia

    Ich kann mich freeweb nur anschließen: Wo ist das Problem? Wer da mitmacht erwartet keinen ‚finanziellen‘ Gewinn – und es wird niemand gezwungen, teilzunehmen. Das ist ein Preisausschreiben, kein Pitch.

  7. Guru78

    @ Der Alex: Du hast Recht. Urheber bleibt man immer, aber die Nutzung kann abgetreten werden.
    Aus rechtlicher Sicht sind die Teilnahmebedinungen logisch. Wenn also so eine große Firma wie Red Bull zu einer solchen Aktion aufruft, dann wollen sie mit den Ergebnissen natürlich auch arbeiten, sonst würden sie`s ja nicht machen. Das ist mittlerweile fast normal. Ich sehe es daher nicht so kritisch, eher als Chance für Jedermann einen Werbespot gestalten zu können. Außerdem sind ja Firmen und professionelle Werber ausgeschlossen. Wem das nicht genug ist, der darf dann einfach nicht mitmachen.

  8. GAP | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv

    […] der Liga der “Kreativwettbewerb”-Abzocke mitzuspielen (ein kürzliches Beispiel dafür hier, mit einer Originalausschreibung, die an ungenierter Unverschämtheit nichts zu wünschen […]

  9. Red Bull und der ungeschickte Versuch von Crowdsourcing – Interview mit zwei Ideengeberinnen - SocialNetworkStrategien - Crowdsourcing, Social Networks, Communities – alles rund um Social Networks, Communitymanagement, Marketing in Socialnetwo

    […] 3, 19.11.2010, 11:35 Uhr: Auch Roland Kühl-v.Puttkamer vom Werbeblogger stößt das Verhalten von Red Bull sauer auf. Hier aber an anderer Stelle. Zitat: Allerdings vergisst Red Bull vollkommen die guten Regeln des […]

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