20.09.10
11:51 Uhr

Buugle – Doppelzüngiges einer Streetview-Debatte

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Sehr schön, was Alexander Lehmann und sein Team hier kreativ auf die Beine stellen. Im sanften Erklär-Bär-Stil wird satirisch eine Wahrheit deutlich, die ich ganz ähnlich sehe:

Zu spät kommen die politischen Bedenkenträger und werfen ihre PR-Nebelkerzen alleine gegen Google, ohne darauf hinzuweisen, dass Geomarketing schon längst von einer Vielzahl von Banken, Versicherungen und anderen “Volkstaxierern” aktiv genutzt wird. Aber mit diesem Hinweis würde man auch die eigene Versäumnisse deutlich machen.

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6 Kommentare

  1. Sam

    Netter Clip. Allerdings doch deutlich mit Fokus auf dem Thema „Überwachungsstaat“. Googestreetview selbst wird hier ja nur ganz kurz angeschnitten.
    Was es in der Streetview-Debatte meiner Meinung nach einfach braucht ist Aufklärung. Ich habe vor kurzem eine Diskussion mit Freunden über das Thema gehabt, und musste feststellen, dass sie im Grunde genommen gar nicht wirklich wussten was Streetview jetzt genau ist. Da kamen dann Bedenken darüber, dass man durch Streetview vom Internet aus Hintereingänge ausspionieren könne etc…
    Ähnliche Bedenken habe ich damals von Leuten bezüglich GoogleEarth gehört. Dort dachten doch tatsächlich einige, man hätte mit dem Programm die Kontrolle über Satelliten, und könne hochaufgelöste Livebilder betrachten.

    Schmunzeln muss ich auch, wenn ich den Bericht über das Städtchen an der holländischen Grenze sehe, wo Google aus versehen auch die Bilder der deutschen Straßenseite online gestellt hat. Da regen sich Bewohner vor ihrem Haus, vor laufender Kamera und unverpixelt darüber auf, dass ihr Haus als Standbild im Internet zu sehen ist. Denn das sei ihrer Meinung nach ihre Privatsphäre und gehe niemanden etwas an. Der Beitrag ist im Netz zu finden. Realsatire vom feinsten. :)

  2. Dr.-Schiwago-Mutter

    @Sam
    Vermutlich ist es dir beim schnellen Durchzappen nicht aufgefallen, aber eine wesentliche Intention dieses Spots ist es offenbar, die Verlogenheit der Streetview-Hysterie zu verdeutlichen, bei der von Politikern, einem Teil der Presse und den üblichen Talkshowbesatzungen ein einzelner Sündenbock durchs Dorf getrieben wird, um vom massiven Ausbau der Bespitzelung durch andere, vor allem staatliche Institutionen abzulenken.

  3. Sam

    @Dr.-Schiwago-Mutter

    Die Intention des Spots ist mir schon klar. Er wäre nur meiner Meinung nach noch ein bisschen effektiver, wenn es bei den genannten Beispielen öfters Vergleiche mit Google gäbe.
    Für mein Gefühl verliert man – trotz des „Buugle“-Begriffs – beim Sehen des Spots Google schnell aus dem Kopf. Durch die Etiketierung aller Beispiel mit „Buugle“ bekommt das Ganze zusätzlich noch den Touch einer noch gar nicht realen dunklen Utopie. Man fragt sich, ist das jetzt schon so, oder spinnen die Macher des Spots das ganze nur weiter – und hakt es dann schnell unter Panikmache ab.

    Abgesehen davon wollte ich mit meinem Kommentar oben im Grunde nur deutlich machen, was meiner Meinung zu der Stimmungslage in der Bevölkerung führt. Solche Filme, wie der hier sind meiner Auffassung nach eher Belustigung für Leute, die sich eh schon etwas mehr mit der Thematik auskennen. Dem Ottonormalbürger wird der Spot vermutlich nicht wirklich viel sagen. Wie gesagt, dazu verliert er zu schnell Google selbst aus den Augen.

    Trotzdem netter Clip. ;)

  4. Dr.-Schiwago-Mutter

    Sam, sorry, dann hatte ich dich falsch verstanden…

    Und ja, du schneidest eine interessante Frage an: Es gibt sicher Leute, die auf Dystopien geradezu abfahren. Aber vielleicht ist das für Otto Normalsurfer schon wieder zu düster und im Ton tw. zu zynisch? Dann wären wir wieder bei dem Effekt, dass solche Videos oft „Selbstverständigungskultur“ sind. Sprich: man erreicht damit vor allem die, die „es“ sowieso schon so ähnlich sehen wie man selbst…

  5. Vroni

    @ Dr.-Schiwago-Mutter

    Sprich: man erreicht damit vor allem die, die “es” sowieso schon so ähnlich sehen wie man selbst…

    Nennt man auch „preaching to the converted“.

  6. Roland

    Oder wie wir im Norden sagen: „Hör auf zu rudern, du bist an Land.“

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