27.08.10
13:43 Uhr

Guerilla-Kampagne der Bahn AG zum Umstieg vom Auto auf die Schiene!

Das Wochenende naht! Immer noch führen viele Werber Wochenend-Beziehungen, besuchen ihren steuertechnischen Erstwohnsitz im Hotel Mama oder schleichen sich aus einer Werber- in eine Studenten-Stadt.

Vor den Reisenden liegen endlose Baustellen-Abenteuer, Migräne durch 3-stündige Scheibenwischerei, WDR4-Soundteppich oder eben lange Strecken in 2. Klasse Zügen, mit drittklassigen sanitären Einrichtungen und kalten Deutschländern unter Berieselung reinen Ostschul-Englisches.

Um diese Optimierungspotentiale wissend hat die Bahn sich längst entschieden, daß ihr das alles egal ist, und sie trotzdem mehr Menschen in ihre Durchzüge locken möchte.

Sie hat daher eine subtile Guerilla-Kampagne gestartet, deren Ubiquität ich euch bitten möchte am Wochenende auf euren Heim-, Urlaubs- und Hobbyfahrten einmal zu verifizieren:

In den letzten Wochen bemerkte ich auf den Autobahnen und Landstraßen der Republik vermehrt silberne VW Polo, Golf, Passat, die jeweils die Spitze von Staus bildeten.

Die Idee: Diese Wagen fuhren so nervtötend langsam und auf der falschen Spur bzw. reissverschlussten an stau-strategischen Stellen so konter-intuitiv, daß ich dachte, ein Muster zu erkennen. Letztlich überzeugend war der unübersehbare Aufdruck auf der Heckklappe all dieser Wagen: DieBahn.de!

Die Bahn versucht also, uns die Straße zu vermiesen, indem sie den Verkehr auf’s Inakzeptabelste verlangsamt und gleichzeitig die Lösung bietet: Die Bahn!

Zu beachten: Die Kampagnen-Guerilleros waren durchweg Männer, meist alleine im Wagen, bekamen augenscheinlich letzte Instruktionen direkt aus der Bahnzentrale über das Handy an ihrem Ohr oder lasen gerade die geheimen Kampagnen-Pläne auf ihrem Lenkrad.
Alles generalstabsmäßig geplant, alles wie ein Uhrwerk ablaufend. Großartig.

Also: Schaut doch einfach mal, wenn Ihr unterwegs seid, ob Ihr die gleiche Erfahrung macht. Berichtet in den Kommentaren von etwaig weiteren Details der Kampagne, gebt die Autobahnen und Städte durch, wo Ihr die Kampagne erleben dürft. Mich würde wirklich der Umfang dieser Guerilla-Kampagne interessieren.

Ein Schönes Wochenende!

(Leider wird die Kampagne noch nicht sozial-medial begleitet, aber da könnte ja mit Eurer Hilfe eine Counter-Campaign entstehen, indem Ihr bei Sichtung der Wagen in Aktion an @werbeblogger mit dem hashtag #guerillabahn tweetet.)

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17 Kommentare

  1. Daniel

    Nein, wie cool!

    Aber ist so ein Vorgehen im weitesten Sinne nicht auch wettbewerbswiedrig?
    Dann könnte z.B. ProMarkt ja auch seine Mitarbeiter in den Saturn schicken um dort die Kassen zu verstopfen.

  2. ralf schwartz

    Wie immer, lieber Daniel: Wo kein Kläger, da kein Richter!
    Und wer sollte die Rechte der Autobahn wahren? Der Verkehrsminister? Der hat eine Polizeieskorte und somit keine Probleme.

    Aber das ist ja noch gar nichts. Hast Du mal darüber nachgedacht, wie sehr der Bahnhofsbau in Stuttgart in den nächsten 20 Jahren den Verkehr auf den Stuttgarter Strassen zum Erliegen bringen wird?
    Das sind die wirklich geilen Kampagnen pro Bahn!

  3. MS

    Dabei ist doch heute gar nicht der 1. April.

  4. Christian

    Das ist doch nen Scherz? Das erste Auto sieht doch nur einer oder 2 dahinter. Und für das Firmenimage dürfte so eine Aktion auch nicht gut kommen. Endweder Saudoof oder einfach Quatsch.

  5. BB

    Das ist ja das diabolische.. es spricht sich nach hinten durch! Viral sozusagen…

  6. Bob Hope

    Hehehe… ganz toller Beitrag… :)

    PS: MediaMarkt und Saturn sind derselbe Konzern, denen ist es scheißegal, an welcher Markt-Kasse mehr Leute rumstehen ;)

  7. Ludowika

    Ich sage nur: 1 millionth happy costumer ;-)

  8. Alex

    Und was kommt als nächstes? Nestle vergiftet unser Trinkwasser? Ronald McDonalds wichst in die Döner-Sauce?

    Ich hoffe die Autoindustrie bleibt cool und fängt jetzt nicht an unbeobachtete Gepäckstücke an Bahnhöfen zu vergessen.

    Wo ist der Unterschied zwischen: “Ups, ich bin nur etwas langsam gefahren” und “Ups, ich habe meinen Koffer vergessen”

    Am Ende wird es bei der Aktion keine Gewinner, aber einen beachtlichen volkswirtschaftlichen Schaden geben.

  9. alf

    Ich hab leider keine Ahnung was mit diesem schwachsinnigen Artikel bezweckt werden soll, vielleicht werden wir ja noch erleuchtet.

  10. BobHope

    @alf:
    Viel schlimmer ist doch, wie viele Leute den eintrag anscheinend ernst nehmen…

  11. Alex

    @BobHope

    Die Bahn hat ihr Image so zerstört, dass ich es ihr zutrauen würde auch solche Strategien zu verwenden.

  12. D. Lux

    Die Bahn ist aufs falsche Gleis gekommen!!!

    Rasch einen vom Verschub in die verantwortliche Abteilung schicken und einige technische Funktionstests durchführen.

    :-)

  13. Väter der Klamotte

    fremdschämen.

    “(Leider wird die Kampagne noch nicht sozial-medial begleitet, aber da könnte ja mit Eurer Hilfe eine Counter-Campaign entstehen, indem Ihr bei Sichtung der Wagen in Aktion an @werbeblogger mit dem hashtag #guerillabahn tweetet.)”

    wow! richtig “cleverer” und “unauffälliger” versuch. gold in cannes ist euch sicher.

  14. BrothelPianist

    Das ist kein Schwachsinn. Ihr habt noch nicht von der “Lex Mehdorn” gehört? Das ist doch die eigentliche Strategie hinter dem DB-Carsharing. Das Kalkül: Diejenigen, die die Autobahn verstopfen sind DB Car Sharing-Teilnehmer, also Menschen, die einmal alle Jubeljahre ein Auto ausleihen um zu Großmutters Geburtstag auf dem Land zu fahren, da, wo heute auch keine private Bahnkonkurrenz mehr eine Haltestelle hat, und die deshalb sehr wenig Fahrpraxis haben und deshalb so langsam fahren, dass der unwillkürliche Eindruck entsteht, die deutschen Autobahnen seien voll, was ja überhaupt nicht stimmt, und so entsteht der teuflische Eindruck, die Bahn sei eine, wenn auch drittklassige, so immerhin doch etwas flüssigere Alternative – trotz ihrer vielen Verspätungen und noch schlechterer Englischlehrer.

  15. ralf schwartz

    @BrothelPianist
    Verdammt nochmal, recht hast Du!
    Diese, die ich Feiertagsfahrer nenne, soll die Baustelle holen. 365mal schlimmer als die Sonntagsfahrer sind sie.
    DB-Carsharing. Ich wußte es.
    Dann mußt Du unbedingt auch lesen: ralfschwartz.typepad...

  16. Martin

    Wenn ich so ein Auto auf der Straße träfe, würde ich denken: Die Bahn ist also verantwortlich dafür, dass Autofahrer schlecht fahren?! Verstehe ich nicht, daher: Ach, Autofahren kann sie auch nicht.

  17. 1

    Wäre es wirklich so, wäre diese Aktion aus meiner Sicht völlig kontraproduktiv. Ich werde von diesen Fahrern auf der Autobahn unglaublich genervt, bemerke dann irgendwann, dass die Bahn dahinter steckt – gegen wen wird sich wohl mein Unmut (um nicht Zorn sagen zu müssen) anschließend richten…

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Eure Kommentare

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  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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  • Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
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