15:17 Uhr
David Armano war ein Social-Media-Arschloch
David Armano, Senior Vice President bei Edelman Digital, weiß, wie man Aufmerksamkeit in eigener Sache erzeugt. Damit ergänzt er seinen Kollegen Steve Rubel durchaus passend, der eher die leiseren Töne bevorzugt.
Interessant an seinem Vortrag, den er kürzlich im Rahmen des neu geschaffenen TEDx Veranstaltungsformates hielt, ist besonders seine Selbsteinschätzung im Bezug auf eigene Verhaltensmuster, wenn es um das Buzzthema “Social Media” geht. Vor gar nicht so langer Zeit nämlich ordnete er sich selbst als “Asshole” ein. Er vergleicht die ganzen “SocialmedIalisten” mit einer Religionsbewegung, die in ihrer “Hochphase” als “self-righteous jerks” auftreten und schließt sich gleich selbst mit ein.
Niemand wolle mit solchen Typen in einem Raum sein, denn alles, was diese Typen täten, ist über “Social Media” zu reden.
Seine wesentliche Bewusstseinsänderung ist entstanden, so berichtet er, als er eine vom Schicksal getroffene Familie über seine Social-Media-Präsenz via Blog, Twitter etc. aktiv unterstützen konnte. Der Hilfeaufruf wurde derart positiv aufgenommen, dass er die Familie mit einer erheblichen Summe unterstützen konnte, die seine Community zusammensammelte, eine Erfahrung, die in Deutschland mit einer tollen Aktion z.B. auch Sachar (Kriwoj) machen konnte.
Sicher, David Armano ist ein Medien-Profi und verfolgt mit dem Bericht über seine Tat auch den PR-Grundsatz “Tu Gutes und berichte darüber!”.
Aber dennoch halte ich seine Selbsterkenntnis für mehr als einen weiteren medialen Spin. Ich nehme ihm ab, was er für sich selbst erlebt hat und wie er die ganze Social-Media-Szene sieht.
Denn ich war auch einmal ein “Arschloch” und kann es nachempfinden.
David Armano nutzt sein selbst erlebtes, gemeinnütziges Beispiel, um Social-Media nach seinem Verständnis neu zu “erfinden”. Vieles ist dabei nicht wirklich neu, aber er macht deutlich, wie sehr wir einen holistischen Betrachtungsansatz brauchen, um die komplexen Kommunkationsprozesse rum um Social Media besser zu verstehen um dann in Konsequenz aus Social-Media “Social Action” zu machen, auch im kommerziellen Umfeld.
2 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 27. September 2010 um 12:12 Uhr
[...] Ein Gastbeitrag von Thomas Wagner. (Gute Aktion. Einfach machen. Social Action statt blanker Theorie.) [...]
Am 16. November 2010 um 13:13 Uhr
[...] David Armano war ein Social-Media-Arschloch—Roland Kühl-v.Puttkamer, Werbeblogger [...]