08.07.10
03:19 Uhr

Blogger vs. Pepsi, Science vs. Shill: Wie ein Wissenschafts-Blog-Netzwerk sich selbst zerstört

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Vor etwa 24 Stunden begann das Wissenschafts-Blog-Netzwerk ScienceBlogs, gegründet 2006 von Seed Media Group, durch eine schier aberwitzige Entscheidung und den noch aberwitzigeren Umgang damit, sich selbst zu zerstören.

Was ist passiert? Am besten drückte es Carl Zimmer aus in seinem Blogeintrag “Oh, Pepsi, What Hast Thou Wrought?”:

Here’s the quick story: the powers that be at Scienceblogs thought it would be a good idea to sell Pepsi a blog of its own on the site, where its corporate scientists could tell the world about all the great nutrition science Pepsico is doing.

Yes. Really. I’m totally sober as I type this.

Das neue Blog im Sb-Netzwerk heißt “Food Frontier.” Sicher, es geht um Wissenschaft, aber der Jargon im Eingangstext des Blogs macht unmißverständlich klar, worum es geht:

On behalf of the team here at ScienceBlogs, I’d like to welcome you to Food Frontiers, a new project presented by PepsiCo.

As part of this partnership, we’ll hear from a wide range of experts on how the company is developing products rooted in rigorous, science-based nutrition standards to offer consumers more wholesome and enjoyable foods and beverages [meine Hervorhebung]. The focus will be on innovations in science, nutrition and health policy. In addition to learning more about the transformation of PepsiCo’s product portfolio, we’ll be seeing some of the innovative ways it is planning to reduce its use of energy, water and packaging.

Sicher — nicht immer war im ScienceBlogs-Netzwerk alles eitel Sonnenschein. Internen Zwist gab es genug, und auch einige meiner Lieblingsblogger wie Zimmer, John S. Wilkins oder Jonah Lehrer hatten in diesem und im letzten Jahr bereits die Segel gehißt, um zurück in ihre eigenen oder in neue Blog-Gefilde zu migrieren. Und der deutsche Ableger, betreut zunächst von Hubert Burda und später von Glam Media, hat sich kurz nach der Gründung in 2008 durch seine Auswahl an Bloggern zunächst vollumfänglich disqualifiziert, traf dann aber die richtige Entscheidung und ist, quod erat demonstrandum, anderthalb Jahre später immer noch in die Bereinigung des verursachten Flurschadens involviert; deutschsprachig Wissenschaftsinteressierten empfehle ich zusätzlich oder alternativ das WissensLogs-Netzwerk, betreut vom Spektrum der Wissenschaft Verlag.*

Aber den Wissenschaftbloggern ein corporierters PR-Blog auf Augenhöhe zur Seite zu stellen, diese Idee muß erst im Delirium geboren werden. Nicht nur sind die Wissenschafts-Blogger und -Bloggerinnen dadurch unfreiwillig mit Pepsis und zukünftig weiteren PR-Blogs assoziiert — ScienceBlogs wird zum Beispiel auch von Google als News-Quelle indiziert:

What’s more, Sb is indexed by Google News. As a news outlet, we should be held to a high standard. If the SEED management can’t see what’s wrong with this, this may be an insoluble problem.

Aber es gibt ja nichts, was sich nicht noch weiter eskalieren ließe. Erst nachdem all dies nicht nur durch die Blogosphäre, sondern auch durch die Newsoutlets getobt war, wurde das Layout des Pepsi-Blogs dahingehend dezent verhinweist, daß es sich um ein Corporate Blog handelt, und Sb Editor-in-Chief Adam Bly schrieb einen internen E-Mail-Rundbrief, der seinen Weg nicht unschnell in den Guardian fand. Und der es nicht besser machte, im Gegenteil. Aus diesem gewundenen Schreiben die wichtigsten drei Punkte extrahiert:

We think the conversation should include scientists from academia and government; we also think it should include scientists from industry. [...] The fact that they work at a profit-making company does not automatically disqualify their science in our mind. And frankly, nor does it disqualify them in the eyes of the Nobel Prize Committee either.

Of course we recognize – and of course so does PepsiCo! — that they’ve made a lot of money selling soft drinks and chips. But they also recognize that their future will be troublesome and time-limited without addressing the real and connected issues of obesity and under-nutrition in the world.

Finally, let me address the economics. SB, like nearly all free content sites, is sustainable because of advertising. But advertising is itself highly unpredictable, as the last year has shown the industry.

Und weil Werbung so unberechenbar ist, ist es ja auch nur logisch, Science mit Shill zu komplementieren und redaktionelle mit werblichen Inhalten zu mischen. Entsprechend hat der Exodus bereits begonnen. Carl Zimmer führt unter dem oben erwähnten Link eine “Bloggers on the Move”-Liste mit den neuen Adressen, und Chris Clarke drüben auf Coyote Crossing hat dazu einen Diaspora-RSS-Feed gebaut.

As Chris put it: That lesson: never let the firewall between advertising and editorial drop. Never. Not for a second. Not for a page.

Wie wahr.

————
Update 8.7.2010 19:30:
ScienceBlogs hat nachgegeben. Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht. Auch deswegen, weil die Diskussion eröffnet ist: Auf welche Weise lassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Unternehmen in den Dialog miteinbeziehen? Wie lassen sich Unternehmen, die aufrichtig das Gespräch suchen, in den Online-Dialog miteinbeziehen? Adam Bly schreibt:

We’ll open this challenge up to everyone on SB and beyond in the coming days so that we can all find the right solution.

Es klingt so, als ob dafür eine Open Platform eingerichtet werden wird, an der wir “from beyond” unsere Ideen, wenn wir welche haben, einbringen können. Ich bin gespannt.

————
* Ergänzt 8.7.2010 16:45 aufgrund dieser Information bei Aufrechterhaltung der prinzipiellen Kritik. Der Passus lautete ursprünglich:
„Und der deutsche Ableger, betreut zunächst von Hubert Burda und später von Glam Media, hat sich schon kurz nach der Gründung in 2008 durch seine Auswahl an Bloggern vollumfänglich disqualifiziert; deutschsprachig Wissenschaftsinteressierten empfehle ich statt dessen das WissensLogs-Netzwerk, betreut vom Spektrum der Wissenschaft Verlag.“
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9 Kommentare

  1. Marc Scheloske

    Ich will mich hier gar nicht groß über die aktuelle Diskussion auf der Seite der Blogger von ScienceBlogs.com äußern.

    Ich habe allerdings etwas zu diesem Statement zu sagen, Du schreibst:

    “Und der deutsche Ableger, betreut zunächst von Hubert Burda und später von Glam Media, hat sich schon kurz nach der Gründung in 2008 durch seine Auswahl an Bloggern vollumfänglich disqualifiziert; “

    Es ist so, daß ich als Redakteur seit Juni 2008 den besagten deutschen Ableger von ScienceBlogs betreue. Und ich frage mich wirklich, wie (v.a. im Kontext des obigen Artikels) man zum Schluß kommen kann, ScienceBlogs.de habe sich durch die Auswahl der Autoren “vollumfänglich disqualifiziert”.

    Ich weiß zwar, worauf Du anspielst, aber die pauschale Verurteilung von ScienceBlogs insgesamt, halte ich doch für maßlos übertrieben. Wir hatten tatsächlich den Fall, daß ein (!) Blogger auf ScienceBlogs.de (ein durchaus renommierter Wissenschaftsjournalist, der für mehrere deutsche Qualitätszeitungen schreibt) einige Texte bei sich im Blog publiziert hatte, in denen teilweise die wissenschaftliche Faktenlage ignoriert bzw. selektiv dargestellt wurde. Wir haben uns daraufhin von diesem Blogger getrennt.

    Damals (November 2008) wurde die Sache u.a. von US-Bloggern aufgegriffen und hochgekocht, wobei aber schon die Sprachbarriere für einige Mißverständnisse sorgte. (Die kritisierten Texte waren natürlich auf deutsch und per Google-Übersetzung versuchten die US-Kollegen zu verstehen, was da ggf. kritikwürdiges zu lesen sein sollte.)

    Wie gesagt: es gab da einen Fall, in dem wir uns auch von diesem Blogger (dessen Beiträge nicht unseren Vorstellungen entsprachen) getrennt haben. Das war im November/Dezember 2008! Wir haben aber knapp 40 (!) Autoren auf unserer Seite. Täglich sind ca. 10 neue Texte bei uns zu lesen. Jeden Tag!

    Wie man aus diesem Einzelfall dann zum Statement kommt, ein publizistisches Angebot habe sich “vollumfänglich” (!) disqualifiziert, ist mir schleierhaft. Wäre in etwa so, als würde ich behaupten, das SZ-Magazin habe sich “vollumfänglich disqualifiziert”, weil dort vor Jahren ein gewisser Tom Kummer einige Fake-Interviews untergebracht hat.

  2. J. Martin

    @Marc Die Kommunikation der Trennung — wenn es eine solche gab — war an mir vorbeigegangen; den Passus im Blogpost habe ich entsprechend korrigiert, halte dabei meine prinzipielle Kritik der „vollumfänglichen Disqualifizierung“ aber unter Hinzufügung des Modifikators „zunächst“ vollumfänglich aufrecht.

    Es geht nicht um die „Disqualifizierung“ aller Bloggerinnen und Blogger im Netzwerk oder des deutschen Sb-Netzwerks an sich, sondern um die Disqualifizierung hinsichtlich Absicht und Auftrag. Ich vertrete die harte Linie, das ist wahrscheinlich klargeworden, die David Gorski, Steven Novella und viele andere vertreten: Eine Publikation, die wissenschaftliche Forschung der Öffentlichkeit nahebringt, kann und darf sich keine Pseudowissenschaft erlauben. Das gilt für die „wissenschaftliche Öffentlichkeit“ bei Science, Nature oder The Lancet ebenso wie für die „allgemeine Öffentlichkeit“ bei Sb — gerade The Lancet ist in diesem Zusammenhang ein gutes Beispiel. Nicht die harsche Kritik an der Plattform ist es, was die anderen Bloggerinnen und Blogger empfindlich trifft. Was sie empfindlich trifft, ist ihre unfreiwillige Assoziation mit Pseudowissenschaft — so, wie die Bloggerinnen und Blogger des englischsprachigen Sb-Netzwerks die unfreiwillige Assoziation mit einem Corporate Blog empfindlich trifft. Eine Pseudowissenschaft zudem, die jeder einzelnen wissenschaftsbasierten Studie widerspricht, und deren Inhalt und Auswirkungen in überwältigendem Konsens der wissenschaftlichen Gemeinde (von Gesundheitsämtern gar nicht zu reden) als lebensgefährlich eingestuft wird. (Nebenbei: die anfänglichen Mißverständnisse durch inadäquate Übersetzungen der Artikel ins Englische entstanden ausschließlich dadurch, daß sich zunächst niemand wirklich sicher war, ob es um die Qualität der Artikel wirklich so schlimm stand, wie es schien — die Korrekturen übererfüllten die Befürchtungen).

    Aber selbst das ist noch nicht alles. Denn eine Plattform, die wissenschaftliche Forschung der Öffentlichkeit nahebringt, wendet sich ja auch gerade an solche Leserinnen und Leser, die nicht das Kontextwissen mitbringen, um Wissenschaft von Pseudowissenschaft unterscheiden zu können, und sie müssen sich darauf verlassen können, daß die betreuenden Redakteure wissen, was sie tun. Letztendlich müssen wir alle uns darauf verlassen können; das öffentliche Verständnis für Forschung und Wissenschaft gehört zu den wichtigsten Problemfeldern unserer Gesellschaft und der Zukunft unseres Planeten.

    Und, offen gesagt, das Argument, der betreffende Blogger sei ein „durchaus renommierter Wissenschaftsjournalist, der für mehrere deutsche Qualitätszeitungen schreibt“, qualifiziert nicht als Verteidigung, sondern höchstens als Illustration eines Aspektes des argumentum ad verecundiam. Wenn ich als verantwortlicher Redakteur in einem Wissenschafts-Blog-Netzwerk, dessen Teilnahme nur via Einladung möglich ist, die Veröffentlichungen einer solchen „Autorität“ nicht beurteilen und herauszufiltern kann, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Ich habe meinen Job nicht gemacht oder ich bin nicht der richtige für diesen Job.

    Wenn die verantwortlichen Redakteure einer Wissenschafts-Plattform Wissenschaft von Pseudowissenschaft nicht unterscheiden können, dann ist diese Plattform nicht der richtige Ort für diejenigen Leser und Leserinnen, die unter anderem ja gerade deswegen zu dieser Plattform kommen, weil sie es selbst nicht können und, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, auch gar nicht können müssen.

    Insofern wurde sowohl den Bloggerinnen und Bloggern als auch den Leserinnen und Lesern mit dieser Auswahl ein Erster-Klasse-Bärendienst erwiesen, der auch mehr als ein Jahr später noch seinen wohlverdienten Nachhall hat, und gerne lasse ich mich davon überzeugen, daß das QM der Sb-Plattform sich nach diesem Vorfall substantiell verändert hat. Ich würde es mir wünschen.

  3. Markus Roder

    Dass es Sb in Deutschland (und in Deutsch) überhaupt gibt, ist bisher komplett an mir vorbei gegangen… :).

    Welcher Pseudowissenschaft hingen die eingeladenen Blogger denn an? Darf ich ades kulturellen Kontexts wegen uf AltMed/Homöopathie tippen?

  4. J. Martin

    @Markus: Schlimmer: Antivaccer, AIDS/HIV Denialism, das ganze Programm. Davids Beitrag ist ein guter Start.

  5. Marc Scheloske

    Naja, wenn ich lese, daß sich eine Website (hier ScienceBlogs.de) angeblich “vollumfänglich disqualifiziert” habe, dann beziehe ich das schon auf das komplette Angebot, die Autoren, das Konzept, die Redaktion etc., aber kurz der Reihe nach:

    1. Du kannst mir schon glauben, daß wir uns von diesem Blogger getrennt haben. Das wurde u.a. hier am 3.12.2008 auch kommuniziert.

    2. Weil es (auch in den weiteren Kommentaren von Markus Roder) den Eindruck macht, als seien es gleich mehrere Blogger gewesen, die zweifelhafte Artikel publiziert hätten, nochmal zur Klarstellung: es gab (berechtigte!) Kritik an einem Blogger. Der sich in seinen Beiträgen bei uns aber lediglich (schlimm genug, aber dennoch entspricht das der Wahrheit) als dezidiert impfkritisch geäußert hat. Die AIDS-Leugner-Geschichte hat nichts mit ScienceBlogs zu tun. Der fragliche Autor hatte Jahre zuvor eine solche Liste unterzeichnet (was wir nicht wußten!). Aber auf Scienceblogs niemals Beiträge in der Richtung publiziert.

    3. Zum Qualitätsmanagement auf SB: richtig, in dem Fall (November 2008) war ich zu langsam. Allerdings ist die Sache nicht immer so einfach. Denn es gibt schlicht und einfach auch berechtigte kritische Positionen zu bestimmten Impfungen. Ich nenne nur die HPV-Impfungeund würde heute im Juli 2010 nochmal gerne wissen, ob letzten Herbst eine Pandemrix-Impfung (wie von vielen, vielen Experten dringend geraten) so notwendig war.

    Ich will damit nur andeuten: Impfkritik ist kein Tabu. Sie muß nur sauber und redlich und auf dem neuesten Stand begründet sein. Das war sie in dem konkreten Fall nicht; deshalb gab’s Kritik. Wir haben uns von dem Autor getrennt (den übrigens nicht ich eingeladen habe, er war bereits Autor, als ich im Juni 2008 bei SB.de begann).

    4. Ansonsten teile ich den Standpunkt, daß Pseudowissenschaft von (peer-reviewter, evidenzbasierter) Wissenschaft zu unterscheiden ist.

    5. Über die Formulierungen, daß ich/wir angeblich immer noch damit beschäftigt seien, den durch diesen Fall entstandenen “Flurschaden” zu bereinigen und daß der Plattform dadurch ein “Erster-Klasse-Bärendienst” erwiesen wurde, amüsiere ich mich ehrlicherweise ein wenig. Der Fall liegt mehr als 1 1/2 Jahre zurück. Dieser Blogbeitrag ist der erste Fall, in dem ich nochmal eine Erklärung dazu abgeben mußte. Tut mir leid, daß ich immer noch nicht verstehe, weshalb diese Mottenkisten-Geschichte mit dem aktuellen und diskussionswürdigen Pepsi-PR-Blog in Zusammenhang gebracht wurde. Es hat halt einfach nix miteinander zu tun.

  6. Full Metal Links « Evolving Thoughts

    [...] has the best response. Drug Monkey settles in. Rebecca Skloot moves, twice. Even the Germans are sensibly commenting. Enough, already. I’ve already had my recommended daily dose of Schadenfreude. I’ll [...]

  7. J. Martin

    @Marc Amüsieren wie Abwinken läßt sich natürlich mühelos entsprechend den Entscheidungen, die auf der persönlichen Fernbedienung zur Kanalauswahl getroffen werden. Ich darf Dir versichern, daß die Diskussionen (darf ich sagen „Ressentiments“?) um die Qualität des deutschen Sb-Ablegers in den englischsprachigen Foren und Kommentarsträngen und gelegentlichen Revival-Postings durchaus am Leben ist; „anderthalb Jahre“ in Internetzeit sind nur wenige Sekunden. Case in Point: In den zahllosen Kommentarsträngen Mitte bis Ende letzten Jahres zur deplazierten und unverständlichen Verleihung des Richard Dawkins-Preises an, ausgerechnet!, Bill Maher, lebte das Sb-Deutschland-Thema entsprechend seiner prinzipiellen Themennähe ohne sichtbare Alterserscheinungen wieder auf. Dabei spielte aber nicht nur der Inhalt eine Rolle, sondern auch die Reaktion, nämlich die maximal inadäquaten Kommentare der damaligen deutschen Sb-Redaktion zu den Protesten gegen die pseudowissenschaftlichen Einträge. Wobei ich auch schon vom „Amüsieren“ zum „Abwinken“ gekommen wäre: Denn diese redaktionelle Reaktion auf die Kritik machen aus dem „einen Fall“ schon zwei, und den damaligen Beitrag-cum-Update zum Thema „Schwermetalle in Ayurveda“ eines anderen deutschen Sb-Bloggers mögen wir doch bitte auch nicht vergessen. Mit diesen insgesamt drei Griffen ins Klo halte ich den Plural für mehr als gerechtfertigt und entsprechend aufrecht.

    Wo die Parallelen zur PepsiCo-Affäre sind? Spezielle wollte ich gar nicht ziehen, aber ganz allgemein sehe ich grell und deutlich Parallelen bei der Gefahr der Kompromittierung der wissenschaftlichen Bloggerinnen und Blogger durch pseudowissenschaftliche Assoziation und in der einzigartig inadäquaten Art, wie die jeweilige Redaktion auf die Proteste reagierte.

    Und wo wir gerade dabei sind: In dieser Diskussion geht es nicht substantiell um „Impfproblematik“, sondern um das Problem von Pseudowissenschaft. Daß wir über jede Impfmaßnahme auf wissenschaftlicher Basis nicht nur diskutieren sollten, sondern müssen, halte ich für so selbstverständlich, daß mich Dein beispielhaftes Heranziehen von HPV und Pandremix ein wenig konsterniert.

    Aber diese Beispiele lassen sich verwerten, indem wir sie herumdrehen: als weitere Belege dafür, daß wir bei der Diskussion von Impfmaßnahmen immer ein sehr, sehr scharfes Auge darauf haben müssen, ob die Diskussionen auch wirklich auf wissenschaftlichem Terrain verbleiben. Während in Deutschland ein absolut diskutabler Einwand (den ich persönlich allerdings ebensowenig teile wie die Einwände gegen Pandremix) gegen die präventive HPV-Impfung meiner Erinnerung nach der unzureichend untersuchte Langzeitschutz war und die sich daraus möglicherweise ergebende Kosten-Nutzungs-Schieflage für die Kassen, wurden in den USA auch die wissenschaftlichen Einwände gegen präventive HPV-Impfung als Munition verwendet von den konservativ-evangelikalen PR-Brigaden, um die wissenschaftliche Diskussion mit ideologischer Schmuggelware zu infiltrieren.

    Die, darüber sind wir uns einig, in der wissenschaftlichen Diskussion ebensowenig zu suchen hat wie Corporate PR und CAM.

  8. ScienceBlogs: Diskussionsüberblick und Gedanken zur Bezahlung wissenschaftlicher Blogbeiträge | between drafts

    [...] meinem ersten Eintrag auf dem Werbeblogger, „Blogger vs. Pepsi, Science vs. Shill: Wie ein Wissenschafts-Blog-Netzwerk sich selbst zerstö… geht es um die Vermischung von Inhalt und Werbung. Der dazugehörige Kommentarstrang dreht sich [...]

  9. Blogger vs. Pepsi, Science vs. Shill: Wie ein Blog-Netzwerk seine Marke demontiert | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Blogger vs. Pepsi, Science vs. Shill: Wie ein Blog-Netzwerk seine Marke demontie

    [...] Stand der Diskussion: Hier die Beiträge zum Thema “ScienceBlogs” auf dem Werbeblogger, auf Don Alphonsos Blogbar und auf between [...]

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