12:41 Uhr
Was bitte entscheidet über Erfolg oder Untergang von Unternehmen und Menschen?!
Markus Gotta, Bereichsgeschäftsführer im Deutschen Fachverlag (Horizont) und frisch bestellter Interessenvertreter des ZAW, glaubt, dass professionelle Kommunikation in dieser Zeit entscheidend für Wohl und Wehe von Unternehmen und Menschen sei:
“In einer Zeit, in der professionelle Kommunikation über Erfolg und Untergang von Unternehmen und Menschen entscheidet, ist interdisziplinäre Kommunikation mehr als angesagt.[...]“
Nun ist es an sich nichts Ungewöhnliches, wenn Branchenvertreter und Lobbyisten das jeweils eigene wirtschaftliche Aktivitätsumfeld in seiner Bedeutung für Menschen und Märkte herausheben wollen. Allerdings erscheint mir die Formulierung von Gotta dann doch ein wenig zu selbstreferenziell.
Sind wir wirklich schon soweit zu glauben, dass (professionelle) Kommunikation über den Untergang von Unternehmen und Menschen entscheidet?! Mag sein, dass die Verpackung bzw. das kommunikative Geschick eine wichtige Rolle spielt, allerdings ist doch wohl ohne den Inhalt, ohne das Produkt, ohne die Dienstleistung, ohne den engagierten Menschen dahinter alles nichts. Ohne Innovation, ohne unternehmerischen Mut, ohne die Wissenschaft und einen inneren Wertekompass der Aktiven bleibt professionelle Kommunikation reine Hülle und interessengeprägter Selbstzweck.
Ich denke, es stünde gerade den Interessenvertretern unserer Branche und unserer Glaubwürdigkeit gut zu Gesicht, etwas defensiver zu formulieren.
“If all you have is a hammer, everything looks like a nail.“
6 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 1. Juni 2010 um 14:59 Uhr
Ich finde es authentisch. Und vollkommen in line mit dem zweiten Teil meiner vorletzten werbeblogger-Artikel-Headline: “Ein Lob auf den Hype oder: Kann Ignoranz uns retten?” :)
Am 1. Juni 2010 um 18:23 Uhr
Wunderbare Werberhüllenwelt. Was bleibt denn da unterm Strich bei übrig?
Was genau bedeutet denn bitte “professionelle interdisziplinäre Kommunikation”?
Gut auf den Punkt gebracht Rolli. :-)
Am 2. Juni 2010 um 11:53 Uhr
BP
Am 2. Juni 2010 um 12:32 Uhr
Klingt ein bisschen nach Weltuntergang, wenn es denn dann keine Werbeagenturen geben würde… puh… zum Glück gibt es sie. Nicht auszudenken was sonst auf dieser Welt los wäre. Jetzt hab ich gerade Angst und überweise erstmal ein paar Euro an den Hilfsfonds zur Erhaltung von gefährdeten Werbegentur-Arten.
Da gehen mir doch direkt sooo viele Idee durch den Kopf wie man das auf den Arm nehmen kann ;-)
Am 2. Juni 2010 um 14:45 Uhr
Untersteht Jungwild nicht einer Schonfrist? Dieses Küken will erst noch eine Ente werden! So ist diese Art in wenigen Jahren ausgestorben.
Herr Gotta möge bitte erklären, was er mit “interdisziplinäre Kommunikation” meint? Das kann ja alles sein.
Am 4. Juni 2010 um 16:48 Uhr
Guter Beitrag!
Klar haben wir in den letzten Jahren einen enormen Wandel erlebt, was Werbemöglichkeiten für Unternehmen angeht. Ein Wandel kann aber immer nur geschehen, wenn er auch von der Bevölkerung zugelassen und akzeptiert wird.
Dieser Wandel wird sich in naher Zukunft aber noch viel, viel weiter ausbreiten und dem ein oder anderen werden noch Augen an Stellen wachen, von denen man es nicht für möglich halten würde.