12:51 Uhr
Werbeform vs. Werbeformat. Haarspalterei oder wichtige Unterscheidung?
Soeben stolperte ich bei der Recherche zu einem ganz anderen Thema über die Website des OVK (Online-Vermarkterkreis), der sich unter dem Dach des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft organisiert. Als Aufgabe und Ziel beschreibt der Vermarkterkreis u.a.:
[...]Oberste Ziele sind die Erhöhung von Markttransparenz und Planungssicherheit sowie Standardisierung und qualitätssichernde Maßnahmen für die gesamte Branche.
Zu diesem Zweck arbeitet der OVK kontinuierlich an der Standardisierung und Vereinheitlichung von Werbeformaten und Prozessen, mit deren Hilfe die Produktion sowie die Anlieferung und das Monitoring von Online-Kampagnen erleichtert werden. Diese Standards unterliegen der ständigen Erweiterung unter Berücksichtigung sich verändernder Marktbedürfnisse.[...]
(Hervorhebung durch den Verfasser)
Verfolgt man dann im Website-Menu die einzelnen Bereiche und Definitionsbestimmungen zu “Werbeformaten” wird man nicht fündig. Vielmehr taucht plötzlich der Begriff der “Werbeform” auf.
Versteht der OVK unter Werbeform und Werbeformat ggf. das Gleiche? Für mich jedenfalls ist das ein himmelweiter Unterschied. Ein Format beschreibt nach meinem Verständnis in diesem Kontext Größen- und Flächenangaben, Abmessungen, ggf. auch Layoutvorgaben und Seitenplatzierungen, also exakt die Angaben, die der OVK im Untermenu als “Werbeform” beschreibt. Das irritierte mich umso mehr, weil der OVK einleitend und viel passender von “Werbeformaten” spricht.
Werbeformen sind das, was eben zunehmend weniger im Web standardisiert werden kann. In der Werbeform liegt der kreative, individuell gestaltete, inhaltliche Schwerpunkt, welcher durch Vermarkter eher nicht geleistet wird. Vermarkter verteilen Werbeformen, gießen sie ggf. zuvor durch festegelegte Formate in ein “System”, um sie in Volumenmärkten für die Distribution beherrschbar zu machen. Man könnte auch sagen: Die Werbeform wird in einer Werbeagentur oder anderen kreativen Einheiten ggf. sehr individuell entwickelt, während die Online-Vermarkter bestimmte Container und Platzhalter (Werbeformate) organisieren und bereitstellen.
Ich halte die präzise Unterscheidung auch deshalb für wichtig, weil wir für kreative Wege bei der Online-Werbung nicht unbedingt neue Werbeformate brauchen, sondern neue Werbeformen.
Aber vielleicht ist meine Einschätzung ja nur Haarspalterei. Was meint ihr?
3 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 22. April 2010 um 13:25 Uhr
Ich stolpere eher über “Bewegtbildwerbeformen” oder heisst es etwa “Bewegtbildwerbeformate” … ;)
Am 23. April 2010 um 08:05 Uhr
Das Problem ist doch, dass inzwischen jeder schreibt wie er will. Da werden munter “falsche Freunde” aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt, so dass am Ende keiner mehr weiß was eigentlich gemeint ist. Diese Unart greift überall anscheindend überall um sich.
Am 23. April 2010 um 08:06 Uhr
DA! Auch schon bei mir selbst! Da hat sich doch ein “überall” zu viel in den Text geschlichen.