10:54 Uhr
Es lebe das kreative Friedhofsgrab
Manche Kampagnen wirken erst mit der Zeit oder fallen mir durch Hinweise aus dem persönlichen Umfeld wieder ins Gedächtnis. Sie tragen zwar ein virales Mem, aber bestimmte Themen lassen, wenn man nicht gerade den Monty-Python-Humor liebt, nur wenig Raum für erheiternde Ausführung. Gerade deswegen verdient die Kampagne einen kreativen Preis, ruft sie uns doch u.a. auch einen alten Kalauer von Otto Waalkes ins Gedächtnis: “Der Kreuzworträtselkönig ist tot und wurde begraben -2 Meter waagerecht und 1 Meter senkrecht…”
Für die rund 2000 im Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF) organisierten Grabpflegefachleute wurde bereits im Herbst 2009 eine Kampagne der Bonner Werbeagentur Schwind gestartet. Ein siebenstelliges Budget belebt neben TV-Spots und Print-Motiven auch eine Kampagnen-Website. Die Agentur vermeldet jetzt frisch via Twitter, dass sie auch weiterhin und bis 2012 mit im Boot ist. Glückwunsch.
Was ich mich jetzt natürlich frage: wie sollten wohl Kreative aus der Werbebranche begraben werden? Oder Blogger? Oder Social Media Berater…
Für Blogger vielleicht ein Grabstein mit PayPal-Spendenbutton-Gravur? Für Social Media Berater ggf. ein wetterfestes Grab-Display mit dem Lifestream der überlebenden Follower via Kirchhof-WLAN?!
Dass noch mehr in dieser Richtung zu erwarten ist, verspricht übrigens auch der hauseigene Imagespot der Agentur. “Wenn wir mit einer Idee kommen, dann nicht nur mit einer.”
5 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 15. April 2010 um 10:59 Uhr
Für Twitterer böte sich natürlich der Fail Whale auf em Grabstein an.
Am 15. April 2010 um 11:00 Uhr
:-)
Am 15. April 2010 um 12:19 Uhr
nen siebenstelliges Budget für solch ein Produkt ist schon nicht schlecht. ^^
Obwohl das Grab von dem Fischer schon was hatte, sowas sieht man nicht alle Tage, finds sogar erstaunlich, dass sowas in Deutschland zugelassen wird. Wo hier doch immer so strenge Regeln gelten.
Der Werbespot für die Agentur hat jedenfalls auch was, und selbst wenn nicht, war er sehr kostensparend für de Agentur, was man sich dann selbst auch wünschen würde.
Am 15. April 2010 um 16:30 Uhr
Als ich den Claim “Es lebe der Friedhof” zum ersten Mal gelesen hab, dachte ich erst, das ganze wäre irgendwie ein schlechter Scherz. Ziemlich gewagt der Claim. Aber warum nicht mal etwas riskieren bei so einem Thema … find ich gut! :)
Am 16. April 2010 um 14:28 Uhr
Eine clevere und mutige Idee