13:06 Uhr
Wieviel ist ein Facebook-Fan von Starbucks aus Marketingsicht wert?
Starbucks, die US-amerikanische Kaffeehauskette, zählt im Social-Media Umfeld zu den eher aktiveren Unternehmen weltweit. Via Twitter hat das Unternehmen 836.000 Follower, bei Facebook sind es gar über 6,7 Millionen “Fans”, die Interesse an Informationen bzw. einem direkten Austausch mit dem Unternehmen zeigen. Damit führt Starbucks das Facebook Pages Leaderboard als Unternehmensmarke an.
Angesichts dieser Zahlen wird beispielhaft deutlich, dass das Social Web auch unter dem Aspekt klassischer Massenkommunikation einen aktiven “Tipping Point” erreichen kann, zumindest bei Unternehmen, die frühzeitig, konsequent und nachhaltig in diesem Bereich aktiv waren und sind, inkl. Engagements während einer frühen Phase neuer Werbeformen.
Von einer “Nischenkommunikation” kann aus Starbucks-Sicht angesichts dieser Zahlen keine Rede (mehr) sein. Der Zugang und die Markenansprache im Web ist höchst relevant und für jeden Mediaplan ein gewichtiger Teilbereich.
Aus rein quantitativ-ökonomischer Sicht stellt sich natürlich die Frage, wie dieses Interessenten- und Kundenumfeld zu bewerten ist. Die Frage eines Social-Media ROI ist hier schon öfter diskutiert worden. Meine ganz persönliche, berufliche Erfahrung bei dieser Diskussion sagt mir dabei, dass kein wirtschaftlich agierendes Unternehmen Ressourcen, Personal und Geld für Social Media Aktivitäten ausgäbe, wenn nicht auch irgendeine Form von ökonomischer Ertragsbetrachtung berücksichtigt und eingeplant ist. Die große Frage ist nur: Wie erfasse ich möglichst umfassend die Wechselwirkungsmechanismen in einem derart komplexen Gebilde? Kann ich als Unternehmen bei Social-Media-Aktivitäten überhaupt Investitionsbereiche wie früher klassisch und ggf. abteilungsbezogen abgrenzen (PR-Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Promotion, Markenkommunikation)? Was ist ein Social-Media Kontakt eigentlich wert?
Ein Ansatz, sich diesen Fragen zu nähern, leitet sich typischerweise aus der klassischen Kommunikation ab. Dort stellt sich immer wieder beim Media-Planning die Frage, wieviel ich als Unternehmen investieren muss, um eine bestimmte Anzahl an Menschen optimal zu “erreichen”.
Auch wenn dieser Ansatz nur Fragmente des wirklichen “Wertes” von Communities und Followern erfasst, so spricht er doch in Unternehmen Entscheider an, für die diese Art der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung notwendig und gängig ist, um eben entsprechende investive Mittel zu argumentieren und zu planen. Und so kommt ein Unternehmen bei einer entsprechenden Studie zu dem Ergebnis, dass der “Mediawert” der Starbucks-Fans bei Facebook jährlich 23,6 Mio. US$ beträgt.
The firm has determined that, on average, a fan base of 1 million translates into at least $3.6 million in equivalent media over a year.
Somit kommt die Studie zu der Erkenntnis, dass ein einzelner Fan bei Facebook statistisch und durchschnittlich rund 3,6 US$ jährlich wert sei, immer vor dem Hintergrund alternativ aufzuwendender Media-Spendings und bestimmter angenommener Parameter, die sicher diskussionswürdig sind.
Leider wird nämlich erneut versucht, den “Markenwert” einer Web-Community mit dem “Mediawert” und klickbasierenden Metrics zu messen. Somit kann das also nur ein bescheidener Ansatz sein, der allenfalls als unscharfe “Hausnummer” dienen kann. Aber vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen Budget auf die Beine…
10 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...
- ralf schwartz: @Selket Interessant, danke.
- Selket: Es hat noch einen weiteren Grund, weshalb Katzen 9 Leben haben sollen: im Alten Ägypten – für Katzen wohl die beste Zeit ;-), war die...
- ralf schwartz: @AndreasK Ich kann die Härte, die Du in den Post hineininterpretierst, nur schwer nachvollziehen. Nichtmal die w&v selbst sieht...
- AndreasK: Weil jetzt das Internet nun mal da und total hip ist, muss die eigene w&v-Idee natürlich brachial digital gedacht, erstellt und...
- ralf schwartz: Ah, “LEAD digital”, dieses “14-tägliche Magazin für Digital-Professionals und Online-Marketer”. So reisst...
- Annette Mattgey: Dafür hat W&V doch LEAD digital. Da kann man all diese komischen Sachen mit dem Netz nachlesen, sogar auf ner eigenen Website....
- daniel: also erst mal, coole Grafik im oberen bereich :-) und der verdienst, hängt sicherlich von jedem selbst ab, viele faktoren spielen da eine...

Deutsche Werbe-/Medienblogs
- Agenturblog
- Aisberg
- Automobil Blog
- basd-art.de
- Beers and Ideas
- Bernd Röthlingshöfer
- Blindtext Blog
- Blog von Gwinner
- Cem Basman
- Clap-Club
- Clickpunkt 7
- Connected Marketing
- Creating Tomorrow
- Customer of Hell
- Datenschmutz
- Datenvandalen
- Digital Conversation
- Ferryblog
- Filmjournalisten.de
- Fischmarkt
- Flussaufwärts
- Fontblog
- Fridaynite
- Geistesblitz
- Guerilla Marketing Blog
- i-fekt Blog
- Ingo Kaestner
- Jenriks24phoetry
- JvM/Neckar
- Kreisrot Rundschreiben
- LPMDESIGN Weblog
- MADVERTISING
- Markentechnik Blog
- Marketing Oase
- Massenpublikum
- Medienvirus
- Mobile Zeitgeist
- Neukunden-Magnet
- Nico Zorn
- Nino Worldwide
- Off the record
- OnetoBlog
- Out of office
- Pimp my brain
- Pixelsebi
- praegnanz
- reine Formsache
- Reklame
- seoFM
- Sichelputzer
- Sloganmaker
- SOS SEO
- The missing Link Agenturblog
- Tischthema TV
- VisualBlog
- Werbewahn
- Werbewunderland
- Zielpublikum
- Zorno
- Zweieintel
Englische Werbe-/Medienblogs
Evergreens (teilweise Off-Topic)
Web 2.0 Blogs
Werbeblogger Autorenlinks




Am 14. April 2010 um 14:58 Uhr
“Meine ganz persönliche, berufliche Erfahrung bei dieser Diskussion sagt mir dabei, dass kein wirtschaftlich agierendes Unternehmen Ressourcen, Personal und Geld für Social Media Aktivitäten ausgäbe, wenn nicht auch irgendeine Form von ökonomischer Ertragsbetrachtung berücksichtigt und eingeplant ist.”
Sehr schön gesagt!
Am 14. April 2010 um 15:33 Uhr
Sehr schöner und informativer Artikel!
Ich habe mal versucht die Fans mit Newsletter Abonnenten zu vergleichen, obwohl das sicherlich auch nicht vergleicbar ist. Wenn man heute 40 bis 50 Cent für einen qualitativ hochwertigen Newsletter Kontakt veranschlagen sollte, dann kann man sich sehr leicht ausrechnen wie effektiv und günstig Facebook sein kann.
Am 15. April 2010 um 15:36 Uhr
[...] stellt werbeblogger.de die Frage “Wieviel ist ein Facebook-Fan von Starbucks aus Marketingsicht wert?“. Der Amerikanische Social Media Management Lösungsanbieter Vitrue liefert zu dieser Frage [...]
Am 15. April 2010 um 17:14 Uhr
Der Wert ist ja vielleicht ganz nett zu betrachten, solage die Fans und Follower fein artig mitspielen. Was passiert aber mit dem Wert aus Marketingsicht, wenn sich plötzlich niemand mehr “markentreu” verhält und negatives Feedback überwiegt? Siehe Greenpeace vs. Nestlé/Kitkat.
Am 16. April 2010 um 13:15 Uhr
Spannender Artikel!
Noch aussagefähiger als reine Media-Äquivalenz-Betrachtungen, die im Falle von Starbucks sicher auch den “first mover” PR- und Social Media Rummel einschließen, der von anderen Marken zu anderen Zeiten sicherschwerer zu reproduzieren ist, wäre in meinen Augen allerdings eine Form von Kundenwertbetrachtung.
bo
Am 19. April 2010 um 12:04 Uhr
Ich weiß ja nicht, wenn ich bei Facebook bin, versuche ich nicht jede Nachricht auf meiner Pinnwand zu lesen, so wie ich bei Werbung auch nicht aufmerksam zuschaue oder die meisten Anzeigen und Plakate übersehe. Deshalb finde ich jeden Versuch, Menschen über einen Kamm zu scheren, zum scheitern verurteilt.
Krass finde ich nur, das trotzdem immer noch genug Leute auf diesen Bullshit reinfallen und fleißig die Werte in ihre Exceltabellen eintragen.
Am 19. April 2010 um 17:33 Uhr
Unkommentiert, aber der Vollständigkeit halber:
socialnetworkstrateg...
Am 20. Mai 2010 um 16:30 Uhr
Studie zu Facebook: Dialog von TV-Marken und Fans
adocom
Am 4. August 2010 um 13:49 Uhr
[...] von Old Spice hat für mich vor allem eines gezeigt: Das Web ist ein “funktionierendes Massenmedium” auch im Definitionsbereich klassicher Mediaplanung geworden, wenn die Mechanismen richtig [...]
Am 7. September 2010 um 10:39 Uhr
[...] kann, da es im Web Faktoren und Einflüsse gibt, die man nicht genau bestimmen kann. Auch beim Werbeblogger gab es im April dieses Jahres mal einen Artikel zu diesem Thema, wo man sich auf die Facebook [...]