14:37 Uhr
iPad, shmiPad: Eine Momentaufnahme vom Stand der Diskussion
Das iPad ist auf dem Markt, meine Erwartung, daß es sich wie geschnitten Brot verkaufen wird, hat sich erfüllt, und die länglichen Gesichter, die auf der Apple Keynote im Publikum und, metaphorisch, begleitend dazu auf Twitter zu sehen waren, sind begeisterten Reviews gewichen.
Meinungsführer
Eine Auswahl dieser Reviews hier:
Stephen Fry: “After he leaves, I am finally left alone with an iPad. [...] Ten minutes later I am rolling on the floor, snarling and biting, trying to wrestle it from the hands of an Apple press representative.”
David Pogue: “Apple asserts that the iPad runs 10 hours on a charge of its nonremovable battery—but we all know you can’t trust the manufacturer. And sure enough, in my own test, the iPad played movies continuously from 7:30 a.m. to 7:53 p.m.-more than 12 hours.”
Walter Mossberg: “As I got deeper into it, I found the iPad a pleasure to use, and had less and less interest in cracking open my heavier ThinkPad or MacBook. [...] My verdict is that, while it has compromises and drawbacks, the iPad can indeed replace a laptop for most data communication, content consumption and even limited content creation, a lot of the time.”
Andy Ihnatko: “[I]n situation after situation, I find that the iPad is the best computer in my household and office menagerie. It’s not a replacement for my notebook, mind you. It feels more as if the iPad is filling a gap that’s existed for quite some time.”
Jason Snell: “Is the iPad a good product? The answer is undeniably, enthusiastically yes. It’s a fantastic piece of hardware, inside and out, but more than that, it’s the apotheosis of Apple’s design philosophy, synthesizing cutting-edge hardware design with innovative system and application software into a single, unified product. Holding the iPad feels like you’re holding the future, and not in a hazy dream-like way, but in a I can’t believe I’m actually here kind of way.”
Produktpolitik
Daß Apples mobile Produkte technisch und markttechnisch zur Zeit nahezu unschlagbar sind, führt eine zunehmende Marktmacht mit sich, die eine gewisse Verantwortung nahelegt. Dieser Verantwortung stellt Apple sich meines Erachtens genauso wenig wie seinerzeit Microsoft oder davor IBM. Im Gegenteil. Die Methoden sind andere, aber das Ergebnis ist das gleiche: Das ungebremste Streben nach Quasi-Monopolen in wichtigen Lebens- und Kulturbereichen, die mit allen Mitteln ausgebaut und verteidigt werden. Daß Apple dabei bislang im legalen Grünbereich verbleibt ohne Wrestling-Moves wie Vaporware, OEM-Absprachen oder Retailer-Erpressung ist ein Trost, jedoch nur ein geringer. Produktbündelungen zum Beispiel sind ein Feld, wo Apple mit Microsoft durchaus mithält; der Unterschied liegt lediglich im eigentlichen Tatbestand des „Ausnutzens einer marktbeherrschenden Stellung“. Aber selbst dies wird bei Apple zunehmend zumindest diskussionswürdig, vor allem im Musikgeschäft. Dazu gesellt sich Apples Zensurmaschinerie, die nicht nur von mir “capricious” und “stalinesque” genannt wird, und deretwegen (von T-Mobile mal ganz abgesehen) mir ein iPhone nicht ins Haus kommt. Auch wenn es gefühlt oder sogar objektiv gesehen den Gold Standard darstellt in Sachen Technik, Apps, Infrastruktur, Usability. Einen Eindruck geben die recht frischen Spots zum iPhone 3GS “Shopper”, “Concert” und insbesondere “Commute”:
(Full Disclosure: Ich selbst, als traditioneller Palm- und Sony-Ericsson-User, bin von meinem betagten P800 auf einen Pre mit WebOS umgestiegen. Der Pre ist weder so frei wie Android noch so zugenagelt wie das iPhone, aber diesen an sich interessanten Mittelweg weiß Palm, zumindest für internationale Kunden, nach Kräften mit Ärgernissen ohne Zahl zu pflastern. Das hat sich nicht rentiert: Palm Inc. steht ab heute zum Verkauf.)
Bereits während der laufenden Apple Keynote gehörte ich zu denen, die das iPad spontan großartig fanden und haben wollten (das überstolperte “be” bitte dazudenken). Aber allmählich setzt die Katerstimmung ein, und alles, was mich am iPhone störte, stört mich am iPad nun exponentiell.
Restauration
Letzte Woche forderte Springer-CEO Mathias Döpfner in einem Interview mit Charlie Rose alle Verleger auf, einmal im Monat bei Vollmond eine Ziege zu opfern, um „Steve Jobs dafür zu danken, dass er die Verlagsbranche rettet“. Ich stelle zum Einstieg mal ein Zitat von Döpfner gegen ein Zitat von Cory Doctorow:
I think this is really starting a new era. And I think every publisher in the world should sit down once a day and pray to thank Steve Jobs that he is saving the publishing industry with that. I think the iPad is really delivering what we were all waiting for [...] it has, and this is very important, it has a pay model that is very easy to use. And it’s a cool device, it’s simply cool to read journalism on this device, and so I think that really make a huge difference.
We were proud to present with the American start of the iPad also at least one of our German newspapers, Die Welt, it’s our broadsheet newspaper, and you see, we’ll offer that after a couple of weeks of promotion, we will offer it at a price that is only 10% below the price of the print product.
I think that the press has been all over the iPad because Apple puts on a good show, and because everyone in journalism-land is looking for a daddy figure who’ll promise them that their audience will go back to paying for their stuff. [T]he mainstream press is full of stories that affirm the internal media consensus. Yesterday’s empires do something sacred and vital and most of all grown up, and that other adults will eventually come along to move us all away from the kids’ playground that is the wild web, with its amateur content and lack of proprietary channels where exclusive deals can be made. We’ll move back into the walled gardens that best return shareholder value to the investors who haven’t updated their portfolios since before eTrade came online.
But the real economics of iPad publishing tell a different story: even a stellar iPad sales performance isn’t going to do much to stanch the bleeding from traditional publishing. Wishful thinking and a nostalgia for the good old days of lockdown won’t bring customers back through the door.
Auch oder gerade weil ich mich mittlerweile von meiner ursprünglichen Position wegbewege in Richtung Cory Doctorows, frage ich mich, wieviel “wishful thinking” auch in Doctorows Perspektive liegt. In den Wavetank-Sessions zur „Ästhetischen Gesellschaft“ streifen Tim, Siggi und ich periodisch das Thema der „Restauration“: Eine politische und gesamtgesellschaftliche Strömung mit der Tendenz, die von den Neuen Medien bewirkten Veränderungen rückgängig zu machen, in das Korsett überholter Modelle zu zwängen oder zu domestizieren. Zu den auffälligsten Erscheinungen gehört dabei so unsäglicher und bis zur Unkenntlichkeit wiederholter demagogischer Unsinn wie „Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein“, aber die Strömung ist viel tiefer und betrifft alle gesellschaftlich relevanten Bereiche. „Restauration“ als gesellschaftliches Phänomen ist auf keinen Fall etwas, das wir erleben wollen. Ein nicht unwichtiges Schlachtfeld in dieser Hinsicht ist Presse und Journalismus: Es ist nicht ausgeschlossen, daß das iPad und seine Nachfolger und Nachahmer zumindest übergangsweise (und Restaurationen können zäh sein) genau das verhindern, was tatsächlich geboten wäre, nämlich den Entwurf eines radikal neuen Systems, um Nachrichten zu sammeln und zu recherchieren, zu kontextualisieren und zu veröffentlichen. Bei dieser Restauration, wie bei Restaurationsbewegungen generell, steht nämlich nicht die Bottom-up-Frage im Vordergrund, auf welche Weise wir dies alles tun können, um zu einer echten Wissensgesellschaft zu werden, die für die dramatischen Herausforderungen gerüstet ist, vor der wir stehen, sondern das Top-down-Modell der Rettung von Geschäftsmodellen. Meine Befürchtung ist, daß uns das in vielerlei Hinsicht teuer zu stehen kommen wird.
Progression
Völlig anders und sehr positiv sehe ich das Potential des iPads für die Zukunft von Magazinen. Mehrfach schrieb ich bereits über erste Proof-of-Concepts wie die Sportzeitschrift 2.0, das Magazin 2.0 aus der Designer-Perspektive und das Magazin 2.0 „Nun fast in echt“. Hier nun, aufbauend auf dem Mag+ Konzept von Bonnier, Stockholm, und Design-Consultancy BERG, London, die iPad-Version von Popular Science als Popular Science+, “The New Digital Version of Popular Science on the iPad”:
Popular Science+ sowie die iPad-Versionen zweier weiterer Magazine — Time und Gentlemens Quarterly — hat Brad Colbow besprochen:
Brad Colbow—Magazine Art Direction on the iPad
Mal davon abgesehen, daß Time sicherlich eher in den Bereich “News” gehört als in den Bereich “Magazine”, bin ich von den Umsetzungen und dem Interface- und Interaktionsdesign nicht durchgehend begeistert. Aber die Diskussion darum überlasse ich denen, die davon etwas verstehen. Eine kritische Stimme zu Popular Science+ von Khoi Vinh:
[T]his inaugural issue of Popular Science on the iPad, while gorgeous and impressive, is also gimmicky, repetitive and unusable. It’s a noble attempt, but it’s also a disappointment. At heart, it illustrates a collision point between interaction design and traditional publication design, one in which the latter prevails.
Ein weiterer Pluspunkt für das iPad sind Comic Books, zunächst von Marvel, die bereits mit ihrer Marvel Comics App für das iPad am Start sind. Comic Books auf dem iPad fand ich eine großartige Idee. Da ich persönlich aber weniger an Marvel oder DC mit ihren farbenfrohen Superhelden als an düster-blutigen Graphic Novels von Dark Horse und Indie-Verlagen interessiert wäre, stellt sich mir die Frage, ob Apple — wie bei den iPhone-Apps — auch hier wieder unüberwindliche Super Nanny und Türhüterin zu werden droht. Zusätzlich dazu hatte Cory Doctorow einen für mich unerwarteten Einwand:
I was a comic-book kid, and I’m a comic-book grownup, and the thing that made comics for me was sharing them. If there was ever a medium that relied on kids swapping their purchases around to build an audience, it was comics. And the used market for comics! It was-and is-huge, and vital. [...] So what does Marvel do to “enhance” its comics? They take away the right to give, sell or loan your comics. What an improvement. Way to take the joyous, marvellous sharing and bonding experience of comic reading and turn it into a passive, lonely undertaking that isolates, rather than unites. Nice one, Misney.
Ein Argument, das ich erst sacken lassen muß; ich war nie ein „Tauscher“ und meine ungebremste Leidenschaft für Used Books Stores galt und gilt unbebilderten Büchern, nicht Graphic Novels. Ich kann den Einwand verstehen, aber er erscheint mir zu Old-School im Rahmen der Neuen Medien — ich glaube nicht, daß sich das von Doctorow beschriebene (Lebens-)Gefühl im Kontext der digitalen Medien replizieren ließe, selbst wenn Tauschen und 2nd-Hand-Markt zugelassen wären. Ich denke, die Frage sollte vielmehr lauten, welche neuen großartigen Erlebnisse die Comic-Book-Anbieter mit ihren Apps verhindern; mit der Zeit fällt uns da sicher etwas ein.
Wettbewerber I: Adobe Flash und CS5-iPhone-Compiler
Mein Mitleid mit Flash ist begrenzt: Je eher dieser proprietäre Quasi-Standard für nutzlose Startseiten und nervtötende Hibbel-Ads zugunsten von HTML5 verschwindet, desto besser. Selbst im Game-Design-Bereich läuft Flash Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten, und für HTML5 als Konkurrenten gibt es das erste Proof-of-Concept mit einem GWT/HTML5 Quake II-Port von den Google-Developern. Aber da ist dann auch noch die Geschichte mit den nun verbotenen Compilern. Dazu Rob Beschizza:
The latest revision of Apple’s developer licensing agreement explicitly prohibits the use of third-party software to develop for the iPhone.
Such software lets developers use programming languages that they already know, including easy-to-learn ones like Unity Script. It also lets developers create apps that will run on multiple platforms. The big target here is clearly Adobe—though Flash itself won’t run on the iPhone, the latest version of Adobe’s development suite can also spit out a non-Flash version of your app that will.
Und Gruber:
Wonder what Adobe does now? CS5 is thisclose to release and the iPhone compiler is the flagship feature in this version of Flash. They’re pretty much royally fucked.
Auf der einen Seite gibt es gute Gründe, Cross-Platform-Compiler aus dem Spiel zu nehmen. Zum einen ist Cross-Compiling der Qualität von Programmen nicht zuträglich. Ein weiteres Argument, ebenfalls von Gruber, ist dies: Apple will damit verhindern, daß ein anderes Unternehmen eine Entwicklungsplattform für Cocoa Touch als De-Facto-Standard etabliert. Von allen offensichtlichen Nachteilen abgesehen, würde dies auch potentielle Kunden vom iPhone abziehen. Denn wenn sich eine solche Plattform etablierte, die die gleichen Apps (dazu in entsprechend minderer Qualität) quer für alle Plattformen kompilierte (iPhone, Android, Windows Phone 7, BlackBerry), würde der Vorteil, ein iPhone wegen der hohen App-Dichte und App-Qualität zu erwerben, langsam aber sicher ausgewaschen werden. Dazu gesellen sich noch diverse technische Gründe, und es ist nicht allein der CS5-Compiler, der betroffen ist — Überlegungen und Quellen dazu hier von meinem Freund und Kollegen Lutz.
Bei Adobe war nach der Ankündigung wohl zunächst Land unter. Die erste Stellungnahme, zitiert in der New York Times, ließ sich mühelos übersetzen. Als nächstes ließ Adobe Platform Evangelist Lee Brimelow seiner Frustration freien Lauf in seinem Eintrag “Apple Slaps Developers In The Face”:
Speaking purely for myself, I would look to make it clear what is going through my mind at the moment. Go screw yourself Apple.
Der Satz, den Brimelow auf Ersuchen von Adobe strich (“[Sentence regarding Apple's intentions redacted at request from Adobe]” lautete: “What is clear is that Apple has timed this purposely to hurt sales of CS5.” (Quelle) Schließlich eine etwas moderatere und offiziellere Stimme auf dem Adobe-Blog:
First of all, the ability to package an application for the iPhone or iPad is one feature in one product in Creative Suite. CS5 consists of 15 industry-leading applications, which contain hundreds of new capabilities and a ton of innovation. We intend to still deliver this capability in CS5 and it is up to Apple whether they choose to allow or disallow applications as their rules shift over time.
Hört sich für mich an wie das Geräusch eines Strohhalms, nach dem gerade jemand greift.
EDIT 12.4.10 18:00
Zum Themenkomplex Apple vs. Adobe, Cross Platform Compiler und Flash erschien heute ein exzellenter Beitrag von iPhone-Developer Louis Gerbarg mit dem Titel “Its all about the framework…”, den ich allen Interessierten unbedingt zu lesen empfehle. Zu Anfang teilweise recht technisch, führt Gerbarg dann verständlich und überzeugend aus, daß es um eine ganz andere Art von Kontrolle geht als bloß über die Plattform, nämlich über den Release-Cycle des iPhones. Dazu findet Gerbarg auch einige harsche Worte zu Adobe, die bei genauem Hinsehen nicht unberechtigt sind. Und auch Apple gegenüber ist Gerbarg kritisch, aber das sollte nicht verwundern. Während die Apple Fanboys und Bashboys blogübergreifend in den Kommentarbereichen toben, findet die wirklich interessante und erwachsene Diskussion in den Einträgen selbst längst statt.
/ EDIT 12.4.10 18:10
Wettbewerber II: iAds vs. GoogleAds
Die Ankündigung der “iAd Mobile Advertising Platform” kann durchaus als Frontalangriff auf Google verstanden werden (und wäre natürlich auch ein Angriff auf Flash, wenn dies auf dem iPhone liefe). Es lohnt sich, Apples Text dazu ausführlich zu zitieren, um ein Gefühl für den Markt zu bekommen, der da entstehen könnte:
iAd, Apple’s new mobile advertising platform, combines the emotion of TV ads with the interactivity of web ads. Today, when users click on mobile ads they are almost always taken out of their app to a web browser, which loads the advertiser’s webpage. Users must then navigate back to their app, and it is often difficult or impossible to return to exactly where they left. iAd solves this problem by displaying full-screen video and interactive ad content without ever leaving the app, and letting users return to their app anytime they choose. iPhone OS 4 lets developers easily embed iAd opportunities within their apps, and the ads are dynamically and wirelessly delivered to the device. Apple will sell and serve the ads, and developers will receive an industry-standard 60 percent of iAd revenue.
Es sollte auch erwähnt werden, daß iAds in HTML5 programmiert werden — was mittelbar einen weiteren Schlag gegen Flash bedeutet. Denn HTML5-Anzeigen werden in jedem Browser laufen, während Flash nicht auf iPhones läuft, und über das Bestreben von Advertisern, Werbung nahtlos und am liebsten genormt über alle Plattformen und Geräte zu distribuieren, schrieb ich bereits. iAds müssen von Apple ebenfalls genehmigt werden: Zwar kann ich mir nicht vorstellen, daß Apple sich dabei aufführen wird wie beim Genehmigungsprozeß für Apps, aber es wird für Werber sicherlich interessant zu beobachten sein, wie dieses Verfahren dann tatsächlich in der Praxis abläuft. Und natürlich stellt sich mir die Frage: Werden iAds auf Apples mobilen Plattformen irgendwann genauso nervtötend sein wie Flash-Ads im wilden Web? Wahrscheinlich nicht; denn abgesehen vom Genehmigungsverfahren — und Apple wird sich nicht seine Plattform zumüllen lassen — sollen iAds zum Beispiel erst durch Anstupsen aktiv werden.
Hier die Präsentation, als Pflichtprogramm für Werber:
Apple iPhone OS 4.0 : iAD Part 1
Apple iPhone OS 4.0 : iAD Part 2
Sind iAds ein “Game Changer”? Möglicherweise, aber ich denke, es ist noch zu früh, um darüber zu befinden, wo iAds auf der Skala zwischen Ubiquität und Werbung als Information und Mehrwert ihren Platz finden werden. Durch die Bündelung von “Interaction” (Web) mit “Emotion” (TV-Ads) ist dieses Modell auch ein weiterer Floh im Fell des 800-Pfund-Gorillas Fernsehen, und, wie heißt es so schön, viele Flöhe sind des Affen Tod. Selbst das Thema “Collaborative Design/Co-Creation” ist von Anfang an mit im Spiel, wie an den Fake-iAds für Target und Nike in den Videos zu sehen ist. Aber nicht nur das. Steve Jobs um ca. 3:30 herum im zweiten Teil:
[A]n example for three ads that were realy easy to make, right? And in addition to ad agencies being able to make these things, there are hundreds of thousands of iPhone app developers who know how to make these things.
Stimme und Gestik von Steve Jobs im Ausklang dieses Satzes sprechen Bände.
Ich kann noch nicht sagen, ob das alles eine gute oder eine schlechte Entwicklung ist, aber die Karten werden neu verteilt.
Vermischtes
Nicht näher eingehen will ich in diesem Artikel auf Apples Tablet-Wettbewerber und auf die “Walled Garden”-Diskussion. Für ersteres ist es noch zu früh: ich halte es zum Beispiel nicht für sonderlich aussagekräftig, wenn der HP Slate in einem Demo faktisch nur mit Features beworben wird, die dem iPad fehlen. Zum “Walled Garden” dagegen hätte ich zwar eine Menge zu sagen, aber die Verbindung zu Werbung, Marketing und Medien ist mir für einen Eintrag im Werbeblogger nicht intim genug. Wer sich für die Open/Close-Diskussion interessiert, möge zum Einstieg diese Quellen lesen: Cory Doctorow “Why I won’t buy an iPad (and think you shouldn’t, either)”; John Gruber “The Kids Are All Right”; Joel Johnson “Cory Doctorow, You Are a Consumer, Too”; Alex Payne “The Moderate’s Position on iPad Openness”; Umair Haque “Apple’s Strategic iParadox”.
11 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 12. April 2010 um 15:06 Uhr
Mal ehrlich: Ich lese selten so lange Blogartikel. Hier ist es mir gelungen. Oder vielmehr dir ;o) Great Post!
Am 12. April 2010 um 15:23 Uhr
@Martin:
TZTZTZ Das hat natürlich einen bitteren Nachgeschmack: Letzte Woche hast du ein Beitrag (Video) über N97, der völlig abseit der Realität war, gepostet. Nun auch dieser Beitrag, der natürlich auch wieder journalistisch fragwürdig ist. Es werden alle schwächen ausgeblendet (WLAN, Bluetooth, 3G, Kompatibilität, fehlende Standards etc etc) und Fakten über sehr umweltschädliche Bauteile verschwiegen. Darüber hinaus wird auch alles ausgeblendet, wie die sehr fragwürdige Preispolitik bei Hard- und Software (Apps), der rüde Umgang mit Entwicklern und Kunden, der mangelhafte Support … die Liste ist sehr lang.
Sehr Schade, das nun auch der Werbeblogger seine Objektivität aufgegeben hat und nun ungeniert seinen Lesern subjektive Artikel unter die Nase reibt. Ein weiterer Blog, nach engadget DE, der die Marketingaufgaben von Apple übernimmt. Die Glaubwürdigkeit nimmt dabei selbsterklärend erheblichen Schaden.
Am 12. April 2010 um 15:33 Uhr
@jokerman: Ts. Keine Kritik an Apple? 3/4 des Artikels ist voll davon und berührt exakt die Aspekte, die du auch aufführst.
Danke für das Teilen deiner persönlichen Einschätzungen, J.
Am 12. April 2010 um 15:37 Uhr
Wir bewegen uns am besten Rückwärts in der Entwicklung. Das macht Sinn. Standards, auf die WIR USER uns in den letzten 2 Jahrzehnten geeinigt haben, werden nun aus reiner Profitgier, durch teilweise neue, eigene Standards durch Apple ignoriert. (USB,Flash,Wlan-Standards etc,etc..)
Schonmal darüber nachgedacht warum Apple kein Flash unterstützt? GENAU – die würden keine Apps mehr verkaufen können, da alles auf Flash replizierbar wäre! Die könnten dann nicht mehr von der Arbeit von Entwicklern leben.
Technisch gesehen ist das iPhone und auch iPod nix neues, im gegenteil sogar. Was den reiz an den Geräte ausmacht sind die Programme von dritten. DAS IST FAKT!
Was Steve Jobs gerade mit der dummen Kritik an Flash macht, hat George W. jahrelang mit dem Islam gemacht nur um seine Politik zu untermauern, egal wie dumm die Argumentation war. Entweder mit uns oder gegen uns! DUMM!
Am 12. April 2010 um 18:26 Uhr
Allen am Unterpunkt „Wettbewerber I: Adobe Flash und CS5-iPhone-Compiler“ Interessierten empfehle ich den ebenso frischen wie hervorragenden Eintrag “Its all about the framework…” von Louis Gerbarg zur Lektüre.
Meinen Artikel habe ich mit einem Hinweis auf diesen Eintrag entsprechend ergänzt.
Am 12. April 2010 um 19:20 Uhr
Guter Artikel, gibt die Situation sehr gut wieder. Wenn so was nur in den Qualitätsmedien zu lesen wäre… danke
Am 12. April 2010 um 20:40 Uhr
Apple versteht es, was sehr viele Menschen motiviert und wollen!
Bei neuen Produkten geht es doch darum, wie sieht es aus, was ist neu und anders und und und. Für den User hat es viel damit zu tun: Wenn ich einer der ERSTEN bin, dann bekomme ich in der Gruppe Anerkennung, mein Status steigt, mein Wissensdrang für Technik und alles Neue kann schnell befriedigt werden. Jeder Mensch hat etwas, was ihn motiviert und antreibt. Die neuesten Erkenntnisse aus der Motivationsforschung kann man gerne einmal bei Amazon nachlesen: amazon.de/Kraftquell...
Am 13. April 2010 um 16:50 Uhr
[...] mit Werbe- und Marketingrelevanz häufen sich um Apples mobile iPad/iPhone-Plattform. Hier eine weitere Entwicklung, die Advertisern unter Umständen Kopfschmerzen bereiten [...]
Am 14. April 2010 um 16:07 Uhr
[...] Charlie-Rose-Interview mit Springer-CEO Mathias Döpfner, das ich in meiner Momentaufnahme der iPad-Diskussion zitierte (Abschnitt „Restauration“), pumpte Döpfner sich und den Springer-Verlag — mit [...]
Am 30. April 2010 um 13:56 Uhr
[...] Entscheidung von Apple, die Programmiersprache Flash nicht auf den eigenen mobilen Endgeräten wie iPhones und iPads zu unterstützen, hat für Adobe voraussichtlich weitreichende Konsequenzen, zumindest für eines ihrer [...]
Am 3. Mai 2010 um 14:41 Uhr
[...] und die Rückkehr zur Kulturelite? Erstaunlicherweise fiel nicht ein einziges Mal das Wort „Restauration“, aber das gehört eindeutig in diesen [...]