13:04 Uhr
Scripts On Demand. The Last Call for 13th STREET.
Oft haben wir darüber berichtet, dass Werbeagenturen gut beraten sind, Kompetenzen als “Content-Agentur” im Branded Entertainment-Umfeld zu entwickeln. Wer als Werbeagentur weiter nur das alte Business-Modell pflegt, könnte am Ende schnell versunken sein.
Die reine Werbe(r)gießkanne kann zwar im Web -zumindest theoretisch- immer breiter werden und die Inhalte weiter fluten, allerdings entwickelt der Mensch zugleich auch überproportionale Aversionen gegen Werbebotschaften, die allzu penetrant sind oder ihn gar “zwingen” wollen, in “Clockwork Orange Manier” die Augen auf die Werbung zu richten.
Dabei ist es einerlei, ob wie über den Umgang mit “Werbeblockern” im Web sprechen oder im klassischen TV-Bereich über die Pläne der “Privaten”, aufgezeichnetes und zeitversetztes (HD)TV nur noch mit der Zwangsbetrachtung von Werbeinseln zu ermöglichen.
Ein interessanter Branded-Content-Ansatz (in diesem Fall für den SpartenTV-Sender 13th Street) kommt nun aus der Co-Feder von Jung von Matt/Spree.
[...]Das Briefing lautete: Der Zuschauer soll Horror erleben wie nie zuvor. Die Idee: Der Zuschauer bekommt eine eigene Rolle und steht im Dialog mit der Hauptdarstellerin des Films. So wird der Horrorfilm zum interaktiven Nervenkitzel.[...]
Dabei zeigt das Experiment in einer Art “Zwischenschritt”, wohin die Reise geht. Die Interaktivität wird bei diesem Projekt durch das Telefon hergestellt, der “Content” wird klasssich vor dem Fernsehgerät erlebt. Das muss nicht schlecht sein, denn es ermöglicht zunächst auch dem weniger web-affinen Filmfan einen vergleichsweise einfachen und “gelernten” Zugang und Partizipation. Auf der anderen Seite wird deutlich, was an kreativen Plattformen freigelegt werden kann, wenn TV bzw. der Film und das Web tatsächlich zunehmend konvergieren.
Nachtrag 23.03.2010: Mein Fehler. Natürlich läuft dieses Branded Entertainment Experiment für 13th Street nicht im TV sondern im Kino. Durch entsprechende Rückkanäle (TV/Web-Konvergenz) und angedockte Social Networks könnte diese Idee zukünftig aber durchaus auch in das TV-Format migrieren.
4 Kommentare
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 23. März 2010 um 08:22 Uhr
Soweit ich verstanden habe, ist das doch ein Werbefilm, der im Kino läuft. Also Werbung *für* den Fernsehsender 13th Street. Und das besonders Interessante daran ist meiner Ansicht nach vor allem auch, dass aus einer rein passiven Aufnahme der Werbebotschaft eine aktive wird, bei der das gesamte Publikum eine gemeinsame Erfahrung hat – weil ja alle miterleben, dass eine Person im Publikum am Film “mitwirkt”. So wird die kollektive Erfahrung intensiviert.
Am 23. März 2010 um 11:31 Uhr
@Martin Danke. Du hast recht. Mein Fehler. Es ist Kino, nicht TV. Bei einer Vorstellung wird vorher EIN Zuschauer (von ganz vielen) ausgewählt und dieser beeinflusst inhaltlich (für alle) den Film.
Als Werbung *von* 13th Street habe ich es dennoch auch verstanden und beschrieben, wobei das Prinzip natürlich im Kino in der Tat viel mehr die kollektive Erfahrung inszeniert.
P.S.: Edit im Post folgt…
Am 24. März 2010 um 14:21 Uhr
Yep! Dass das im Kino geht ist der eigentliche WOW-Faktor dabei (Wow! Ich kann vom Kinosessel aus IN ECHTZEIT entscheiden, wie der Film weitergeht!), und ist natürlich erst mit Digitalem Kino möglich. Wär mal interessant zu wissen ob der “feedback-kanal” zum Fernseher auch funktionieren könnte.
Am 30. März 2010 um 00:57 Uhr
[...] “Last Call”.Die Blogger Community berichtet auch schon abgeklärt, ausführlich, mit Kenntnissen aus dem Werbefach und mit dem Anflug leiser Euphorie darüber. Bei Last Call handelt es sich um den ersten [...]