18.03.10
12:53 Uhr

Verb(r)annte Spots!? Top Streisand-Effekte

Spots müssen Aufmerksamkeit erregen. Ohne diese Aufmerksamkeit ist jeder weitere Wirkungsanspruch an Werbung Schall und Rauch. Daher begegnen uns auch immer wieder Kreationen, die nach Meinung bestimmter “Wächter” zu sehr polarisieren oder diskriminieren und als Konsequenz von diversen nationalen Organisationen auf den Index gesetzt werden.

Das Paradoxon und der daraus entstehende “Streisand-Effekt“:

Erst diese Ächtung, die sich meist auf ein Ausstrahlungsverbot im TV bezieht, verhilft vielen Video-Kreationen über die mediale Wahrnehmungsschwelle, beschleunigt den Wunsch der Nutzer im Web, das polarisierende Objekt der Diskussion zu sichten und weiterzuleiten und erreicht somit den Tipping-Point als Viral im Web.

Diverse Kreative und Agenturen nutzen also ganz bewusst diesen Hebel. Es ist nämlich ein absolut donquichtesques Unterfangen, indizierte Werbung wirksam im Web entfernen zu wollen. Wo ein Video gelöscht oder gesperrt wird, tauchen prompt 10 neue Kopien von anderen Usern wieder auf, wie auch gerade die Marke KitKat erfahren muss.

Hier nun also ein beispielhafter Anfang über Viral-Clips, die nicht zuletzt durch ihre “Verbannung” Millionen von Menschen über das Web erreicht haben.

Bitte ergänzt die drei Spots gerne durch eure Beispiele in den Kommentaren; wir nehmen sie ggf. dann direkt im Artikel auf und kommen so zu einer umfangreicheren Liste.

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15 Kommentare

  1. Albert Warnecke

    Hallo,
    Clip Nr 1. lädi nicht und Clip Nr 3. will nicht eigebettet laufen.

    Aber mal von den technischen Dingen abgesehen. Nr. 2 könnte man mit viel Toleranz als schwulenfeindlich betrachten ;-)

    Aber was ist mit Nr. 3? Wieso wurde der verbannt? Sorry, aber extremgehen sieht einfach bescheuert aus, wieso darf man das nicht in die Pfanne hauen? Oder ist die Snickers-Kanone menschenverachtend?
    Ich kann´s nicht verstehen. Herr Bohlen langt in DSDS härter zu.

  2. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Albert Warnecke:
    Danke für den Hinweis. Der erste Spot lädt bei mir aber einwandfrei. Der Dritte ist jetzt ausgetauscht; embedding war ausgeschaltet.

  3. Andi

    Bei mir geht der 1. auch nicht. Musst mal nach “use condom” bei YT suchen :-)

    Ansonsten kenn ich noch den hier:
    youtube.com/watch?v=...

    Oder einfach hier gucken:
    youtube.com/results?...

  4. Peter

    Hmm, ich weiß nicht so recht. Der Streisand-Effekt bezieht sich eigentlich explizit aufs Web und die “Selbstheilungsmechanismen” des Netzes bei Versuchen Inhalte zu zensieren oder unliebsame, aber bereits verfügbare Informationen wieder zu entfernen.

    Die (ja häufig staatlich initiierte) “Zensur” von TV-Spots im Fernsehen ist damit nur begrenzt vergleichbar, da dies in einem regional begrenzten und damit entsprechend kontrollierbaren Raum stattfindet – ein solches Verbot also auch durchaus effektiv ist. Der Streisand-Effekt tritt ja nun gerade hier nicht auf, die Fernsehsender zeigen die Spots ja nicht gerade deswegen und häufiger.

    Sicherlich bekommen Werbe-Spots die das Attribut “Banned” o.ä. tragen einen gewissen, interessanten Beigeschmack, da man hier das Gefühl bekommt etwas an sich verbotenes zu sehen. Dies aber zum viralen Trigger hoch zu stilisieren und den Streisand-Effekt als Erklärung zu bemühen halte ich für etwas gewagt / am Kern vorbei.

  5. Peter

    P.S.: Im Übrigen machen sich entsprechende staatliche Organisationen afaik selten die Mühe den Versuch zu unternehmen, die indizierten Spots auch aus dem Medium Internet zu entfernen – sie begnügen sich mit dem Medium Fernsehen. Würden sie das (dann in der Tat hoffnungslose Unterfangen) auch im Internet probieren, dürfte es deutlich mehr Aufruhr verursachen, als es momentan der Fall ist – und dann würde sicherlich auch der Streisand-Effekt greifen. So jedoch…

  6. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Andi: Danke für den Tipp ;-). Mir gings eher darum, was ggf. bei euch persönlich hängenblieb…
    @Peter: Es gibt einen Haufen von TV-Spots die -ggf. bei Laufzeit und Polarisierung/Schockeffekt dem Medium angepasst- als Online-Pedant veröffentlicht werden. Die Wechselwirkung TV-Online ist durchaus relevant für Virals, die als “integrierte Kampagne” konzipiert sind. Der Streisand-Effekt bezieht sich zwar auf Phänomene im Web, werden aber durchaus öfter durch die “Klassik” befeuert, erst recht, wenn sie in der Klassik indiziert werden und eben dann online wieder die Fachmedien und Blogs darüber berichten…
    Im Moment habe ich nicht die Zeit alle herauszusuchen, aber geschätzte 2Dutzend Posts stehen alleine im Werbeblogger darüber, die das belegen.

  7. Peter

    Ich will nicht bestreiten, dass es wechselwirkende Effekte gibt und das diese auch im (aktiven wie passiven) Sinne einer viralen Verbreitung genutzt werden können.

    Mir geht es rein um die Verwendung des Erklärungsansatzes Streisand-Effekt, da sich dieser meines Erachtens eher auf “ernsthaftere” Themen denn auf Werbung bezieht und dort auch viel stärker wirkt. Kern der Sache ist das Element der aktiven Selbstheilung des Netzes durch den intensiven Willen seiner Nutzer Zensur entgegenzuwirken.

    Die Implikation, dass dieser Willen für virale TV-Kampagnen genutzt werden kann und wird, halte ich aber für etwas weit hergeholt. Das zugrunde liegende “Involvement”, dass den Streisand-Effekt bemerkenswert macht, sehe ich bei so “trivialen” und rein kommerziell motivierten Dingen wie Werbe-Kampagnen schlichtweg nicht als gegeben an um die trotzallem sicherlich auftretenden Verbreitungseffekt nun aber genau mit dem Streisand-Effekt zu erklären.

    Der Punkt mag argumentativ verhältnismäßig klein sein, scheint mir aber relevant weil er in meinen Augen an einem Grundverständnis der Motivation von Internet-Nutzern rührt, Zensur zu bekämpfen. Nicht jede “Zensur” ist es demnach auch wert bekämpft zu werden und die “Zensur” von TV-Spots gehört in größeren Teilen dazu denn die Zensur anderweitig ungewollter Inhalte.

  8. Thies

    Hier sind zwei aus Brasilien:

    Paris Hilton für eine Biermarke (Devassa)
    youtube.com/watch?v=...

    WWF Werbespot von DM9DDB
    youtube.com/watch?v=...

  9. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Peter Nochmal zur “Zensur”: Natürlich ist eine “Zensur in der Werbung” nicht vergleichbar mit Fragen, die ggf. Grundrechte der Menschen, freie Meinungsäußerung, substanzielle Netzneutralität etc. berühren. Sie sind -wenn man so will- gesellschaftlich und für die Informationsfreiheit bedeutend gewichtiger, als ein paar Werbespots irgendwelcher Marken. Dennoch gibt es auch die Freiheit auf Information bei “kritischer Werbung”, “Spoofs” und Satire. Und dort wirkt sich eben auch der “Streisand Effekt” aus, wenn Marken versuchen, etwas zu blockieren oder zurückzuziehen, siehe eben auch Nestlé – Kitkat.

  10. quakemaster

    Der hier dürfte auch bekannt sein

    youtube.com/watch?v=...

    cu +quakemaster+

  11. crazsam

    ich weiß nicht!

    der 1. spot ist vielleicht ein wenig grenzwertig, aber schmunzeln muß man irgendwie doch!

    und die beiden schwulenspots finde ich offengestanden auch nicht so schlimm!
    …geht ja irgendwie nicht um die schwule szene generell, sondern um diejenigen die sich tatsächlich so aufgetakelt geben.
    und da die sich oft so benehmen, um damit aufzufallen, müssen sie auch mit entsprechenden reaktionen rechnen.

    mit softbällen auf softies schießen ist doch irgendwie auch süß! smile!

  12. Armin

    Na ja, ich habe ja immer das Gefuehl dass 90% der Clips die bei YouTube unter “banned commercial” zu finden sind genau dies nicht sind. Oder sie sind nie im Fernsehen oder sonstwo gelaufen weil es irgendwelche Tests oder aehnliches der Agenturen waren.

    Aber “banned commercial” und aehnliches ist natuerlich gutes click bait.

  13. Marco

    @Armin: Gezielt eingesetzt sind Clips unter “banned commercial” wahre Trafficbomben. Es gibt Agenturen die sich darauf spezialisiert haben, solche grenzwertigen Clips zu erstellen… Sowas macht neugierig und bringt noch mehr Besucher. Wenn man es nicht übertreibt, dann finde ich es auch legitim…

  14. Armin

    @Marco:

    Mir ging es eher darum dass diese Clips in den seltensten Faellen “banned commercials” sind. Da steht nur “banned commercial” drueber.

    Entweder sind sie nie im Fernsehen gelaufen und logischerweise demzufolge auch nie gebannt worden oder sie sind ganz normal im Fernsehen gelaufen und entweder ist die Kampagne vorbei oder sie laufen sogar noch.

    Oder sie waren nie fuer die Ausstrahlung im Fernsehen oder sonstwo gedacht, sondern sind reine Tests oder Wettbewerbsbeitraege von Agenturen. Von was sollen die dann gebannt sein, wenn sie nie zur Ausstrahlung vorgesehen waren?

    Die Ueberschrift “banned commercial” ist in den meisten Faellen “false advertising/labelling”.

  15. Silke

    @Armin: vielen Dank für Deinen Beitrag und die Hinweise in den Kommentare. Ich habe mir alles zum Thema “banned commercial” durchgelesen. Sehr interessant, werde noch mehr suchen… :-)

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