14:06 Uhr
Schattenmarkt: Deutsche Bahn Ticket-Dealer

Bildurheber: DB AG/Tibor Gugau, BahnImBild, Copyright: DB AG
Gruppentarife sind eigentlich eine feine Sache. Findet man eine Gruppe mit ähnlichem oder gleichen Reisezielen und -terminen, kann man ordentlich Geld sparen und es ist völlig legal. Für die Region Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern gibt es zum Beispiel einen Gruppentarif für bis zu fünf Personen, der das Reisen für den Einzelnen der Gruppe im Ergebnis nicht viel teuer macht als ein erweitertes S-Bahn oder Busticket in einer Stadt.
Ein Informant berichtete mir nun gestern, dass dieses Ticket auch Grundlage für findige “Unterhändler” ist, die das Gruppenticket als Geschäftsmodell nutzen und direkt an den Bahnhöfen um Mitreisende “werben”. Im Prinzip funktioniert es folgendermaßen am Beispiel von Reisenden für die Strecke Kiel-Hamburg:
Ein “Händler” sammelt an für Insider bekannten Sammelpunkten am Bahnhof fünf Sparwillige ein, die für je 5-6 Euro bereit sind, im Gruppenticket zu reisen und dabei räumlich in einem Waggon zusammenbleiben. Der Händler nimmt in Kiel das Bargeld in Empfang und händigt einem der fünf Reisenden das Gruppenticket aus, welches von seinem Partner am Zielbahnhof wieder eingesammelt wird. Dabei gibt der “Dealer” die Personenbeschreibung zum Beispiel via Handy an seinen Kollegen am Zielbahnhof weiter. Dieser erwartet dann die Reisenden am Gleis, nimmt das Ticket wieder an sich und das ganze Spiel beginnt für die Strecke Hamburg-Kiel von vorn. Da capo al fine…
Kurze “Gewinn- und Verlustrechnung:”
Bei 6-8 Touren sammelt jeder “Dealer” insgesamt rund 90-120 € pro Tag ein, bei einmaligen “Kostenaufwand” von je 15€ für die tägliche Anschaffung eines Gruppentickets. In schweren wirtschaftlichen Zeiten ist dieser vermutlich unversteuerte “Zusatzverdienst” ein erkleckliches Einkommen, welches bei voller “Professionalisierung” ein monatliches Einkommen von über 2.000 € pro “Händler” bescheren kann.
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass dieser Gebrauch von Gruppentickets vermutlich unter diversen Aspekten strafbar und so von der Deutschen Bahn sicher nicht gewollt ist. Auch ist fraglich, ob sich die beteiligten Mitreisenden ggf. als Mittäter ebenfalls strafbar machen. Die “Win-Win-Situation” für Dealer und Reisende lässt das “Modell” aber offensichtlich wachsen und gerade Menschen einer Hartz-IV-geprägten Familienkasse gerne “auf diesen Zug aufspringen”.
Die Deutsche Bahn stellt in den Transportbedingungen des “Schleswig-Holstein-Tickets” unter Punkt 6 der Beförderungsbedingungen (pdf) heraus: “Die Übertragbarkeit eines Schleswig-Holstein-Tickets endet mit Eintragung des Inhaber-Namens, spätestens jedoch bei Fahrtantritt.” Und weiter: “Nach Fahrtantritt (bei mehreren Fahrten: nach Antritt der ersten Fahrt) ist die Erweiterung der Gruppengröße (z.B. durch unterwegs zusteigende Reisende) oder ein Austausch von Personen ausgeschlossen.”
Tatsächlich ist es aber wohl (bei den hier beschriebenen missbräuchlichen Methoden) üblich, zunächst gar keine Namen einzutragen. Auch kommt es nach Angaben unseres Informanten praktisch kaum vor, dass das Zugbegleitpersonal (Schaffner) überhaupt überprüft, ob das Ticket die individuellen Namen der Reisenden aufführt. Bei der Fahrkartenkontrolle genüge in den allermeisten Fällen ein Handzeichen der Gruppenreisenden.
Angesichts der erneut gestiegenen Fahrpreise der Deutschen Bahn stellt sich natürlich für die “Regelkunden” die Frage, warum nicht in erster Linie potenziell missbräuchliche Praktiken abgestellt werden, die am Ende das Tarifsystem belasten und auf Millionen von zahlenden Fahrgästen umgelegt werden.
Aus Kundensicht ist allerdings auch noch ein ganz anderes Modell denkbar. Die Bahn könnte “aus der Not eine Tugend machen” und über ihre eigenen Kontaktpunkte (Website, Ticketcounter) selbst eine Art Bahn-Mitfahrzentrale organisieren, die in Eigenregie das für interessierte Kunden anbietet, was an anderer Stelle auf dem Schwarzmarkt-Basar von einigen windigen Unterhändlern missbraucht wird.
17 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 12. März 2010 um 14:33 Uhr
Ich fahre öfters von Aalen mit (vier) Freunden mit dem Baden-Württemberg-Ticket nach Stuttgart – ganz legal. Einer muss den Namen vor der Fahrt eintragen, wenn bei der Kontrolle kein Name eingetragen ist, wird man vom Schaffner – äh Zugbegleiter – schief angeschaut und man muss den Namen eintragen, mehr passiert nicht. Theoretisch könnte der Zugbegleiter den Ausweis kontrollieren, kennen aber niemanden dem das schon passiert ist. Es ist also ganz egal was für ein Namen auf dem Ticket steht.
Als Lösungsvorschlag würde ich der Bahn raten, endlich mal Zugfahren zu humanen Preisen möglich zu machen. Die Menschen wollen doch die Umwelt schonen und ihr Auto stehen lassen, aber im Moment ist es meistens immer noch viel billiger mit dem Auto zu fahren. Schade, dass die Bahn ihr Potential noch nicht erkannt hat oder besser nicht erkennen will.
Am 12. März 2010 um 14:52 Uhr
wo ist der neuigkeitswert des artikels? diese praxis gibts schon so lange wie es gruppentickets gibt. habe mich selbst schon häufiger an bahnhöfe gestellt und mitfahrer gesucht oder benutzte tagestickets weitergegeben. das ticket wird gemäß seiner bestimmung verwendet.
die gleiche taktik gibt es übrigens auch mit den streckenabos der dt. bahn, zb auf der strecke hamburg-berlin. hier fährt der “schlepper” die strecke den gesamten samstag (der wochentag, an dem man auf dem ticket bis 4 leute mitnehmen kann) und kassiert von den mitfahrenden einen wesentlich niedrigeren preis als die bahn für einzeltickets. das aboticket kostet ein paar hundert euro, aber es lohnt sich trotzdem.
Am 12. März 2010 um 14:55 Uhr
@klara: nicht jeder ist vermutlich so “aufgeklärt” und in der Szene wie du…
Vielmehr geht es mir darum, dass die Bahn diese Praxis aktiv aufnehmen könnte als Service.
Am 12. März 2010 um 17:40 Uhr
Diese Praxis ist tatsächlich schon sehr sehr alt und wird auch aktiv von der Bahn bekämpft – allerdings ohne Erfolg.
a) Es funktioniert gut an (kleinen) Bahnhöfen mit klaren Treffpunkten (z.B. zentraler Automatenbereich). Da kontrolliert die Bahn aber auch intensiv und erteilt den “Schleppern” gerne ein Platzverbot. Die verlagern die Aktivität dann nicht selten auf mitfahrgelegenheit.de. In Hamburg ist es schon deutlich komplizierter, weil die Fahrtziele so vielfältig sind. Aus Kiel kann man eigentlich nur nach Hamburg oder Flensburg :-)
b) Diese Praxis trifft wahrscheinlich weniger als 0,01% aller Mitreisenden. Der Rest kauft zum Regelpreis (Kiel-Hamburg = 19,40€) oder ist tatsächlich in der Gruppe unterwegs.
c) Wer einmal 19,40€ für die 1,20h lange Fahrt (80km) von Kiel nach Hamburg in einem RE neben ein paar alkoholisierten Bauarbeitern verbracht hat, wenn er überhaupt einen Sitzplatz gefunden hatte, ist froh über jede Preiserleichterung.
d) Ich halte das Modell für weitaus weniger moralisch verwerflich also du es hier unter dem Titel “Schlepper” verkaufst. Die abgeleitete Belastung des Tarifsystems ist hanebüchen. Die Bahn macht in auf einigen Strecken (Kiel-HH) einfach einen beknackten Job. Da ist es nur zu begrüßen, dass es einen freien Markt gibt der das im Sinne der Kunden verbessert.
Am 12. März 2010 um 18:21 Uhr
@Alex: Wo betitele ich diesen Artikel mit “Schlepper”?
Ansonsten gebe ich dir recht. Es geht auch gar nicht um die Selbstorganisation von Fahrgästen in Gruppen. Das ist moralisch nicht verwerflich, sondern mehr als richtig und logisch. Sollte die Bahn allerdings wirksam etwas gegen die “Schlepper” unternehmen wollen, dann sollten sie ernsthaft über ein eigenes Angebot nach dem Prinzip der Mitfahrzentrale nachdenken. Sie würden den betrügerischen Schleppern die Klientel entziehen, hätten bessere Übersicht über ihre reale Auslastung und vor allem: sie würden in Richtung Service die richtigen Schritte gehen. Im Übrigen glaube ich nicht, dass sie dadurch ihre anderen Ticketpreise kannibalisieren würden, wenn das Modell stimmt.
Am 12. März 2010 um 19:20 Uhr
Sorry – Schlepper habe ich irgendwie reinprojeziert :-)
Am 13. März 2010 um 16:37 Uhr
Auch auf ICE Strecken zwischen HH und Berlin ist/war das gängige Praxis. Der Mitfahrermarkt war fest in der Hand von südländischen Männern,die aussahen als wären sie Ehrenmitglieder der Balkanmafia die so “gutes” Geld verdient haben. Afaik. geht dies aber auch Fernstrecken nicht mehr bzw. nicht mehr im ICE.
Am 13. März 2010 um 21:55 Uhr
@Tobias
Zugfahren zu humanen Preisen. Das ist es und die nächsten Monate werden spannend, denn die Bahn bekommt Konkurrenz:
1. zum einen durch andere Bahngesellschaften. Gut, die gab es bisher auch schon auf regionaler Ebene. Interessant wird es doch was passiert wenn die SNCF Fernverbindungen bedient.
2. Buslinien bieten innerdeutsche Städteverbindungen an (z. B. HHB für 9 Euro)
Da frage ich mich schon, wie das Marketing und die Werbung auf diese Konkurrenz reagieren wird. Auf oben genannter Strecke (HHB) macht die Bahn in HH und den S-Bahn-Linien Werbung für und wirbt mit der Fahrzeit.
Am 14. März 2010 um 02:59 Uhr
Ein großes und ehrliches Danke an alle, die so reisen, wie oben beschrieben. Ob als Ticketdealer oder Mitfahrer. Das ist sozial, nachhaltig und ökologisch vorbildlich.
Wenn die Bahn ihr Angebot besser organisieren würde, wären noch mehr solcher Gruppenfahrten und Mengenrabatte möglich. Ich kenne viele, die den Zug nur für Geschäftsreisen nutzen, weil das Zugfahren privat einfach unsinng teuer ist.
Um nach der Börsengangdiskussion und dem S-Bahn-Skandal in Berlin noch einmal daran zu erinnern: Die Bahn ist nicht dazu da, um Gewinne zu erwirtschaften, sondern um Mobilität für viele zu ermöglichen.
Im Artikel beschreibst du die Situation wie ein Problem. Tatsächlich ist eine Kollaboration der Bahn-Nutzer aber die Lösung des Problems.
Am 15. März 2010 um 12:27 Uhr
Wie oft wurde über die Problematik in einschlägigen Medien schon berichtet? Áuf dieses Problem wird seit Jahren hingewiesen.
Am 15. März 2010 um 14:52 Uhr
Meine Güte, die ganzen Klugscheißer hier sind ja unerträglich. Und selbst wenn der Pabst die Problematik schon angesprochen hätte, es im Grundgesetz stehen würde und jedem auf die Stirn tätowiert wäre: Hier völlig sinnfrei rumzuseiern, wie bekannt das Problem doch schon sei, geht komplett am Inhalt des Artikels vorbei und dient nur der eigenen, völlig durchschaubaren Profilierung.
Kommt mal klar, ihr Flachpfeifen.
Übrigens an dieser Stelle mal als Gegengewicht einen großen Dank an das Werbeblogger-Team für die interessante, pointierte und ausgewogene Berichterstattung und kritische Reflektion unserer heutigen (Werbe-) Umwelt!
Am 15. März 2010 um 17:06 Uhr
In der Tat hat die Bahn sogar eine Zeit lang (so um 2005 herum) auf ihrer Webseite mit sog. Mitfahrerbörse angeboten, bei der man sich zum Gruppenfahren verabreden konnte.
Diese existiert aber mitlerweile leider nicht mehr…
Am 16. März 2010 um 11:05 Uhr
Ich fahre jeden Tag die Strecke Kiel – Hamburg und ich finde nichts unmoralischer als die Bahn selbst. In den letzten zehn Jahren sind die Ticketpreise um 110% erhöht worden. Ich weiß allerdings nicht mit welcher Begründung. Der Service ist schlecht, die Züge sind unpünktlich und die Bahnhöfe sind auch nicht gerade komfortabler geworden.
Es ist nicht unmoralisch die Gruppentickets auszunutzen. Schließt macht es die Bahn ja vor, wie man Menschen über den Tisch zieht.
Am 16. März 2010 um 11:58 Uhr
@Peter Hier “rumzuseiern” ist genauso sinnfrei, wie der Artikel selbst. Gerade Formulierungen wie “ein [sog.] Informant berichtete mir” sind doch nun wirklich nicht weit über Bild-Niveau angesiedelt.
Nichts aus dem Artikel ist neu, weder die beschriebene Problematik, noch die “Lösungsvorschläge” an die Deutsche Bahn.
Es ist ja schön zu sehen, daß sich hier auch Leute finden, die alles was aus der Hand des geliebten Bloggers fließt, kritiklos toll finden, es gibt gleichzeitig eben auch Leute, für die dieses Thema nicht mal mehr einen Nebensatz wert ist, so alt ist die Geschichte.
Am 16. März 2010 um 13:01 Uhr
@Nici: Vielleicht fällt es dir schwer, den Artikel richtig zu lesen und zu abstrahieren. Es geht hier NICHT um die vielen Kunden, die sich zu Gemeinschaftsfahrten zusammentun. Ich beschreibe eine besondere und optimierte Art bestimmter -nennen wir sie mal- “Schlepper”, sich organisiert zusammenzuschließen um einen Ticket-Markt zu infiltrieren und mit betrügerischer Absicht zu missbrauchen. Dabei hat das im Artikel beschriebene Verfahren (mehrere verschiedene Dealer an verschiedenen Bahnhöfen, die selbst gar nicht mehr mitfahren) durchaus eine neue “Qualität” krimineller Energie und war mir bisher über die öffentliche Berichterstattung noch nicht bekannt. (Übrigens nicht nur mir…)
Aus Marken- und Marketing-Sicht kann und sollte man als DB die “ehrlichen” Kunden “legalisieren”, ihnen wieder eine DB-Plattform bieten (@Martin: weißt du, warum die wieder eingestellt wurde?) und den betrügerisch organisierten Banden damit den Hahn abdrehen. Oder unterstützt du auch die Netzwerk-Schlepper und findest es in Ordnung, was die tun?!
Ansonsten und generell: wenn du eine News-Plattform suchst, bist du hier grundsätzlich sowieso falsch.
Am 25. November 2010 um 23:28 Uhr
@Roland Kühl-v.Puttkamer
Du solltest wirklich einmal Deine Terminologie überdenken.
Begriffe wie “Schlepper”, “infiltrieren”, betrügerische Absicht”, “Dealer” und “kriminelle Energie” sind hier vollkommen fehl am Platz.
Bisher werden die Gesetze in Deutschland immer noch von den Parlamenten gemacht, und nicht von irgendwelchen Privatunternehmen, zu denen jetzt auch die DB AG gehört. Tarifbesimmungen sind Geschäftsbedingungen und fallen in aller Regel in den Bereich des Zivilrechts, und nur in besonderen Fällen in den Bereich des Strafrechtes.
Im diskutierten Fall greifen insbesondere die §§807 BGB ff sowie §399 HGB, in denen die Übertragbarkeit von Wertpapieren (juristisch:Urkunden) insbesondere aber von Inhaberkarten (sog. kleine Inhaberpapiere), als die Fahrkarten ohne Namensvermerk zu gelten haben, eindeutig geregelt ist. Festlegungen in Tarifbestimmungen, daß namentlich nicht gebundene Inhaberkarten – sprich Fahrkarten – “nicht übertragbar” seien sind im Hinblick auf die geltende Rechtslage als hinfällig anzusehen und könnten sogar als sittenwidrige Vertragbedingungen eingeklagt werden.
Daß es immer noch Menschen gibt, die glauben, daß es verboten sei, eine Fahrkarte weiterzugeben, liegt an einem weit verbreiteten Paradigma, dessen Wurzeln im einstigen Status der DB AG als Staatsunternehmen und damit als Behörde liegen. Zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn waren Fahrkarten in der Tat noch amtliche Urkunden und die Bundesbahn hatte eine Monopolstellung und entsprechende Amtsbefugnisse.
Heute haben sich die Zeiten jedoch geändert. Du tust Deinen Landsleuten und den sog. “Ticket-Dealern” also keinen Gefallen, wenn Du Deinen Kopf in den Hintern der Reichen und Mächtigen steckst und heuchlerisch Halbweisheiten verbreitest. Hättest Du richtig hingeschaut und nachgedacht, wäre Dir vielleicht aufgefallen, daß es bereits Teil der “Markt – und Markenstartegie” der Deutsche Bahn AG ist, daß die Tickets nicht namentlich an fünf Personen gleichzeitig gebunden sind. Die Deutsche Bahn AG steht schließlich seit Inkrafttreten des “Gesetz zur Regionalisierung des öffentlichen Personennahverkehrs” unter zunehmendem Preis- und Konkurrenzdruck durch die Verkehrsverbünde. Die “organisierten Banden” leisten also bereits jetzt schon das, was Du von der Bahn erhoffst. Sie tun es nur mit wesentlich bescheideneren Mitteln und mit weit weniger bunter Werbung – aber zumindest doch legal.
Grüße
Am 22. Februar 2011 um 21:44 Uhr
ich fahre gelegentlich nach Kiel um Freunde zu besuchen und nutze fast immer die “Kiel-Hamburg-Mafia” wie wir sie immer nennen oder die Mitfahrzentrale.
Einmal wollte ich ausnahmsweise von Altona und nicht vom HBF fahren. Dort steht die Mafia leider nicht. Da ich in der selben Nacht wieder zurück fahren und auch in Kiel die Öffentlichen nutzen wollte, dachte ich mir, dass es praktischer (wenn auch teurer) wäre, wenn ich ein SH-Singleticket nehme. Leider gab es zu der Zeit diese noch nicht (ich kannte nur das BW-Singleticket). Also bin ich zum Schalter um mich beraten zu lassen, was denn das beste Angebot für mich wäre.
Der Preis für die einfache Hin- und Rückfahrt hat mir fast die Sprache verschlagen. Als ich dem Bahnbeamten mitteilte, dass mir das zu teuer wäre, gab er mir den Ratschlag, entweder bei der Mitfahrzentrale zu gucken, oder aber an den Hauptbahnhof zu fahren und dort nach “anderen Reisenden” zu gucken. Da “gäbe es mit sicherheit welche”.
Das fand ich doch mal einen guten Tipp der deutschen Bahn