05.03.10
13:34 Uhr

Das Kürzen eines Feeds und die Aufreger in Bloghausen

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Basic Thinking (BT), einst Robert Basics digitale Heimat und Tech-Blog, will seine Feeds kürzen, um mehr Besucher und Leser auf die Website zu lotsen. Ziel: Mehr Chancen auf Werbekunden über (Display-) Werbung und höhere Einnahmen durch steigende Page Impressions.

Das “Problem” bisher: Ähnlich wie beim Werbeblogger und vielen größeren und vor allem über Jahre gewachsenen Blogs verfolgen mittlerweile mehr Leser die Beiträge via Feedreader als über einen direkten Besuch auf der Website.  Diese “Besucherschere” nimmt in diesem Zusammenhang außerdem eher weiter zu als ab.

In Folge der Ankündigung äußern sich in -bis jetzt- über 200 Kommentaren viele Leser sehr enttäuscht über diese Entscheidung. Und mehr noch: sie annoncieren die Kündigung ihres Feed-Abos von Basic Thinking.

Die Entscheidung von Basic Thinking sowie die überwiegende Reaktion in den Kommentaren offenbart zwei traurige Entwicklungen, die eine auf Publikations-, die andere auf Publikumsseite:

BT macht aus meiner Sicht einen Fehler, wenn sie sich durch ihre frische Partnerschaft mit einem Vermarkter in ein veraltetes Denk- und Online-Werbemodell zurückbewegen. Display-Werbung, die sich vornehmlich nach Page-Impressions und arithmetischer Optimierung in Massenmedien ausrichtet, ist ein Auslaufmodell und nicht auf Blogs anwendbar. Auch als großes einzelnes Blog ist der Traffic so übersichtlich, dass -in der Regel- die Aufnahme eines externen Vermarkters und “Zwischenhändlers” keinen Sinn macht. Hinzu kommt, dass der Vermarkter selbst natürlich auch verdienen will und das bei zunehmend rückläufigen Tausender-Kontakt-Preisen (TKP).

Den Feed zu kürzen, um mehr Website-Besucher bzw. Bannersichter zu erhalten, ist schlichter Unsinn. Vielmehr kommt es jetzt darauf an,  in Eigenregie passende und individuellere Refinanzierungsformen zu entwickeln und z.B. Werbung in Feeds nicht gleich mit dem Volumenmodell von Adsense (for feeds) in die Tonne zu drücken.

Frage: Warum schaltet ihr keine Werbung im Feed?
Antwort: Genau das haben wir in den vergangenen Tagen mit AdSense ausprobiert. Leider reichen die Einnahmen aber nicht aus. Im Schnitt kamen keine zehn Euro pro Tag zusammen – zu wenig, um die Redaktion durchzufüttern.

10 Euro pro Tag bei einem Feedleserstamm von rund 26.000 Abonnenten ist erbärmlich und dient trotz bekannter Unschärfen in der Abonnentenstatistik von Feedburner als klarer Beleg, dass Google Ads zwar der bequeme, aber auch der denkbar ertragsärmste und kreativloseste Weg ist, sein Blog zu refinanzieren. Mehreren Zehntausend Feedlesern als finales Fazit daraus jetzt “den Hahn” abzudrehen, ist schlicht ein falsches Signal. Digitale Leser kann man nicht zwingen, etwas zu tun. Sie müssen es von allein wollen. Gleiches gilt für die Frage der Werbeblocker.

Auf der anderen Seite ist es erschreckend zu beobachten, wie wenig sich die Leserschaft (zumindest der Teil, der sich in den Kommentaren äußert) dem Blog Basic Thinking bzw. seinem Kernprodukt inhaltlich verbunden zu fühlen scheint. Kaum veröffentlicht BT seine Entscheidung, schwingt sich ein Teil der Lesergemeinde auf und kündigt die Leserbeziehung. Die athmosphärische Stimmung dieses Kommentarthreads ist alles andere als freundlich und wohlwollend. Woran liegt das? Eine mögliche Erklärung ist für mich:
Während Robert Basic bei seinen durchaus respektablen Versuchen der Vermarktung seine Leser informativ immer wieder mit auf die Reise genommen und sie sogar eingebunden hat, ist der Stil des aktuellen BT-Bertreiberteams ein anderer. BT stellt die Leser vor vollendete Tatsachen. Enttäuschte Feed-Leser tun es in Folge auch.

Fazit: Die Antwort auf erfolgreiche -direkte- Blogrefinanzierung bleibt Basic Thinking noch schuldig. Werbeblogger und andere übrigens auch. Grundsätzlich glauben wir dabei an die Kraft der Kooperation und Kollaboration. Allerdings darf Werbung und Vermarktung nicht in Priorität das strukturelle Konzept bestimmen. Die Möglichkeiten einer Blogvermarktung und Refinanzierung sind -zumindest in Deutschland- noch nicht so weit entwickelt, dass sie eine Gruppe von Autoren ad hoc in Vollbeschäftigung tragen könnte. Mit dieser Erwartungshaltung würde man seine Nischenpublikation schlicht überfrachten und ggf. versäumen, an anderer Stelle besseres Geld zu verdienen, was einem den geduldigen und generischen wirtschaftlichen Aufbau eines Blogs erst ermöglicht.

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41 Kommentare

  1. Thomas

    Ich finde das kürzen von Feeds nicht perfekt. Grad wenn man Feeds zum Beispiel mit dem iPhone liest ist ein gekürztet Feed schlecht. Wenn man weiterlesen will bedeutet das bei ner EDGE Verbindung eine sehr lange Wartezeit. Aber ich kann Blogger da schon verstehen.

    Gruss

  2. Nicole Haase

    Gekürzte Feeds sind da hoffentlich auf lange Sicht nicht die Lösung. Natürlich ist diese Entscheidung nachvollziehbar, aber die Reaktionen der Leser ebenso.

  3. Lenn

    Werbeblogger ist nicht das erste Blog, das sowohl auf die Änderungen von BT als auch auf die Kommentare der Leser eingeht. Was mir aber bislang in allen Reflektionen fehlt, ist die Betrachtung der Relevanz der Kommentare. Wie im Beitrag geschrieben, haben rund 26.000 Leser den Feed abonniert. Davon haben knapp 220 Leser mit einem Kommentar auf die Änderung reagiert, auch mit Unterstützung oder konstruktiven Vorschlägen. Damit hat deutlich weniger als 1% der BT-Leserschaft ihren Abschied aus dem Feed angekündigt.
    Natürlich müssen bei Kommentaren immer die 90-9-1-Regel von Nielsen und ähnliche Theorien berücksichtigt werden. Ein grundsätzliches FAIL in die bloggende Welt zu rufen, halte ich aber für zu voreilig. Interessant wird es sein, die tatsächlichen Auswirkungen auf die Zahl der Abonnenten, die Einnahmen von BT und die views und page impressions auf der Website zu erfahren.
    Allerdings stimme ich der Ansicht zu, dass die ideale Lösung zur Finanzierung von Blogs noch lange nicht in Sicht ist und die ergebnisoffene Diskussion dazu notwendig und nützlich ist.

  4. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Lenn: Wie käme ich darauf, für mich zu beanspruchen, das erste Blog zu sein, welches auf das Thema eingeht?! Wo steht das? Ansonsten: dein Aspekt ist mir wohl bewusst und drückt sich neben meinen vermerkten Einschränkungen direkt diesem Artikel bei einem themenverwandten Kontext auch hier aus.
    werbeblogger.de/2008...
    Tatsächlich haben wir auch beim Werbeblogger einen absoluten Großteil “stiller” Leser, der bei mindestens 90% liegt. Erste Analysen unserer Leserzahlen und Feed-Zugriffe zeigen, dass rund 3000 Leser wochentäglich via Website lesen, weitere 4000-8000 (je nach Anzahl veröffentlichter Artikel) via Feedreader. Die Kommentare bilden also in der Tat nur einen kleinen Teil der Meinungen öffentlich ab. Allerdings wissen wir von den “stillen Lesern” bei BT auch nicht, ob sie der Entscheidung eher zustimmend gegenüberstehen, mur weil sie sich nicht im Kommentar äußern.

  5. Lenn

    @Roland: Bitte entschuldige, falls das falsch rübergekommen ist. Ich habe nicht die Behauptung unterstellt, WB sei das erste oder einzige Blog mit einem Bericht über BT. Der Satz bildet die Einleitung für den darauf folgenden Aspekt, dass WB ebenso wie alle anderen von mir gelesenen Blogs die Bedeutung der Kommentare meiner Meinung nach überbewertet.
    Du hast natürlich Recht. Die Abonnenten und Leser, die sich nicht zu Wort melden, haben selbstverständlich eine eigene Meinung. Wie die aussieht, kann niemand einschätzen. Deshalb fände ich eine Veröffentlichung der tatsächlichen quantitativen Veränderungen auf BT sehr spannend. Kommentierende Trolle und kündigende Abonnenten sind eben doch zwei verschieden Paar Schuhe.

  6. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @Lenn: Verstanden…und Zustimmung, besonders dein Fazit. Und auch immer wieder ein Thema für uns:
    werbeblogger.de/2009...

  7. Armin

    Ich finde ja eher die Erwartungshaltung so einiger Leser interessant. Die erwarten dass der Blogger was abliefert in genau der Form die sie erwarten, mit den Inhalten die sie erwarten, und wenn das nicht kommt wird halt gemeckert.

    Dank kommt hingegen eher selten, auch bei “ehrenamtlichen” Bloggern.

  8. Christian Rohweder

    26.000 Feedleser? Hm, da sollte sich doch abseits von AdSense und wie sie alle heißen eine Lösung finden lassen. Was ich nicht verstehe ist, warum der Werbeplatz “Feed” nicht klassisch verkauft werden kann. Ich bin kein Marketingmensch, vielleicht kann mir das aber bitte jemand erklären. Denn im konkreten Fall habe ich doch zwei Fakten: die Anzahl der Leser und eine definierte Zielgruppe. Kann man daraus kein Paket schnüren?

  9. Sachar

    Roland, schön, dass Du auf beide Seiten der Medaille eingehst. Ich freue mich, wenn es doch noch besonnene Gemüter in der Blogosphäre gibt.

    Aber zur Sache: Ja, das Kürzen der Feeds ist nicht optimal. Nur: Welche Lösung soll denn BT anwenden? Du schreibst: “Vielmehr kommt es jetzt darauf an, in Eigenregie passende und individuellere Refinanzierungsformen zu entwickeln und z.B. Werbung in Feeds nicht gleich mit dem Volumenmodell von Adsense (for feeds) in die Tonne zu drücken.” Welche können das sein? Machen wir uns nichts vor: In Deutschland hat noch kein Blog so ein Modell ge- oder erfunden. Zumindest nicht, dass es eine Redaktion trägt.

    Und das ist genau der nächste Punkt. Warum regen sich denn überhaupt Leser auf? Oder anders gefragt: Würden sie sich auch aufregen, wenn Robert Basic seinen Feed kürzen würde (mit der gleichen Begründung)? Ich glaube nicht. Denn: Einem Menschen, den man zu kennen glaubt und von dem man weiß, dass er hart arbeitet, gönnt man auch den wirtschaftlichen Erfolg. Eine Redaktion, die nach außen gesichtslos auftritt (keine Bilder, keine persönlichen Statements) ist halt eine Redaktion und nicht zwangsläufig Blogger, obwohl zumindest ein Teil der Redaktion aus diesem Umfeld stammt und man ein Blog vollschreibt.

    Basic Thinking bloggt nun schon seit über einem Jahr in dieser Form. So langsam könnte man ein Konzept entwickeln und das Magazin wieder Blog sein lassen. Dann klappt es auch mit den gekürzten Feeds.

  10. Mike Schnoor

    Eine Alternative ist, den aktuellen Feed zwar noch weiter zu pflegen, aber für künftige Abonnenten einen neuen Feed aufzusetzen, der zum Start zwar nur 100 oder weniger Abonnenten hat, diese Leser jedoch gleich an die kurzen Feeds gewöhnt.

    On Top: Alter Feed mit 26k Usern wird nur einmal täglich aktualisiert und nicht mit jedem Beitrag. Man zwingt die User damit so subtil zum Besuch der Webseite.

  11. ralf schwartz

    @sachar
    Interessanter Gedanke. Ich hatte mich damals schnell von BT abgewandt, weil mir die Nähe fehlte, aber nicht weiter drüber nachgedacht.
    Und zwischendurch mal schnell hingeguckt, hat sie sich auch nie wieder entwickelt.
    Es fehlt tatsächlich dieses Blog-typische Element.

    Und anscheinend war auch umgekehrt nicht genug Nähe da, um den Leser(wunsch) zu erkennen.

    Die 200, die sich nun meldeten, mögen nur die sprechende Minderheit sein, ein Alarmsignal sollten sie aber auf jeden Fall sein.

    Ich bin ja selbst aus den Feeds bei der Süddeutschen, etc. ausgestiegen als sie kurzzeitig eine Störer-Werbung zwischen den Feed-Artikel-Überschrift und den Text legten.
    Bei knapp 400 RSS-Feeds kann ich nur mit ganzen Texten leben – gerne auch mit Werbung drunter.
    Alles andere ist doppelte Arbeit und verschwendete Zeit – die ich lieber in den Texten selbst verbringe … denn um die geht es.
    (Die Amerikaner, die ich lese habe nahezu alle Werbung und ein vernünftiges Werbeformat unter dem Text. Wunderbar.)

  12. Sachar

    Mir ist aufgefallen, dass ich einen Punkt vergessen habe: Obwohl mir die Nähe zum Leser und das persönliche Element fehlt, lese ich weiterhin gerne Basic Thinking. Weil es ein gut gemachtes Journal ist. Und daher verstehe ich, dass man den Feed kürzt. Mich wird das nicht davon abhalten, den Feed weiterhin zu abonnieren und, sofern mir der Teaser gefällt, den jeweiligen Artikel aufzurufen. Trotzdem denke ich, dass man mit einer stärkeren Personalisierung der Autoren gewinnen würde.

  13. avatter

    “Grundsätzlich glauben wir dabei an die Kraft der Kooperation und Kollaboration.” – Genau, lieber Roland. Und danach trägt uns unter Engelschören ein himbeerfarbenes Einhorn durch die magische Glitzerwolke in die große Wolkenstadt. Kooperationsbereitschaft der Leser? Bitte, hier Auszüge:

    “Unsubscribed… damit mein adblocker nicht arbeiten muss.”

    “Tja das war es dann auch von mir. Ich lese feeds grundsätzlich nur im Reader. Und Werbung wird so oder so per AdBlocker geblockt.”

    “Ich boykottiere jeden, der seinen RSS kastriert. Ich hoffe es tun mir viele gleich. Machts gut und danke für den Fisch. Glaubt ihr im Ernst, das es so viele RSS Benutzer gibt, die keinen Adblocker im Browser haben?”

    “Ja wo ist denn eigentlich die Werbung???? Ach.. Ich hab sie weggeblockt.”

    Und, ganz ehrlich: Die Vergleiche mit Robert nerven langsam. Robert hat sein Blog verkauft und daran sind wir nicht schuld. Bei der Versteigerungen waren andere Unternehmen im Rennen, die es liebend gerne mit Ads vollgeknallt, den PageRank abgesaugt und dann abgehauen wären. Damit läge BT jetzt als Sedo-Leiche am Boden.

    Jetzt muss sich Basic Thinking selbst tragen – so sieht’s aus.

  14. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @avatter: Ja, die Comments sind zum Teil sehr enttäuschend und ich kann euch gut verstehen. Allerdings spreche ich bei der in meinem Post erwähnten Kooperation von einer “Blogkooperation” ;-), was nicht heißt, dass auch eine Kooperation mit der ggf. “stillen Mehrheit” denkbar wäre.
    Was Robert betrifft: natürlich nervt es, aber das ist Teil eurer Historie und damit müsst ihr euch nunmal auch auseinandersetzen. Wir reden hier schließlich nicht von Großvater´s Zeiten und ihr habt euch entschlosssen, den Namen zu übernehmen, mit entsprechendem Mempool…

  15. Netzfundstücke, Browserspiele, Eigenversuche

    Passive Feedleser bei basicthinking.de unerwünscht…

    Wie man durch passive Feedleser schnell mal über 200 Kommentare ins Blog bekommt.

    Feedleser sind so etwas wie Zeitungsmitleser in der S-Bahn oder Schwaben vor den Schaufenstern der Stuttgarter Zeitung. Sie konsumieren die Nachrichten, weil dies tech…

  16. Carsten (Schnäppchenfuchs)

    Ich glaube nicht, dass man auf lange Sicht gut damit fährt, sozusagen “gegen” seine User zu arbeiten. Man geht ja davon aus, dass die Leser Verständnis haben, dass sie verstehen, dass es ohne Werbung nicht geht. Ich würde sagen: man traut ihnen zu viel zu. Der normale Leser findet den kastrierten RSS-Feed nervig, also schmeißt er ihn raus.

    Das ist vergleichbar mit Hungerlöhnen bei einigen Discountern. 10% der Leute wissen das und gehen dort nicht mehr einkaufen. Den restlichen 90% ist es egal/sie wissen es nicht/sie verdrängen es und freuen sich über die guten Preise.

  17. Patrick Breitenbach

    Das Werbemodell ist von außen betrachtet ja schon äußerst amüsant.

    Kein Konsument will Werbung, jeder Produzent braucht Werbung um sich zu refinanzieren. Beides ist im Grunde eine Illusion, denn natürlich möchten die Konsumenten Produktinformationen (oder eher Empfehlungen) und natürlich würden Contentlieferanten wesentlich näher an der Realität schreiben, wenn sie nicht mehr von Werbekunden oder Werbekundenphantome abhängig werden. Und auf der anderen Seite haben Werbekunden wiederum das Interesse möglichst zielgenau und überzeugend auf ihr Portfolio aufmerksam zu machen. Auch sie bevorzugen die Empfehlungen der anderen (wenn auch meist nur die guten)

    Wenn wir endlich begreifen, dass darin ein entscheidender Logikfehler liegt, kommen wir vielleicht endlich dazu über ganz neue Formen nachzudenken. Die Stiftung Warentest oder propublica beispielsweise wären solche Ansätze.

    Aber nein, wir klammern uns lieber an der Maxime des Profits. Liebe Leute, der Kuchen bleibt immer gleich groß, nur die Mitesser steigen merklich an.

  18. Patrick Breitenbach

    Und BTW: Werbung in Feeds ist genauso alter Wein in mittelalten Schläuchen – eben nur viel billiger verkauft.

  19. Sachar

    Patrocj, Werbung funktioniert also nicht. O.K., das habe ich Deiner Aussage entnommen (wobei ich es schon ein wenig bemerkenswert finde, dass ausgerechnet im Werbeblogger ein Banner der Karlshochschule erleuchtet). Aber mal ganz konkret: Wie kann sich ein Blog, das Menschen beschäftigt, anders refinanzieren? Du sprichst die Stiftung Warentest an. Meiner Meinung nach ein falscher Vergleich, denn BT liefert kaum oder keine Produkttests. Grundsätzlich gibt es auf der Seite kaum exklusive Meldungen, dafür aber fachlich überwiegend fundierte Einschätzungen. Du meinst, Menschen würden dafür zahlen? Das wage ich zu bezweifeln… Also, erklär mir doch bitte, wie BT Geld verdienen soll, wenn nicht mit Werbung..?

    Zumal: Seiten wie Stylespion oder Engadget DE können, soweit ich weiß, ganz gut mit Werbung existieren.

  20. Sachar

    Und natürlich meine ich Patrick, sorry, Tastatur klemmte.

  21. Patrick Breitenbach

    Sachar,

    “Werbung funktioniert also nicht”

    habe ich so nicht wirklich behauptet, oder? Ich sagte es wird zunehmend schwieriger sich in einem gesättigten Markt zu behaupten. Man muss den Kontext sehen. Werbung in den 50ern hat super funktioniert.

    Zum Banner: Das ist das einzige Werbebanner, dass ich “geschaltet” habe, ganz einfach weil es meine Fläche ist, die ich im Werbeblogger habe und meinem Unternehmen ohne Entgeld zur Verfügung stellen kann.

    Als Marketingverantwortlicher investiere ich lieber in die Erstellung von eigenem Content oder der Überlegung, wie ich Mundpropaganda positiv fördern kann (beispielsweise im Servicebereich). Das kostet Zeit und Geld.

    Lösungen für BT habe ich auch nicht wirklich anzubieten, habe mir dahingehend aber in letzter Zeit auch wenig Gedanken gemacht. Ich denke man steht langsam am Scheideweg: Entweder Inhalte wegen der Inhalte produzieren oder Geld verdienen wollen, dann zitiere ich aber Frank Zappa: “you could make more money as a butcher”.

    Das gleiche gilt für die Konsumenten: Natürlich zahlen die nur etwas, wenn sie einen persönlichen Wert darin erkennen (siehe App-Store, Basecamp oder von mir aus das Premiummodell von Xing). Vielleicht sollte BT also mal ihr “Produkt” überdenken und sich überlegen was sie den Menschen anbieten können, was es woanders nicht auch so kostenlos gibt.

    Der Werbeblogger hat dahingehend ja schon erste Schritte unternommen, beispielsweise mit der Initiierung eines Kongresses.

    Und so wie ich Roland immer verstanden habe ist der Werbeblogger eher als Networkarbeit zu verstehen. Also als eine Art Eigenwerbung.

  22. Roland

    @Sachar@Pedde: Ja, der Werbeblogger ist für mich vor allem Spaß inkl. Networking und Austausch. Aber es ist auch eine Elefefantenschwangerschaft in Fragen der Refinanzierung. Nicht so sehr, um den großen Reibach zu planen, aber ein bisschen Lohn für die Arbeit in Geld ist auch ganz schön. Allerdings ist mir eben klar, wo wir mit Blogs stehen und welchen Weg es noch zu nehmen gilt. Also tragen wir die Schwangerschaft in Ruhe aus und hoffen auf den einen oder anderen Partner, der das auch so sieht und die Geduld mitbringen will bzw. kann.

  23. Patrick Breitenbach

    Werbeblogger wurde so groß weil es eine Nische besetzt hat, weil es etwas neues war und es kaum Blogs mit dem Novum der Interaktion gab.

    Wenn man also heute mit BLOGS wirklich Geld verdienen will, dann sollte man dazu passende Produkte entwickeln, die sich über die Distributionsplattform wie beispielsweise WB eine sein könnte verkaufen lassen:

    - WB Events
    - WB Bücher
    - WB Seminare
    - WB …

    Selbst das damals erdachte “wirwerber” hätte mit einem Invest gut funktioniert, ganz einfach weil es Bedürfnisse befriedigt hätte.

    Werbung befriedigt eben in dieser Hinsicht keine Bedürfnisse. Werbung versucht Aufmerksamkeit auf andere Bedürfnisbefriedigungen zu lenken.

    Daher immer die Frage an die Blogs, die sich refinanzieren wollen: Wo ist euer Mehrwert? Eure Differenzierung? Euer Fanpotenzial?

    Vielleicht wäre es auch einfach hilfreich mal die Leser selbst zu fragen. Welchen Bedarf haben sie? Was vermissen sie? Wann wären sie gar bereit etwas für einen Mehrwert zu zahlen.

    Wäre jedenfalls sinnvoller als sich über Feed-Ads oder Banner-Ads zu diskutieren.

    Geht das Produkt an – geworben wird dann schon ganz von alleine dafür, das ist ja das schöne an Social Media, dem Empfehlungsmarketing, oder?

    So platt wie es mittlerweile klingen mag: What would Google do? What would Apple do?

  24. Klabund

    Hach, dieses Gejammer wieder.

    Drei Möglichkeiten:

    - Ich mache meinen Content kostenpflicht, weil er ja so unendlich wichtig und gut ist (macht keiner, weil man weiss das es nix besonderes ist, darum zahlt auch keiner dafür)

    - Ich klastere meine Seite mit Werbung zu (verscheucht auch wieder Besucher – aber Hey, die Besucher verursachen doch angeblich die ganzen Kosten, dann wäre das ja garnicht schlimm wenn es ein paar weniger werden)

    - Oder ich hör auf mich dem Quatsch, und mach den Blog dicht.

    Sorry, aber wenn ich das höre. Wenn man sich öffentlich darüber beschwert, dass man kein Geld verdient mit dem Blog, dann hat man sich verdammt nochmal die falsche Freizeitbeschäftigung gesucht.

  25. Roland

    @Patrick Genau. Und Sponsoring, wobei dann -unter vielen Themen- auch die Frage kommt, wie und in welcher Form sinnvoll im gesponsorten Blog auch geworben werden kann. Die sollte man dann für sich schon vorher beantworten.
    @Klabund: Ich glaub auch, dass “Jammern” über Refinanzierung eines Blogs als Tenor nicht in die Beiträge gehört. Das sollte man als Betreiber besser mit sich selbst ausmachen.
    Aber eine sachliche Diskussion über sinnvolle “Werbeformen” in Blogs generell passt natürlich thematisch auch in den Werbeblogger.

  26. Geld verdienen mit Blogs… :: onezblog

    [...] umzudrehen und den Leser zu verstehen und zudem versucht der Werbeblogger zu zeigen, warum der gekürzte Feed nichts bringen wird. Heute Morgen beschwert sich Andre Vatter von Basic Thinking über seine Leser: Danke für [...]

  27. Quartz!

    Ich habe langsam das Gefühl, es sei wie mit den weiblichen Mitmenschen. Es gibt Männer, die sehr viele um den Finger wickeln können und solche, die nicht in der Lage dazu sind. Was ist so irre schwer daran, den deutschen Top-Techblog zu vermarkten? Robert hat damals nicht viele Anstrengungen übernommen und genug für seinen Lebensunterhalt verdient und ein “professionelles” Team will mir sagen, dass sie nicht in der Lage dazu sind? Ich glaube als Unternehmen interessieren mich Klicks seit fünf Jahren keinen Dreck mehr. Ich will, dass mein Logo gesehen wird, dass es so penetrant ins Auge sticht. Ist es wirklich schwer, bei den großen Unternehmen anzudocken? Ich wette, dass die etwas springen lassen würden. Sehr sicher sogar und dann könnte man auch einfach den Banner dieser Unternehmen im Full-RSS-Feed anzeigen. Wäre vermutlich besser und ertragreicher als adsense und co, und die idiotischen “und tschüss”-Leser würden sich auch mal wieder beruhigen. Quartz.

  28. Paul

    Auch ich finde es unglaublich welchen Umfang diese Diskussion genommen hat.
    Eventuell liegt es aber auch am Sonntag und daran das andere Blogs weniger oder nichts berichten. Somit hat man nur ein Thema im Kopf.

  29. ramses101

    Feeds zu kürzen in dem Glauben, mehr Leser auf die tatsächliche Seite zu bekommen, ist ein Anzeichen von Selbstüberschätzung: “Die werden den Artikel schon zuende lesen wollen.” Ich kündige in solchen Fällen einfach das Feed-Abo, ohne das jetzt noch mit viel Pathos in den Kommentaren anzukündigen.

  30. Armin

    Hiess es nicht noch vor kurzem RSS waere so gut wie tot weil heute die Leser sowieso alle durch Twitter, Facebook und Konsorten auf die Seiten kommen?

    Und wenn das Geschrei bei gekuerzten RSS feeds so gross ist, wieso sind dann Twitter, Stumbleupon, Digg, Facebook und Konsorten so erfolgreich?

    Da gibt’s ja noch weniger als einen gekuerzten Feed. Da gibt’s nur einen Link, bestenfalls mit einem kurzen Anriss oder einem Satz wo der Link hingeht. Komischerweise beschwert sich da keiner was das doch fuer ein Mist sei und dass gefaelligst die komplette Seite dort angezeigt zu werden habe. Scheint wohl doch nicht so schwer zu auf einen Link zu klicken.

  31. ramses101

    @Armin: Es geht um die Herangehensweise. Wenn ich einen Tweet mit Link und Spruch ablasse, der mich einlädt, eben drauf zu klicken – alles ok. Im Feedreader lese ich allerdings Artikel. Meist auch da nur die ersten drei, vier Sätze. Wenn jetzt einer ankommt und glaubt, eben diese ersten Sätze wären prinzipiell schon so fesselnd, dass er damit alle auf seine Seite bekommt: Think again. Oder schreib fesselnde Sätze, dann klick ich auch drauf.

  32. Armin

    @ramses101

    Ja, was denn nun? Ich dachte Du schmeisst gekuerzte RSS Feeds sowieso raus? Wenn der Anfang interessant genug ist also doch nicht? Dann kann der Vollfeed ja doch nicht so wichtig sein.

  33. Wandpapier - gekürzte Feeds, wer hats nicht gelesen oder darüber gebloggt? – Von Ralf

    [...] findet man unter anderem bei off-the-record.de, zweipunktnull.org, YuccaTree Post, wirres.net, werbeblogger und neunetz.com. Kurze (persönliche!) Erklärung und Erläuterung was für den [...]

  34. pierre

    Das ist doch klar es muss die passende Werbetechnologie gefunden werden, ein blog kostet halt. Dabei meine ich nicht nur Zeit sondern Server, Strohm, Mitarbeiter u.s.w. oder Arbeitet man heute nur aus Spaß? Und wenn gekuerzte RSS Feeds mehr Werbeleistung und damit mehr Geld versprechen warum nicht, wenn es nicht übertrieben wird? Ich verstehe es auch nicht warum Layer Werbung nicht aktzepiert zu sein scheint, ich meine man schaut sie sich an und klickt sie weg damit hat man dan sozusagen bezahlt. Klar sowas sollte nicht übertrieben werden das man bei jedem neuen Seitenaufruf so einen Layer vor die Nase bekommt, und wenn es stört sollte man evtl ein Abo einführen.

    Aber ich kenne mich da noch nicht so aus aber ich denk irgenwoher muss Geld kommen oder?

    (sorry wegen rechtschreibung)

  35. Professionelle Vermarktung von Blogs. Das schnelle Geld gibt es nicht. | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Professionelle Vermarktung von Blogs. Das schnelle Geld gibt es nicht.

    [...] Die Leserschaft nutzt vielmehr das inhaltliche Angebot (Produkt) neben vielen anderen Angeboten und will selbst bestimmen, wie und wo das Kernprodukt gesichtet bzw. gelesen wird. Eine Leserschaft lässt sich in ihrem [...]

  36. Besserwerberblog • Marketing für Besserwerber

    Ohne viel Feederlesens…

    Es ist immer wieder lustig, wenn ehedeme Systemkritiker zu Besitzstandswahrern werden, wenn Quereinsteiger die Spitze übernehmen, wenn Fundamentalisten des Nein zu Opportunisten des Ja mutieren. (Danke.)

    Das Internet ist frei. Ein demokratisches, ja…

  37. net-blog.net » Generierung von FullFeed = Contentklau?

    [...] Geschrieben von: Raffi Kategorie: Der tägliche Senf… Kleines Hirngespinst zum Mittag. Wo die Diskussionen, dank Basicthinking, um gekürzte Feeds gerade in vollem Gange sind, kam mir eine Idee für [...]

  38. ramses101

    @Armin: Ich verstehe nicht ganz, wo das Verständnisproblem liegt. Wer bei Twitter langweiliges Zeug twittert, fliegt noch schneller aus der Timeline. Wer seinen Feed kürzt, um mich auf seine Seite zu bekommen, der muss interessant genug schreiben, um mich auf seine Seite zu bekommen. Nur eben runterscrollen ist ja eine Sache, auf einen Link zu klicken eine andere.

    Kann ja klappen. In den meisten Fällen merkt man einfach nur, was man nicht verpasst.

  39. ramses101

    (Wobei ich nicht den Eindruck erwecken wollte, ich würde grundsätzlich gekürzte Feeds aus dem Reader schmeißen. Das ist zwar in 99% aller Fälle die Folge, aber deshalb noch kein Prinzip.)

  40. Die Botschaft der Werbeblocker an die Werbewirtschaft | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Die Botschaft der Werbeblocker an die Werbewirtschaft

    [...] kann es nur wiederholen: Menschen können nicht “gezwungen” werden, Werbung anzuschauen. Werbeblocker sind [...]

  41. Müssen sich Blogs refinanzieren? | Public Correlations

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Eure Kommentare

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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