16.02.10
11:21 Uhr

Hat jetzt Social Media eine Krise? Oder die Menschen? Oder die Berater?

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Einige Momentaufnahmen der letzten Tage und Wochen. Facetten aus dem Netz, die zusammengesetzt ein Bild ergeben, ein Fragezeichen auf meine Stirn runzeln, die Frage stellen: Hat jetzt Social Media eine Krise? Oder die Menschen? Oder die Berater?

01 – Nico Lumma: “Blogs in Deutschland sind nett”

Nico schreibt:

Auch 2010 gibt es kein Blog, das man unbedingt gelesen haben muss, weil man sonst einen wichtigen Beitrag verpassen würde. Es gibt kein Blog in Deutschland, das für eine Branche essentiell ist, weil dort alles steht, und zwar bevor es irgendwo anders steht und weil von diesem Blog Impulse für eine Debatte ausgehen.

Nun: 01 – Keines? Also auch nicht das vodafone-Blog ;-) 02 – Ist das von Nico Geforderte denn überhaupt der Anspruch, den Blogs haben? Ich denke nicht. 03 – Und, traurig aber wahr, welche TZ, welcher Sender, welches Medium ist schon ‘zwingend’? 04 – In “25 (plus 125!) traumhafte deutsche Blogs” verbergen sich übrigens einige sehr gute Blogs – ohne die wir kein Gegengewicht zu den klassischen Medien da draussen hätten.

02 – Don Alphonso: Diskurs-Ohn-Mächtigkeit?

Vielleicht aber geht es nicht um Blogs alleine, sondern auch – gerade in Social Media – um den Beitrag der Leser selbst! Und dieser Beitrag ist laut Don Alphonso zumindest in Facebook quantitativ nicht allzu hoch “Diskursmächtigkeit von Facebook”.

03 – Mathias Richel: “Twitterwalls sind unhöflich”

Für manchen ist die Qualität gar negativ. So beschwert sich Mathias über eine nicht vorhandene (Twitterwall-)Netiquette und Besserwisserei: “Wenn ihr alle wisst, was Nico und Vodafone so alles falsch gemacht haben, wenn ihr alle so gut Bescheid wisst, wie es Werbung im Internet schaffen kann, Menschen zu erreichen und zu verkaufen (denn ja, dass ist der Sinn von Werbung) … warum macht ihr es dann nicht? Warum gibt es dann soviel Müll in Social Media?” und endet mit: “Ich brauche keine Twitterwall und werde mich in Zukunft auch auf kein Panel mehr setzen, auf der eine hinter meinem Rücken läuft. “.

04 – Stadion-Kulisse statt Klub der toten Dichter

Kein Wunder also (sieht man sich z.B. die Qualität der jeweiligen Kommentare an), daß Amir Kassaei lieber bei sich (The Fukuoka Project) schreibt als beim Horizont.

Vielleicht läßt gerade die Art wie oft kommentiert wird, und daß die großen Blogs sich von der Zusammensetzung eher anfühlen wie ein Fußballstadion und nicht wie der Klub der toten Dichter, manchen statt zur subtilen Kommentier-Feder zum Megaphon Twitter greifen und hinausrufen, was er dezidierter und für alle hilfreicher als Kommentar hätte hinterlassen können.

Hier sieht Uwe Knaus vor allem die Digitale Avantgarde gefordert, Vorbild zu sein.

04 – Uwe Knaus: “Digitale Avantgarde hat gewissen Hang zum Narzismus”

“Die Digitalen Avantgarde reklamiert für sich, Social Media verstanden zu haben, kommentiert wird aber trotzdem off-site auf Twitter, Facebook oder auf Amplify – also dezentral. Das führt dazu, dass an sehr vielen Stellen im Netz – über ein Thema, das seinen Ursprung woanders hat – diskutiert wird. Dabei wäre es ganz simpel, dort im Kommentarfeld mitzureden, allerdings mit dem Riesennachteil verbunden, dass der Kommentator einer von vielen wäre.”
(Hervorhebung durch Uwe, rs)

Eine relevante Anmerkung finde ich, denn einerseits ist es wichtig, sozusagen vor Ort zu diskutieren, andererseits muß man die Diskussion auch sozusagen nach Hause, in seine eigene Comfort Zone tragen können müssen. Das kann man analog ja auch: daraus entstehen neue Gespräche, neue Teilnehmer kommen hinzu, neue Ideen werden geboren, Meinungen ausgetauscht und verbreitet.

Vor allem aber relevant, weil ein via Twitter versandter Kommentar kein Diskussionsbeitrag ist, da er sich schlicht an den falschen Adressaten richtet (nämlich statt an den vorherigen Sender, an ein zu 99,9% anderes Publikum) – also eher dem “gewissen Hang zum Narzismus” der “Digitalen Avantgarde” huldigt, um mit Uwes Worten zu sprechen.

Mathias Richel liefert übrigens eine weitere Momentaufnahme (die sich aber bitte explizit nicht in den beiden Protagonisten verbeißen soll, sondern das Geschilderte als pars pro toto im Sinne Uwes verstanden wissen möchte):

Während Johnny, als stets um Ausgleich im Diskurs bemühter Mensch, nie die Twitterwall aus den Augen verlor und sich von ihr auch in den eigenen Ausführungen ablenken und auch unterbrechen ließ, kommuniziert Nico permanent mit ihr, schickt und liest Tweets, muss dazu aber natürlich permanent an seinem Handy spielen, was in einem Gespräch egal welcher Natur mindestens verstörend wirkt.

Diese Szene beschreibt genau das, was da draussen passiert: statt miteinander zu reden wird übereinander geredet, und das auch noch mit anderen.

Hierzu möchte ich auch “Zwei ketzerische Fragen zu Social Media” von Christian (amendedestages) empfehlen.

05 – Mirko Lange: “Social Media funktioniert auch ohne Dialog”

Mirko Lange schließlich schickt uns zurück in die Zeiten der guten alten PR. Verkürzt sagt sein Post: Social Media funktioniert auch ohne Dialog, weil die Lufthansa und Dieter Nuhr viele Follower haben und Unternehmen keine Zeit, Geld, HR, um Social Media in Echtzeit zu machen. Wie gesagt: verkürzt! Bitte (inkl. der Kommentare) nachlesen.

Eine steile These von Mirko Lange, die er dann auch wieder schnell zurücknehmen muß – denn sein Hauptargument “Dialog ist nicht skalierbar” muß er aufgrund des Einwurfes von Martin Oetting auf “Echtzeit-Dialog zu skalieren ist aufwändig” abschwächen.

Es wäre so schön gewesen, die alte PR-Logik weiter penetrieren zu können: Unternehmen haben keine Zeit, also müssen sie outsourcen. Reichweite und Quantitäten und Monologe funktionieren noch, auch wenn wir das jetzt neudeutsch Social Media nennen, also alles beim alten. Die PRler stehen in der ersten Social Media Reihe.
(Das Argument, daß die ‘Realität in den Unternehmen eine andere’ ist, ist übrigens keines! Gerade Berater kommen in Unternehmen, um die dortigen Realitäten zum Besseren zu ändern!)

Momentaufnahmen oder der Beginn eines problematischen Trends?

Wo also stehen wir heute? Gelangt die (inzwischen revidierte, aber bestimmt in vielen Unternehmen mit Kußhand empfangene) Auffassung Mirkos in den Mainstream? Ist Social Media zu komplex?

Handelt die Avantgarde gar längst wie Mirko es noch postuliert? Ist Social Media zu komplex, um es sinnvoll verkaufen zu können? Wendet sich die sogenannte Avantgarde schon von Social Media ab? Ist das vermutete Abwenden eine Drohung oder Verheißung?

Oder ist Social Media nur gerade in seiner Pubertät und die Menschen schlagen kurzzeitig ein wenig über die Stränge, toben sich aus – solange bis sie sich selbst gefunden und klarer definiert haben?

Was denkt Ihr? Wo stehen wir?

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35 Kommentare

  1. mark793

    Guter Beitrag, der einen wohltuenden Kontrast zu dem ganzen unreflektierten Getröte der Evangelisten, Propheten und Gurus liefert.

    Ich habe das Gefühl, dass Social Media mit allem Drum und Dran grad an einem kritischen Punkt stehen. Dass sich das alles irgendwie noch weiter entwickeln wird, darf man ja wohl als einigermaßen gesichert betrachten, aber die Frage ist: Wird das Ding wirklich so groß, dass es alle Erkenntnisse und Strategien komplett über den Haufen wirft, mit denen man bislang Erfolg haben konnte als Medium, als Werbetreibender, als Kreativer und als Planer? Oder ist die ganze Nummer nur die Fortsetzung eines Pilotenspiels mit anderen Mitteln, das ein paar Vorturnern dazu dient, ihre persönlichen Schäfchen ins Trockene zu bringen und das sich auch wieder verlangsamt oder gar totläuft, wenn nicht dauerhaft genügend Nachahmer, Follower, Jünger und Mitläufer hinterherhecheln in die schöne neue Datenwelt?

    Auch ich kann nicht behaupten, die ultimativen Antworten auf diese Fragen zu haben. Aber ich denke, wir werden schon in sehr naher Zukunft manches klarer sehen, was Social Media leisten können – und vor allem auch, was nicht.

  2. ralf schwartz

    Die Zurückhaltung der Unternehmen macht mir Sorgen und die fehlende Kraft/Kompetenz/Mut der Agenturen, den Unternehmen die Ängste zu nehmen und ihnen effektive Engagement-Strategien maßzuschneidern.

    Die ersten haben sich 2009 gehörig die Finger an Social Media verbrannt, jetzt sind bessere Argumente und individuellere Lösungen gefragt.

    Die Unternehmen müssen verstehen, daß 01 – auch Social Media kein unterdurchschnittliches Produkt zum Star machen kann, und 02 – es sinnvoller wäre, statt einiger weniger 30-Sekünder in der TV-Primetime eine Fulltime-Ressource für Social Media einzukaufen.

  3. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach

    Pubertät! Definitiv (also nicht Social Media, sondern viele Berater in diesem Feld). Schreib ich gleich noch was zu….

  4. ralf schwartz

    @mark793
    Sorgen machen mir auch die Unternehmen, die sich nach den hochgepushten schlechten Erfahrungen 2009, noch weniger trauen, in Social Media einzusteigen und ‘fremde’ Menschen (also ihre Konsumenten) für sich bzw. über die Marke sprechen – und alle anderen daran teilhaben – zu lassen.

    Die Unternehmen müssen vor allem verstehen, daß Social Media das unterdurchschnittliche Produkt auch nicht mehr zum Star machen kann.

    Die Unternehmen müßten verstehen, daß es sinnvoller sein kann, statt einer Handvoll 30-Sekünder eine vernünftige Fulltime Social Media Ressource im Unternehmen zu platzieren.

  5. Sachar

    Wir dachten, Social Media sei das absolute Nonplusultra, nun müssen wir feststellen, dass es “nur” ein – wenn auch wichtiger – Bestandteil von Kommunikation ist und man den Rest nicht vernachlässigen darf. Und damit meine ich nicht nur die Klassik.

  6. ralf schwartz

    Yep. Für mich steht Social Media (mehr als) gleichberechtigt neben den klassischen Massenmendien, hat aber das Potential, eine Lead/Dialog-Funktion zu übernehmen und damit Kommunikation insgesamt in Quantensprüngen voranzubringen.

  7. mark793

    @ralf: Diese Sorge teile ich nur bedingt, denn wahrscheinlich kann man es nicht verallgemeinern, ob diejenigen Unternehmen schlechter dran sind, die in Sachen Social Media untätig bleiben – oder vielleicht doch jene, die das Thema zwar anpacken, aber falsch oder halbherzig. Learnings schön und gut, dass man z.B. die “Generation-Upload”-Kampagne mit ihrem zwonulligen Tamtam hätte besser machen können, steht wohl außer Frage. Aber trotzdem ist die Frage erlaubt, ob Vodafone ohne diesen Rohrkrepierer nicht besser dastünde.

    Und wenn wir schon die Frage aufwerfen, ob man anstelle von ein paar TV-Flights nicht besser in eine Social-Media-Stabsstelle im Unternehmen investierte, dann landen wir halt doch über kurz oder lang bei der Frage nach der Vergleichsgrundlage – sprich: dem ROI, dem “bang for the buck” oder wie immer man es nennen will. Nur um dem diffusen Anspruch einer gefühlten Modernität zu genügen, wird sich doch niemand dauerhaft diesen Aufwand an die Backe binden. Deswegen brauchen wir, wenn das noch was werden soll auf Unternehmensseite, mehr best-practice-Beispiele (und weniger wolkige Versprechungen von Marktschreiern, denen es nicht zuletzt um Ego-Marketing geht).

  8. mark793

    @Sachar: Wer ist “wir”? ;-)

  9. Rainer Helmes

    Ja, stimmt, die gen. Artikel lassen auch mich etwas ratlos (-oder sprachlos?-:)) – zurück. Zu den Fragen:

    *_Social Media in der Krise?_*

    Viele reden über Social Media – jeder meint was anderes; dass da Missverständnisse entstehen, verwundert dann doch nicht wirklich, oder?

    Social Media – mal mit, mal ohne Dialog, ich weiß nicht…

    Social Media als Oberbegriff einer Infrastruktur zu definieren, ist m.E. zu kurz gesprungen. Als das Schlagwort “Web 2.0″ noch en vogue war, habe ich wie folgt unterschieden: unter Web 2.0 können wir entweder eine Netzkultur oder eine Netztechnologie verstehen, aber niemals beides zum gleichen Zeitpunkt.

    *_Menschen in der Krise?_*

    Über diese Frage denke ich noch nach…

    *_Berater in der Krise?_*

    Ein Kardinalfehler ist m.E., Social Media als “das absolute Nonplusultra (Sachar)” verkaufen zu wollen. Social Media ist bestenfalls ein Mittel zum Zweck – unter vielen anderen. Unternehmen benötigen eine Strategie; Social Media kann – muss aber nicht notwendigerweise – ein Teilaspekt sein.

    Meine These: Nicht jedes Unternehmen braucht Social Media, um erfolgreich im Sinne der eigenen Zielsetzung zu sein; aber jedes Unternehmen, das auf Social Media setzen will, muss sich voll und ganz auf einen offenen Dialog einlassen.

    *_Wo stehen wir heute?_*

    Social Media erlaubt uns, an vielen Stellen im Web unseren Senf hinzuzugeben, jetzt müssen wir lernen, mit dieser Möglichkeit umzugehen. Ich denke auch, dass Social Media das Potenzial für eine Lead/Dialog-Funktion hat – mit der Betonung auf Dialog.

  10. ralf schwartz

    Ja, Rainer, irgendwo zwischen rat- und sprachlos hing ich auch und dachte, ich frag Euch einfach mal. Danke Dir.

    Natürlich, mark793, wäre vodafone ohne diesen Flopp besser dran. Aber immerhin gut, daß sie es überhaupt wagen wollten. Mehr will ich dazu hier gar nicht mehr sagen.

    Wir brauchen diese fast langweiligen Best Practice Beispiele, die einfach rund laufen, die Leute im Unternehmen und die Menschen draussen Spaß haben, und das Ding dann auch noch auf Marken- und Unternehmensreputation (meßbar – aber zumindest spürbar) einzahlt.

  11. Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach

    Das “Problem” ist doch eigentlich nur: Es gib zig Beispiele für den erfolgreichen, messbaren, skalierbaren Einsatz von Social Media im Kommunikationsmix. Aber die Lautsprecher (Propheten, Evangelisten etc) haben keine von diesen Beispielen gemacht und kennen nur einen Bruchteil epigonal.
    Mal überspitzt gesagt: Die mit den 98% der (social und klassissch medialen) Aufmerksamkeit haben vielleicht 2% der Umsetzungen und Umsätze gemacht. Und die mit den 98% der Umsetzungen und Umsätze haben überwiegend Besseres zu tun als den Evangelisten zu geben. Nämlich s.o.

    Hab ich auch zum Thema meiner neuen Raketenphysik-Kolumne drüben bei uns gemacht: achtung.de/aktuelles...

  12. Sabine

    Lieber Ralf Schwartz, ich bin ganz Deiner Meinung.

  13. Social Media – Krise oder Chance? « Einfach Machen

    [...] Ralf Schwartz fragt Hat jetzt Social Media eine Krise? Oder die Menschen? Oder die Berater? [...]

  14. Torsten Heinson

    Mein Gefühl sagt mir, dass momentan zu sehr versucht wird, die Komplexität des Themas auf Systeme und Technologien zu reduzieren. Und daher wird entsprechend zu viel Zeit darauf verwendet über Applikationen, Widgets und Gadgets zu sprechen, anstatt das Phänomen an sich zu verstehen. Würde man sich mehr die Mühe machen, Social Media als ein vom user ausgehendes Bedürfnis zu verstehen (ich zitiere Mirko Lange “…Social Media = dass Menschen öffentlich Meinungen austauschen”), erschiene das Thema weitaus weniger komplex. Aber nicht weniger spannend…

  15. C.K.

    Social Media hat keine Krise, sondern – klassisch Gartner Hype Cycle – von einigen Leuten aus Naivität oder kommerziellem Interesse überzogene Erwartungen, die jetzt an der Realität gemessen werden.

  16. uknaus

    Die Geister, die wir riefen, sind nun da!
    Sicherlich ist es wünschenswert und richtig Themen und Diskussionen in seine Comfort Zone oder an andere Stellen im Netz zu tragen. Was dann allerdings nicht dazu passt ist: Erschöpfung oder Ohnmacht.
    So war das ungefähr gemeint.

  17. ralf schwartz

    @uknaus
    Ich hatte es auch nicht ausschließlich gemeint. Ein wenig reden wir im Stadion, oder in der Uni, oder im Job – und dann reden wir zu Hause oder mit anderen Freunden weiter, diskutieren, entwickeln.

    Stimmt: Erschöpfung und Ohnmacht passen überhaupt nicht.
    Vielleicht ist es eher das, was man kleinen Mädchen früher immer unterstellte: dieses Schnell-die-Lust-verlieren, zuerst am Reiten, dann am Tennis, dann am Hockey. Ein neues Spielzeug muß her, ehe man das erste so richtig verstanden hat.
    Ein wenig geht das auch in diese Pubertät, die Wolfgang andeutet.

  18. Social-Media-Romantiker und -Egozentriker in der Krise – ein Selbstbekenntnis | talkabout

    [...] viele Blogbeiträge und es wird intensiv diskutiert. Ein kleines Pottpuri des Weltschmerzes hat Ralf Schwartz in seinem Werbeblogger zusammengestellt. Ein wirklich lesenwerter Beitrag. Verändert Social Media wirklich die Welt? Muss Social Media [...]

  19. mark793

    @ralf: Dieses Schnell-die-Lust-verlieren und das nächste Spielzeug/Hobby hernehmen, das ist in der Tat ein ganz zentraler Punkt.

    Enter Don Alphonso in der FAZ:

    Wenn aber eine Firma 2003 im Internet vorn sein wollte, musste sie sich beim Netzwerk „Friendster“ engagieren; 2004 konnten Dax-Konzerne ohne Blogs nicht mehr effektiv kommunizieren, 2005 sollte man sich mit der koreanischen „Cyworld“ beschäftigen, 2006 verlangten die Kunden nach Podcasts, 2007 galt es, Second Life zu erobern, Mitgliedschaften bei Facebook und Myspace waren für Firmen 2008 verpflichtend, 2009 musste getwittert werden, und 2010 wird man pleitegehen, wenn man nicht bei „Foursquare“ gelistet ist und Applikationen für das iPhone entwickelt. (…)

    Da fragt man sich irgendwann auch als aufgeschlossener Zeitgenosse, ja, was denn noch alles?

  20. ralf schwartz

    @mirkolange/talkabout (siehe 09:42)
    Danke für Deine elaborierte Antwort auf meine Frage, wer denn nun in der Krise sei, in Deinem Blog.

  21. Mirko Lange

    Hi Ralf,

    hach fände ich es schön mal über die ganzen Sachen eine *richtige* Debatte zu führen. Also nicht die über die doofen Sozialen Medien :-)

    Und was ich betonen möchte: Ich meine das sehr Ernst mit dem Respekt und so. Ich sag das nur, weil ich manchmal etwas ruppig rüberkomme, habe ich mir sagen lassen :-)

  22. ralf schwartz

    @mirko
    Was sind “die ganzen Sachen”?

    01 – “Von Schwaflern und Machern in Groß Blogistan”
    werbeblogger.de/2010...

    02 – “Der Mythos Social Media”
    ralfschwartz.typepad...

    03 – “Das Gespenst des Social Media Guru”
    ralfschwartz.typepad...

    04 – “Social Media Guru und Establishment”
    ralfschwartz.typepad...

    05 – “Es lebe die Komplexität!”
    werbeblogger.de/2010...

    06 – “Die Relevanz des bodenständig Analogen für den Erfolg der Marke”
    werbeblogger.de/2010...

    Und ruppig kommst Du rüber? Ich hatte bisher immer nur das Gegenteil bemerkt.

  23. Kirstin Walther

    Ich glaube, da gibt es keine Krise, die nicht schon vorher da war – wenn man es denn Krise nennen will. Die Themen werden nur mehr beleuchtet und diskutiert, weil man immer mehr über Social Media hört – in den Medien und wo auch immer. Nicht zu vergessen, daß die Nutzung immer mehr zunimmt.

    Social Media Werkzeuge sind für viele Unternehmen nicht relevant, denn wenn sie vor 10 Jahren ihre Kunden und vorallem potentielle Kunden nicht wichtig nahmen, dann tun sie das jetzt auch nicht. Wenn Kundenorientiertheit und Kundendialog als unwichtig oder überflüssig bewertet werden, dann kann das auch mit den vielen Möglichkeiten, die es heute gibt, nicht besser werden. Das geht nur wenn prinzipiell ein Umdenken stattfindet. Entweder ist es bei manchen Unternehmen wirklich nicht nötig oder die Not ist noch nicht groß genug oder sie verstehen den ganzen Kram einfach nicht und haben deswegen Angst davor. Experimentierfreude ist nicht jedem in die Wiege gelegt und für manche ist dieses alles immer noch ein großes, gefährlich anmutendes und schwer kontrollierbares Tier. Würden diese Gebilde aus der Nähe betrachten, könnten sie erkennen, daß das alles nur Menschen sind – ganz normale Menschen, die gern kommunizieren.

    Verschenktes Potential in meinen Augen… Aber manchmal kommt der Appetit mit dem Essen. :-)

  24. Tarik

    Wie sieht es denn im SEO-Bereich aus?
    Gibt es wirklcih keine Blogs, die essentiell sind?

    Wenn es keine Blogs gibt, welche Medien sind dann bitteschön essentiell?
    Ist in der Medienwelt nicht alles irgendwie ersetzbar und ist das nicht auch gut so?

  25. ralf schwartz

    @Kirstin
    In vielen Unternehmen herrscht auch die Befürchtung, Social Media würde erst die Probleme des Produktes aufdecken (siehe vodafone-Feedback oder Wolfskin). Da man aber nicht nicht Social Media machen kann, ist diese Sorge eigentlich unberechtigt.
    Nur: das Produkt sollte man in Ordnung bringen! Dann braucht auch der Rest weniger Mut!

    Danke für Deinen Appel: Kundenorientiertheit > Kundendialog > Umdenken > Experimentierfreude > Nähe > Menschen > kommunizieren > (dann) kommt der Appetit mit dem Essen!

  26. Krise? Welche Krise? | Mathias Richel

    [...] sich zurzeit durch die Blogs der Kommunikationsbranche und Vertreter liest, wird sich verwundert die viereckigen Augen reiben: Das Ende scheint nah. Die [...]

  27. Kirstin Walther

    @ralf

    Fehler/Probleme:
    Wenn man nicht so tut, als wäre man die unfehlbare Jacobs Krönung, dann erwartet das auch keiner. Den meisten Menschen ist durchaus bewußt, daß wir zu den fehlbarsten Wesen auf diesem Planeten zählen. Wenn man das Gegenteil behauptet, muß man auch mit den Erwartungen/Konsequenzen leben. Der andere Weg ist allerdings viel entspannter und sorgt für ruhige Nächte. ;-)

    Produkte:
    Ich hab mich schon mehr als einmal gefragt, ob es unter Umständen gar nicht relevant ist, wie austauschbar Produkte sind, wenn man
    alle Konzentration auf guten und sehr persönlichen Kundendialog legt – egal ob on- oder offline.

  28. ralf schwartz

    @Kirstin

    Produkte:
    Genau! Je distinktiver das Marketing, desto distinktiver das eigentlich generische Produkt. Womit es dann eigentlich kein austauschbares Produkt mehr ist!

    Denn:
    01 – wie ich bei lead/marke schreibe: “Zuallererst muß das Unternehmen – jeder einzelne Mitarbeiter, jeder individuelle Kontakt (Touchpoint) mit dem Kunden – die Marke und ihre Botschaft leben, denn gerade die zwischenmenschlichen
    Marken-Erfahrungen sind die beeindruckendsten.” bzw. “Communication is a solution, not a distraction.”

    Oder – 02 – wie Helge Tenno sagen würde:
    “Products become invitations to a direct relationship between the participant and the marketing. People become members – not customers” und “The marketing becomes the product and the product becomes the marketing.” (Link über meinen Namen oben)

    Das erste Ziel bleibt immer das distinktive Produkt.

  29. derhorst

    @ralf schwartz

    äähh, bull-shit-bingo!!!!

    Gruss
    dh

  30. Roland Kühl-v.Puttkamer

    @derhorst: Unabhängig von den Ausführungen von Ralf…dein Kommentar ist -wie üblich anonym- einfach nur Rotz, hingeworfen, unbegründet und damit wertlos. Stell dich oder schleich dich…

  31. Sascha Stoltenow

    Marketing becomes the product … ist eine Reprise des Marketing Modells der Northwestern University “All marketing is communications, all communications is marketing”, also eine geschlossene, selbtsreferentielle Argumentation, als solche nicht falsifizierbar und damit unwissenschaftlich. Man könnte das auch bullshit nennen. In Wahrheit ist es weniger, denn Bullenscheiße hat, wenn man sie trocknet, wenigstens noch einen Heizwert. Die Krise haben wir alle, die Werber ganz besonders, und wir stehen vor einem Paradigmenwechsel weg von der Ideologie des quantitativen Wachstums hin zu einem qualitativen Modell. So einfach, so komplex.

  32. ralf schwartz

    Marketing, Communication und Product sind schon unterschiedliche Dinge, die man nicht einfach austauschen kann, damit die Argumentation – die wiederum keine ist – dann wieder paßt.

    Die letzten 2 Sätze aber kann ich nur unterschreiben.

  33. Webschau Wirtschaftsblogs 22.02.2010 « Blick Log

    [...] Hat jetzt Social Media eine Krise? Oder die Menschen? Oder die Berater? [...]

  34. Sven Wiesner

    Würden alle im Job die gleiche Leidenschaft an den Tag legen, mit der sie in unzählichen Blogs unzählige und wahnsinnig emotionale Kommentare und Artikel einhacken, hätten wir in Deutschland eine unglaublich wundervolle Social Media Landschaft!

  35. Christoph Bechtel

    Wow, eine erfreulich differenzierte Betrachtung zum allgemeinen Must-Have-Social-Media.

    Wo steht Social-Media?

    Im Produktzyklus: Der Hype hat seinen Gipfel erreicht und wird sich bereits 2010 deutlich abschwächen. Bereits 2011 sprechen wir dann von der großen Krise des Social-Media. Die ehemaligen Priester des Trends erhalten mehr und mehr Kritiker und verstummen irgendwann, die Gläubigen wenden sich Anderem zu.

    Im Leistungszyklus: In 2008 und 2009 konnte die Energie des Hypes noch erfolgreich vertuschen, dass Social-Media eigentlich keine neuen und nutzenstiftenden Inhalte bringt, sondern nur die gleichen Inhalte (innerhalb eines Rauschens der Belangslosigkeit) auf einem anderen Kommunikationskanal liefert. Es gab bisher kein “Mehr” sondern nur ein “Anders”. Fehlender Nutzenwert wird langfristig nicht vom Konsumenten angenommen.

    Es gibt heute (in Potenzen) mehr tote Blogs, Twitter/Facebook/Xing/Myspace-Accounts als aktive!

    Wie sieht es langfristig aus? Die Social-Media-Plattformen werden überleben und Nutzennischen für kleinere differenzierte Anhängerscharen finden. So gibt es heute auch noch Second-Life, aber die propagierte Umgestaltung des Internet hat dort trotzdem nicht stattgefunden.

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