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Glück im Unternehmen

Bud Caddell—How to Be Happy in Business
„Glück“ nicht wie in „Glücksspiel“, sondern wie in „glücklich”. Die Hauptbestandteile in diesem Diagramm sind, wenn auch zum Teil mit anderen Formulierungen, keineswegs unbekannt: Eine Geschäftsidee ist im Idealfall eine Schnittmenge aus dem, was du kannst, was du gerne tust und wofür ein Markt vorhanden ist. (Zum wahrscheinlich bekanntesten Diagramm dieser Art, dem von Jim Collins, komme ich weiter unten.) Interessant an Caddells Diagramm ist die Betextung der Schnittstellen und der dazugehörige Blogpost.
Die drei Haupthindernisse formuliert Bud Caddell wie folgt:
· We can’t determine how to make enough money from the things we want to do, and do really well.
· We’ve found things we want to do, and can be paid for, but we’re not the best game in town.
· We’ve come across things people want us to do, that we do well (or at least better than the competition) that we really don’t want to do.
Eines seiner Argumente zum zweiten Hindernis lautet, “Mediocrity is not a sustainable strategy”, was einen der Kommentatoren (mit Beispielen wie Ryanair oder KFC) zu der Vermutung veranlaßte, “Possibly being utterly crap works, but mere mediocrity doesn’t”. Ja, es ist ganz erstaunlich, wie oft und wie lange “utter crap” tatsächlich funktioniert. Aber „echtes“ Funktionieren bezieht hier ja auch die anderen Parameter (zum Glücklichsein) mit ein.
Das prinzipielle Diagramm ist faktisch identisch mit dem Hedgehog-Modell (siehe Video “What is the Hedgehog Concept?”) aus From Good to Great und Built to Last von Jim Collins; besonders ersteres gehört seit langem zu meiner Sammlung autoritativer Schriften :-). Und dazu gehört es auch weiterhin, trotz Kritiken wie dieser, an der es auch wiederum einiges zu kritisieren gibt, wie in den dortigen Kommentaren auch bereits geschehen.
Das alles ist natürlich nicht nur gültig für Unternehmensgründungen. Exakt das gleiche gilt für Selbständigkeit und Freiberuflertum. Und eigentlich gilt es auch für alle anderen, die sich selbst als „Produkt“ im Arbeitsmarkt anbieten: Der ideale Job zum beruflichen Glücklichwerden ist der Job, den Du kannst, den Du gerne tust und für den Bedarf besteht.
Wie sieht das für die großen Agenturen aus? Für Nanoagenturen, Freiberuflerinnen und Freiberufler? Für Angestellte in der Werbebranche? Oder, als Frage mit doppeltem Boden: Welche Rolle sollten diese Fragen und ihre vermuteten Antworten spielen bei der Entscheidung auf Agenturseite, einen angebotenen Etat zu übernehmen bzw. sich für einen Etat zu bewerben?
Eine der Herausforderungen besteht darin, denke ich, die genannten Parameter im Tagesgeschäft nicht aus den Augen zu verlieren.
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8 Kommentare
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Am 10. Februar 2010 um 12:15 Uhr
Finde ich eine sehr wichtige Überlegung, mit der ich mich in letzter Zeit sehr intensiv beschäftigt habe und gerade dabei bin, meine Agentur entsprechend neu auszurichten.
Am 10. Februar 2010 um 20:19 Uhr
[...] Bud Caddells Blog | via Werbeblogger [...]
Am 10. Februar 2010 um 21:08 Uhr
Es ist eine sehr schöne Darstellung der ersten beiden Phasen der engpasskonzentrierten Strategie (EKS).
Am 10. Februar 2010 um 21:33 Uhr
@Klaas Kramer Danke für den Hinweis! Ich sehe allerdings nicht, wo der „what we want to do“ (oder, nach Collins, der „Leidenschaft-Aspekt“) bei EKS wirklich zum Tragen käme.
Mit der Einbeziehung von Machtverhältnissen, kybernetischen Feedback-Schleifen, evolvierenden Strukturen u. ä. hat EKS einen ausgesprochen interessanten Unterbau. Mittlerweile allerdings stehe ich persönlich — im Kontext der Diskussionen zu Share Economy, Sustainable Development etc. — den klassischen strategischen Zielen (Wachstum, Marktführerschaft etc.) zunehmend kritisch gegenüber.
Am 14. Februar 2010 um 13:29 Uhr
@j.martin
In den Originaltexten von Mewes soll schon so etwas wie “Leidenschaft als Voraussetzung” herauszulesen sein. Ging später verloren, da wurde es n’bisschen nüchtern.
“Wachstum” verstehe ich (und die EKS) auch unbedingt als etwas qualitatives. Aber der Begriff ist schwierig, das merke ich in vielen Gesprächen.
Auch “Marktführerschaft” ist auf eine bestimmte Nische bezogen gemeint. Radikal segmentiert wäre man dann auch der einzige Anbieter — wie man’s dreht. (Da denke ich an das auch schon 10 Jahre alte Buch “Funky Business” von Nordström/ Ridderstråle)
Am 24. Februar 2010 um 23:18 Uhr
@Klaas Kramer Prinzipiell ließe sich der Begriff „Marktführerschaft“ auf verschiedene Weisen zuspitzen, die vom alten Begriffsverständnis abrücken, das stimmt. Aber jede Epoche, auch jede marktwirtschaftliche, entwickelt ihre eigenen Metaphern, und ab einer gewissen Menge an assoziativen Altlasten ist es zweifelhaft, ob sich „alte“ Begriffe wie „Marktführerschaft“ sinnvoll hinüberretten lassen. Dies natürlich wiederum bezogen auf den Kontext Share Economy, Sustainable Development etc.; ich gebe mich nicht der Illusion hin, daß die alten Parameter (samt ihrer Begriffe) so bald aus dem Marktleben verschwinden werden.
Am 24. Februar 2010 um 23:26 Uhr
@j.martin Ich arbeite gerade daran, das Prinzip der Share Economy in das Gewerbe der Markenberater einzuführen.
Am 24. Februar 2010 um 23:29 Uhr
@Klaas Kramer :-)