16:36 Uhr
Kollaborative Kommunikation
Epson Projectors—“Extreme Gaming”
Eine durchaus nette Aktion, die zumindest den Youtube-Views nach zu urteilen eine passable Reichweite hatte; die wäre vielleicht noch größer geworden, wäre die dazugehörige Microsite nicht so lächerlich geraten (acht Flaggen als Produktlinks plus ein Länder-Dropdown). Die dazugehörige Agentur zu finden gelingt mir zur Zeit nicht, aber wahrscheinlich ist es Twentysix.
Auf between drafts | brand meets world schrieb ich heute morgen in einem anderen Zusammenhang, daß Kommunikationsprojekte eigentlich immer kollaborative Projekte sein sollten, an denen zumindest das Unternehmen und die Agentur beteiligt sind. Unter „zumindest“ verstehe ich dabei, daß die Kollaboration sich von dort aus auf verschiedene Weisen vertikal und horizontal ausweiten kann, und eine davon ist sicher die, die mir an diesem Spot gefällt: Markenkollaboration. Eigentlich eine natürlich Sache, aber nachgerade phantastisch selten.
In dem Clip arbeiten drei Unternehmen, Marken und Produkte zusammen: Epson (Projektor), Sony (PS3) und EA (Need for Speed). Das ist die Welt, in der wir leben. Wir bedienen uns mit Marken wie aus einem unendlich flexiblen, gut sortierten Baukasten, aus dem wir in immer neuen Kombinationen die Welt konstruieren, in der wir täglich leben. Nicht die Welt, in der wir täglich leben, sind die zumeist sterbenslangweiligen isolierten Markenimagewelten, mit denen uns die Werbung statt dessen täglich konfrontiert. Sollte der Markt sich wirklich in Richtung einer Share Economy bewegen, wäre es an der Zeit, auch über eine Share Economy in der Kommunikationsbranche nachzudenken. Markenführer, die mit anderen Markenführern kollaborieren. Agenturen, die — zwangsläufig — mit anderen Agenturen kollaborieren. Schock!
Das wäre natürlich nur möglich, wenn zum einen weniger Mauerbau betrieben würde und/oder werden müßte, um Etas und Kunden am Davonlaufen zu hindern, und zum anderen weniger nutzlose Panik gepflegt würde, sich mit einem fehltretenden Werbepartner zu blamieren. Natürliche Hindernisse sind beide nicht. Marken gehen ununterbrochen ein exorbitant hohes Risiko ein, sich mit einer Art „Kommunikationspartner“ zu blamieren, nämlich in der großen, bunten und in der Regel völlig unsinnigen Welt des Celebrity Endorsement — in der es, oh Wunder!, immer wieder böse Überraschungen gibt. Und in Japan, dem Land der Split Accounts, ist es sogar in der Regel kein Problem, daß Agenturen Etats von direkten Konkurrenten betreuen, wenn die jeweiligen Kreativ-Teams räumlich ausreichend voneinander getrennt sind. Alles ist möglich! Und schiefgehen, wie alles andere, kann es natürlich auch.
6 Kommentare
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- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
- Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
- ralf schwartz: @Gerry K. Ich selbst rege mich immer am meisten über irgendwelche Tricks der Agenturen und Werbungtreibenden auf, aber die Angabe...

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Am 8. Februar 2010 um 17:16 Uhr
Sehr interessanter Artikel… ich kann mir gut vorstellen, dass solche Beispiele Schule machen wird. Die Interdependenz in sozialer wie ökonomischer Hinsicht wird doch immer deutlicher, nur dauert es zumeist etwas, bis das auch in den Köpfen der Menschen ankommt. Jedoch vermute ich eine Entwicklung, die in anderen Ländern durchaus schneller voranschreitet.
Am 8. Februar 2010 um 17:23 Uhr
Ich bin selbständiger Markting-Berater und arbeite mit meiner Ad!Think Werbeagentur schon seit 2003 immer mal wieder für und mit anderen Agenturen, was sich wirklich bewährt hat und wobei es noch keine nennenswerten Probleme gab: adthink.de/fur-kolle... und regiopress.marketing...
Am 8. Februar 2010 um 22:41 Uhr
Erst mehr oder weniger aufwändig eine eigene Welt & Story erschaffen und dann auf der Microsite doch ganz banal auf die Herstellerseite verlinken … sehr mau, hätte sich deutlich mehr drauß machen lassen.
Am 8. Februar 2010 um 23:24 Uhr
Allmählich ist das ein Gadget-und I-irgendwas-Blog und ihr solltet euch Gadgetblogger nennen. Statt Werbeblogger. Das Geplänkel rund um die Werbe-Kommunikation dieser Gadgets ist jedenfalls dünn. Microsite-Bemeckerung hin oder her. Das ist nocht euer core-asset.
Wann gibbs endlich wieder was Fundiertes (oder einen ordentlichen Verriss) über Mainstream-Werbung in Deutschland? Oder isse schon richtig 6 feet under
Am 8. Februar 2010 um 23:44 Uhr
@hobbystatistiker Dein Kommentar in Youtube-Qualität — und unter Mißachtung all dessen, was Roland und ich bereits zum Thema Kommentarkultur geschrieben haben — ist auch eine Beleidigung für all jene, die sich konstruktiv in den Kommentardiskussionen engagieren. Daher mache ich Dich darauf aufmerksam, daß ich weiteren anonymen Unsinn dieser Art entfernen werde.
Am 6. September 2010 um 14:46 Uhr
[...] USA: Brand Icons als Kampagnen-Gaststars? BrandFreak sez no, I say go [...]