03.02.10
14:39 Uhr

Clay Shirky: “It’s Not Information Overload. It’s Filter Failure.”

{lang: 'de'}

Aus der “Information Overload”-Debatte habe ich mich bislang herausgehalten, weil ich mich in das Grundproblem nicht vollständig hineindenken konnte. Das heißt aber nicht, daß ich die Diskussion prinzipiell uninteressant fände: Gerne las ich Rolands Einträge zu dem Thema (aktuell hier und hier und hier) und empfehle sie als Lektüre zum aktuellen Stand der Diskussion.

Einen konkreten Ansatz bezüglich “Information Overload” habe ich natürlich schon; bei meinem bereits erwähnten Wohnsitz ;-) ginge das auch gar nicht anders. Das war bislang zwar theoretisch zu diffus, um darüber einen Eintrag zu verfassen, aber dafür wirksam in der Praxis: ein System dynamischer Filter auf allen digitalen Kanälen, die ich durchschnittlich alle drei bis vier Monate “tweaken” muß.

Leider bleibt in diesen Filtern auch ab und zu etwas hängen, was ich unbedingt hätte sehen sollen. In diesem Fall war das Clay Shirkys Präsentation “It’s Not Information Overload. It’s Filter Failure.” auf der Web 2.0 Expo vom 16.–19. September 2008.

Moment — 2008?!?

As someone once said, “If you have the same problem for a very long time, maybe it’s not a problem, maybe it’s a fact.”

Take this, Schirrmacher. Für mich ist das der Unterschied zwischen einem robusten, konstruktiven Ansatz und einer Jeremiade.

6 Kommentare

  1. Nicole

    Stimmt, auch ich habe ein Filterproblem.
    Und der gute Clay nimmt auch mal wieder ne Menge Zeit in Anspruch, so dass ich auch diese interessante Info nach hinten sortiere, um sie mir später anzuschauen.
    … und da stapelt sie sich mit all den anderen spannenden Dingen…

  2. J. Martin

    @Nicole Hihi ja, Haldenverwaltung gehört ebenfalls zur Filterkunst :-) Mein System ähnelt einem Schichtkuchen, in dem die Elemente auf der untersten Ebene stets der Gefahr ausgesetzt sind, nie wieder das Sonnenlicht zu sehen …

  3. ramses101

    Der mangelhafte Filter mag zwar Verursacher des Information-Overflows sein, der hingegen bleibt das Problem (wenn er denn eins ist, was natürlich wieder eine andere Frage ist). Der Overflow war ja immer schon da. Wenn ich in einer Bibliothek nichts finde, liegt es daran, dass ich nicht richtig suche. Das macht den Overflow zwar erst zum Problem, aber dann ist er es auch und das lässt sich nicht wegdiskutieren.

  4. J. Martin

    @ramses101 Sagen wir so: Es gibt ein Problem und eine Herausforderung. Das Problem besteht darin, die Herausforderung nicht zu erkennen und statt dessen über Information Overflow zu jammern. Die Herausforderung besteht darin, funktionierende Filter zu entwickeln. Nirgendwo, nicht einmal in der Psychoanalyse :-), verschwindet ein Problem einfach dadurch, daß es erkannt wurde. Aber das Erkennen ist die Voraussetzung dafür, daran arbeiten zu können.

  5. ramses101

    Stimmt. Und zu dem Thema hat Schirrmacher in der Tat nicht viel zu sagen. Außer, dass er (zumindest implizit) mit den bisherigen Filtern recht zufrieden ist und er sich keine neuen von der Technik diktieren lassen will. (Letzteres will ich übrigens auch nicht und bin deshalb von Facebook gerade mittelschwer genervt.)

  6. Das Leben im Flow. Selbstbestimmung statt Körperverletzung. | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv

    […] steht mit seinem Titel “Payback” im Mittelpunkt, eine Gegenthese stellt u.a. Clay Shirky auf und das “Slow Media Manifest” greift das Thema von der Angebotsseite der Inhalte […]

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