12:33 Uhr
Nach Bloggerkritik: Sueddeutsche beendet Trigami Zusammenarbeit
Update: Trigami wirft sich schützend vor ihren Kunden und sagt “mea culpa“.
Wir als Trigami haben grossen Mist gebaut! Punkt.
Das Upload-Magazin hat das Thema aus den Tiefen der Trigami-Angebote an Blogger ans Tageslicht befördert: die Süddeutsche Zeitung online (sueddeutsche.de) bewirbt ihre iPhone-App mit fragwürdigen Mitteln. Nachdem relativ schnell klar war, dass die Netzgemeinde wenig von diesen Methoden hält, gibt Peter Bilz-Wohlgemuth als verantwortlicher Manager für das Marketing in den Kommentaren des Upload-Beitrags folgendes öffentlich bekannt:
Mein Name ist Peter Bilz-Wohlgemuth, ich bin hier bei sueddeutsche.de für das Marketing und damit auch für die Trigami-Kampagne verantwortlich. Bitte erlauben Sie mir, noch mal kurz Stellung zu Ihrem Beitrag zu nehmen:
1. Wir wollten eine virale Kampagne lancieren
Dazu haben wir bei Trigami eine Blog-Kampagne in Auftrag gegeben. Wir haben jedoch immer betont, dass wir mitnichten „lobende Blogposts“ haben wollen, sondern uns gerade für Trigami entschieden, weil – wie Sie ja selbst schreiben – hier der Blogger die Freiheit hat, zu entscheiden, was er schreibt und was nicht. Ich zitiere aus Ihren eigenen Worten: „Über Trigami habe ich auch hier im Blog bezahlte Postings veröffentlicht – wenn sie thematisch passend waren und ich die Freiheit bekam, selbst über den Inhalt zu entscheiden.“ Dass wir dabei eben nicht eine unreflektierte „Lobhudelei“ wollten, können Sie auch daran sehen, dass wir als Voraussetzung für die Rezension einen Download und damit verbundene Beschäftigung der App gefordert haben.2. Das war ein Fehler
Dennoch zeigt Ihr Feedback und das der Blogosphäre, dass diese Form des Marketings nicht den Erwartungen an uns entspricht. Wir werden daher in Zukunft von diesen Formen des Marketings Abstand nehmen.3. Wir ziehen die Konsequenzen
Wir haben uns daher auch entschieden, mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit Trigami zu beenden und haben die Kampagne bereits gestoppt.Mit freundlichen Grüßen,
Peter Bilz-Wohlgemuth
Eine virale Kampagne lancieren?! Es ist schon erstaunlich, wie wenig “Touch” und Vertrauen in das Empfehlungspotenzial der eigenen Produkte der einst so renommierte Verlag noch hat und lieber die natürliche Mundpropaganda korrumpiert.
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12 Kommentare
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- bugsierer: sehr geile app, danke für die empfehlung. macht grossen spass, auch als nichtmusiker darauf zu jammen, sehr entspannend.
- Raoul: Sehr interessanter Artikel. Zum einen kann die Software als Ideengeber dienen, wenn dem Faktor Mensch mal wieder gar nichts einfallen will...
- Luis: Wikipedia in allen Ehren: Es ist Fast-Food-Wissen. Schnell zu bekommen, aber teilweise auch von unterschiedlicher Qualität. Dass man da...
- ramses101: @Julian: Das ist Quatsch und der ist zum Beispiel auf die “Debatte” zwischen Inkludisten und Exkludisten zurückzuführen....
- Julian: @Christian Schneider : Wer ein wenig versiert ist, weiß längst, dass Wikipedia Brockhaus schon vor einiger Zeit sowohl im Umfang, als auch...
- Claus: Nur wenn Printwerbung neu, kreativ und einzigartig ist, ja nur dann komt der gewünschte Werbeeffekt zum Tragen. Auto-Sixt etwa beherzigt das...
- Dalibor Karacic: Wenn ich die TV-Werbungen der letzten Jahre so verfolge, bin ich mir nicht sicher, ob diese Software nich schon längst im Einsatz...
- Roland Kühl-v.Puttkamer: Vielleicht noch ganz interessant in diesem Kontext fällt mir aus unserem Archiv noch was ein…...

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Am 18. Januar 2010 um 12:40 Uhr
Dazu Jan Teißler in einem Kommentar zum Kommentar:
Und Martin @oetting auf meinen Tweet zum Thema:
Genau. Und wohlverdient.
Am 18. Januar 2010 um 12:55 Uhr
naja…etwas wirklich virales gabs vor einiger zeit von uns…gibt mit sicherheit einen grund warum das noch online ist.
sueddeutsche.de/ede
Am 18. Januar 2010 um 13:34 Uhr
[...] eigener Erfahrung kann ich allerdings auch einiges mit in diese Diskussion bringen. Ich habe selbst bei einer Aktion mit Trigami zusammengearbeitet. Bei dieser Aktion gab es [...]
Am 18. Januar 2010 um 14:38 Uhr
[...] P.S.: Das wahrscheinlich aktuellste Beispiel zur Diskussion über (neue) Wege der Werbung, “bezahlte Überredung” und die Süddeutsche Zeitung gibt es hier. [...]
Am 18. Januar 2010 um 16:48 Uhr
Gerade die Sueddeutsche hat doch mit Sicherheit bereits eine Menge positiver, ungekaufter Stimmen im Netz, die tolle Werbung für die SZ sind. Warum verschafft man diesen Stimmen nicht mehr Gehör? Man verzeihe mir die Eigenwerbung (siehe Link), aber diesen Ansatz empfinden wir als authentischer und für alle Parteien geeigneter.
Am 18. Januar 2010 um 20:27 Uhr
[...] gar nicht auf „lobende Blogposts“ abgezielt habe, und die Zusammenarbeit mit Trigami für beendet. Jedoch waren die Blogsöldner nachweisfähig genau für diese Dienstleistung gebucht [...]
Am 19. Januar 2010 um 10:54 Uhr
[...] einem Kommentar auf Upload-Magazin nahm Peter Bilz-Wohlgemuth dazu Stellung und beendete damit die Zusammenarbeit mit Trigami. Man habe keine lobenden Blogartikel kaufen wollen. Den Fehler hatte [...]
Am 19. Januar 2010 um 16:02 Uhr
[...] werbeblogger.de/2010...... [...]
Am 20. Januar 2010 um 12:57 Uhr
[...] selbstkritisch wird im Onlinebereich der Süddeutschen über die verunglückten Viralmarketing-Versuche ihrer Marketing-Abteilung mit dem Online-Dienst Trigami berichtet. Wie zu lesen ist, wusste [...]
Am 20. Januar 2010 um 18:42 Uhr
Was so ein kleiner Beitrag alles bewirken kann, jetzt wird über ja über die Kennzeichnungspflicht gekafter Meinungen und Beiträge diskutiert: zweinullig.de/kommen...
Passiert bei Trigami und Co. ja sowieso, daher fordere ich die Kennzeichnung gekaufter (und versteckter) Beiträge in Zeitungen und TV (Galileo lässt grüßen)! Aber dann erfährt man ja nicht, dass irgedwo in der Heide ein neuer Burgerladen aufmacht. Verzwickte Sache ^^
Am 18. Mai 2010 um 09:13 Uhr
[...] Die einen Blogger sind erstaunt, dass die Marketingmenschen der Süddeutschen dem Empfehlungspotential der eigenen Produkte nicht genug zutrauen und der Mundpropaganda lieber künstlich Starthilfe gegen wollten. Andere Blogger sind bestürzt darüber, dass man bezahlte Artikel auf Blogs immer noch verpöhnt, wo es doch in anderen Medien, wie z.B. Print, völlig normal sei. [...]
Am 17. August 2010 um 11:54 Uhr
[...] Blog-Beiträge zu Trigami: Süddeutsche.de (1), (2), (3), [...]