14.01.10
15:53 Uhr

Die fünfte Wand: Wo wir wohnen


N Building, Tôkyô—World’s First Augmented Reality Building

Obwohl QR-Code zur visuellen Codierung von Informationen und die Variante Semacode bzw. Mobile Tagging für die Codierung von URLs schon recht lange im Umlauf sind, begegneten mir praktische Anwendungen in Deutschland bislang nur in Form von Machbarkeitsstudien, Werbe-Gimmicks oder URL-Codierungen auf der Rückseite von Visitenkarten. Letzteres wiederum, mit Ausnahme meiner eigenen von meiner Lieblingsagentur, auch nur bei in Deutschland lebenden japanischen Bekannten. In Japan wird diese Technik dagegen flächendeckend eingesetzt, von QR-Code auf Plakatwänden bis zu behördlichen Dokumenten. Warum sie sich in Europa bislang nicht etablieren konnte, hängt zum einen mit Standardisierungsgerangel zusammen, zum anderen aber auch damit, daß vor dem Markteintritt global distribuierter “Super Smartphones” wie iPhone, Palm Pre, Droid die in Europa verkauften Mobiltelephone und mobilen Dienstleistungen den in Japan erhältlichen herzhaft hinterherhinkten, und daß für jedes Betriebssystem-Update für jedes einzelne Modell von jedem einzelnen Anbieter mühsam APIs zusammengefrickelt werden mußten, oft auf haarsträubende Weise, damit die QR/Semacode-Software überhaupt auf die Kamera zugreifen konnte.

Und in Japan geht es auch längst weiter, wobei eine der Triebkräfte sicherlich darin besteht, jede erdenkliche Fläche für Werbezwecke zu erschließen. Der letzte Schrei ist ein ganzes Gebäude in Tôkyô, konzipiert und realisiert von Terada Design und Quosmo, als gigantisches QR-Code-Display, dessen einzelne Segmente von Mobilgeräten erkannt und ausgelesen werden. Das Haus wird damit zu einem Super-Billboard ohne aufdringlichen Supergraphics!-Effekt — auch wenn ich „schön“ sicherlich anders definieren würde.

Werbebotschaften, Sonderangebote und Marketing-Schnickschnack sind aber nur die eine Seite. Augmented Reality-Elemente gesellen sich ebenso hinzu wie interaktive Funktionen und die Einbindung von Social Media; beispielsweise werden über den QR-Code Tweets von Menschen und Unternehmen sichtbar, die in dem Gebäude wohnen.

Prädikat: Awesome.

Das “Always-on” der Zukunft ist nicht das Internet auf Mobilgeräten. Das Always-on der Zukunft ist vielmehr ein Ort, an dem wir wohnen: Die Gesamtvernetzung unserer Erfahrungsräume bis hin zur Auflösung der Grenzen zwischen realen und virtuellen Lebenswelten.

Mit dem einen oder anderen RL-Gehege für Old-School-Entspanner, das ist klar. So viel Raum muß sein :-)

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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