17.12.09
16:11 Uhr

Chevy Volt: Die gesungene Pressemitteilung

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Einsicht ist oft der erste Weg zur Besserung. Hoffentlich auch bei PR- bzw. Marketingverantwortlichen, die das eine oder andere kommunikative Ei gelegt haben. Bei Chevy bzw. GM hat sich gemäß gm-volt.com die Marketing-Chefin Susan Docherty gegenüber der Email eines Bloggers so geäußert:

Just viewed it (the video) a few seconds ago. My thoughts are that we (as a team) can do much better – the Volt is a game changer not only for Chevrolet, but for GM and for our industry. Our Chevrolet Volt advertising, marketing and go to market strategy will be as innovative as the car. We may have missed on this one, but we won’t going forward.

Das Video, welches in den USA heftig diskutiert und sich zur Zeit zur kultigen Lachnummer entwickelt, präsentiert den Brandsong des GM Hoffungsträgers Chevy Volt inkl. skuriller Tanzdarbietung. Hilfe, tut das weh.

Der Spiegel schreibt bitterböse und hat recht:

[…]GM hat deshalb „Chevy Volt and me“ komponieren lassen, einen Song nebst Tanznummer. Es ist der weltweit wohl erste Versuch, eine mit Techniktermini vollgestopfte Pressemitteilung zu vertonen. Das Ergebnis ist (und in diesem Fall müssen abgedroschene Sprachbilder einfach mal erlaubt sein) ein Totalausfall, ein Kurzschluss, ein Blackout, bei dem in der PR-Abteilung alle Sicherungen durchgeschmort sein müssen.[…]

Als ich allerdings bei meinen Recherchen darauf stieß, dass man bei GM wohl ernsthaft erwog, alternativ auch diesem Song zu ausgeweiteter Markenverwendung zu verhelfen, überrascht mich eigentlich gar nichts mehr.

Ein „unbeabsichtigtes“ Viral, welches die eigene Marke eher in ein schlechtes Licht rückt, ist natürlich auch immer eine Chance. Wenn der Song / die Songs schon „Kultstatus“ haben, muss GM jetzt natürlich ganz genau überlegen, wie sie sich ggf. diesen Buzz auch wieder nutzbar machen kann. Aber ob die Jungs und Mädels da drüben sooo cool sind?!

11 Kommentare

  1. Jokerman

    Booah, heavy!!! Und das hört auch nicht mehr auf! Also ganz ehrlich: Die sollen so schnell wie möglich den Laden zu machen. Mit so einem Marketing können die nix mehr reißen, sondern nur noch verlieren.

    Kommt den bei denen keiner auf den Gedanken, das das scheiße ist? Haben die einen IQ der leicht über der eigenen Körpertemeratur liegt? MAN MAN MAN

  2. Thorben

    hmm ich verstehe nicht. was genau ist den daran aus marketingtechnischer sicht auszusetzen? und kommt mir bitte nicht mit: „schau dir die kampanien der vergangenheit von GM an, dann verstehst du.“

    hier werden zwei videos gepostet und gesagt das die scheiß werbung machen, ohne aber zu sagen was genau scheiße ist. so wie:“guck mal, da liegt ein klumpen gold, gott, wie scheiße!“

    sowas finde ich scheiße.

  3. Alex

    Ziel von Chevy erreicht…
    Alle Zeitungen berichten vom Song (Online und Offline).

    Und beim 3-5 mal anhören ist der Refrain sowas von in den Schädel gehämmert… habe heute morgen nur den kleinen Text in der Mopo zum Clip gelesen und im Kopfe sofort den Refrain gesummt…

  4. Roland

    @thorben: wir schreiben hier nicht nur Text und Meinung, sondern liefern auch Kontext. Durch externe Links (deren Inhalt und Begründung ich teile) und zig Artikeln im Werbeblogger über das Thema Sound und Marke.
    @Alex: Aufmerksamkeit habe ich auch, wenn ich mich mitten in der Einkaufsstraße niederknie, um einen Haufen zu machen ;-)
    Und viele Leute würden sich auch noch am nächsten Tag daran erinnern.

  5. Patrick Breitenbach

    das einfache 1×1 der Memetik

    Breche ein Muster und werde somit zum Gesprächsthema

    Aber im Ernst: GM hat nichts mehr zu verlieren und irgendwie wirkt der Laden völlig außer Kontrolle und führungslos. Jetzt melkt jeder nur noch diesen gesichtslosen Autokonzern und anscheinend schuldete der Messechef einem Mitglied der Tanztruppe noch einen Gefallen.

    Hätte im Zeitalter ohne Internet wohl auch niemanden wirklich gejuckt. Durch das neue Medium im anderen Kontext wird die kleine Tanznummer halt schnell zum Desaster, jedenfalls ohne die entsprechennde Attitüde des Unternehmens auch mal experimentierfreudig zu sein. ;-)

  6. chris

    also ich finde nichts daran auszusetzen, ein messetanz den jemand mit dem handy mitgefilmt hat…jo was solls, gabs schon schlimmeres (orchestra of ideas,…etc pp)
    und ein netter spot der in der optik an honda und bp erinnert…

    also ich sehe darin nichts schreckliches oder schlechtes, und denke es wird kein desaster…geht das nur mir so?

    das einzige was ich sehe, ist dass hier der auftritt aus politischen gründen zerissen wird weil sie halt im fokus sind, also die hätten machen können was sie wollen.

  7. M

    Ich verstehe die negative Einstellung – vor allem dem zweiten Video gegenüber – nicht. Das wird super funktionieren, ich bekomme den Refrain schon jetzt nicht mehr aus meinem Kopf.

    Oder soll dieses Posting uns durch die Erzeugung psychologischer Reaktanz (und der dadurch provozierten Generierung von Gegenargumenten) elektroautoaffiner machen? :)

  8. bescheuert & tanzend « HAWAIIHEMDEN ROCKEN

    […] Chevy Volt via werbeblogger […]

  9. Christian

    Ich würde gerne mal wissen wie es überhaupt dazu kam. Wie kommt man denn auf so eine hirnrissige Idee? Fällt das für GM unter „etwas neues ausprobieren“? Arm und lächerlich! Dabei konnte bei dem Microsoft Store Dance (youtube.com/watch?v=...) schon nicht mehr mit dem Kopfschütteln aufhören!

  10. Marc

    Für mich ist das eine Frage der Seriösität und Ernsthaftigkeit.
    Wenn Chevy Volt als ernsthafte „Antwort“ auf die bis dato von GM vermurkste Modellpalette dienen und deren Abkehr von Spritmonstern demonstrieren soll, darf die Kommunikation keine Lachnummer sein. Auch keine Verunglimpfung…

    Wie soll man so etwas ernst nehmen?

  11. Wenn Smartphone und Auto via App interagieren

    […] das Smartphone bzw. via App soll es zum Beispiel möglich sein, jederzeit den Ladezustand (beim GM Volt handelt es sich um ein Elektroauto) abrufen bzw. per Smartphone ablesen zu können. Des Weiteren […]

Eure Kommentare

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