14.12.09
14:44 Uhr

Pinkelpause für den guten Zweck?

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Es ist schon lange kein Aufmerksamkeitsgarant mehr, wenn junge Männer sich angetrunken an Bauwagen, Festzelte oder Pfeiler lehnen, um sich öffentlich und im Stehen zu erleichtern. Ganz anders verhält es sich möglicherweise, wenn junge Frauen ähnliches tun, bei allen eben auch anatomischen Nachteilen des weiblichen Geschlechts in dieser Angelegeheit.

Die neue Kampagne des staatlichen Gesundheitssystems in Großbritannien (National Health Service)  mit Namen „Cocktales“ setzt dabei voll auf das Medium Video und stellt möglichst indiskrete und peinliche Situationen dar, in welche gerade junge Leute durch den Missbrauch von Alkohol geraten können. Das Prinzip der Kampagne stützt sich dabei auf die Tatsache, dass heute praktisch jeder durch Handys und Pocket-Kameras der eigenen Peergroup „abgeschossen“ werden kann. Nicht selten werden diese Videos dann im Freudeskreis und darüber hinaus als Trophäen ausgetauscht oder gar im Web veröffentlicht.

Das Abschreckungsprinzip dieser Kampagne ist also weniger medizinischer als sozialer Art, was durchaus nicht ungeschickt ist. Moralische Ermahnungen mit erhobenen Zeigefinger, Informationsblätter oder Alkoholverbote bringen eben oft nicht den gewünschten Effekt. Vielleicht funktioniert es ja, wenn den angesprochenen Personen auf diese Art ein neuer medialer Spiegel vorgehalten wird.

Was meint ihr?

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9 Kommentare

  1. AndreasK

    „… und er stellt sie mirgen nackt ins Netz“: Deutsche Kampagne seit Juni, geht ähnliche Wege, aber mit mehr Kopfkino. Weniger schockend. Keine Ahnung, was besser ist: kenn-dein-limit.info...

    In GB scheint etwas in der Art auch schon gelaufen zu sein: sueddeutsche.de/gesu...

  2. AndreasK

    und nicht zu vergessen: Staygold
    staygold.eu/aktions-...

  3. Gerald

    Finde ich genauso blöd wie die Kampagnen gegen Rauchen, bei denen man lauter kranke Menschen sieht. Ich glaube nicht, dass das jemanden vom Trinken abhält.

  4. lukasch

    Die Idee und die „Umsetztung“ ist cool bzw. sehr authentisch. Jedoch bezweifle ich, dass diese Kampagne an dem Konsumverhalten von Alkohol und dem Umgang mit einer Digi-Cam, Handy, iphone und Co. etwas ändert. Gerade in der Kombination der beiden Faktoren, gibt es und wird es weiterhin bei dem ein oder anderen ein böses Erwachen geben.

  5. Nicolas

    Nö, funktioniert nicht, genau wie diese deutsche Plakatkampagne, die Kommentator 1 bereits erwähnt hat. Weckt bei mir eher die Lust auf einen richtig schönen Absturz mit dem heiß-kalten Erwachen: „Oh Gott, wie war das gestern noch mal?“ Viel besser als jedes Bungee-Jumping!

  6. Katia

    Hm. Schade, daß das Video entfernt wurde.

  7. Roland

    Das Video ist tatsächlich offline, was nun dazu führt, dass das Video natürlich auch auf der Kamnpagnenseite nicht mehr zu finden ist.
    cocktalesmix.co.uk/

    Nur dieser Clip ist noch online:
    youtube.com/watch?v=...

  8. P

    Die Briten hätten das Ding besser auf youporn geladen ;)

  9. Kolja

    Das Problem sind ja eher die Freunde als der Suff. Wir werden wohl ein paar (alt)griechische Freundschafts-Tugendkisten ausbuddeln müssen, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Wer glaubt, er hätte keine projektbegleitende Erziehung seiner Freunde nötig (= lebenslang), der irrt sich und verpasst was. Aber jetzt wird’s eben ernst – denn die Freundeskreise mit hoher MUA-Quote (Menge unterdomestizierten Arschlöcher) stehen als große neue Bedrohung auf dem Speiseplan sozialer Ängste.

Eure Kommentare

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