11.12.09
02:14 Uhr

Geldgeschenke

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Was der Hase für Ostern in kulturverschwommene Nester legt, das steht nun bald wieder beim Weihnachtsmann an, wenn der Geburt Christi mit den Gaben der westlichen Kosumgesellschaft gedacht werden soll. Der Handel hofft -wie schon die letzten Jahrzehnte jedes Jahr- auf 50% des Gesamtjahresumsatzes und eine Heerschar von Werbern hämmert die letzten Verführungsbotschaften und Verkaufspreise in die Tastaturen und Köpfe der Menschen. Wachstum. Wachstum. Wachstum.

Während Jesus symbolisch erneut im Leib von Maria Jahr für Jahr heranwächst, gedeiht und schließlich in diesem Zeitraum vor einigen hundert Jahren das Licht der Welt erblickt haben soll, rüsten sich große Teile des abendländischen Marktes, um dieses Countdown-Adventswachstum an der Kasse der Wirtschafsökonomie in bare Münze zu verwandeln.

Und alle so: Yeah! Weihnachten ist unsere Hoffnung auf Wachstum. Weihnachten bezahlt uns die Arbeitsplätze, die wir ohne das Fest nicht halten könnten. Weihnachten ist die wirtschaftsliberale Kulturprämie des kleinen und großen Portemonnaies.

Aber was sollen wir uns nur wünschen?! Flat-TVs, Handys, Notebooks, iPods? Ja, vielleicht, aber die Gebrauchsanweisungen sind der natürliche Feind jeder gemeinsamen Bescherung. Bücher, Bildung, Besinnung also? Möglicherweise, aber wenn die Gans im Ofen brutzelt und das Festmahl uns absorbiert, rutschen die geistigen Lebenssäfte gerne schnell vom Kopf in den Magen. Also doch lieber Schlemmer, Schnaps und Schampus?! Naja, das geht eigentlich immer. Außerdem ist Weihnachten. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Am einfachsten ist es dann eben doch mit den Geldgeschenken. Da macht jeder für sich sein Päckchen draus. Und seitdem dieses Präsentmodell in Form von Abwrackprämien, Rettungsfonds und anderen Subventionen ganz frisch auf dem finanzpolitischen Gabentisch der Republik liegt, ist es doch nur recht und billig, dass auch der gemeine Weihnachtsfeierer nach diesem Glücksgefühl Ausschau hält. Geld ist das beste Geschenk. Für Wachstum und den holpernden Wirtschaftskreislauf.

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Ein Kommentar

  1. Zicke, Zacke, Hühnerkacke. | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv

    […] egal. Depression braucht kein Mensch, schon gar nicht zu Weihnachten. Und die Wirtschaft auch […]

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