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Geldgeschenke
Was der Hase für Ostern in kulturverschwommene Nester legt, das steht nun bald wieder beim Weihnachtsmann an, wenn der Geburt Christi mit den Gaben der westlichen Kosumgesellschaft gedacht werden soll. Der Handel hofft -wie schon die letzten Jahrzehnte jedes Jahr- auf 50% des Gesamtjahresumsatzes und eine Heerschar von Werbern hämmert die letzten Verführungsbotschaften und Verkaufspreise in die Tastaturen und Köpfe der Menschen. Wachstum. Wachstum. Wachstum.
Während Jesus symbolisch erneut im Leib von Maria Jahr für Jahr heranwächst, gedeiht und schließlich in diesem Zeitraum vor einigen hundert Jahren das Licht der Welt erblickt haben soll, rüsten sich große Teile des abendländischen Marktes, um dieses Countdown-Adventswachstum an der Kasse der Wirtschafsökonomie in bare Münze zu verwandeln.
Und alle so: Yeah! Weihnachten ist unsere Hoffnung auf Wachstum. Weihnachten bezahlt uns die Arbeitsplätze, die wir ohne das Fest nicht halten könnten. Weihnachten ist die wirtschaftsliberale Kulturprämie des kleinen und großen Portemonnaies.
Aber was sollen wir uns nur wünschen?! Flat-TVs, Handys, Notebooks, iPods? Ja, vielleicht, aber die Gebrauchsanweisungen sind der natürliche Feind jeder gemeinsamen Bescherung. Bücher, Bildung, Besinnung also? Möglicherweise, aber wenn die Gans im Ofen brutzelt und das Festmahl uns absorbiert, rutschen die geistigen Lebenssäfte gerne schnell vom Kopf in den Magen. Also doch lieber Schlemmer, Schnaps und Schampus?! Naja, das geht eigentlich immer. Außerdem ist Weihnachten. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Am einfachsten ist es dann eben doch mit den Geldgeschenken. Da macht jeder für sich sein Päckchen draus. Und seitdem dieses Präsentmodell in Form von Abwrackprämien, Rettungsfonds und anderen Subventionen ganz frisch auf dem finanzpolitischen Gabentisch der Republik liegt, ist es doch nur recht und billig, dass auch der gemeine Weihnachtsfeierer nach diesem Glücksgefühl Ausschau hält. Geld ist das beste Geschenk. Für Wachstum und den holpernden Wirtschaftskreislauf.
Ein Kommentar
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- ralf schwartz: @Markus Danke. Und: Interessant. In allen Altersgruppen? Eher von Männern oder von Frauen?
- Markus: toller Artikel. “Erstmal zu Penny” ist für mich ein gutes Beispiel für einen erfolgreichen Slogan aus der jüngeren...
- ralf schwartz: @Hen Du unterstellst also, da gäbe es noch Hirn!? Ich habe manchmal wirklich nicht mehr den Eindruck. Wenn man sich allein diese...
- ralf schwartz: @Marcel Hast Du ein Blog? Kann man irgendwo die Arbeit lesen? Wäre doch bestimmt spannend …
- ralf schwartz: @AndreasK @Armin Hehe, danke für die Links! Cool.
- Hen: In diesen Kommunikations-Etagen scheint ein Virus umzugehen, der rasende Kopfschmerzen verursacht, sobald sich im Hirn ein eigenständiger...
- Marcel: Interessanter Artikel. Ich bin auch der Meinung, dass hinter den angeblich so tollen Slogans nichts dahintersteckt. Wobei ich sagen muss,...
- Sascha: Danke für den Beitrag, ein schönes Fazit – ich bin ganz bei Euch!

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Am 23. Dezember 2010 um 17:04 Uhr
[...] egal. Depression braucht kein Mensch, schon gar nicht zu Weihnachten. Und die Wirtschaft auch [...]