20.11.09
18:17 Uhr

Leserkommentar des Tages

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Mit diesem Beitrag nehme ich zwar eine geplante Rubrik voraus, die es im neuen Website-Layout des Werbeblogger geben wird, aber dieser Kommentar auf unseren Artikel über die Forderungen der Verlage ist es eindeutig wert. Danke für den Lacher zum Wochenende also an „dot tilde dot„:

ja, nee, is klar. nächste woche dann im örtlichen kabarett:

“liebe politik, ihr müsst uns helfen. wir nehmen da an einem distributionssystem teil, das auf vernetzung basiert. und wenn man in dem riesengewusel auch gefunden wird, ist das eine tolle sache. nun gibt es da eine firma, die bietet eine suchmaschine an, mit der wir ganz toll gefunden werden. das finden wir toll. weniger gut finden wir, dass die irgendwie viel mehr geld verdienen als wir. dabei müssen wir uns doch die mühe machen, unsere internetseite jeden tag wieder neu voll zu schreiben. und diese suchfuzzis, die schreiben nicht mal. die klauen nur. die sagen zwar, dass der angezeigte ausschnitt nur der orientierung gilt, aber hey – schlagzeilen und anreißer schreiben ist unsere kernkompetenz. den rest haben wir längst an dienstleister wie dpa und andere ausgelagert.

wir wollen unbedingt im internet gefunden werden, aber ohne dass unsere wertvolle qualitätsarbeit geklaut wird. wenn wir jetzt den findefuzzis mit einem entsprechenden eintrag in unserer robots.txt verbieten, bei uns zu klauen, dann werden wir ja gar nicht mehr gefunden. das ist erpressung! deshalb machen wir das auch nicht.

liebe politik, bitte mach doch, dass alles wieder so ist, wie früher. als die frösche noch haare hatten. als der kaffee noch warm war und die leserbriefe scheißegal. danke.”

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7 Kommentare

  1. Raventhird

    Trifft es exakt :D. Wer ein Problem mit Google hat, der soll eben raus aus deren Index und fertig.

  2. Matthias

    Spontan hätte ich ähnlich gesprochen; Wer ein Problem mit Google hat … robots.txt und so weiter.

    Eben das, was der gesunde Menschenverstand instinktiv sagen will.

    Andererseits muss man aber die Kehrseite sehen. Google hat mit seinem Quasimonopol eine marktbeherrschende Stellung. Auch wenn im Suchmaschinenmarkt kein Geld von den Nutzern an Google fließt.

    Und Google nutzt sein Monopol. Ich will nicht missverstanden werden; ich kann keine klare Position beziehen, aber auf jeden Fall bin ich nicht auf Seiten der Verlage und die Idee, dass Google die Anzeigenumsätze teilen soll, finde ich absurd. Es sei denn, die Verläge werden wiederum an den Kosten für Googles Rechenzentren beteiligt. ;-)

    Aber zurück zum Monopol. In den 90er Jahren konnte man sich auch nicht hinstellen und sagen: „Wer ein Problem mit Microsoft hat, soll halt ein anderes Betriebssystem installieren“. Gab es nämlich nicht wirklich. Es gab Spielwiesen für eine Handvoll Technikinteressierte (Linux) und die Druckindustrie (Apple Macintosh, hatte ich auch sechs Jahre lang) – aber für 99% der User war nichts davon eine Option. Das einzig brauchbare Clientsystem war nun mal Windows. Das einzige System, für das Software geschrieben wurde. Und dadurch kam es zum Lock-In. Selbst wer wollte, konnte nicht weg.
    Ich vermute fast, dass ist heute oft im beruflichen IT-Alltag noch immer so. Privat kann man heute relativ reibungsarm wechseln. Kostet halt mehr, oder kann weniger.

    Und so ist es mit Google. Der Unterschied besteht darin, dass die Konkurrenz gleichwertig ist (ich habs nicht wissenschaft getestet, aber ich denke, mit BING finde ich auch, was ich suche), aber die absolut deutliche Mehrzahl an Suchenden nun mal Google verwenden und erst damit das Monopol schaffen. Die Webseitenbetreiber haben aus ökonomischen Gründen nicht die Freiheit zu sagen, dass es ihnen reicht, bei BING (Yahoo und so) gefunden zu werden.
    Als Seitenbetreiber ist man – je nach Geschäftsmodell – abhängig davon, bei Google gefunden zu werden.

    Und jetzt kommt mein Dilemma: Ob und wie dieses Monopol entmachtet werden soll, das kann ich nicht sagen.

    Immerhin ist es ein Riesenvorteil für die Suchenden, für die Werbetreibenden, für die Nutzer der kostenlosen und meist hervorragenden Googledienste.

    Und andererseits: Wäre der Suchmaschinenmarkt gleichmäßig unter fünf großen Playern aufgeteilt, welche alle gleichwertige Suchergebnisse – ich glaube nicht, dass es den Verlagen dann besser ginge.

    Momentan aber sehe ich die Gefahr, dass eine Neuauflage des Browserkrieges bevorsteht. Bing und Google werden zukünftig Exklusivdeals mit großen Medienunternehmen abschließen. So wie Bing momentan mit Ruper Murdoch, gerüchteweise. Am Ende ist der User der Dumme: Die Hälfte der Nachrichten findet er jeweils in der anderen Suchmaschine. Und wer weiß, wenn erst einmal alle Publikationen ihre Websites exklusiv indizieren lassen, dann kommen als nächstes die wichtigen Portale, Foren, Web 2.0 Dinger. Exklusiv indiziert von Bing. Oder Google. Oder Apple?

    Wenn man sich das mal kurz ausmalt, dann wäre das Ungleichgewicht zwischen Google und Verläge gar nicht so groß. Denn hinter BING steckt Microsoft mit ausreichend Geld, um auf Einkaufstour zu gehen. Der kurzfristige Gewinner könnten dann die armen Verläge sein, weil sich Bing und Google (und vielleicht auch Yahoo) mit Beteiligungen am Werbeerlös überbieten werden.

  3. bessrblog » Verlage gegen Google gegen X

    […] einer Diskussion beim werbeblogger, bei der ich einen ziemlich langen Kommentar verfasst habe, will ich meine Meinung natürlich auch […]

  4. Lenn

    Ein kleines bisschen Off-Topic, aber ich möchte ganz kurz auf den Beitrag von Matthias (#2) eingehen: Dann schlägt die große Stunde der Meta-Suchmaschinen (wie z.B. http://ixquick.com, die sich durch strikten Datenschutz auszeichnet), denn die bieten kostenlose Dienste basierend auf allen Suchmaschinen. Es liegt, wie im Internet so häufig, mal wieder an und bei den Nutzern, in welche Richtung die Entwicklung geht. Dass die Verlage Hilfe suchend bei der Politik angekrochen kommen, verdeutlicht die Macht der User.

  5. DogTheSheep

    Den Kommentar kann man so unterschreiben, ich habe es ja auch bereits im letzten Beitrag geschrieben: Einerseits will man die Vorteile von Google nutzen, aber in keinster Weise einen Nachteil erleiden.

  6. Dennis Rottler

    Oder anders gesagt: Ich möchte in allen Tageszeitungen ne richtig fette, vollflächige Anzeige platzieren. Kosten darf es aber nichts, darüber hinaus möchte ich vom Verkaufspreis und den Werbeeinnahmen der Zeitung auch noch was abhaben. Schließlich verdient die Zeitung mit meinem Inhalt Geld.

  7. dot tilde dot

    @5 (dog the sheep):

    weil man jetzt aber zu blöd ist, einen anreißer in einen von google durchsuchbaren adressraum zu stellen, der auf einen kostenpflichtigen artikel verweist, den google nicht sieht, muss man sich so weit aus dem fenster lehnen und lauten unsinn schreiben – den dann auch noch jedes käseblatt nachplappert. muss ja was dran sein, denn es geht gegen den gemeinsamen angstgegner.

    und man verlässt sich drauf, dass keiner versteht, worum es geht. dass denen das gar nicht peinlich ist, finde ich schwer erträglich. schließlich müssen sich ganze branchen neu erfinden und tun dies auch teilweise. das kostet schweiß, grips und viel herz – und solchem getrampel hören alle zu. furchtbar.

    übrigens gab es letzte woche zu herrn murdoch und konsorten eine recht gute sendung auf wbur.

    .~. (geschmeichelt)

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  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
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