14:23 Uhr
Soda: Freedom of Choice
John Nese: Galco’s Soda Pop Stop in LA
Dieses chow.com-Interview mit John Nese erschien im August in der Kategorie Obsessives (“in which CHOW explores the worlds of singularly focused food-industry figures”) und hat sich inzwischen recht gut verbreitet, trotz seiner Länge von fast 13 Minuten. Wie es “weatherman” in einem Kommentar formuliert: “If there was ever a poster boy for the phrase ‘if you do what you love, you’ll never work a day in your life’ it’s that guy.”
Nese führt den “Galco’s Soda Pop Stop” in Los Angeles, der sich auf den Verkauf von Sodas (Soft Drinks, Erfrischungsgetränke) mittelständischer, kleiner und allerkleinster Hersteller spezialisiert hat. Kein Pepsi, kein Coke. Dafür eine immense Auswahl: Von traditionellen Marken, die längst tot und vergessen schienen, über seltene und teilweise recht skurrile Exoten bis hin zu liebevoll und händisch aromatisierten Kleinstauflagen von Mom & Pop-Businesses. Durch Marktmacht und immensen Werbedruck bietet sich gewöhnlich — bewußt oder unbewußt — das Bild einer Limonaden-Monokultur, in der sich das Interesse auf den Kampf zwischen Coke und Pepsi konzentriert, auf Branding-Phänomene (Montagues berühmte Pepsi-vs.-Coke-Neuromarketing-Studie von 2003 erlebt gerade wieder eine Renaissance), auf Marketingdebakel, Logolängenvergleiche oder Redesigns. Aber es gibt viel mehr als nur Coke und Pepsi. Die Welt ist voller Soda-Marken, und die sind in hohem Maße auch lokal statt global, was selbst ein Thema mit Zukunft ist.
Interessant auch, was Nese zu sagen hat zum Thema Glas vs. Plastik (3.55), Zucker vs. Maissirup (5:35), Diät-Sodas (4:53—“just drink less!”) und besonders auch zum Thema “reuse vs. recycling” (9:40) hinsichtlich des kalifornischen CRV-Programms, das dem deutschen Einwegpfand recht ähnlich ist:
It wasn’t written for the consumer, and certainly it wasn’t written to keep this country green. It was written so Coke and Pepsi wouldn’t have to wash a bottle, and they wouldn’t have to make recyclable bottles, and they could transfer the cost to the consumer! I called the recycling center when I got started, and I said, “Listen, I want to put a recycling center in; they bring them back to me, and I give them the money, and I sell them some more sodas” — “Oh I’m sorry, you can’t do that, because you have a recycling center two blocks away.” And I said, “Yeah but they don’t give them the full price, and I wanna give the full price to the customer to get them back to sell them some more.” And he says, “Well, if you did anything like that, you’d be in restraint of trade, and you could probably get sued by the state.”
If we really cared about the environment, we would have reuse, not recycling.
Aber Nese führt nicht nur lokale und nationale Marken. Viele interessante internationale Marken sind in seinem Sortiment, von Südamerika bis Katalonien, und auch Deutschland ist vertreten mit Gerolsteiner und Apollinaris (wenn es um die Qualität der “bubbles” geht, 10:49).
Also doch: Es gibt ein Leben nach Coke und Pepsi.
7 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 6. November 2009 um 15:09 Uhr
das ist so abgefahren. ich würde auch gern mal einen solchen laden besuchen. great!
Am 6. November 2009 um 19:32 Uhr
Sollte jemandem ein solcher Laden in Deutschland/Europa begegnen, ich wäre Dankbar für einen Hinweis.
Für Bier gibt es hier in Deutschland ja jede Menge Läden dieser Art, aber für Erfrischungsgetränke leider nicht (soweit ich weiß).
Am 6. November 2009 um 20:27 Uhr
Grossartiges Video – wirklich interessant. Für mich gibt es eigentlich nur Cola, Fanta etc. Kleineren Marken begegnet man im Alltag kaum.
Schade eigentlich.
Am 7. November 2009 um 05:04 Uhr
In großstädtischen Feinkostläden gibts zumindest “La Mortuacienne” – sehr lecker, vor allem im Vergleich zu den großen Marken:
facebook.com/pages/L...
Aber an sich gehen alle Versuche kleinerer, junger, innovativer Marken unter im großen Werbeschlachtgetöse und Preiskampf. Die ganzen Bionade-Kopien sind ja auch ekelig – nicht so sehr geschmacklich, sondern ethisch. Selten habe ich eine Idee so dreist kopiert gesehen. Und dabei kennt man in Restaurationen 20 km außerhalb von Hamburg noch nicht mal die Marke.
Btw: Toller Filmtipp!
Am 10. November 2009 um 01:34 Uhr
[...] In der Schweiz — und das weiß ich nicht aus Artikeln, sondern aus meiner Telephonrecherche, als ich mir die erste Maschine kaufte — wird das Espressopulver in den gebrauchten Kapseln allerdings nicht verbrannt wie in Deutschland, sondern ebenfalls recycled für Pflanzendünger. (Solche alternativen Systeme in Deutschland mit eigenen Abgabestellen einzurichten ist immer noch schwer bis fast unmöglich, auch wenn das Duale System seit ein paar Jahren kein echter „Müllrecycling-Monopolist” mehr ist, sondern nur noch ein Quasi-Monopolist. Auch hier liegt einiges im argen, aber nicht nur in Deutschland.) [...]
Am 17. November 2009 um 16:56 Uhr
Was ich v.a. genial finde, dass dort wirklich (fast?) ausschliesslich glasflaschen angeboten werden. Macht fuer eine echt gute Limonade echt einen unterschied, ob sie im PET oder in Glas angeboten wird.
Auch sonst, ein echt super typ.
Am 25. März 2010 um 15:41 Uhr
[...] erheben und etliches müßte erst einmal getestet werden. Wie zum Beispiel der Anteil von Glas zu PET oder zu welchen Anteilen der Konsum von Flaschenwasser tatsächlich den Konsum von [...]